HomeAllgemeinPreview: Specialized Enduro Ride 2011 – Tipps u. Tricks — 5. April 2011 21:31

Preview: Specialized Enduro Ride 2011 – Tipps u. Tricks

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Bald ist es wieder soweit, das BIKE Festival in Riva findet vom 29.04. bis 01.05.2011 statt. Wie auch schon in den vergangenen Jahren wird beim “Specialized Enduro Ride” der schnellste und vielseitigste Biker gesucht. Die Teilnehmer müssen einen technisch anspruchsvollen Trail bergab auf Zeit bewältigen, ohne dabei mit den Füßen den Boden zu berühren. Jeder Bodenkontakt gibt eine Strafzeit. Am Ende gewinnt, wer die schnellste Zeit hat. Wir wollen euch alle Fakten zum Rennen liefern und euch Tipps und Tricks für die Teilnahme geben.

Fakten:

Termin: Freitag, 29.04.2011 beim BIKE Festival in Riva del Garda

Teilnehmer: Profis als auch Hobbyfahrer dürfen bei dem Rennen teilnehmen. Die Organisatoren erwarten knapp 200 Teilnehmer.

Strecke: Die Strecke führt den “Marmitte di Gigante” von Nago nach Riva hinab.

Ideales Bike: Ideal sind Enduro-Bikes und Freeride-Bikes mit langhubigen Federelementen. Auf Grund der vielen engen Spitzkehren ist ein Downhill-Bike nicht zu empfehlen.

Aufstieg: Der Aufstieg von Torbole nach Nago sollte aus eigener Kraft bewältigt werden. Da es sich nicht um ein Downhill-Rennen handelt stehen keine Shuttle-Möglichkeiten seitens des Veranstalters zur Verfügung.

Regeln: Gestartet wird einzeln mit Zeitmessung. Streckenposten achten darauf ob ein Fahrer mit einem Fuß oder gar mit beiden Füßen den Boden berührt. Ein Sturz zählt selbstverständlich auch als Bodenkontakt. Für jeden Bodenkontakt gibt es eine Strafzeit. Diese ist wie folgt gestaffelt:

Ein Fuß am Boden gibt eine 5 Sekunden Zeitstrafe, für zwei Füße am Boden bekommt man eine 10 Sekunden Strafe. Gewonnen hat am Ende der Fahrer, der die schnellste Zeit hat.

Anmeldung: Anmelden könnt ihr euch vor Ort in der Akkreditierung bis um 13 Uhr. Das Rennen startet um 14 Uhr.

Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos.

Details zur Strecke:

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Die Strecke ist leicht zu finden. Wenn ihr die Hauptstraße von Nago nach Torbole fahrt, kommt ihr durch eine große Kurve die am Rand leicht erhöht ist. Nach dieser Kurve ist rechterhand ein Parkplatz mit Aussichtspunkt zu sehen. Von diesem Parkplatz aus sind es noch knapp 50 Meter bis zur Trail-Einfahrt auf der rechten Seite.

Anfangs verläuft die Strecke über einige gepflasterte Stufen. Nach der zweiten Kurve kommt eine Sitzbank an der ein kleiner Wanderweg nach links abzweigt. Diesem Trail müsst ihr folgen. Der Weg ist gespickt mit engen Spitzkehren und vielen Stufen. Die ohnehin schon anspruchsvollen Kehren werden durch grobe lose Steine noch verschärft. Die Strecke vernichtet, im Verhältnis zu ihrer Distanz, recht viele Höhenmeter und ist steiler als es auf den meisten Bilder den Anschein macht. Nach dem etwas langsamen Einstieg wird der Trail gegen Ende immer schneller. Dies dürfte den meisten Downhill-Fahrern entgegen kommen. Doch Vorsicht, beim Rennen wird jeder Bodenkontakt mit Zeitstrafen geahndet. Somit ist ein “Foot Out, Flat Out” Fahrstil in” Sam Hill” Manier auch im unteren Teil der Strecke nicht möglich. Hab ihr erst einmal alle Kurven und Absätze überstanden führt euch der Trail auf eine kleine Wiese auf der euch ein grober Schotterweg ins Ziel hinab führt.

Tipps & Tricks:

Wir sind die Strecke für euch gefahren und möchten nun mit euch ein digitales Sektionstraining machen. Los geht´s:

Start: Der Start erfolgt direkt nach der Trail-Einfahrt. Wie schon beschrieben geht es anfangs über einen gepflasterten Weg.

