28.06. 16:30 Stagecoach Bar in Wilson am Fuß des Tetonpass, 2000m
Der zweite gehitchte Uphill auf den Tetonpass funktioniert genau so flott wie der erste. Ich stehe keine fünf Minuten am Straßenrand, schon hält ein Pickup. Die Einwohner von Jackson sind wohl fast ausnahmslos selber mit Mountainbike und Skiern unterwegs und helfen sich auf diese Weise im Sommer wie im Winter gegenseitig aus. Praktische Einrichtung, damit werden Seilbahnen quasi überflüssig.

Gute zweihundert Höhenmeter wollen dennoch selbst erstrampelt werden, dann stehe ich am "Philips Ridge Trailhead" und blicke hinab ins Tal des Snake River.

Dieser Track wurde erst vor zwei Jahren angelegt und ist in der Tat einen Hauch schwieriger als Black Canyon zuvor.

Insgesamt etwas schmäler und "holpriger", falls man dieses Wort für vereinzelt auftauchende Felsen oder Wurzeln gebrauchen darf.
Dafür ist das Wegerl allerdings auch länger und deutlich flacher, die Pedale werden ein ums andere Mal benötigt. Ich glaube amerikanische Trailbauer fürchten nichts so sehr, wie die Notwendigkeit,
Bremsen einzusetzen. Statt dessen basteln sie lieber einen gescheiten Gegenhang.

Und die hierzulande vielgefragten "Switchbacks" (davon haben die flachen Rocky Mountains wirklich wenige) sind dann ausgebaut wie ein halber Highway. Wäre bestimmt mal lustig, den amerikanischen Standardrockymountainbiker auf einen Trail wie die 136 Kehren vom Idrosee loszulassen. Ich glaub der bekommt einen Herzkasper...

Egal, "Philips Ridge" macht mir trotzdem großen Spaß. Und wenn man die beiden Trails aneinanderhängt, hat man immerhin 1500hm Singletrack mit wenig Uphill-Aufwand.
Zurück im Freerider-Treffpunkt Stagecoach-Bar am Fuß des Tetonpass quatsche ich mit ein paar Locals. Im Wald wird weiter fleissig gebaut, es gibt neben weiteren Flowtrails wohl noch steile und versteckte Lines mit bis zu 30 Fuß hohen Drops. Die Biker-Community von Jackson scheint da sehr aktiv zu sein. Und wenn nächstes Jahr der Trailbau unter der Seilbahn von Jackson Hole wirklich voranschreiten sollte, dann kann man sich hier durchaus ein Weilchen beschäftigen.
Nun sind Crosscountryspecki und Crosscountryzorro nicht so die großen "Dropper", also schenke ich mir einen weiteren Versuch am Tetonpass. Für heute sind der Kringel genug gefahren. Es ist zwar schon halb fünf, aber ein bisserl in Richtung Kanada würd' ich schon gerne noch vorankommen. Also pack ich meine sicher in der Bar verstauten sieben Sachen wieder zusammen und mache mich auf nach Norden.