Biosphärengebiet Schwäbische Alb

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Heute erschien folgender Artikel im Reutlinger General Anzeiger:
Knackpunkt-Wanderwege

http://www.gea.de/detail/699614

Sicher interessant den weiteren Verlauf mitzuverfolgen.

Hat jmd. über diesen Artikel hinaus weitere Informationen, was das ganze für den Mountainbiker in der Region für Auswirkungen haben kann?
 
Vielen Dank für den heißen Tip (und den Artikel) :)

Vertiefende Infos gibts hier: http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1192725/index.html

Ein paar spontane Gedanken dazu:

Erstmal ist das kein Projekt gegen Freizeitgestaltung in der Natur oder gar Mountainbiker im Speziellen. Es betrifft auch Land- und Forstwirte, Jäger, Tourismus, Industrie ... und Wanderer. (Wanderer kämpfen für Open Trails, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.) Interessant ist vor diesem Hintergrund, dass die Broschüre mit einer ganzen Menge Beschwichtigung beginnt ("Chance ... Partner ... ausgewogen ... erfolgreiche wirtschaftliche Nutzung").

Rein rechtlich soll sich außerhalb der Kernzonen offenbar nichts ändern. Die Kernzonen wiederum decken nur 4 Prozent der Fläche ab, was sich zunächst nach sehr wenig anhört. Freilich sind das nun gerade die tief eingeschnittenen Täler und Waldhänge, wo die Albbiker üblicherweise unterwegs sind (ich muss es mir aber noch im Detail ansehen).

Nun sind Naturschutzgebiete eine wichtige und unterstützenswerte Einrichtung, und ich kann auch als Biker, der gerne neues Terrain erkundet, gut damit leben, wenn es Tabuzonen gibt. Wenn jetzt aber schon der Albverein Bedenken anmeldet, "sein" Wegenetz könnte dadurch Löcher kriegen (weniger aus Gründen des Naturschutzes als solchen der Verkehrssicherung), sollten auch wir hellhörig werden.

Wir können wohl davon ausgehen, dass der SAV wie auch alle anderen großen Interessengruppen bekommen, was sie wollen. Nur wir Biker sind mal wieder nicht hinreichend organisiert und müssen uns fast schon durch die Wanderer vertreten lassen.

Das formale Recht (2m im Landeswaldgesetz) gilt nach wie vor, und auch in obiger Broschüre wird das nochmal deutlich betont. Darauf sollten wir unser Bemühen richten. Denn auch wenn einerseits klar ist, dass diese Regelung jeder sachlichen Begründung entbehrt (wir sind so umweltfreundlich wie Wanderer), kann man uns in jeder Diskussion damit ganz bequem das Genick brechen. Kann sein, dass sich die praktische Auslegung nun verschärft. Kann aber auch sein, dass die Ausweisung des Biosphärengebiets eine Chance ist, hier wieder etwas Wind reinzubekommen und besser zu vermitteln, dass Biken eine Natursportart par excellence ist -- nicht nur wegen der Nicht-Schädlichkeit, sondern der Vermittlung von Wertschätzung (= ein Ziel des Naturschutzes).
 
...........Wanderer kämpfen für Open Trails.............Nur wir Biker sind mal wieder nicht hinreichend organisiert .............. die Ausweisung des Biosphärengebiets eine Chance ist...........dass Biken eine Natursportart par excellence ist -- nicht nur wegen der Nicht-Schädlichkeit, sondern der Vermittlung von Wertschätzung (= ein Ziel des Naturschutzes).

danke axel für dieses statement. da haben wir 100% die selbe denke.
in reutlingen wird schon darüber gesprochen und fünf wochen werden wir das im adfc ( = allgemeiner deutscher fahrradclub ) auf landesebene thematisieren.

in der rhön hat es ja auch funktioniert - dort gibt es sogar ( ich glaub seit zwei jahren) ein gutes netz mit hervorragend ausgeschilderten mountainbikestrecken.

das thema betrifft nicht nur wanderer, radfahrer und naturschützer. ganz wichtig zur umsetztung unserer ziele - die wir wohl noch gemeinsam formulieren müssen - sind auch die touristikverbände.

open trails gruss vom albtrauf - andreas
 
soll das dann quasi eine oeko-no-go-area werden?
Nein, das wäre sicherlich übertrieben. In Naturschutzgebieten gilt zunächst lediglich das Gebot, auf Wegen zu bleiben. Und was begangen werden kann, muss nach unserer Auffassung zumindest prinzipiell auch mit dem Rad befahren werden dürfen.

