Ich habe eben mal für eine andere Anstalt mein Peace-Projekt beschrieben, also jetzt auch hier (bitte nicht an den Nick-Names stören):
"PEACE Bruder!" oder "Steelman für Arme"
Sommer 2008, mein erstes SiS liegt hinter mir und mit dem dafür zusammengeschwarteten Rad war ich eigentlich ganz zufrieden: Federgabel und trotzdem aus Versehen glatte 10kg in Größe XL, also meine leichteste Gelände-Schleuder ever. So sah das aus:
Aber der Funke wollte nicht überspringen, zuviele Kleinigkeiten nervten. Zaskars sind nun mal aus ALU, das Rad brauchte einen KETTENSPANNER und es durfte eigentlich auch etwas KLEINER sein. Und es brauchte einen INTEGRIERTEN Steuersatz.
Da rief unvermittelt Olaf Zwomann an und fragte nach Geo-Daten vom GT Peace. Ich habe die Nachtigall trapsen gehört und gleich gefragt, ob er in UK eins ordern will. "Na klar - du auch?!" - "Ja, bestell mal eins mit. L müsste passen". Und so geschah es:
Allerdings zieht Arbeit meistens Arbeit nach sich, war ja klar. Mal eben die Teile umschrauben und sich dank Cromo-Rohren und EBB am spannerlosen SSP-Vergnügen erfreuen war nicht, denn: Disc only ist heutzutage angesagt! Doch das Rad sollte ja um meine Lieblings-HR-Nabe gebaut werden, der V-Brake LRS stand nicht zur Debatte. Immerhin hatte Felix den gerade erst zusammengedengelt und ich war von dem Ergebnis sehr angetan. Und die
Avid Bremsen waren auch top. So sah das Objekt von Moe´s Begierde in des Wolfes Flickr aus:
Da half nur eins: Der Rahmen brauchte Cantisockel. Und die sollte er dann nach einer Anfrage hier von Gerolf bekommen! Juhu! Also alles abschrauben, das meiste konnte eh verkauft werden. Mach dich nackich!
Mit der Vergangenheit angeben - passt zu mir ;-)
Nach einigen Wochen und einigen Mails zwischen Hamburg und Leipzig schwang Gerolf die Lötlampe und brutzelte die Sockel dran. "Geht das so?" - "Sieht prima aus, mach du mal!"
Jetzt brauchte das Teil aber wieder Lack an den flott rostenden Stellen und das möglichst schnell und billig. Da meine Frau zwar recht nachsichtig mit mir ist, aber eine feine Nase hat, war Dosenterror in der Wohnung ausgeschlossen. Allein schon wegen der Kinder. Und überhaupt und so.
Also kurz bei Felix Jaqueline gebettelt und seinen Balkon geentert. Alles von der einsetzenden Korrosion befreit, entfettet, grundiert, angeschliffen, und Farbe druff! Die Schwarzmalerei klappte ganz gut, alles sah super aus!
Allerdings fehlte ja noch der Klarlack, doch das sollte ja kein Problem sein - dachte ich...
Als ich den Klarlack, die Dose stand hier schon länger eh rum, aufgetragen hatte, sah das Ganze super aus. Respekt, ich kann ja doch was! Also erstmal ins Bett und morgen geht es weiter! Mittlerweile war ein halbes Jahr seit der Umbau-Idee ins Land gegangen und ich frohlockte, auf den Tag genau zu Rock Im Park, unserem Wochenende für den Singlespeeder mit Liebe zu Winterwetter und Matsch, fertig zu werden. Geil! Erstmals nicht dem 1991er Zaskar am Start, sondern mit einem neuen Stahlross. Fein.
