HomeMagazinTestsBekleidung und Zubehör2x Fahrbericht – Adidas id2 Goggle — 27. September 2011 12:13

2x Fahrbericht – Adidas id2 Goggle

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Dank Stars wie Darren Berrecloth und anderen Freeridern strahlt uns das doch recht populäre Modell Adidas id2 von vielen Bike-Bildern entgegen. Doch ist das Produkt auch so strahlend, wie es die Covershots einen glauben lassen wollen? Wie schlägt sich die id2 im Alltag beim Normalo-Biker und ist sie den stolzen Preis wert? Fragen, auf die wir zu dritt eine Antwort geben wollen, denn Hannes, Maxi und ich haben die Brille unabhängig voneinander schon seit einigen Monaten im Einsatz gehabt. Nun wird es Zeit für unsere Erfahrungsberichte.

Technische Daten & Modelle
Adidas id2 Modelle 2012

Interessant für Brillenträger: Die Goggle kann mit den von Adidas bekannten Scheiben ausgestattet werden, so dass sich hinter der dicken vorderen Scheibe ein herausnehmbarer Korrektureinsatz befindet.

Tobi
Rahmen: transparent neon green
Scheiben: LST active mirror

Hannes
Rahmen: matt hornet (nicht mehr erhältlich)
Scheiben: LST active


Review – Adidas id2 goggle von nuts auf MTB-News.de

Fahrbericht Tobi
In der Hand
Solide verarbeitet und vor allem eine knaller Farbe – genau das habe ich mir von Adidas erwartet. Für den doch recht stolzen Preis von 165€ gibt es von Adidas die Brille, einen Aufbewahrungs- und Putzbeutel und eine kleine Beschreibung geliefert. Hier wäre es für den Mountainbiker deutlich reizvoller, wenn im Preis auch noch eine klare Scheibe mit inbegriffen wäre, um auch bei schlechtem Wetter das passende Produkt am Helm zu haben. Mit den doch relativ stark getönten Scheiben ist die Brille sonst im deutschen Durchschnittswald eher schlecht zu verwenden oder erfordert den Kompromiss, dass man vielleicht auch mal den Blindflug ansetzt.

Am Helm sitzt die Brille ausgesprochen gut, wie zu erwarten hat sie auf der Innenseite des Bandes Silikonstreifen, die ein Verrutschen auf den glatten Oberflächen der meisten Helme verhindern. So in der Hand scheint der Rahmen der Brille durchaus groß zu sein aber in allen Helmen, in denen ich sie ausprobiert habe (Troy Lee D2, Urge Downhill) hat sie – wenn auch knapp – ohne anzuecken gepasst. Besonders gut wirkt aber die Innenseite der Brille: Der zweilagige Schaumstoff macht einen sehr feinen Eindruck und ist anatomisch korrekt geschnitten, um einen druckstellenfreien Sitz der Brille zu ermöglichen. Dazu soll auch der Aufbau des Rahmens beitragen, denn das Band setzt an einem extra Rahmen, der selbst in der Mitte der Brille fixiert ist, an und ermöglicht dadurch, dass der eigentliche Rahmen der Brille tief genug im Helm sitzt, um wie geplant mit dem Gesicht des Fahrers abzuschließen. Das ist wichtig, damit weder Staub noch ungewollter Luftzug in die Brille kommen und die Augen des Fahrers treffen. Zusammen mit der guten Schutzfunktion einer Goggle ist nämlich genau das die Funktion, die wir alle von einer Goggle erwarten.

Auf dem Trail
In einem Satz gesagt habe ich mit der Adidas id2 zu keiner Zeit auch nur den Hauch eines Problems gehabt. Der Schaumstoff am Rahmen sitzt auch nach Stunden im Bikepark oder in Finale Ligure noch angenehm und weich auf dem Gesicht und fühlt sich auch trotz dicker Schweiß-Packung nicht widerlich an. Hinzu kommt, dass die Brille dank dem flexiblen Rahmen perfekt selbst in den relativ kleinen Gesichtsausschnitt des Troy Lee Designs D2 Helm passt und so keinerlei ungewollten Luftzug hinter der Scheibe ermöglicht.

Für den Einsatz im Bikepark von besonderer Bedeutung ist der Schutz gegen Beschlagen. Hier schlägt sich die id2 besser als eine zum Vergleich gefahrene Oakley O-Frame, die großflächigen Belüftungsnetze über und unter dem Glas sorgen für genug Zirkulation vor dem Gesicht, so dass auch an heißen Tagen bei leichter Briese die Sicht frei bleibt. Am Gardasee hat es dann doch noch einen Trip gegeben, bei dem die Brille beim Hochschieben teilweise beschlagen ist – doch dieser Extrem-Test hat bislang noch jede Brille zum Beschlagen gebracht. Unter allen anderen Bedingungen hat die Adidas Brille aber tadellos freie Sicht gewährt und ist dank dem gummierten Band auch auf den verschiedensten Helmen in Position geblieben. Einwandfrei!

Interessant wirken die Gläser, denn sie sind einerseits relativ dunkel getönt, so dass im nicht gerade Licht durchfluteten Wald schon mal die Sicht ausgeht. Ist genügend Licht vorhanden, so zeigen die Scheiben der id2 aber jede Kontur messerscharf, verstärken die Kontraste angenehm und sorgen für indian summer Belichtung auch im durchschnittlichen deutschen Sommer. Für den Renneinsatz definitiv zu dunkel aber zum Schön-Wetter-Fahren und Fotos machen erste Wahl!

