Alles Gute kommt aus Südafrika? Auf Sportnachrichten bezogen stimmt diese Aussage zur Zeit auf jeden Fall und auch im Downhillbereich könnte man sich da einig sein: Sam Hill verletzt und Greg Minnaar einsam am Siegen. Aber aus Südafrika kommen auch die Morewood Bikes, die Patrik Morewood, ehemaliger Weltklasse Downhiller, schweißt. Und an den deutschen Downhillstrecken gibt es bislang auch keine Vuvuzelas…

Der jüngste Spross seiner kleinen Schmiede hört auf den schönen Namen Kalula und kommt in frischen Farben und mit einem für Deutschland perfekt geeigneten Einsatzbereich daher. Als kleiner Bruder des dicken Downhillbikes Makulu bietet das Kalula 180mm Federweg und ist damit ein leichtes Downhillbike, das auf den meisten deutschen Strecken die bessere Wahl sein dürfte. Alternativ könnte man sich das Kalula aber auch als dickes Freeridebike vorstellen – wie immer macht hier die Ausstattung den Unterschied.

Aus der Box

Was ist dran an diesem hellhäutigen Südafrikaner? Zu aller Erst fällt auf, dass das Bike farblich sehr gefällig zusammengestellt worden ist, auch wenn nicht alle orangetöne zueinander passen wollen. Wie immer sind lackierte und eloxierte Anteile schwer zur Deckung zu bringen aber die orangene Wand auf den Fotos zeigt schon, dass man mit der getroffenen Auswahl sehr gut leben kann. Neben dem Rahmen selbst sind vor allem die Federelemente maßgeblich an der Abfahrtsperformane eines solchen Bikes beteiligt und hier setzt Morewood auf BOS Federelemente aus Frankreich. Die N’dee Federgabel mit 180mm hat sich schon in einem ersten [Artikel] bewiesen und über den 241mm langen und S**-Toy genannten Dämpfer hört man hier im Forum weitestgehend zufriedene Stimmen. Zusätzlich ergibt sich durch die große Einbaulänge ein günstiges Übersetzungsverhältnis von 2,3:1 am Hinterbau. Den weiteren Komponentenmix bestimmen leichte X0 Teile aus dem Sram Baukasten, eine e13 Kettenführung, Acros Steuersatz und einige Bauteile aus dem Spank-Regal. Insgesamt wirkt das Kalula so sinnvoll ausgestattet, auch wenn der Lenker für den ernsthaften DH Einsatz etwas breiter und flacher sein dürfte und am Gewicht noch das ein oder andere Gramm gespart werden könnte. Gleiches gilt für den Vorbau, der ebenfalls eher zum Freerideeinsatz passen würde.

Die Abfahrtsgene zeigen sich hingegen deutlich im Aufbau des Rahmens: Dicke Drehpunkte, ein 83mm Innenlager und eine 150mm Hinterradachse gehören in dieser Klasse zum Standard und garantieren zusammen mit den großen Lagern eine gute Steifigkeit und Haltbarkeit.

Geometrie

Ausstattung

Auf dem Trail

Wo testen wir so ein Fahrrad? Da das Frühjahr von weitestgehend schlechtem Wetter dominiert worden ist, haben wir uns auf die bayrischen Meisterschaften im Downhill konzentriert. Max Nawrocki ist für uns in Osternohe an den Start gegangen und hat nicht nur viel Spaß gehabt, sondern bis zum Crash im Rennen auch einen guten Run ins Tal gebracht. Dabei deckten sich seine Erfahrungen weitestgehend mit meinen Eindrücken. Rein vom Gefühl her könnte das Kalula auch ein “großes” DH-Bike sein. Der Hinterbau arbeitet plüsch und schluckt auch größere Schläge problemlos, woran auch der fein abstimmbare BOS Dämpfer seinen Anteil hat. Allerdings schlürft er bei viel Zugstufendämpfung sehr satt, was manchen verwundern könnte. Gleiches gilt für die Gabel und gemeinsam erzeugen die beiden Federelemente ein sehr harmonisches Federverhalten. Dabei wirkt der Hinterbau jedoch noch ein wenig schluckfreudiger als die Gabel und kann überzeugen. Dank dem hohen Drehpunkt ist auch der Pedalrückschlag problemlos, gewippt wird jedoch trotzdem freudig. Aber bergauf will diese Rad auch gar nicht fahren.

