Laut einem aktuellen Spiegel-Artikel sorgt eine kleine Gruppe von Rüpel-Bikern für ein Negativ-Image der Radfahrer im Straßenverkehr. Doch wie sieht es eigentlich bei uns Mountainbikern aus? Manche Leute sehen einen Trend zur zurückgehenden Rücksichtsnahme gegenüber anderen Naturfreunden. Prägen auch hier einzelne Raser das Image der “bösen Mountainbiker” oder sollten wir uns selbstkritisch an die eigene Nase fassen und unser Verhalten überdenken?
Es wäre klasse, wenn ihr eure Meinungen mit Anekdoten aus eurem Erfahrungsschatz ergänzen könntet.
Ich mache dabei den Anfang:
Ich beobachte immer wieder, dass manche Biker super schnell an Gruppen mit Kindern vorbei rasen, anstatt kurz das Tempo zu drosseln – der Waldweg ist ja keine Rennstrecke. Ich selber komme ohne Klingel gar nicht zurecht und empfinde es als Spaziergänger auch als unangenehm, wenn mich jemand von hinten mit hohem Tempo überholt, ohne dass er sich vorher akustisch bemerkbar gemacht hat.
Wie sind eure Erfahrungen mit anderen Bikern? Haltet ihr einen Biker-Kodex für sinnvoll, der darauf hinweist, an welche Regeln man sich im Groben halten sollte?









Anders ist die Sache auf der Straße, aber dieser Kriegsschauplatz ist ein anderes Thema.
Das ein Großteil der Radfahrer gefährlich fährt stimmt.
Ich mag persönlich keine Klingeln. Die Leute, die ich klingeln sehe, tun dies in der Erwartung, dass sofort alle zur Seite springen und sie als Klingelnde Anspruch darauf haben, sprich selbst keinen Deut langsamer werden.
Falls es der Platz aber hergibt (Wiese oder so nebenan) fahr ich lieber vorsichtig und unangekündigt an Gruppen vorbei, denn die springen sonst garantiert in den Weg
Generell würde ich erstmal sagen das diese -absolut- Rücksichtslosen Radfahrer eindeutig einen SEHR geringen Anteil darstellen. Ich fahre selber seit Jahren in Köln nur noch mit dem Rad und die meisten halten sich an Voschriften etc. .
Eine Sache sollte aber klar unterschieden werden.
Falls ich die StVO missachte, gibt es hier dennoch deutliche Unterschiede im Verhalten. Wenn ich davon ausgehe, das andere Verkehrsteilnehmer bremsen müssen nur weil ich jetzt fahren will, ist das ein Sache die unter keinen Umständen akzeptiert werden darf. Fahre ich wenn die Überfahrt möglich ist (auch über Rot) und man sich versichert hat das niemand kommt, ist das je nach Situation vollkommen ungefährlich. Jedenfalls so ungefährlich wie die Teilnahme am Straßenverkehr es erlaubt.
Ich fahre nun seit 6 Jahren jeden Tag durch Köln, und achte fast kaum noch auf Lichtsignale, fließe mit dem Verkehr und achte natürlich auf alle Verkehrsteilnehmer. Bisher hatte ich eine handvoll brenzlicher Situationen die MEISTENS seitens der Autofahrer durch Übersehen, Vorfahrt missachten etc. entstanden sind.
Man muss den ultimativen 270° Blick entwickeln und ständig mit den Fehlern anderer rechnen, Ausweichmanöver und Ausweichmöglichkeiten ständig mit einbeziehen. Erst dann ist es möglich zügig und "gefahrlos" durch die Stadt zu kommen.
Gruss us Kölle
I. d. R. fahr ich einfach im Schritttempo vorbei, gehör da aber wohl eher zu einer Minderheit, obwohl es eigentlich keine Umstände machen würde Rücksicht zu nehmen.
