HomeMagazinMedienRätselraten um Rocky Roads: Frisierte Zahlen beim neuen World Cup-Titelsponsor? — 12. Oktober 2011 13:06

Rätselraten um Rocky Roads: Frisierte Zahlen beim neuen World Cup-Titelsponsor?

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Mountainbiken soll wachsen und beliebter werden, es soll ein immer größeres Publikum erreichen – da sind sich die Meisten von uns einig. Wenn es aber um die Frage des “wie” geht, scheiden sich die Geister. Vom Weltverband organisiert durch die UCI? Von unten nach oben durch sich selbst organisierende Fahrerinnen und Fahrer? Oder eine ganz andere Lösung durch einen der großen möglichen Sponsoren?

Gegenwärtig ist im Bezug auf die Königsklassen des Mountainbikens, den Mountainbike World Cup, die UCI am Drücker, eine Organisation, die schon viel in der Kritik stand. Fest steht: Bei der UCI werden die Regeln für den World Cup und die Weltmeisterschaften gemacht und durch die enge Verbindung zum Internationalen Olympischen Kommitee sitzen die Verantwortlichen an den Hebeln der Macht, wenn es um die Gestaltung der Möglichkeiten derer geht, die unseren Sport beruflich betreiben und von Olympia träumen.


Sietse Schelpe – Bild von Charles Robertson

Gerade hat die UCI verkündet, dass es in der Saison 2012 wohl eine 4x Weltmeisterschaft, aber keinen 4x World Cup geben wird. Nun haben wir von freecaster.tv und dessen Gründer Ray Dulieu im Gespräch erfahren, dass sich einige Top-Teams des World Cups zum nächsten Jahr bei einer eigenen, DH1 genannten Serie parallel zur UCI betätigen werden, die mehr Preisgeld für die Fahrer, weniger Regulation für die Medien und vor allem mehr Fokus auf den eigentlichen Sport bieten soll. Doch noch vor all diesen guten wie schlechten Botschaften hat die UCI die Partnerschaft mit einem neuen Titelsponsor bekannt gegeben: Rocky Roads aus Belgien. Und die gesamte Mountainbike-Welt außerhalb der UCI wundert sich, wohin die Reise in der kommenden Saison wohl gehen wird. Denn die Pressemitteilung über den gemachten Deal wirft so manche Frage auf:

PRESS RELEASE
The International Cycling Union (UCI) today signed an important sponsoring contract with the Belgian company RockyRoads Network.

Under this agreement – confirmed in Champéry (SUI) during the UCI Mountain Bike World Championships – RockyRoads Network will become the title sponsor of the UCI Mountain Bike World Cup presented by Shimano in 2012, 2013 and 2014. Thanks to this partnership, RockyRoads Network will benefit from significant visibility during all rounds of the UCI World Cup presented by Shimano.

The UCI President, Pat McQuaid, welcomed the signing of the new contract: “This partnership between the UCI and RockyRoads Network for the UCI Mountain Bike World Cup confirms the importance of this series of high-level competitions which over the last few years has already become well established throughout the world. The UCI and the cycling family look forward to welcoming this new sponsor for the World Cup. They have previously demonstrated its support for the discipline by becoming a partner of the 2011 UCI Mountain Bike World Championships in Champéry.”

In 2012, the “RockyRoads UCI Mountain Bike World Cup presented by Shimano” will include 10 events in nine countries (South Africa, Great Britain, Belgium, Canada, the United States, France, Norway, Czech Republic and Italy). More than 4000 riders from 48 countries will take part in the different mountain bike specialities.

The owner of RockyRoads Network, Sietse Schelpe, commented “We are very happy to sponsor the World Cups, and are really looking forward to this partnership with the UCI. From the start, our aim was to support off-road biking and make the sport more accessible to the general public. We strongly believe that this sponsorship is a great step in that direction.”

RockyRoads Network is the largest European on-line biking platform for the mountain bike, BMX, trials and cyclo-cross disciplines. Its team of 10 journalists and photographers covers Europe’s main off-road events. Its headquarters is in Antwerp. Each day, more than 221’000 unique visitors consult the Belgian website, which is available in four languages (English, French, German and Dutch).

