AVCHD zu MP4 konvertieren

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Habe seit kurzem die Sony SLT-A55.

Damit lassen sich Videos in 3 verschiedenen Formaten aufnehmen.

- AVCHD 1920 x 1080 (50 Bilder/Sec.)
- MP4 1440 x 1080 (25 Bilder/Sec.)
- MP4 VGA

Da sich AVCHD Dateien offensichtlich mit meinem Laptop (Dual Core 2 x 2,1;
4 GB RAM, Vista 32 bit) nicht bearbeiten lassen, möchte ich AVCHD-Dateien
in ein für meinen Rechner taugliches Format konvertieren.

An AVCHD bin ich nur deshalb interessiert, weil damit 50 fps möglich sind (für
Zeitlupe).
Ansonsten würde mir die Auflösung von MP4 (1140 x 1080) reichen.

Das Thema mit Containern und Codecs ist total verwirrend.
Ich hoffe hier kann jemand Licht ins Dunkle bringen.

- Ist eine Konvertierung von AVCHD zu MP4 mit meinem Rechner möglich?
- Gibt es dafür kostenlose Programme?

Ich sag schon mal vielen Dank für eure Hilfe.
 
Ich versuche mal, das ein bisschen zu erklären.
Unter AVCHD versteht man meist die blossen .MTS files, die die Kamera in dieser Einstellung ausspuckt. Also hast du zwei Container zur Auswahl: .Mts und .mp4. Leider sagen diese Container nichts über den Codec aus. Es ist quasi nur die Farbe des Geschenkpapiers. Wenn du einfach erfahren willst, welche Codecs sich hinter welchen Files bei dir verstecken, lade dir hier "Mediainfo" herunter. Klick
Ist äußerst simple, schnell und nützlich.
Dein PC wird Probleme haben mit der enormen Kompression zurecht zu kommen, die die FullHD-Aufnahmen auf der Festplatte so unheimlich speicherplatzfreundlich gestaltet. Es gibt jetzt ein Paar Lösungsansätze, die das Bearbeiten erträglich gestalten.
1. Die Arbeit mit Intermediate-Files. Ein Intermediate-File ist eine Kopie des Clips, jedoch mit geringerer Kompression. Ergo: Die Dateimenge wird wesentlich größer! Jedoch brauch dein Rechner viel weniger Power, um die Datei abzuspielen, gerade wenn noch Effekte live eingerendert werden sollen. Du wandelst also alle Files mit einem geeigneten Programm einen Codec mit geringerer Kompression. Die Datei muss größer werden. Dann ist das Abspielen und Schneiden mit weniger Rechenaufwand verbunden. Jedoch renderst du dann zweimal, einmal um das Rohmaterial schneidbar zu machen, und ein zweites Mal, wenn du das geschnittene Material ausspielst. Dieses mehrmalige Rendern sollte vermieden werden, da bei jedem Renderprozess Informationen verloren gehen und die Qualität leidet.

2. Die Arbeit mit Proxy-Files. Im Großen und Ganzen genau das selbe wie 1. mit der kleinen Ausnahme, das du zum Schneiden die "Ersatzfiles" nutzt, die weniger stark komprimiert sind, zum finalen Ausspielen dann aber, um die maximale Qualität zu erzielen, wieder die Orginal .MTS Files. Das ist aber schwierig umzusetzen, da man ja alle Clips auf der Timeline austauschen müsste. Ich wende diesen Work-Flow trotzdem an, ich habe Sony Vegas Pro und durch die integrierte Scripting-Funktion ist es mir möglich, ein im Web erhältliches Script zu nutzen. Dieses erlaubt es mir, die Videos ordnerweise zu konvertieren und die gesammte Timeline auf Knopfdruck zu tauschen. Also Proxy zu OriginalFiles und zurück.

Wichtig: Scripting geht nur mit den Pro-Versionen von Sony Vegas.

Meine Kamera spuckt .MTS Files aus, ich wandle zum Schnitt in ein .m2t Container mit mpeg2 Codec um. Dadurch, das ich meine Proxyfiles auch von der Auflösung kleiner Gestalte [1280*720 statt 1920*1080], weil sie ja eh ausgetauscht werden vorm finalen Rendern, sind die Proxy-Files in etwa genauso groß von der Dateimenge her wie die Original-Dateien. Aber es ist eben, durch die geringere Auflösung, weniger Information enthalten. Dadurch geht die Bearbeitung auch bei Reinrechnung von Effekten ziemlich gut. Und mein Rechner ist noch ein wenig schwächer auf der Brust als deiner :)

Fazit: Ich würde Grundsätzlich mit der höchstmöglichen Auflösung und Framerate filmen, das mit dem Bearbeiten kriegst du schon hin. Ansonsten mal über eine Aufrüstung des PCs nachdenken.
Zudem 1440*1080 nen ganz andres Seitenverhältnis hat als 1920*1080.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deinen ausführlichen Beitrag.

Habe mir jetzt mal Mediainfo installiert.

meine Datei hat die Endung .MTS
Bekomme folgende Auswertung:

15,2 Mbps, 1920 x 1080 (16:9), bei 25,000 FPS, (AVC [email protected]) (CABAC / 2 REF Frames)

Angehängt Grafik ist ein Screenshot der Auswertung.

"25,000 FPS" bedeutet wahrscheinlich 25 Bilder/Sekunde.
Ich dachte ich hab jetzt 50 Bilder/Sec.?

Ah, hab gerade das Handbuch vor mir: "50 Felder/Sec. im Interlace-Modus".
Lt. Wikipedia: "Es werden dabei 25 Voll- bzw. 50 Halbbilder pro Sekunde übertragen."

Hab mir gerade noch die Sony Vegas 30 Tage Trial Version besorgt.
Muss allerdings erst noch SP3 installieren.

Muss ich dann den Codec besorgen damit Vegas die Datei bearbeiten kann?
Ein Link zum Codec wird bei Mediainfo angegeben:
http://www.videolan.org/developers/x264.html
 

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Nein. Sony Vegas bringt den Codec mit, um .MTS zu verarbeiten. Du bräuchtest lediglich noch das von mir erwähnte Script (nennt sich Proxystream). Gibt es hier: Klick, runter scrollen und Version 1.5E runterladen. Die 25FPS sind in der Tat die Zusammengefassten Halbbilder :) Da hast du recht :)
 
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