Fazit
Optisch ein Knaller und funktionell ein sehr gutes Produkt. Die Adidas id2 sticht ins Auge und schützt doch das Selbe, wenn es auf dem Trail mal wieder dreckig wird. Sehr gut ist die Qualität der Gläser, die nicht wahrnehmbar verzerren und bei Sonnenlicht hervorragend funktionieren. Wer ernsthaft Downhill fahren will, wird allerdings nicht darum herum kommen, klare Scheiben zu montieren. Das geht einfach und schnell, kostet aber den perfekten Pro-Look mit spiegelndem Panorama im Gesicht. Wer es gerne etwas dezenter hätte, der bekommt mit der id2 pure den gleichen Grundrahmen aber ohne den doch leicht martialischen zweiten Rahmen.

Fahrbericht Hannes
In der Hand
Clean und zweifarbig wird sie geliefert und macht auch haptisch einen guten Eindruck. Sowohl Tobis als auch mein Modell haben die „LST active mirror“ – Gläser eingesetzt: LST steht für „Light Stabilizing Technology“ und soll für stärkere Kontraste sorgen sowie dafür, dass „Lichtschwankungen harmonisiert“ werden. Man darf gespannt sein…
Die Verarbeitung der id2 ist erstklassig und spielt (auch preislich) in einer anderen Liga als meine eigene Goggle von Spy. Der Sitz der Brille ist ausgezeichnet und gibt auch mir, der schon öfter Probleme mit zu kleinen Goggle-Rahmen hatte, eine gute Sicht in alle benötigten Richtungen.
Ebenfalls problematisch ist bei mir öfter das Polster für die Nase, das in der Vergangenheit meistens zu unangenehmem Druck auf die Nasenflügel geführt hat. Bei der Adidas besteht der Schaum aus zwei Lagen, ist im Mittenknick eingeschnitten und leicht ausgeformt. Der Sitz der Goggle ist gut und fühlt sich auch über längere Zeit angenehm an.

Ein interessantes Feature ist das sogenannte „2-frame levelling“: Die Brille besteht aus einem Haupt- und einem umschließenden, nur mittig fixierten Front-Rahmen, an dem auch das Brillenband befestigt ist und der einen gewollten Seitenflex besitzt. Dies soll dafür sorgen, dass sich der Hauptrahmen beim Anlegen der Brille bei etwas breiteren Helmen nicht ungünstig verbiegt und weiterhin eng am Gesicht anliegt. Ob es am „2-frame levelling“ lag oder unsere Helme einfach nicht so breit sind – bei mir saß die Brille gut.
Die LST-Gläser waren bei Tobis und meiner Brille laut Homepage identisch (LST active mirror), stellten sich leider aber als unterschiedliche Tönungen heraus, weshalb…

Auf dem Trail
…das von mir getestete Modell seine Stärken eher in offenen Bereichen des Bikeparks ausnutzen konnte: Guter Kontrast, knackscharfe Sicht, gute Belüftung und kein Beschlagen, wie es meine Spy ab und an noch gerne macht. Die id2 verrutschte nie und passte einfach. Im Wald war die id2 aufgrund der falschen Gläser für mich allerdings nahezu unbrauchbar.

Die dunkle Tönung irritierte bei schnellen Geschwindigkeiten und war aufgrunddessen für weniger ausgeleuchtete Terrains eher ungeeignet. Testweise hatte ich die Brille, abseits vom Biken, im Winter auch mal mit auf der Piste beim Boarden – hier passte die Tönung.

Fazit
Die id2 sieht schick aus, passt und generierte bei hellen bis sehr hellen Verhältnissen eine gute Sicht ohne Beschlagen der Gläser. Das Sichtfeld ist im Vergleich zu bisher getragenen Brillen groß, der Kontrast ist gut und dank des zweiteiligen Rahmens saß die Goggle auf allen getragenen Helmen perfekt (SpeedStuff, TSG, O`Neal, Giro).
Was mein Modell angeht, trüben die verbauten Gläser den Gesamteindruck: Trotz mehrerer Anfragen im Testzeitraum haben wir leider keine klaren Ersatz-Gläser für die Brille geschickt bekommen. Mein persönliches Testergebnis mit den dunklen, eher für den Wintersport-Einsatz sinnvollen Gläsern fällt also etwas durchwachsen aus. Eine klare Kennzeichnung seitens Adidas, was die Sportarten und die dazu passenden Gläser angeht, wäre zukünftig vielleicht sinnvoll.

Kurzum: Eine sehr gut verarbeitete Goggle mit interessanten Features, die mit den richtigen Gläsern wohl ziemlich perfekt wäre. Das hat allerdings auch seinen Preis: Dieser ist mit knapp 165€ recht happig, doch je nach Saison gibt es die Brille zu sehr guten Preisen.

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Weitere Informationen zur Brille findet ihr hier.

Alle Bilder von Johannes Herden, Maxi Dickerhoff und Tobias Stahl
Video: Fahrer Maxi Dickerhoff & Tobias Stahl, Film & Schnitt Tobias Stahl


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