Auf dem Wanderweg im Gebirge (hier ist ja nur bergab relevant) bleibe ich vor entgegenkommenden Wanderern an einer passenden Stelle stehen und lasse sie vorbei. Wenn ich Wanderer überhole, dann mache ich mich schon lange vorher bemerkbar, damit sie sich eine schöne Stelle suchen können, an der sie mich vorbeilassen. So gehts auch für mich viel leichter. Probleme gibts da fast nie, wenn dann nur, weil welche meinen, ich dürfte da gar nicht fahren, aber nicht wegen meines Verhaltens.
In der Stadt, auf gemischten Geh-/Radwegen, verhalte ich mich genauso wie auf der Waldautobahn. Wobei ich da, wenn viele Fußgänger unterwegs sind, schon deutlich vorher ordentlich Lärm mache (mit Glocke und Rufen). Dafür kriege ich manchmal blöde Bemerkungen, aber es geht so sehr sicher und meist ziemlich ungebremst.
Mir ist es ja auch lieber, wenn sich Autofahrer frühzeitig bemerkbar machen, wenn ich sie nicht hören kann (z.B. weil bergab der Fahrtwind so laut ist, oder weil grad auf dem Feld in 3 Meter Entfernung ein Mähdrescher lärmt) und auf einer Straße fahre, auf der mich nur ab und zu mal ein Auto überholt. 300 m vor mir mal kurz die Hupe angetippt, und ich weiß was los ist.
Ein Kodex würde IMHO nichts bringen, denn die mit Hirn verhalten sich eh schon rücksichtsvoll (auf die eine oder andere Art, aber immer irgendwie) - bei den anderen bringt auch ein Kodex nichts.
Es ist schwer, einer 5-jährigen zu erklären warum der Erwachsene das darf und sie nicht.
Ganz abgesehen mal vom Mitzieh-Effekt, der laut zahlreichen Unfallberichten immer wieder vorkommt, gerade bei Kindern.
Besonders im belebten Straßenverkehr halte ich mich schon alleine wegen meiner eigenen Sicherheit streng an die Verkehrsregeln. So würde ich nie eine Kreuzung bei roter Ampel überfahren. Denn man sollte sich stets bewusst machen, dass man im Falle eines Unfalls immer den Kürzeren ziehen wird.
Von einem Biker-Kodex halte ich allerdings wenig. Richtiger ausgedrückt hätte ich nichts gegen einen Biker-Kodex, ich glaube nur nicht an eine spürbare Verbesserung. Warum sollte sich ein rücksichtsloser Biker, der das bestehende Regelwerk bewusst ignoriert dann plötzlich an einen nicht bindenden Kodex halten? Außerdem müsste man ja diesen Kodex erst mal mit viel Aufwand in allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen bekannt machen.
Was bei den Mountainbikern und speziell der immer größer werdenden Bewegung der Freerider/Downhiller meiner Meinung nach teilweise noch hinzukommt ist die Tatsache, dass man sich bei der Ausübung des Sports wenn er nicht gerade im Bikepark stattfindet eh illegal verhält. Salopp gesagt: Wenn man sich schon im Wald ein Katz und Maus Spiel mit den Ordnungshütern liefert, warum sich dann im Straßenverkehr an Regeln halten? Ich möchte nicht alle über einen Kamm scheren, aber ich denke die Tatsache, dass sich ein großer Teil der Biker noch in der Sturm und Drang Phase befindet leistet auch seinen Beitrag dazu. Unabhängig vom Alter ist es bei einem kleinen Teil glaub einfach auch chic den Rebell zu kultivieren.
Also den Heiligen im Straßenverkehr muss man sicher nicht raus hängen, aber die Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer sollte doch im Vordergrund stehen. Insbesondere gegenüber den Schwächeren (also weniger versierte Radler, Fußgänger oder Kinder). Und auch wenn sich Autofahrer rüpelhaft benehmen muss man sich das ja nicht ebenfalls auferlegen. Je rücksichtsvoller und freundlicher man sich verhält umso eher wird auch mal auf der anderen Seite ein Auge zugedrückt.
