HomeMagazinProdukte & TechnikArbeitsgeräteGernot Ruppert – mit Arbeitsgerät im IBC-User-Interview — 13. Juni 2011 7:18

Gernot Ruppert – mit Arbeitsgerät im IBC-User-Interview

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Gernot, stell Dich doch erst einmal kurz vor!

Mein Name ist Gernot Ruppert, im Forum bin ich als Gernot.R angemeldet. Ich bin 21 Jahre und wohne derzeit in Reutlingen.

Was macht du neben dem Biken?

Zu viel! Im Ernst: Ich studiere Textiltechnologie.

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Seit wann bist Du auf dem Mountainbike unterwegs und wie kam es dazu?

Ich fahre MTB seit ich 12 bin, Rennen seit ich 14 bin. Ich habe mit dem Radfahren angefangen, da ich damals einfach alles gemacht habe, was mein größerer Bruder Falco auch gemacht hat.

Als Teil einer offenbar Bike-verrückten Familie, segelst Du öfter im Windschatten oder stehst Du eher im Schatten?

Ganz klar fahr ich dort öfter im Windschatten. Ich kann von meinen beiden großen Brüdern nur profitieren (Falco ist seit Jahren aktiver Racer und mittlerweile Fahrtechnikcoach bei Bike-Acadamy, Julian war als freier Mitarbeiter bei der Freeride und ist auch schon in die DH-Top20 in Deutschland gefahren, Anm. der Redaktion) und das in allen Bereichen. Die haben mich schon richtig geil unterstützt als ich damals angefangen habe mit dem Biken und haben jedesmal den kleinen Bruder mitgezogen :) Das hört nun langsam auf und jetzt darf der ein oder andere mir mal im Windschatten hinterherfahren. ;)

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Was fährst Du am meisten?

Am meisten geh ich immer noch XC fahren, da dass einfach das Unstressigste ist und man trotzdem heizen kann. (Ich war ein Mal mit den beiden “XC” fahren, im Grunde war das ganze eine Enduro-Tour im Renntempo, bergauf und bergab, “heizen” ist schon das richtige Wort… – Anm. Nuts)

Welche Sponsoren hast Du, und warum gab es in den letzten Jahren den ein oder anderen Wechsel?

Viele unserer Sponsoren wie Adidas Eyewear, Syntace oder Schwalbe haben wir schon seit mehreren Jahren. Andere haben wir aus ganz unterschiedlichen Gründen gewechselt. Von Cannondale sind wir nur weg, weil diese kein DH-Bike mehr produzierten, andere wiederum weil wir unseren Standort gewechselt haben (zwecks Studium, Praktikum), sodass es mehr Sinn gemacht hat für jemand anderes zu fahren, ein weiterer Grund ist natürlich auch das Angebot.

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Wie siehst Du die Sponsoring-Situation in Deutschland?

Die Sponsoringmöglichkeiten in Deutschland sind sehr gut, da wir hier viele große Firmen haben. Somit werden die Deutschen im Gegensatz zu Fahrern aus anderen Ländern sehr gut unterstützt.

Früher bist Du mit deinem Bruder oft bei Weltcups mitgefahren, momentan nicht mehr – warum?

Ja früher war ich auch noch Schüler auf einem Sportinternat. Somit hatte ich wunderbare Unterstützung von dieser Seite und jede Menge Zeit für Training und Wettkämpfe. Heute wo wir beide am studieren sind, bleibt einem nicht mehr so viel Zeit dazu. Es ist sehr schade, da der Weltcup immer die geilsten Strecken hat. Aber in einem Jahr ist der Bachelor in der Tasche und damit wieder Zeit fürs Radfahren :) Den Weltcup muss man einfach ganz oder gar nicht angehen, sonst ist es nur frustrierend, gefährlich und kostet eine Menge Geld.

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International sind deutsche Downhiller nicht wirklich erfolgreich – wo siehst Du Ursachen, wo gute Entwicklungen?

Keine leichte Frage, zu den Ursachen würde ich zählen: Nicht genug Talent, nicht genug Ehrgeiz, nicht die richtigen Strecken, teilweise der Support. Es hängt aber sicher nicht nur an einem Punkt, sondern an der Summe dieser Faktoren. Gute Entwicklungen: Zum Beispiel das Young Guns Racing Team. Unterstützt junge Fahrer mit Material, Medien coverage, Organisation. Lässt den jungen Fahrern Zeit, einfach zu fahren um besser zu werden.

Wie bist Du zum IBC-Forum gekommen?

Auch durch meine großen Brüder, da diese früher hier sehr aktiv waren und sich dann teilweise mittags am Essenstisch über den ein oder anderen lustigen Foreneintrag unterhalten haben, sodass ich mir das auch irgendwann mal angucken musste. Früher war für mich das Forum noch der Hauptteil vom MTB-News.de, Heute hat sich das IBC für mich anders entwickelt und ich schaue es mir wegen der News und den Berichten an – die Startseite lese ich immer zuerst.

Was könnte Deiner Meinung nach verbessert werden?

Ihr könntet zu Rennen, Events und allgemein Bike-Veranstaltungen mehr gute Videos produzieren, das würde die Berichterstattung perfektionieren!

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Ein paar Schnellschüsse:

- Der beste Spot der Welt?

Wahrscheinlich Whistler, obwohl ich dort noch nie war… leider. Les Gets!

- Dein Lieblingsbike

GT Fury

- Dein größter Erfolg?

3. Platz Junioren bei der Deutschen Meisterschaft DH

- Der beste Sport neben Biken

Klettern!

