Neues "klassisches" Mountainbike für Schwergewicht...

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13. Juni 2003
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Hallo zusammen,

seit geraumer Zeit faszinieren mich die Mountainbikes aus den klassichen US-Schmieden sehr. Insbesondere beim Anblick der Titanrahmen aus den Häusern Independent Fabrication (Ti Deluxe), Litespeed (Tanasi), Merlin (Oreas/XLM) und Seven (Verve/Sola) gerate ich regelmäßig ins Schwärmen. Neben den nicht unbeträchtlichen Kosten für die in Rede stehenden Rahmen und den organisatorischen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Kauf derselben gibt es in meinem Fall bedauerlicherweise ein - im wahrsten Sinne des Wortes - schwerwiegendes Problem: Ich bringe derzeit bei einer Körpgergröße von 1,81 m unbekleidet rund 103 kg auf die Waage und es steht aus gesundheitlichen Gründen zu befürchten, dass es mir nicht ohne Weiteres gelingen wird, mein Körpergewicht zu reduzieren.

Mir selbst erscheint die Verwendung eines Titanrahmens aufgrund der zuvor beschriebenen körperlichen Voraussetzungen - auch in Anbetracht der Tatsache, dass das Rad ausschließlich auf Touren in leichtem Gelände und gelegentlich auch 'mal auf der Straße - zumindest nicht als völlig unkritisch. Von Fachhändlern wurde mir sogar schon ausgesprochen energisch von dem Erwerb eines solchen Rahmens abgeraten. Da ich mein neues Fahrrad nicht nur als Kunstobjekt, sondern auch als Sportgerät einsetzen möchte, bin ich nun zugegebenermaßen ziemlich verunsichert.

Sollte ich aufgrund meines Körpergewichtes sinnvollerweise tatsächlich rigoros auf einen Titanrahmen verzichten? Bin ich mit einem schönen Stahlrahmen à la Dekerf "Team 853", Independent Fabrication "Steel Deluxe", Rock Lobster "Team Tig SL Mtn", Seven "Sola Steel" oder Soulcraft "Option 3" vielleicht besser bedient? Oder sind diese für mein Gewicht womöglich auch nicht stabil genug ausgelegt? Ich bin wirklich für jeden Tipp und jeden Hinweis ausgesprochen dankbar...

Viele Grüße aus dem Schwarzwald und ganz herzlichen Dank für Eure Mühe!


Volker



P.S. Gibt es in Deutschland eigentlich empfehlenswerte Radsportgeschäfte, die sich mit den Produkten der oben näher spezifzierten Manufakturen - oder natürlich auch vergleichbaren Produkten - besonders intensiv beschäftigen?
 
schau doch mal bei www.moots.com rein, das rigor könnte was für dich sein. die haben mit rabbit nen fitten vertrieb in deutschland, sind absolut kein leichtbau und traumhaft schön. die rahmen können locker mit den oben genannten mithalten. die preise sind durch den guten dollarkurs im moment auch "bezahlbar". es gibt dazu auch nen extra thread hier im forum (moots-galerie). bei interesse könnte ich dir auch die telefonnummer der rabbit-leute geben...
grüße, 855
 
titan hat die eigenschaft daß es flext und etwas nachgibt. aber daß es keine hohen belastungen aushält hab ich jetzt nicht gehört. im übrigen find ich 103kg zwar nicht wenig, aber auch nicht übermässig viel oder gar so viel, daß man kein normales MTB mehr fahren könnte. bin auch in der 0,1 tonner klasse und hab schon leichte alurahmen durchs gelände gejagt, wieso solltest du da keinen titanrahmen fahren oder zwingend nen stahl nehmen müssen?
wenn du - egal bei welchem material - nicht grade einen extremen leichtbaurahmen nimmst, sehe ich von der gewichtsseite her nicht die probleme!
 