Die Diskussion zeigt wie sich das Fehlverhalten einzelner auf eine ganze Gruppe auswirken kann. Insbesondere wir Mountainbiker sollten daran arbeiten, dass unser Image in der Bevölkerung nicht schlechter sondern besser wird. Sonst wird es immer schwerer werden den Spaß an diesem Sport zu behalten. Hier kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Das klingt jetzt schon wieder stark nach Kodex... :-)
Ich bin Auto-und Radfahrer und was man manchmal bei anderen Radlern sieht ist teilweise haarsträubend, aber auch gut für die Selbstreflektion was man selbst so alles macht.
Prinzipiell versuche ich mich im Straßenverkehr so zu verhalten das ich nicht mich und andere gefährde (nicht bei Rot fahren etc.). Allerdings merkt man auch immer wieder das man als Radler als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse angesehen wird. So zum Beispiel Radwege auf den Fußwegen wo man gefahr läuft seekrank zu werden anstatt das die Radwege auf der Straße geführt werden oder man gleich die Straße benutzen darf. Würde mMn auch gleich zu mehr Disziplin führen was die richtige Straßenseite angeht. teilweise irrsinnige Radwegeführungen (3 Ampeln um eine Straße zu kreuzen, und die Polizei bewacht ob man auch richtig fährt - Lisztplatz Dresden) sind ein zweites Beispiel.
Das Autofahrer einem eigentlich nur höchst selten die Vorfahrt gewähren (hat bei mir schon zu einigen Beinahe-Unfällen geführt) oder mit nur sehr wenig Abstand überholen gehört ja schon zu den Standard-Argumenten.
Ich persönlich ertapp mich dann selbst auch bei einer gewissen genervten Trotzreaktion, das ich dann nämlich auch nicht mehr unbedingt nach StVO fahre wenn mir grad so etwas passiert ist bzw nehm ich mir auch einfach das Recht raus meine Fahrweise speziell bei Baumaßnahmen oder diversen urbanen Hindernissen meinem Können und der gegebenen (Verkehrs-)Situation anzupassen auch wenn das dann ggf der StVO widerspricht.
Im Wald:
Siehe oben, rechtzeitig bemerkbar machen, mit angemessenem Tempo überholen, möglichst freundlich und bei Kindern und Tieren besondere Vorsicht, mehr gibts aus meiner Sicht dazu nicht zu sagen.
Ich mag persönlich keine Klingeln. Die Leute, die ich klingeln sehe, tun dies in der Erwartung, dass sofort alle zur Seite springen und sie als Klingelnde Anspruch darauf haben, sprich selbst keinen Deut langsamer werden.
Falls es der Platz aber hergibt (Wiese oder so nebenan) fahr ich lieber vorsichtig und unangekündigt an Gruppen vorbei, denn die springen sonst garantiert in den Weg
In der Stadt werden viel Radfahrer auch zur Gefahr für sich und andere, von über Fussgängerampeln rasen (wenn diese grün haben), bis vor rechts abbiegende Autos ziehen weil man denen noch mal zeigen will, dass diese noch mehr Rücksicht nehmen müssen (in dem gesehen Fall, hätte er ohne Probleme hinter dem Auto lang fahren können).
Leider erlebt man hier nur zu oft, dass diese "Sonntagsfahrer" sich überhaupt keine Gedanken machen über ihr Verhalten und an Kleinkindern auf der Waldautobahn gefährlich nähern oder eben Passanten verärgern, wohingegen sich bekannte und öfter gesehne Gesichter meist an die Verhaltensregeln halten. Diese Sonntagsfahrer sind zwar Einzelfälle, sind jedoch in der Masse ein ernstes Problem.
Leider erreicht man diese Gruppe über Foren wie diese nicht, weil sie den Sport nur vereinzelt betreiben und wenig Hintergrundrecherche betrieben wird!
Man könnte an den bekanntesten Parkplätzen und Restaurants entlang der Wege solche Gebote aufhängen und hoffen, dass sich daran gehalten wird.