Allerdings unterbleibt in den Kernzonen (wie gesagt: gerade mal vier Prozent der Fläche) jegliche Waldnutzung. Dort ist denkbar, dass aus Gründen der Verkehrssicherung Wege gesperrt werden. Muss aber nicht. Im Bannwald in unserer Nähe hängen lediglich Schilder "Achtung, Gefahr durch fallendes Totholz". (Das kann einem freilich auch bei Ikea passieren.) Andererseits gibt es erfolgreiche Klagen gegen Waldbesitzer, weil Leute durch Bäume erschlagen werden. Dass sie da vorsichtig werden, kann man verstehen. Weiterer Aspekt in der Verkehrssicherung sind Munitionsreste auf dem Münsinger Truppenübungsplatz.

in der rhön hat es ja auch funktioniert - dort gibt es sogar ( ich glaub seit zwei jahren) ein gutes netz mit hervorragend ausgeschilderten mountainbikestrecken.
Danke, müsste man mal studieren. Ausschilderungen sind freilich immer etwas zweischneidig.
 
..........Danke, müsste man mal studieren. Ausschilderungen sind freilich immer etwas zweischneidig.

servus axel,

wenn es für dich o.k. ist würd ich diesen part: regelung zum thema radfahren im biospährenreservat rhön übernehmen.

einige personen die dort massgeblich daran beteiligt waren kenn ich persönlich und treff die sogar in wenigen wochen auf ´nem adfc forum.

werds dann zusammenfassen und öffentlich zur verfügung stellen.

der nächste schritt wär die zusammenkunft zu einer interessengemeinschaft " radfahren im biosphärengebiet schwäbische alb ".


gruss andreas
 
Hallo Andreas und Axel,

Euren Statements ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen...!!

Interessengemeinschaft hört sich gut an und ich denke da wäre ich dabei.

Grüße
Simon
 
ein kreatives potential von motivierten bikern aus dem forum zusammen an einem runden tisch mit " alten vereins und verbandshasen " - als team könnten wir aus den erfahrungen in der rhön lernen, neue ideen umsetzten und hier auf der alb was bewegen.

interessengemeinschaft " radfahren im biosphärengebiet schwäbische alb "

das ist dann wohl der startschuss zu einem langen gemeinsamen weg für die zukunft der schwäbischen alb.

open trails - gruss andreas
 
wieso denn ich ? ;)

mein vorschlag: wenn sich hier sieben menschen für diese initiative zusammenfinden können wir gemeinsam beginnen - so haben wir die möglichkeit neue wege zu finden.

gruss andreas
 
oki, vielleicht habe ich auch Deinen Plan missverstanden.

Dass ein paar Biker (insbesondere von ADFC, DAV & DIMB) an einen Tisch kommen, ihre gemeinsamen Interessen formulieren, die dann auch von ihren Verbänden vertreten werden können, ist sicherlich der erste und auch ein wichtiger Schritt.

Dabei sollten wir aber den zweiten, viel schwierigeren Schritt schon bedenken: Wie wollen wir irgend etwas im Sinne unserer Interessen erreichen? Ein Wegenetz könnte, wenn man es wollte, durchaus gute Chancen haben. Aber was hat der durchschnittliche (lokale) Mountainbiker davon? So lange es die 2m-Regel gibt, ist er in den Wäldern BaWüs immer der Depp. Und diese Hürde ist hoch.

Nicht, dass ich Deine Euphorie bremsen wollte, aber wir wären nicht die ersten, die mit diesem Plan losspringen und noch nicht mal als Bettvorleger landen.

Mehr sag in hier in der Öffentlichkeit mal nicht ;)
 
Ich habe auch darüber nachgedacht und muss hier meinem carmin zustimmen, denn wenn wir zum Ausgangspunkt zurückkehren geht es hier um Wanderwege und nicht um Forstwege.
Einer Initiative kann ganz, ganz schnell der Wind aus den Segeln genommen werden z.B. mit dem Hinweis auf die 2m Regelung. Natürlich wird Radfahren auch im Biosphärengebiet möglich sein, halt (wie bisher) auf Forstwegen oder wie jetzt schon durch den ehemaligen Truppenübungsplatz.
Wichtig ist aber das ganze weiterzuverfolgen...ein zu schnelles agieren könnte sich aber als Boomerang erweisen.
Meine Erfahrung in Praxis ist dass man trotz dieser 2m Regelung im Wald wenig Probleme gibt und man solle die Diskussion auf keinen Fall anheizen.
 
es geht mir bei diesem anlass nicht darum das wegerecht in badenwürttenberg zu verändern.