Fanselow schrieb:
Ich bringe derzeit bei einer Körpgergröße von 1,81 m unbekleidet rund 103 kg auf die Waage

Von Schauff gibts das Sumo..., nee, kleiner Scherz ;) Da Titan ja sehr elastisch ist, denke ich mir, müsste es mit deinem Gewicht eigentlich sogar gut klarkommen. Allerdings dürfte der Rahmen ziemlich auslenken, wenn du mit deinen geballten kg aufs Pedal steigst. Wenn dich das nicht stört - so what?


Fanselow schrieb:
P.S. Gibt es in Deutschland eigentlich empfehlenswerte Radsportgeschäfte, die sich mit den Produkten der oben näher spezifzierten Manufakturen - oder natürlich auch vergleichbaren Produkten - besonders intensiv beschäftigen?

Phaty, übernehmen Sie! :D

Steinhummer
 
Steinhummer schrieb:
Da Titan ja sehr elastisch ist, denke ich mir, müsste es mit deinem Gewicht eigentlich sogar gut klarkommen. Allerdings dürfte der Rahmen ziemlich auslenken, wenn du mit deinen geballten kg aufs Pedal steigst. Wenn dich das nicht stört - so what?

Steinhummer

Ich als bekennender Fan von 6/4 Titan :love: kann sagen, das dieses Material bei weitem nicht so weich ist wie 3/2,5 und demnach Deinen Anforderungen eigentliche ganz gut entgegenkommen müsste. Mein Litespeed Tellico ist im Vergleich zu einem ALU-Manitou-HT (Cola-Dosen-Blech) in gleicher Größe deutlich straffer. Außerdem sieht das Tanasi seeeehr geil aus :daumen:

Hab durch Zufall heute mal ne Preisanfrage bei B&B Us-Bikes in Heidenheim jemacht: Tanasi 2.890 € statt 3.6irgendwas. Hört sich gut an...
 
103 kg ... das ist doch eigentlich noch fast eine Feder!
Also ich seh da keine Probleme mit den heute auf dem Markt angebotenen Produkten - naja vielleicht nicht gerade ein 1400 gr Stahlrahmen oder so ein Carbon Rotz ... aber wer fährt schon sowas!?

phaty
124
 
Steinhummer schrieb:
"SCHWERER AUSNAHMEFEHLER/Fehler 154!!!

Das Programm Germans im System.echse wurde unerwartet beendet. Bitte kontaktieren Sie Ihren Phat-Master."

St.

Wer bis heute immer noch nicht kapiert hat, dass TSCHÖRMÄNNS! die besten Bikes von Deutschland ... ähm ... Germania ... ach nee Italien baut, der kann mich an meinem Klassischen Popo knutschen!

phaty
 
Hallo zusammen,

zunächst einmal möchte ich mich bei Euch allen ganz herzlich für Eure Hilfe bedanken!

@855: Stimmt, das Moots "Rigor Mootis" hatte ich in meiner Aufzählung dummerweise völlig vergessen. Auch dieses Rad ist in der Tat wunderschön. Und dass es einen engagierten Vertrieb in Deutschland gibt, ist natürlich ebenso von Vorteil, wie die Tatsache, dass die Rahmen aufgrund des Wechselkurses derzeit verhältnismäßig preiswert erstanden werden können. Ich habe am Nachmittag noch mit Herrn Haas von Rabbit Cycles telefoniert. Seiner Aussage nach ist das "Rigor Mootis" insbesondere im Bereich des Hinterbaus deutlich steifer, als beispielsweise ein Merlin "XLM" oder ein Seven "Sola" - was gerade in meinem Fall natürlich nicht unbedingt von Nachteil wäre. Zudem soll die Verarbeitung inzwischen deutlich besser sein, als bei Litespeed, Merlin oder Seven. Inwieweit sich dies mit den tatsächlichen Gegebenheiten deckt, vermag ich zwar bedauerlicherweise nicht zu beurteilen. Es war jedoch auch schon von anderen Stellen zu hören, dass die Verarbeitungsqualität bei den Produkten aus den oben genannten Häusern nachgelassen hat.

@sharky: Vielen Dank für Dein aufmunterndes Posting! Ein Leichtbaurahmen kommt natürlich nicht in Frage. Aus diesem Grund würde ich zum Beispiel bei Seven vermutlich das Modell "Verve" dem Modell "Sola" oder bei Merlin das Modell "Oreas" dem Modell "XLM" vorziehen.