Zum Thema Fahrrad in der Stadt: Hier herrscht in FFM Anarchie, wobei sich die Stadt viel Mühe gibt Fahrradwege zu bauen.
dabei fahr ich jeh nach stimmung unterschiedlich: manchmal fahr ich (zwar nich stvo-regel-konform) sehr rücksichtsvoll. aber ab und zu lasse ich auch den "kampfradler" raus. irgendwie muss das manchmal sein.
rote ampeln und einbahnstraßen beachte ich generell nur sehr selten. irgendwie denke ich halt das ist der vorteil an einem fahrrad. da bin ich der meinung kann jeder von halten was er will. wenn ich aber z.bsp. an ner roten ampel stehe und direkt neben mir ein kleines kind ist, dann warte ich eben bis grün. obwohl: sollte ich mal papa werden, werde ich meinem kind nicht beibringen schön brav auf grün zu warten, sondern das es lernt selbstständig zu entscheiden: kann ich gefahrlos über die straße oder nich.
im gelände fahr ich immer abgebremst an wanderern vorbei und ich mach mich vorher (meißtens) bemerkbar sowie hinterher ein "danke" kommt.
ich hab halt auch schon gehabt (vor allem bei älteren gruppen), das wenn man sich vorher bemerkbar macht die leute auf der linken seite nach rechts springen und umgekehrt. deshalb bin ich da immer im zwiespalt ob es nicht manchmal besser is ohne vorankündigung vorbeizuradeln (wenn halt bissel platz is und langsam).
wer halt ungebremsten abfahrtsspass haben will sollte in nen bilepark gehen. und umgekehrt sollten auch alle leute, die draußen in "der freien wildbahn" unterwegs sind einsehen, dass wälder, felder, wiesen und berge nicht nur allein für sie da sind. weil ab und zu trifft man doch auch auf komplett uneinsichtige menschen.
allerdings noch zu dem artikel. jeder mensch sollte in der lage sein, selbst zu erkennen, das nur weil es da eine gruppe von "anarcho-radlern" gibt, dieses nicht auf alle radler zutrifft. und jeder der dann aufgrund so eines artikels alle radler über einen kamm scheert - dessen meinung is mir eigentlich egal.
Ich empfinde mich selbst als einen vorausschauenden Fahrer. Wenn ich Spaziergänger vor mir sehe, dann nutze ich meine mündliche Klingel um auf mich aufmerksam zu machen und ggf. rolle ich im Schritttempo vorbei, bedanke mich und wünsche noch einen schönen Tag (nicht bei allen, kommt manchmal vor). Selten entwickelt sich daraus sogar ein Gespräch, lustiger weise !
Ich lasse auch Autos vorbei, wenn ich bemerke, dass sich eine Schlange hinter mir bildet, dass interessiert manche Biker garnicht. Es gibt schon lustige Typen in unserem Land!
Muss man sich mal vorstellen, die Grünen haben deswegen eine extra Großkontrolle gemacht
Zum Thema Fahrrad in der Stadt: Hier herrscht in FFM Anarchie, wobei sich die Stadt viel Mühe gibt Fahrradwege zu bauen.
Muss man sich mal vorstellen, die Grünen haben deswegen eine extra Großkontrolle gemacht
Ja und biken in der Stadt ist ein Thema für sich...schwierig.Da ich selber Autofahrer bin könnt ich einigen Radlern manchmal die ********** ******* aber wenn ich mit dem Rad in der Stadt unterwegs bin geht es bestimmt auch einigen Autofahrer so
Ach ja ich weiss ja nicht wie es in Berlin ist aber ich find den Artikel ein wenig übertrieben,wer keine Probleme hat der macht sich welche.
auf der straße tobt aber der krieg. meine strecke mim auto von arbeit nach hause führt 2km am radweg vorbei, letzt haben es aber 5 radfahrer geschafft auf der landsrtaße zu fahren genau auf diesen 2km. auf hupen und fernlicht reagieren die, meinst rennrad fahrer sehr verärgert und mit erhobener hand etc...oder sie ignorieren es einfach. meine freundin hätte letzt in der nacht fast nen jogger überfahren auf der gleichen strecke und ich will gar net mehr zählen wie oft es bei mir und den radlern knapp war. da werden extra radwege gebaut und dann wird trotzdem zu fünft auf der bundesstraße etc gefahren. kotz!