Die Marschrichtung dieses afrikanischen Racers geht ganz klar den Berg hinab und hier wirkt das Kalula gleichzeitig verspielt und doch laufruhig genug für schnelle, offene Passagen. Das Innenlager ist relativ tief und gemeinsam mit einer sehr gelungenen Geometrie lässt sich das Bike so spielerisch um die Ecken werfen während es bei sehr guter Steifigkeit viel Feedback über den aktuellen Bodenzustand gibt. Passend dazu packen die Formule The One Bremsen zu und erneut wird deutlich, dass ein breiterer, flacherer Lenker dem Bike noch besser zu Gesicht stehen würde. Doch schon im Seriensetup macht das Kalula einen runden Eindruck.

Fazit

Mit dem Kalula hat Morewood ein echtes Mini-DH-Bike im Programm, dass auf fast allen deutschen Downhillstrecken erste Wahl ist. Es ist leichter und verspielter als die großen Downhillbikes und bietet doch genug Reserven, damit der Fahrer voll am Gas bleiben kann. Zusätzlich zur gelungenen Geometrie gibt es darüber hinaus eine reizvolle Exklusivität und ein sehr gefälliges Äußeres direkt aus Südafrika.

Weitere Informationen auf morewoodbikes.com (ganz nebenbei eine der coolsten Hersteller-Homepages…

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    Aeon

    dabei seit 10/2010

    _chilla_
    kann mir jemand etwas zu der größe sagen? bin 186cm und würd das rad primär fürs freeriden verwenden als brauch ich eigentlich keine race position. im freeride test wurde jedoch gesagt das fahrer über 180 eher zum l greifen sollen weil das m dann schon eher zu klein ist.

    danke _chilla_
    Hi Chilla,

    also ich fahre eine Rahmengröße L und bin dabei 1,89m groß. Mit dem Bike komme ich so super klar - es ist wie für mich gemacht. Vom Gefühl her ist das Kalula ein Hybrid aus einem Freerider und einem Downhiller - verspielter, agiler und viel leichter als ein reinrassiger Downhiller, aber im Gegensatz zum reinen Freerider auch laufruhiger durch die ultra-sensible Federung und leicht verlängertem Radstand und dadurch ein leicht wenig behäbiger (zu merken eigentlich nur bei Manuals, wo das Vorderrad nicht so oben bleiben mag).
    Wie ich auch wirst Du wahrscheinlich die beiden Federelemente tauschen müssen - es gibt da von BOS für jedes Gewicht passende Ersatzfedern. Ich habe da eine Nummer härter gewählt, da ich auch eher Freeride fahre (hinten ist noch die weichere Feder drin; vielleicht klappt der Manual mit der harten dann besser).
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    lugggas

    dabei seit 08/2003

    definitiv L. Ich fahre M und bin 175. Kleiner möchte ich es auf keinen Fall!
  4. benutzerbild

    _chilla_

    dabei seit 05/2008

    danke schonmal.
    ich glaub ich werd schauen das ich es testen kann ein 610 oberrohr wäre länger als das von meinem tourenrad :)

    ich glaub auch das ich die federn tauschen muss bei der gabel eh beim dämpfer sicher auch (80kg :D)

    weiß jemand ob morewood wieder auf dem freeride festival vertreten ist?
  5. benutzerbild

    derleon

    dabei seit 11/2010

    Tolles Bike

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