@steinhummer: Das Schauff "Sumo" wirkt in der Tat geradezu unzerstörbar. Und freigegeben ist er immerhin bis 180 kg. Da gäbe es also noch ein wenig Spielraum bzw. Sicherheitsreserven. Mit einem leichten Auslenken könnte ich schon leben, ein allzu heftiges Auslenken würde mich hingegen zugegebenermaßen schon ein wenig stören. So wurde ich beispielsweise davor gewarnt, dass eine Kettenschaltung an einem Titanrahmen bei meinem Gewicht durchaus ein reges Eigenleben entwickeln könnte. Da hilft dann nur noch eine Rohloff Speedhub - nein, nein, war bloß ein Spaß... P.S. Gibt es eigentlich eine Liste mit den Zahlencodes und den empfohlenen Abhilfemaßnahmen für die jeweiligen schweren und minderschweren Ausnahmefehler in *.echse- und anderen Dateien?

@oropeza: Ganz herzlichen Dank für Deinen Hinweis. Mir war - wie ich ganz offen zugeben muss - bislang nicht wirklich bewusst, dass Titan 3Al 2,5V wesentlich weicher ist, als Titan 6Al 4V. Demnach müsste also das Litespeed "Tanasi" mein Favorit sein!? Alle anderen aufgeführten Rahmen bestehen meines Wissens (unabhängig davon, ob sie von Independent Fabrication, von Merlin, von Moots oder von Seven hergestellt werden) aus Titan 3Al 2,5V...

@phatlizard: Hm. Insbesondere auch in Anbetracht meiner ausgesprochen italophilen Veranlagung müssten demnach also die Fahrräder vom Herrn Möhren genau das Richtige für mich sein?! Leider ist das "Team Extreme" in der von mir benötigten Größe bereits ausverkauft und kann auch nicht mehr hergestellt werden, da Columbus die für die Herstellung der speziellen Nivachrom-Rohre benötigten Formen zwischenzeitlich aufgrund von Altersschwäche ausrangiert hat. Herr Möhren sprach allerdings davon, dass er mir statt eines Rahmens mit einem ovalisierten Unterrohr einen solchen mit einem runden Unterrohr größeren Durchmessers anbieten könnte. Das liefe dann zwar nicht auf einen Titan-Rahmen hinaus, hörte sich aber durchaus auch überzeugend an.

Das ist alles gar nicht so einfach - zumal ich mich nicht unbedingt als entscheidungsfreudig oder sogar schnellentschlossen bezeichnen würde... :ka:

Nochmals ganz herzlichen Dank und viele Grüße an Euch alle! Natürlich auch an Eure "klassischen Popos" - nur für den Fall, dass Ihr in der glücklichen Lage sein solltet, über einen solchen zu verfügen...


Volker
 
Fanselow schrieb:
@phatlizard: Hm. Insbesondere auch in Anbetracht meiner ausgesprochen italophilen Veranlagung müssten demnach also die Fahrräder vom Herrn Möhren genau das Richtige für mich sein?! Leider ist das "Team Extreme" in der von mir benötigten Größe bereits ausverkauft und kann auch nicht mehr hergestellt werden, da Columbus die für die Herstellung der speziellen Nivachrom-Rohre benötigten Formen zwischenzeitlich aufgrund von Altersschwäche ausrangiert hat. Herr Möhren sprach allerdings davon, dass er mir statt eines Rahmens mit einem ovalisierten Unterrohr einen solchen mit einem runden Unterrohr größeren Durchmessers anbieten könnte. Das liefe dann zwar nicht auf einen Titan-Rahmen hinaus, hörte sich aber durchaus auch überzeugend an.

Germans Team "Phaty" 42mm Unterrohr und Kettentreben aus Dinosaurier-Knochen!
Lässt sich auch hervorragend Filled-Brazen, was den Porno-Wert nochmal verdoppelt!

big_germans_6.jpg
 
phatlizard schrieb:
der kann mich an meinem Klassischen Popo knutschen!