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Sektion 1: Direkt nach dem Start geht es über ein paar Stufen in eine Linkskurve. Durch die Stufen und die Pflastersteine kommt das Bike an dieser Stelle an die Grenzen der Traktion. Insbesondere das Hinterad neigt dazu auszubrechen. Bremst daher vor der Kurve an, und rollt mit der richtigen Geschwindigkeit hinein. Somit vermeidet ihr, dass euch das Hinterrad auf dem Pflaster durch Bremskräfte in der Kurve wegrutscht.

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Sektion 2.1: Auf die erste Kurve folgt auch schon die Zweite. Wie jeder Rennfahrer weiß, solltet ihr die Kurve von außen anfahren, dann zum Kurvenscheitelpunkt hinein ziehen um mit Schwung wieder aus der Kurve raus zu kommen. Auf dem rutschigen Pflaster solltet ihr versuchen eure Körperposition tief und mittig zu halten, auch das mindert die Gefahr wegzurutschen. Sobald ihr auf Höhe der Sitzbank seid, solltet ihr euch darauf vorbereiten den Schwung mit in den abknickenden Wanderweg zu nehmen.

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Sektion 2.2: Macht euch am Ende der Bank leicht und springt minimal von der Randsteinkante ab. Nun könnt ihr das Bike in der Luft in Richtung Trail legen. Bleibt zentral über dem Bike und lasst die Bremsen offen, so nehmt ihr viel Speed mit auf den Trial.

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Sektion 3: Nach der Trail-Einfahrt folgt ein kurzes Tretstück. In der Mitte des Tretstückes kommt eine kleine Schikane. Hier steht ein Baum den ihr umfahren müsst. Gegenüber dem Baum ragt eine Mauer empor. Wer einen breiten Lenker fährt und mit Schwung in diese Stellt kommt, touchiert die Mauer meistens leicht. Um euch das zu ersparen gibt es einen Trick. Vor dem Baum ist ein kleiner Absprung auf der Innenseite des Trails. Wenn ihr euch hier leicht macht könnt ihr die Kurve, die um den Baum herumführt, überspringen.

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Sektion 4: Es kommt nun die erste rechts Spitzkehre mit Stufe. Fahrt vor der Kurve soweit es geht nach links an den Hang, kurz bevor ihr neben dem Scheitelpunkt der Kurve seid, zieht ihr mit Schwung nach rechts und hebt das Vorderrad an. Wenn das Vorderrad in der Luft ist und euer Hinterrad über die Kante geht verlagert ihr euren Blick und das Gewicht in Richtung Trail-Verlauf auf die rechte Seite, so werdet ihr den Kurvenausgang ideal treffen.

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Sektion 5.1: Nach dem ihr Sektion 4 gemeistert habt folgt die nächste enge Kurve. Wieder ist die Kurve mit zwei Stufen gespickt. Bremst vor der Kurve ab und fahrt an den rechten äußeren Rand. Lenkt am Kurvenscheitelpunkt ein und rollt durch diese Kehre einfach hindurch. Hier ist es weniger wichtig schnell zu sein, da ihr ohnehin gleich wieder für die nächste Kurve bremsen müsst.

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Sektion 5.2: Bei der nun folgenden Rechtskehre müsst ihr aufpassen. Durch das lose Geröll, auf der Steinplatte die in der Kurve liegt, rutscht hier gerne das Vorderrad weg. Diese Kurve solltet ihr langsam anfahren und im Kurvenscheitelpunkt wieder das Vorderrad hochziehen. Wie schon bei Sektion 4 beschrieben lasst ihr euch nun wieder in den Trail-Verlauf “hineinfallen”.

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Sektion 6: Nach einer weiteren Kurve kommt ihr  zu einem kleinen Absatz. Eigentlich verläuft der Trail zwei Meter weiter geradeaus um dort auf einer Felsplatte wieder eine Spitzkehre zu machen. Diese könnt ihr aber umgehen in dem ihr die kleine Stufe auf der rechten Seite hinab fahrt oder springt. Aber aufgepasst, unten liegt ein großer Stein. Also gleich nach rechts einlenken und den Blick wieder Richtung Wanderweg wenden.

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Sektion 7: Der Trail läuft nun geradeaus auf eine Mauer zu. Eigentlich würde nichts dagegen sprechen die Mauer hinunter zu springen, wären da nicht zwei große fiese Felsen die in der Landung liegen. Wer viel Federweg hat und wem seine Laufräder egal sind, kann den Sprung wagen. Der Einschlag wird aber sicherlich unangenehm werden. Machbar ist es aber dennoch. Die sichere und keinesfalls langsamere Linie führt direkt neben der Mauer entlang. Rollt am Ende der Mauer über den dicken Stein in die Rinne neben dem großen Felsen. Ab dort könnt ihr die Bremsen auf machen. Es folgen ein paar Stufen und eine Felsplatte.