wir sollten versuchen mtb - strecken ( 2m - ausnahmeregelungen sind laut wegerecht möglich ) in dieses gesamtpaket " biosphärengebiet schwäbische alb " jetzt mitreinzupacken.

für eine interessengemeinschaft ist dies eine realistische, überschaubare aufgabe.

oder wollt ihr zuschaun wie der zug ohne uns abfährt.

gruss andreas

biker eure meinung dazu ist gefragt
 
Aktuelle Infos:

http://www.biosphaerengebiet-alb.de/

Wege
http://www.biosphaerengebiet-alb.de/04-Biosphaerengebiet/04-3-karte-gebietskulisse.php

Karte
http://www.biosphaerengebiet-alb.de.../2007-07-17_Kulisse_Stand_01072007_mit_TK.pdf
Einige der interessantesten Wege liegen in Kernzonen.

Entwurf Rechtsverordnung
http://www.biosphaerengebiet-alb.de...07-08-08_Rechtsverordnung_BG_Stand_310707.pdf
"Die Ausweisung von Wegen und deren Benutzung in der Kernzone
erfolgt spätestens bis zur Anerkennung des Gebiets durch die
UNESCO durch Allgemeinverfügung oder durch Verordnung des
Regierungspräsidiums Tübingen im Benehmen mit den Kommunen
und Verbänden."



Schwäbischer Albverein
http://www.schwaebischer-albverein.de/aktuelles/biosphaerengeb/index.html
"Herausragende Themen sind zunächst u. a. die Beibehaltung
wichtiger Wanderwege auch in Kerngebieten"
 
Oha, wenn ich mir z.B. die Karte vom Gebiet um den Rossberg, genauer Olgafels anschaue befuerchte ich schlimmes ... seh' ich das richtig: die Dunkel / Rot schraffierten Teile werden dann sicher (samt Trails) nicht nur fuer die Biker Tabu, sondern wohl auch fuer die Wanderer :eek:
 
Hallo,
ich war schon länger nicht mehr in diesem Forum, aber diesen Thread (und die Ideen darin) finde ich sehr intressant.
Zum Thema kann ich sagen, dass die im ehemaligen TrÜpl. Münsingen für Radler und Wanderer freigegebenen Wege zu 95% ca. 5-7m breite Beton- oder Asphalttrassen sind.
"Verirrt" man sich auf das sehr weiträumige und umfassende restliche Wegenetz (besteht zumeist aus sehr gut ausgebauten ziemlich breiten Schottertrassen), ist es möglich dass man auf ein Fahrzeug der Parkranger oder Forstamtmänner trifft.

Bei der nun anstehenden "Vernehmung" kann man nun behaupten man hätte sich verirrt oder man kann in einem freundlichen Gespräch andere Standpunkte vertreten.
Ein solcher Standpunkt wäre z.B.: Man erreicht auf den freigegebenen Wegen kaum die landschaftlich interessanten Teile des Areals, die gesperrten Schottertrassen sind alle gefahrlos befahrbar (mit Jeep/Unimog/Bulldog/Panzer also auch mit MTB) und die bestehende Fauna und Flora hat sich in dem Areal entwickelt während dort buchstäblich Krieg herrschte.

Freilich hat der Ranger keine Zeit für solche unsinnigen Ausführungen (er sieht am Horizont weitere Verbrecher, lässt die Räder seines nagelneuen Japan-Pickups kurz durchdrehen und nimmt querfeldein die Verfolgung auf) und auch der Forstamtmann muß sich nach Aufnahme der Personalien schnell verabschieden, er hat schließlich noch Jagdgäste.
Bleibt man dabei, man habe sich verirrt, so fällt es der Bußgeldstelle des Landratsamtes zumindest nicht leicht einen Vorsatz nachzuweisen und man kommt als Ersttäter mit günstigen € 150.- davon.
Die Verjährungsfrist eines solchen Vergehens beträgt übrigens mindestens 2 Jahre.

Ist von euch noch niemand dort erwischt und ermahnt worden oder wer musste (ausser mir) zahlen?

