Vielen Dank für den heißen Tip (und den Artikel)
Vertiefende Infos gibts hier:
http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1192725/index.html
Ein paar spontane Gedanken dazu:
Erstmal ist das kein Projekt gegen Freizeitgestaltung in der Natur oder gar Mountainbiker im Speziellen. Es betrifft auch Land- und Forstwirte, Jäger, Tourismus, Industrie ... und Wanderer. (Wanderer kämpfen für Open Trails, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.) Interessant ist vor diesem Hintergrund, dass die Broschüre mit einer ganzen Menge Beschwichtigung beginnt ("Chance ... Partner ... ausgewogen ... erfolgreiche wirtschaftliche Nutzung").
Rein rechtlich soll sich außerhalb der Kernzonen offenbar nichts ändern. Die Kernzonen wiederum decken nur 4 Prozent der Fläche ab, was sich zunächst nach sehr wenig anhört. Freilich sind das nun gerade die tief eingeschnittenen Täler und Waldhänge, wo die Albbiker üblicherweise unterwegs sind (ich muss es mir aber noch im Detail ansehen).
Nun sind Naturschutzgebiete eine wichtige und unterstützenswerte Einrichtung, und ich kann auch als Biker, der gerne neues Terrain erkundet, gut damit leben, wenn es Tabuzonen gibt. Wenn jetzt aber schon der Albverein Bedenken anmeldet, "sein" Wegenetz könnte dadurch Löcher kriegen (weniger aus Gründen des Naturschutzes als solchen der Verkehrssicherung), sollten auch wir hellhörig werden.
Wir können wohl davon ausgehen, dass der SAV wie auch alle anderen großen Interessengruppen bekommen, was sie wollen. Nur wir Biker sind mal wieder nicht hinreichend organisiert und müssen uns fast schon durch die Wanderer vertreten lassen.
Das formale Recht (2m im Landeswaldgesetz) gilt nach wie vor, und auch in obiger Broschüre wird das nochmal deutlich betont. Darauf sollten wir unser Bemühen richten. Denn auch wenn einerseits klar ist, dass diese Regelung jeder sachlichen Begründung entbehrt (wir sind so umweltfreundlich wie Wanderer), kann man uns in jeder Diskussion damit ganz bequem das Genick brechen. Kann sein, dass sich die praktische Auslegung nun verschärft. Kann aber auch sein, dass die Ausweisung des Biosphärengebiets eine Chance ist, hier wieder etwas Wind reinzubekommen und besser zu vermitteln, dass Biken eine Natursportart par excellence ist -- nicht nur wegen der Nicht-Schädlichkeit, sondern der Vermittlung von Wertschätzung (= ein Ziel des Naturschutzes).