Hätte am 19. August abends noch ein Stündchen Zeit, wenns recht ist :D

@fanselow:
Finde den Gedanken an eine Rohloff höchst sexy! Wäre dann sozusagen - man verzeihe mir die Anglizismen - "go anywhere, do anything, worry about nothing"-Bike.

Steinhummer
 
Oropeza!

Die Legierungsbestandteile eines Materials ändern an dessen Steifigkeit so gut wie nichts!
Ob 6/4 oder 3/2,5 Titan ist grad egal. Die Zugfestigkeit ist bei 6/4 höher und dummerweise ist aber das Mateial dann auch spröder, was es für wechselbelastete Teile (und das ist alles am Rad) eher weniger geeignet sein lässt. Gut, ich habe auch einen Titanrahmen mit Hauptrohren aus 6/4 (One-Off), aber der ist hoffnungslos überdimensioniert (Ober und Unterrohr in 2 Zoll - Ich sag mal: keiner hat nen Steiferen!)
Generell sind Titanrahmen jedoch nicht die steifsten im Land.

Ein Rohr aus Wasserrohr-Stahl ist bei gleichen Wandstärken und Rohrdurchmessern genau gleich steif wie eines aus Nivachrom, gleiches gilt für Alu und Titan. Nochmal: Die Legierung sagt überhaupt nix über die Steifigkeit, die wird vom Grundmaterial bestimmt das bei allen Legierungen mindestens 90 Prozent ausmacht! Ob da 1 oder 2 Prozent mehr oder weniger von dem einen oder anderen Metall drin ist, macht dann die dritte Stelle hinter dem Komma aus.

Das E-Modul (Elastizitätsmodul) für Stahl (alle Sorten!) ist genau dreimal so hoch wie das von Alu (210.000 N/Quadratmillimeter zu 70.000) und praktischerweise ist die Dichte auch um etwa den gleichen Wert höher (7,85 zu 2,7 Gramm pro Kubikzentimeter). Stahl ist somit dreimal so schwer und dreimal so steif wie Alu. Titan liegt mit den Werten dazwischen. (110.000 und 4,5gr.).
Daraus folgt, dass man mit jedem Material steife oder weiche Rahmen bauen kann, es kommt überhaupt nicht aufs Material sondern auf die Dimensionierung und Verarbeitung an. Alu eignet sich von allen 3 aber am besten für große Rohrdurchmesser (was das beste Mittel ist um die Steifigkeit zu erhöhen), weil aufgrund der geringen Dichte die Wandstärken nicht so gering werden müssen, um ein vernünftiges Gesamtgewicht zu erreichen. Bei zu gringer Wandstärke ist ein Beulgefahr zu groß. Wenn ein größeres Steinli, das ans Unterrohr schlägt, schon eine Delle hinterlässt, dann ist das definitiv zu dünn. In Stahl ist halt bei 0,4-0,5 mm Wandstärke Ende (habe sowas und das ist wirklich brutal dünn). Bei Renn-Hardtails aus Alu gibt es dieses Problem mittlerweile auch. Einmal umgefallen und der Rahmen hat ne Beule. Titanrahmen der 1600 Gramm-Klasse sind aber in der Regel in Ordnung, ebenso wie Stahl-Teile der 2 Kilo-Liga. Es gibt sowieso auch nur ganz wenige Alu-Rahmen, die in mittlerer Rahmenhöhe unter 1600 Gramm wiegen und die sollte man nach ein, zwei Jahren verkaufen ;-)

Bei Titanrahmen ist Show-Schweißen immer noch ein Thema. Die Optik ist für die Kunden eben superwichtig. Daher wird noch immer im Second-Pass-Verfahren geschweisst. Einmal, damit er zusammenhält und ein zweites Mal obendrauf für die Schönheitsschweissnaht, damit sich der Kunde freut, das fast so, wie die Decklage bei Carbon, die nix über das Darunterliegende verrät, aber dem Auge des Betrachtes schmeichelt, aber beim Schweissen wird das Teil halt zweimal erhitzt, was nicht gut ist. Bei teuren Titanrahmen ist zudem die Geometrie oft mehr auf dem Geldadel zugeschnitten, der sich sowas leistet. Sprich: entschärft. Z.B. Kürzere Oberrohre, damit König Dickbauch (keine Anspielungen) noch an den Lenker kommt.