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Sektion 8: Ihr kommt nun mit viel Speed über eine große Felsplatte, auf die eine rechtwinklige Kurve folgt. In dieser Kurve liegt eine Menge Geröll. Passt also auf, dass ihr nicht zu schnell in die Kurve hineinfahrt. Bremst auf der Steinplatte ab und lasst euch durch die Kurve tragen ohne den Fuß abzusetzen. Es folgt eine nach links abfallende Rinne die immer nass ist. Hier könnt ihr mit Schwung von oben hineinfahren. Auf Grund des nassen und rutschigen Untergrundes sucht sich das Hinterrad bei gezogener Bremse seinen Weg durch die Rinne. Aber lasst bloß die Finger von der Vorderradbremse.

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Sektion 9: Bei Sektion 9 gibt es zwei Varianten. Zum Einen könnt ihr die direkte, schnelle Variante über eine Steinkante nehmen, zum Anderen könnt ihr auch den etwas leichteren dafür aber weiteren Weg durch die rechts-links Kombination nehmen. Wer den schnellen Weg wählt muss eine knapp 2 Meter hohe Kante runter springen. Leider ist die Landung gerade einmal eine Radlänge lang, somit landet man meistens im Flachen. Dennoch ist dies die schnellste Linie. Variante zwei folgt dem Trail-Verlauf und knickt dann scharf nach links ab. Hier müsst ihr auf jeden Fall das Hinterrad versetzen sonst schafft ihr die Einfahrt nicht. Bremse auf und Vorderrad anziehen! Es geht einmal kurz steil abwärts, anschließend solltet ihr euch gleich wieder rechts halten.

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Sektion 10: Nach dem ihr Sektion 9 überstanden habt springt ihr über eine ca. 1 Meter hohe Kante in ein kurzes High-Speed-Stück. Hier ist die Devise: Bremse auf und Vollgas.

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Sektion 11: Ihr rauscht nun mit hoher Geschwindigkeit in eine offene Kurve. Bremst vor der Kurve an und bleibt zentral und geduckt über dem Bike. Legt das Bike in die Kurve und wendet euren Blick in Richtung Kurvenausgang. Versucht in der Kurve nicht zu Bremsen. Am Kurvenausgang solltet ihr auf der rechten Seite des Trails bleiben um die Einfahrt für Sektion 12 ideal zu erwischen.

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Sektion 12: Bleibt nach der Kurvenausfahrt, in Fahrtrichtung gesehen, auf der rechten Seite des Trails. Erst kurz bevor die Kurve kommt wechselt ihr die Seite. Wenn ihr über den großen Stein in der Mitte fahrt, kommt ihr auf der Ideallinie in die Kurve.

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Sektion 13: Die Kurve in die ihr nun einfahren werdet ist sehr rutschig. Wie schon bei den anderen Kurven beschrieben solltet ihr euch darauf konzentrieren den Blick Richtung Kurvenausgang zu halten. Der Kurve folgt ein Tretstück.

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Sektion 14: Auf das Tretstück folgen zwei finale Kurven, dann ist es fast geschafft. Bei Kurvenausgang wieder rechts halten und in der Mitte der Traverse vor der nächsten Kurve nach links wechseln.

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Sektion 15: Nun hab ihr es fast geschafft. Die letzte Kurve, anschließend geht es nur noch geradeaus in Richtung Ziel.

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Ziel: Nochmals kräftig in die Pedale treten und dann seid ihr im Ziel. Am Ende dieser Geraden wird beim Rennen der Zielbogen stehen.

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Als Belohnung für die Bewältigung der Strecke solltet ihr euch ein Eis in einer der vielen schönen Eisdielen in Torbole gönnen.

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Ich hoffe euch können die oben genannten Tipps weiter helfen. Es würde mich freuen euch im Zuge des BIKE Festivals beim Enduro Ride anzutreffen. Vieleicht ist ja der Eine oder Andere durch diesen Artikel auf den Geschmack gekommen und möchte nun sein Glück beim Rennen versuchen. Diejenigen die nicht beim Rennen teilnehmen möchten können den Trail natürlich jeder Zeit befahren und versuchen das hier Gelernte umzusetzen.

Wenn ihr selber schon Teilnehmer des Enduro Rides wart, würden wir uns freuen wenn ihr eure Erfahrungen mit uns teilt. Lasst uns eure Bilder und Videos sehen und berichtet uns über eure Erfahrungen. Anbei noch ein Video von Bobby Roots Teilnahme 2009.


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