- Wer wärst Du, wenn Du einen Tag jemand anders sein könntest?

Ganz klar: Charlie Sheen

- Der beste Job neben dem Bike-Profi?

Produktmanager im textilen Bereich ;)

- Der beste Bikefilm?

Re-Focus.

- Dein weitester Sprung?

17m bei der WM in Schottland!

- Schlimmste Verletzung:

Schienbeinbruch auf meinem ersten DH-Rennen. 5 Wochen Krankenhaus…!

- Deine Brüder sind für Dich…

… das Wichtigste, was ich hab!

Letzte Worte?

“Schaut auf unsere Homepage: www.two-fast.de, ein großer Dank an unsere Sponsoren GT, Vaude, Schwalbe, Syntace und Adidas Eyewear und macht mit MTB-News so weiter!”

Danke für’s Gespräch!

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Anfang letzten Monats hätte Gernot fast als 3. neben Nicolas Vouilloz und Rene Wildhaber beim Enduro-Ride auf dem Treppchen gestanden, am Ende wurde er undankbarer 4., aber immer noch schnellster Deutscher. Im Unterschied zu den Megavalanche-Fahrern war der Downhiller aus Reutlingen mit seinem GT Fury unterwegs – einem reinen Abfahrtsgerät also. Manch einer sieht das als das passende Rad für die Strecke, in jedem Fall ist sein Aufbau aber interessant und: Schnell.

Der Rahmen

Das GT Fury war in etwa das erste Vollcarbon-Bike des Downhill Weltcups. Nachdem Mick Hannah, Marc Beaumont und Kollegen nun schon einige Jahre erfolgreich und defektfrei damit unterwegs sind, steht seine Haltbarkeit ziemlich außer Frage. Er bietet 200mm Federweg, hat kein Gramm zu viel auf den Hüften und ist durch seine iDrive Konstruktion (Das Innenlager ist schwimmend gelagert und gleicht Kettenlängung aus) äußerst antriebsneutral. Gernot fährt einen serienmäßigen M Rahmen, man beachte die Glanz/Matt-Lackierung, sehr lecker.

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Federung

Nach dem Gernot letztes Jahr auf BOS unterwegs war, interessierte mich sein Vergleich zu den Fox-Federkomponenten von diesem Jahr. Die 40 sieht er dank geringerer Reibung und unglaublicher Lenkpräzision als einen Ticken besser an, als die Idylle Race, beide Gabeln haben aber Ihre Stärken. Im Heck sitzt ein Fox RC4 Dämpfer mit einer 300er Feder und dafür aber viel Dämpfung, Gernot wiegt 70kg ohne Ausrüstung. Die HighSpeed-Druckstufe der Gabel fährt er ganz offen, LowSpeed etwas zugedreht. Bei der Einstellung der Zugstufe verlässt sich Gerry ganz auf das Fingerspitzengefühl seines Bruders Falco.

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Antrieb

Das Auffälligste ist eigentlich der iDrive des Bikes – immer wieder faszinierend, wie das Innenlagergehäuse unter dem Rahmen schwebt. Farblich passend ist eine RaceFace Atlas FR Kurbel in 165mm Länge mit 37 Zähne e13 Kettenblatt montiert, die Kette wird durch eine e13 LG1 mit Taco auf Position gehalten und überträgt die Trittkraft auf eine 11-25Zähne Shimano Ultegra 9-fach Kassette. Die Gänge wechselt ein robustes und kurzes Shimano Saint Shadow Schaltwerk mit Saint-Shifter.

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Laufrad und Bremse

Bremskraft ist durch nichts als noch mehr Bremskraft zu ersetzen, ein geringes Gewicht ist dabei dann noch eine nette Dreingabe. Deshalb sind vorne und hinten große 203mm Scheiben an der polierten Formula The One montiert. Der Laufradsatz ist Gernot sollte zuverlässig und nicht zu schwer sein, ist aber im Grunde nicht von so großer Bedeutung. Wichtiger ist der richtige Grip: Dafür sorgen Schwalbe Reifen, für den Gardasee waren Muddy Mary in 2.5″ mit Doppelkarkasse und Gooey Gluey Gummimischung montiert. Dazu gibt es Schwalbe Freeride Schläuche, ein guter Kompromiss aus Gewicht und Haltbarkeit für einen nicht zu schweren Fahrer.

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Fahrerkontakt

Leider stellt der Sponsor Syntace keinen DirectMount Vorbau her – sonst wäre Gernot der erste, der auf Gewicht und Stabilität aus Tacherting setzt. So findet sich nur ein breiter und flacher 780mm Syntace Vector DH Lenker, der in einen Funn RSX II Direct Mount Vorbau geklemmt ist. Der klare Vorteil für den Racer: Nach einem Sturz wird der Lenker niemals verdreht sein, sodass schnell weitergefahren werden kann – und darum geht’s. Die Bremshebel sind extra flach gedreht, dass entlastet die Unterarme. Als Pendant zu dem schon erwähnten Saint Shifter sitzt links eine DMC MOTO Trainer Stoppuhr zur Zeitnahme auf der Heimstrecke. Falls sich der Downhiller doch einmal hinsetzt, so tut er dies auf einem serienmäßigen WTB Silverado Race SL Sattel.

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Gewicht: 17.8kg mit Shimano Klick-Pedalen
Rahmengröße: M bei 178cm

Insgesamt zeigt der Aufbau von Gernot, dass das serienmäßig erhältliche GT Fury schon ziemlich Ready to Race ist, oder?


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