HomeMagazinIndustrieUnternehmenCannondales Zukunft unsicher — 25. Januar 2003 17:57

Cannondales Zukunft unsicher

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24. Januar 2003 — BEDFORD, PA (BRAIN)–

Cannondale hat bisher keinen Kommentar zum Bericht vom Freitag abgegeben, in dem es hieß, dass das Fahrrad-, Motorad- und Bekleidungswerk in Bethel geschlossen wurde, sämtliche Schlösser ausgetauscht wurden sowie alle Angestellten ohne weitere Bezahlung entlassen wurden.

Scott Montgomery Cannondales Vice President gab bisher keinen Kommentar zur zukunft des Unternehmens oder zur Werksschliessung ab.

Er wollte auch den Bericht der Lokalen Zeitung “Bedford Gazette” vom Freitag nicht kommentieren. Dort stand, dass Cannondale wahrscheinlich pleite sei – ähnliche Spekulationen kursieren in der Bikebranche seit kurz vor Weihnachten.

Montgomery gab auch keinen Kommentar zu Berichten ab, in denen es hieß, dass sich das Unternehmen Anfang der Woche von Bill Luca seinem Vice President of Finance getrennt hatte.

Vorangegangen war, dass Cannondale sich von 500 seiner 650 Angestellten des Werkes in Bedford Ende Dezember getrennt hatte und sie entgegen gegebener Versprechen Mitte Januar nicht wieder eingestellt hatte.

Tom Armstrong, ein Cannondale Pressesprecher sagte damals, dass es sich dabei um einen normalen Vorgang handelte, um der geringeren Nachfrage während der Wintermonate Rechnung zu tragen “It’s something we’ve always done,” war damals dessen Kommentar.

Es scheint als gäbe es mehrere Szenarien für die Zukunft des ins schlingern geratenen Bike und Motorad- Herstellers – alle szenbarien hätten erheblich auswirkungen auf die zukünftigen Geschäfte des Unternehmens

Neben der Beantragung von Gläubigerschutz nach Chapter 11 könnte das Unternehmen aufgespaltet werden, und aus den Sparten versschiedene Unternehmen gründen; es könnte sich ganz von der unrentablen Motorrad-Produktion trennen; einen Investor finden; oder vom Kreditgeber Pegasus Partners übernommen werden, die eine Kaufoption auf 3 Million Aktienanteile haben.

Einige Unternehmen wurden bereits als mögliche Käufer genannt – unter ihnen die American Bicycle Group, K2 und Trek. K2 bestätigte, sich mit Cannondale zu beschäftigen – gleichwohl sei dies gängige Praxis wenn ein Unternhemn einen Käufer suche.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Joe Montgomery, der Gründer der Firma, irgendwie einen neuen Gläubiger findet, der für das Unternehmen geradesteht. Trotz Montgomerys vorheriger Erfolge die Firma vom Rand des Unterganges zu retten und aufgrund der schweren Belastungen, denken nur wenige, daß er ein anderes Wunder herbeizaubern kann.

Cannondale beendete sein steuerliches Jahr letzten Juni mit der Bekanntgabe eines Verlustes von $15,4 Million USD. In den ersten drei Monaten des Steuerjahres 2003 (Juli bis September), meldete die Firma einen Verlust von $8,4 Million – die Gläubigerliste der Firma ist lang. Viele Industrielieferanten berichten, daß sie Lieferungen gegen Kredit stoppten und alles nur noch per Nachnahme versendeten.

Die Motorsportabteilung ist das Hauptproblem der Firma. Letztes Jahr, erzeugte die Fahrradabteilung mehr als $134 Million Umsatz, verglichen mit $22 Million bei Motorrädern und ATVs. Dennoch wurden jedes Motorrad und ATV, das 2002 verkauft wurde, mit einem Verlust, entsprechend Cannondales jährlichem Bericht verkauft.

Vergangene Woche wurde die Cannondale-Aktie meist unter 1 $ gehandelt – Freitag schloss sie bei 80 Cent (+3.9%)

Quelle: http://www.bicycleretailer.com


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