So, noch ein Bildle: Das sind 2 Zoll!
 

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tja also ich habe sehr gute Erfahrungen mit den Jungs von http://www.titusti.com gemacht

der MTB Rahmen FCR ist einfach eine Wucht und mit den auswechselbaren Ausfallenden auch als SS zu gebrauchen - way cool :cool:

tja und auf Mass kostet keinen Aufpreis !!

Wichtig ist in erster Linie dass Du grosse Rohrdurchmesser verlangst
- 35mm Oberrohr und Sattelrohr
- 42 mm Unterrohr möglichst am Steuerrohr längs- und am Trettlager querovalisiert
- 22mm Ketten- und Stattelstreben

Tja und auch mit Rewel habe ich vor zwei Jahren sehr gute Erfahrungen geamacht - http://www.rewel.com

Gruss

Martin :i2:
 
cdeger schrieb:
... Ammenmärchen.

(:

JA, Du hast recht, ich quassel nur dummes Zeug. Persönliche Eindrücke sind subjektiv und sollten daher nicht weitergegeben werden. Die Hersteller solcher Rahmen wollen ausschließlich abzocken. Andere Gründe für die Verwendung dieser Materialien gibt es nicht. Der Rahmen wird sicher bald brechen :rolleyes:
 
oropeza schrieb:
JA, Du hast recht, ich quassel nur dummes Zeug. Persönliche Eindrücke sind subjektiv und sollten daher nicht weitergegeben werden. Die Hersteller solcher Rahmen wollen ausschließlich abzocken. Andere Gründe für die Verwendung dieser Materialien gibt es nicht. Der Rahmen wird sicher bald brechen :rolleyes:

Ich liebe Titan, ich schau es mir gerne an, ich fahre es gerne und ich bau es gerne schön auf aber mit dem Bullsh#t den die Marketing-Abteilungen diverser (meist USamerikanischer) Rahmenbauer schon auf die Menschheit losgelassen hat könnte man ein sehr amüsantes Buch füllen.

phaty
 
phatlizard schrieb:
Ich liebe Titan, ich schau es mir gerne an, ich fahre es gerne und ich bau es gerne schön auf aber mit dem Bullsh#t den die Marketing-Abteilungen diverser (meist USamerikanischer) Rahmenbauer schon auf die Menschheit losgelassen hat könnte man ein sehr amüsantes Buch füllen.

phaty

...das mag gut sein. Ich habe jedoch wirklich nur persönliche Eindrücke wiedergegeben und ich habe definitiv nicht das Gefühl, das mein Rahmen zu weich ist. Noch nicht mal im Wiegetritt. Aus diesem Grund habe ich mich zu so einer "unqualifizierten" Bemerkung hinreissen lassen. Aber egal...

Jeder ist von seinem Ding überzeugt :bier:
 
oropeza schrieb:
Aus diesem Grund habe ich mich zu so einer "unqualifizierten" Bemerkung hinreissen lassen. Aber egal...

Manchmal möchte ich manche Leute fragen, ob sie ihre Tage haben ... so dünnhäutig kann man doch fast nicht sein ...!

Ich sag mal was anderes - so als 124kg-Mann - wenn man nicht gerade einen Cannondale-Rahmen mit einem dünnen Ritchey-Röhrchensatz vergleicht halte ich die Sache mit dem "flexiblen Rahmen" sowieso für Suggestion ...
 
phatlizard schrieb:
Manchmal möchte ich manche Leute fragen, ob sie ihre Tage haben ... so dünnhäutig kann man doch fast nicht sein ...!

Naja, vielleicht hast Du recht. Aber ich hatte jetzt auch nicht wirklich Bock das Thema bis zum finalen Ende zu zerreden...

Hauptsache Spass dabei.