Und dann kam das Morgen-Grauen: Der Klarlack war wohl etwas überreif gewesen *kreisch* Die Oberfläche war picklig und ungleichmäßig, wo mich abends noch eine spiegelglatte Oberfläche begeistert hatte, war eine trockende Minikraterlandschaft enstanden. Glück im Unglück: Es war nur der Klarlack schlecht, er hatte aber nicht mit dem Schwarz reagiert. Trotzdem war die Touren-Premiere zu RIP nicht mehr zu schaffen. Und ich hatte erstmal die Schnauze voll. Also doch das alte Zaskar rausgeholt und den Fehler gemacht, mal auf 2:1 umzurüsten. Das Ende vom Lieb: KNACK KRACH KETTENRISS. ****! Humor ist, wenn man...
Damit wenigstens zur EM das neue Rad fertig ist, musste jetzt was passieren. Also flugs im Netz eine Dose 2K-Lack geordert und das 1000er Schleifpapier geschwungen. Irgendwann sahen die Sitzstreben wieder "ready to lack" aus und der teure Überzug wurde schichtweise draufgenebelt. Pffffft - pfffffft - pffffffft. Geduld ist eine Tugend. Damit sich die glänzend-klebrige und nur ein paar Stunden zu verarbeitende Büchse auch lohnt, wurden kurzerhand die matt eloxierten Kurbeln auchnoch passend zum Rahmen glänzend lackiert. Wobei "kurzerhand" die falsche Floskel ist. Ich vollpfosten hatte mir in den US of A seinerzeit Crank Skins geordert, um damit die frisch schwarz eloxierte XTR-Kurbel zu schonen. Der Scheiß passte nicht 100%ig und warf Blasen, die sich später wie von Zauberhand wieder glatt zogen. Um dann doch wieder aufzutreten... Doch eins muss man den "Machern" der kranken Häute lassen: Der Kleber ist die Hölle! Er war nicht runterzuholen! Bestimmt so ein NASA-Abfallprodukt. ****!
Benzin - Fehlanzeige.
Nitroverdünnung - beeindruckt den Kleber gar nicht.
Felgenreiniger-Gel - Einwirkzeit egal, nutzlos.
Also wieder einen Hilferuf gen Jaqueline abgesetzt - und beruhigende Antwort erhalten: "Komm rüber, ich habe hier noch Bremsenreniger und Kettenreniger, damit geht das locker runter!"
Denkste.
So wandte ich mich erstmal anderen Dingen zu, denn die Gefahr, dass die mittlerweile total verschmierten Kurbeln in hohem Bogen aus dem Fenster fliegen, war extrem hoch.
Beim Aufräumen - was für eine herrliche Ablenkung! - stieß ich dann auf eine Dose "Caramba Teer- und Baumharzentferner" Kurz: Das war die Rettung. "Nur" noch 20 Minuten je Kurbel und die schmierige Pampe war mit Hilfe einer halben Zewa-Rolle entfernt. Lack ´n´ roll!
Ach ja, und die ganzen hässlichen Aufkleber von Rahmen und
Felgen mussten runter, das ging dann wirklich mit Jackies Kettenreiniger ganz einfach.
Nun gab es kein Halten mehr. Endlich sollte die Karre fertig werden. Kleinere Planspiele (breiterer Lowriser oder Flatbar mit Hörnchen? Steal as steal can oder auch eher Alu? Was für ein KB? Und was für ´ne Übersetzung?) wurden mehr oder weniger schnell entschieden und das Geschraube ging tatsächlich gut voran!
Und am Ende war es gut! Also im Sinne von "Gutes Rad" und "Nu´ is´ aber auch mal gut!"
Die erste Fahrt ist gemacht. Ich bin zufrieden und glücklich

)
Nicht alles wurde so, wie geplant/gewünscht und ein paar Kleinigkeiten ändern sich noch, z.B. die Pedale werden Look 4x4. Aber das Rad passt zu meinem verwachsenen Körper wie Arsch auf Eimer. Noch nie habe ich mich direkt so wohl auf einem Bike gefühlt. Cutsom könnte kaum bequemer sein. Herrlich. Seht selbst.
"Steelman für Arme" hat Olaf das Peace mal genannt - genau mein Humor!