HomeMagazinProdukte & TechnikArbeitsgeräteArbeitsgerät: Trek Scratch von Rene Wildhaber — 21. Mai 2011 20:59

Arbeitsgerät: Trek Scratch von Rene Wildhaber

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Rene Wildhaber ist ein Phänomen – der Schweizer lebt auf einer Alm oberhalb von Flumserberg, gilt als Trainingstier und ist auf Megavalanche-Rennen ein Top-Favorit. Er ist sogar so schnell, dass man ihn Gerüchten zufolge aus Nationalstolz nicht nach Reunion zum Megavalanche eingeladen hat. Wir haben uns das Bike, mit dem er zuletzt beim Enduro Ride am Gardasee Zweiter wurde, genauer angeschaut.

Der Rahmen

Für Enduro-Rennen besitzt Rene ein Trek Remedy und ein Trek Scratch. Da es am Gardasee doch heftiger zur Sache ging, war er mit dem 170mm Scratch in Größe M unterwegs. Der Rahmen ist absolut serienmäßig, inklusive des ABP-Hinterbaus, einem FullFloater, bei dem der Drehpunkt in der Hinterachse liegt. Das Steuerrohr ist tapered, die Zugführung für die Teleskopstütze auch bei Trek noch nicht zu Ende gedacht. Daher wickelt sich die Leitung noch etwas kunstvoll rund um die Sattelstütze.

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Speziell ist der Paint-Job des Teamfahrers: Jeder Fahrer des C3-Teams (Außer Rene Wildhaber noch Andrew Shandro und Brandon Semenuk) sollte sich zu Beginn der Saison für ein „Wappentier“ entscheiden, in dessen Zeichen das Design stehen sollte. Der Schweizer entschied sich für den leisen, schnellen und kraftvollen Schneeleopard, das Ergebnis seht ihr auf den Fotos. Seine Kollegen sind übrigens als Bär und Adler unterwegs.

Federung

Rene ist auf einem kompletten Sram-Package unterwegs, daher kommt auch seine Federung aus dem Hause Rock Shox. Bei seiner Gabel handelt es sich um eine 2012er Rock Shox Lyrik RC2DH, die über eine überarbeitete Mission-Control Dämpfung („Ein spürbarer Unterschied, deutlich weniger Reibung und dadurch feinfühligere Funktion, weniger Verhärtung bei richtig ruppigen Steinfeldern“) und neue Einstellknöpfe verfügt.

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Im Heck sitzt ein Rock Shox Vivid Air im passenden Tune für den Trek Hinterbau, die Downhill-Performance sei ihm das Mehrgewicht gegenüber einem kleinen Luftdämpfer in jedem Fall wert, so der Flumser. Auf die Frage nach den Bergauf-Qualitäten antwortet er: „Da kannst einfach die Druckstufe ganz zudrehen, dann sackst Du bergauf nicht mehr durch und wippen tut eh nichts mehr…“

Antrieb

Ähnlich wie Nicolas Vouilloz setzt auch Rene auf ein 1X10 Setup. Absolute Führungssicherheit ist das entscheidende Argument – an seinem Remedy setzt er auf einen 2fach Aufbau. Wer Renes Waden gesehen hat, wird sofort glauben, dass er mit einem 36er Kettenblatt und 11-32 Zähne XO Kassette Medium Cage XO Schaltwerk noch die meisten Anstiege meistert, wenn es alpin wird, steigt er allerdings einfach auf sein Remedy. Bei der Kurbel handelt es sich um Truvativs Descendant, robust und ohne große Gewichtsdefizite.

Damit die Kette bleibt, wo sie ist, wird sie von einer e13 LG1 in Position gehalten, für Aufsätzer verfügt sie außerdem über eine Skid-Plate.

Laufrad & Bremse

Rene setzt – hier vermisst der ein oder andere den sonst ungebrochenen Nationalstolz – auf Easton Havoc Laufräder, auf denen er Onza Ibex DH 2.40 Reifen in einer 55er Gummimischung montiert hat. Für die nötige Verzögerung sorgen 2012er Avid Elixier 7 Bremsen mit 180mm Scheiben vorne und hinten, die Bremse war euch ja hier schon vorgestellt worden, Rene zeigte sich auch recht zufrieden mit der Kraft und Dosierbarkeit.

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Fahrerkontakt

Wie selbstverständlich kommen auch Lenker und Vorbau aus dem Sram Konzern, ein Boobar in 740mm auf einem 60mm AKA Vorbau. Auch bei Rene findet sich der Reverb-Hebel Upside-Down, ehrlich gesagt frage ich mich inzwischen, warum man ihn eigentlich wie vorgesehen montieren sollte. Die Klemmung der Reverb Stütze schlingt sich um einen Inform-Sattel, nicht spezielles, aber leicht und einigermaßen komfortabel.

Auch an diesem Fahrrad sitzt ein 8mm Spacer zwischen Vorbau und Steuersatz. Die 5.10 GM Schuhe klicken in Crank Brothers Mallet Pedale, seine Handschuhe umschließen ODI Griffe.

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Gewicht: 15,5kg

Außer 2012er Teilen und einem sinnigen Aufbau lässt sich hier kein Doping feststellen, dass der Schneeleopard schneller macht, wage ich zu bezweifeln. Warum Rene Wildhaber dennoch beeindruckend fix unterwegs ist? Ich würde als Antwort auf seine Waden (damit meine ich seinen Fitness-Zustand) und die mentale Stärke setzen. Achja, und natürlich: Red Bull verleiht Flügel.


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