...huch, ich glaub jetzt bin ich durchgeblutet. :rolleyes:
 
oropeza schrieb:
...dummes Zeug. Persönliche Eindrücke ... :rolleyes:

Nicht gleich auf's Ding getreten fühlen. :bier:

In Sachen "Steifigkeit" hat DerAlex ja schon erläutert, dass zwischen den unterschiedlichen (Titan-)Legierungen kein Unterschied besteht. Dass sich dein Rahmen nicht nur subjektiv "steif" anfühlt, sondern es auch objektiv ist, liegt halt nicht am verwendeten Rohstoff, sondern an dessen artgerechter Verwendung - sprich: seinen wohl dimensionierten Rohren.

Zur Erinnerung: Setzt man drei identisch geformte Bauteile (hier: Rohre) aus Stahl, Titan und Aluminium einer identischen Biegekraft aus, so wird sich das Ti-Rohr mehr als doppelt so weit, das Aluminiumrohr sogar drei mal so weit verbiegen wie das stählerne Standardteil.

Noch mehr Titan-Wissen gefällig? Bitte sehr, habe mal einen Experten befragt:

"So entbehren seine (gemeint ist DerAlex) Aussagen zur Sprödigkeit von 6/4 und der sich daraus ergebenden geringeren Eignung für "wechselbelastete Teile" jeder Grundlage. Jede anständige Ti-Tretlagerwelle ist aus Ti 6Al 4V oder einer noch höherfesten Legierung, eben weil nicht nur die Zugfestigkeit, sondern auch die Schwingfestigkeit dieser Legierungen gegenüber Ti 3Al 2.5V größer ist.

Der einzige Grund, warum bis vor kurzem kaum ein Titan-Rahmen aus höher legierten Titanrohren bestand, ist der, dass es keinem gelang, mit vertretbarem Aufwand Rohre aus diesen Legierungen zu ziehen. Litespeed wickelt seine 6-4er-Rohre seit Jahren aus Blechen und verschweißt sie dann längst. Das ist aus technischer Sicht nicht wirklich schlimm, trägt aber natürlich den Makel "nicht nahtlos".

Für Stahlrohre war das früher auch außerhalb des Fahrradrahmenbaus ein Qualitätsmerkmal. Doch auch dieses Problem gehört ja jetzt anscheinend der Vergangenheit an. Zumindest die Reynolds-"Inder" haben es ja anscheinend geschafft und setzen gleich noch einen drauf, indem sie auch die Wandstärke der Rohre variieren. Das war's wohl was der frührere Easton-Macher meinte, als er sagte: Wenn jemand mit Titan das macht, ... Warten wir's ab.

Mit Sprödigkeit beschreibt die Werkstofftechnik im Übrigen ein Verhalten von Werkstoffen im Bereich jenseits der elastischen Verformung. Ein Werkstoff, der bald nach Überschreiten der Elastizitätsgrenze reißt bzw. im Bereich der plastischen Verformung wenig (Schlag-)Energie aufnehmen kann, bevor er (ein-)reißt, wird als "spröder" bezeichnet als ein "zäher" (das Gegenteil von "spröde") Werkstoff wie z.B. die meisten Baustähle, die hohe Verformungsreserven im plastischen Bereich haben. Der sprödeste Werkstoff ist übrigens Glas, weil es keinerlei plastische Verformbarkeit bietet.

Dennoch kann ein sehr spröder Werkstoff wie z.B. gehärteter, nicht vergüteter Stahl eine extrem hohe Schwingfestigkeit haben und wechselnden Belastungen sehr lange standhalten. Man wird ihn dennoch in der Regel nicht einsetzen, sondern lieber einen zäheren mit geringerer Schwingfestigkeit, weil er im Falle einer unvorhergesehenen Überlast nicht mit plastischer Verformung sondern möglicherweise gleich mit Bruch des Bauteils reagieren würde."
(© by Hotti)

Grüße,

(:
baldmerlinmts3-25fahrer
 
cdeger schrieb:
Nicht gleich auf's Ding getreten fühlen. :bier:

In Sachen "Steifigkeit" hat DerAlex ja schon erläutert, dass zwischen den unterschiedlichen (Titan-)Legierungen kein Unterschied besteht. Dass sich dein Rahmen nicht nur subjektiv "steif" anfühlt, sondern es auch objektiv ist, liegt halt nicht am verwendeten Rohstoff, sondern an dessen artgerechter Verwendung - sprich: seinen wohl dimensionierten Rohren.