Gruß
panzer-oddo
 
es geht mir bei diesem anlass nicht darum das wegerecht in badenwürttenberg zu verändern.

wir sollten versuchen mtb - strecken ( 2m - ausnahmeregelungen sind laut wegerecht möglich ) in dieses gesamtpaket " biosphärengebiet schwäbische alb " jetzt mitreinzupacken.

für eine interessengemeinschaft ist dies eine realistische, überschaubare aufgabe.

oder wollt ihr zuschaun wie der zug ohne uns abfährt.

gruss andreas

biker eure meinung dazu ist gefragt


na? haben wir da wieder was verpennt?
mal ehrlich, wenn wir den arsch nicht hochkriegen, braucht auch niemand meckern, wenn´s an uns vorbeiläuft.

alleine kann ich da gar nichts verändern.

gruss andreas
 
Hallo,

bin da neulich (naja, im Frühjahr) mit nem Kumpel entlanggeradelt, da war das Biospärenschutzgebiet schon ausgewiesen. Hintergrund ist wohl tatsächlich, dass einfach keiner das Geld hat (oder aufbringen will) um die Kampfmittelreste (und das dürfte einiges sein...) zu beseitigen. Oder die Verantwortung zu übernehmen, wenn ein Wanderer doch auf eine übersehene Granate tritt... und solange es tatsächlich am Geld hängt kann da keiner was ausrichten.
Wünsch euch trotzdem viel Erfolg.

Gruß
Stefan
 
die fläche des ehemaligen truppenübungsplatzes macht ca 15% der ausgewiesenen region aus.

aus meiner sicht ist dieser teil der alb für uns mtb´ler eh nicht der prickelnste.

@ summit : respekt - gut recherchiert.

@ka : genau das wird wohl passieren, wenn wir uns nicht wehren.

für die erhaltung der " wege " in den kerngebieten werde ich mich zusammen mit allen die sich betroffen fühlen einsetzten. z.b. wanderer, stockenten, pilzesammler, biker, blümchenfreaks, turiverbände oder steinchensucher.

gruss andreas
 
Tja Andreas!

Wie willst du das machen? Ich gebe offen zu, dass mich das ganze schon lange extrem beschäftigt und ich bisher noch keine gute Idee hatte.
Fakt ist aus meiner Sicht, dass Biken auf Singletrails in der Region illegal aber geduldet ist.

Wenn man sich jetzt aufschwingt, das Recht einzufordern, weiterhin auf Singeltrails fahren zu können bzw. gar zu dürfen, bekennt man sich dazu, bisher gegen das Weggesetz verstoßen zu haben. Ich weiß nicht, ob man da nicht schlafende Hunde bei diversen Umwelschutzorganistionen weckt. Da gibt es sicher noch genügend Leute, die Mountainbiken abseits von Forstautobahnen für ein schweres Verbrechen gegenüber Moral und Umwelt halten, das nur aus purer Freude am Rowdytum begangen wird.
Die springen dann erschreckt auf, wenn Du im Zusammenhang mit Mountainbikes den HW1 nennst und gehen jeden Sonntag auf die Alb um Wallung zu machen.

Abgesehen davon beginnen die meisten Kernzonen unterhalb des Traufwegs.
Und wie sie es schaffen wollen, die Heerscharen einheimischer Wanderer dazu zu bringen, der einzigen momentan vorgesehenen Weg auf das Rossfeld (= Straße)zu nutzen, ist mir noch ein echtes Rätsel.

Wie gesagt: ich hab' keine Ideen, dich ich selbst für gut halte, find's aber sehr bitter, dass alle anderen Interessengruppen (Wanderer, Kletterer, Reiter) mitreden nur die Biker nicht.

Reiner
 
@bananenfresser

bin auch schon öfters durch´s TrÜPl-Gelände gefahren und gewandert, sogar mit Familie. Klar! ich habe meinen Kid´s genauso erklärt, daß man keinen Flurschaden hinterläßt wenn man sich auf den Schotterpisten bewegt und sich einigermaßen ruhig verhält. Das Wild ist durch Tiefflieger (einige Kunstflugartisten üben über dem Gelände!!!) und Panzer/KFz langjährig adaptiert (war dort selbst stationiert). Jedenfalls kümmerte sich kein Reh/Hase in Ruf- und Sichtseite um mich als Radler. Nur die Raubvögel mochten mich nicht, da mein Potential, Tiere zu überfahren und damit deren Tisch zu decken, recht gering ausfällt.
Vielleicht hatte ich bislang auch nur Glück, nicht erwischt zu werden, oder suchte mir die unwirtlichsten Tage/Abende aus. Ja, auch das Aufsichtspersonal mag´s lieber bequem.
Ich gebe Dir Recht, daß die Argumente bei den Rangers nicht auf fruchtbaren und milden Boden fallen werden.

Allgemein ist noch zu bemerken, daß in dem neuen Wegenetz des Biosphärengebiets einige Lücken sind: Wie kommt der Albverein an seine Denkmäler (vom Albverein gestiftet und gebaut) wie z.B. der Aussichtsturm Hohe Warte, wenn von den drei ausgewiesenen Wanderwegen keiner mehr benutzt werden darf. -Ach- ich vergaß die Hubschrauber :daumen:

Gruß
toddel
 
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