Zur Erinnerung: Setzt man drei identisch geformte Bauteile (hier: Rohre) aus Stahl, Titan und Aluminium einer identischen Biegekraft aus, so wird sich das Ti-Rohr mehr als doppelt so weit, das Aluminiumrohr sogar drei mal so weit verbiegen wie das stählerne Standardteil.

Noch mehr Titan-Wissen gefällig? Bitte sehr, habe mal einen Experten befragt:

"So entbehren seine (gemeint ist DerAlex) Aussagen zur Sprödigkeit von 6/4 und der sich daraus ergebenden geringeren Eignung für "wechselbelastete Teile" jeder Grundlage. Jede anständige Ti-Tretlagerwelle ist aus Ti 6Al 4V oder einer noch höherfesten Legierung, eben weil nicht nur die Zugfestigkeit, sondern auch die Schwingfestigkeit dieser Legierungen gegenüber Ti 3Al 2.5V größer ist.

Der einzige Grund, warum bis vor kurzem kaum ein Titan-Rahmen aus höher legierten Titanrohren bestand, ist der, dass es keinem gelang, mit vertretbarem Aufwand Rohre aus diesen Legierungen zu ziehen. Litespeed wickelt seine 6-4er-Rohre seit Jahren aus Blechen und verschweißt sie dann längst. Das ist aus technischer Sicht nicht wirklich schlimm, trägt aber natürlich den Makel "nicht nahtlos".

Für Stahlrohre war das früher auch außerhalb des Fahrradrahmenbaus ein Qualitätsmerkmal. Doch auch dieses Problem gehört ja jetzt anscheinend der Vergangenheit an. Zumindest die Reynolds-"Inder" haben es ja anscheinend geschafft und setzen gleich noch einen drauf, indem sie auch die Wandstärke der Rohre variieren. Das war's wohl was der frührere Easton-Macher meinte, als er sagte: Wenn jemand mit Titan das macht, ... Warten wir's ab.

Mit Sprödigkeit beschreibt die Werkstofftechnik im Übrigen ein Verhalten von Werkstoffen im Bereich jenseits der elastischen Verformung. Ein Werkstoff, der bald nach Überschreiten der Elastizitätsgrenze reißt bzw. im Bereich der plastischen Verformung wenig (Schlag-)Energie aufnehmen kann, bevor er (ein-)reißt, wird als "spröder" bezeichnet als ein "zäher" (das Gegenteil von "spröde") Werkstoff wie z.B. die meisten Baustähle, die hohe Verformungsreserven im plastischen Bereich haben. Der sprödeste Werkstoff ist übrigens Glas, weil es keinerlei plastische Verformbarkeit bietet.

Dennoch kann ein sehr spröder Werkstoff wie z.B. gehärteter, nicht vergüteter Stahl eine extrem hohe Schwingfestigkeit haben und wechselnden Belastungen sehr lange standhalten. Man wird ihn dennoch in der Regel nicht einsetzen, sondern lieber einen zäheren mit geringerer Schwingfestigkeit, weil er im Falle einer unvorhergesehenen Überlast nicht mit plastischer Verformung sondern möglicherweise gleich mit Bruch des Bauteils reagieren würde."
(© by Hotti)

Grüße,

(:
baldmerlinmts3-25fahrer

@ cdeger

Hab mich ja wieder beruhigt. Vielen Dank für diese fachlichen Informationen, bin immer wissbegierig in diesem Thema. Nur " ...Ammenmärchen" ohne andere fachliche Aussage dazu hatte etwas Reizpotenzial für mich. In diesem Sinne :bier:

Was mögen die Gründe sein, das Litespeed nicht die gezogenen Reynoldsrohre verwendet und beim alten "nicht nahtlosen" Verfahren bleibt?

Gruß Stefan
 
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