Was auf den ersten Blick gut wirkt, wirft auf den zweiten Blick die grundlegende Frage auf, wer oder was eigentlich Rocky Roads ist. Auf der Eurobike 2011 haben wir uns unter den anwesenden Journalisten ausgiebig umgehört und selbst Nachforschungen betrieben, um herauszufinden, wer oder was hinter diesem Netzwerk steckt, das von der UCI großspurig als “das größte Europas” beschrieben wird. Mit der genannten Zahl von über 221.000 Besuchern pro Tag müsste diese Plattform eigentlich unter Mountainbikern und bei der Google-Suche hinlänglich bekannt sein – zum Vergleich: MTB-News.de und Pinkbike.com erreichen nicht einmal gemeinsam die von Rockyroads angesagte Zahl. Doch theoretisch lässt sich der Beweis der Zahlen leicht erbringen:

Als Nachweis der Größe sind Google Analytics Datenblätter veröffentlicht worden, die jedoch bei genauerer Betrachtung als manipuliert identifiziert werden können:

So sah der erste Upload aus:
Analytics_13082011

Und so war die Datei unter der gleichen URL wenige Tage später vorzufinden:
Analytics 13082011 Korrigiert

Wer von euch schon jemals im United Kindom gewesen sein sollte, der darf sich gerne melden. Alle anderen könnten wie auch wir auf den Verdacht kommen, dass diese Zahlen schlicht und ergreifend in einem Bildbearbeitungsprogramm und nicht als Traffic im Internet entstanden sein könnten. Diese Vermutung wird von den Suchergebnissen auf einschlägigen Analyseseiten wie Google trends / Adplanner und Alexa untermauert: Bei keiner dieser Seiten liegen passende Informationen über das RockyRoadsNetwork vor, was bei Richtigkeit der gemachten Angaben nicht zu erklären ist. Eine Website der kommunizierten Größe wäre von keiner dieser Seiten unbemerkt geblieben, auch nicht, wenn sie gerade erst diese Größe erreicht hätte.

In einem Interview mit dem Fotografen Charles Robertson, das in Champery aufgezeichnet wurde, erwähnt Sietse Schelpe die überragenden Fähigkeiten seiner Crew bei der search engine optimization (SEO). Dank der hervorragenden Ausrichtung der Seiten seien seine Beiträge bei den Suchergebnissen immer vorne mit dabei – daher der Traffic. Schelpe geht dabei sogar noch weiter und ergänzt, dass sie eigentlich noch viel mehr Zugriffe haben müssten, so z.B. mindestens 150.000 allein aus Frankreich und insgesamt eher in Richtung einer Million. Grundsätzlich ist SEO keinesfalls verboten, solange man dem “White-Hat” genannten Ansatz folgt und auf Tricksereien verzichtet. Es gibt jedoch auch nicht gar so saubere Möglichkeiten zur Optimierung abseits der Richtlinien der Suchmaschinen, die allgemein unter dem Namen Black-Hat-SEO gebündelt werden.

Diese Aussagen hat Herr Schelpe in einem Telefonat mit mir bestätigt und eine interessante Erklärung für die manipulierten Google Analytics Daten gefunden:
Laut seiner Aussage sei das Notebook der Rocky Roads Journalisten bei den Weltmeisterschaften in Champery gehackt worden und im Zuge dieser Aktivität das veränderte Dokument veröffentlicht worden.

Dem Argument der gelungenen SEO schlagen nun erneut die oben gemachten Erkenntnisse und Nachforschungen entgegen. Doch der Suchbegriff SEO in Verbindung mit dem Namen von Herrn Schelpe führen noch weiter: Auf die Aktivitäten des besagten Herren in einem Forum auf der Seite www.blackhatworld.com. Hier ist ein Benutzer registriert, der auf den Nick-Name TRAFICSEEKERT hört und beispielsweise in diesem Thread Artikel kaufen will.

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Am 16.02.2010 antwortet dann der besagte User.

Re: Article Writer Available||$1 per 100 words ||Well Researched & 100% Unique Articles
i am looking for a service like your but it has to be long term.
can you do this i added you on gmail sietse.schelpe@gmail.com

Der User TRAFICSEEKERT (ein in der Tat besonders unauffälliger Name für jemanden, der in einem Black Hat Forum auf Traffic-Suche geht) gibt bei der Anfrage direkt die Email-Adresse an, unter der ihm geantwortet werden soll: sietse.schelpe@gmail.com.

Die Anfrage findet Anfang 2010 statt, also zu Beginn des Jahres, in dem in Belgien entschieden wird, dass man die Seite mtb-live.com (MTB-Live war ursprünglich als Fan-Site für den späteren EPO-Sünder Filip Meirhaeghe gestartet) in rockyroadsnetwork.com umbenennen sollte. In dem man möglicherweise bereits überlegt, stark zu wachsen. Und in dem aber noch niemand etwas gegen Rocky Roads haben könnte.

Am 18.02.2010 bestätigt der User, dass er mit dem “Article Writer” einen Deal geschlossen habe. Doch der User verwendet die Email-Adresse, die nicht nur vom Namen her, sondern auch in der Tat eben jenem Mann gehört, der im Jahr 2011 in Champery steht und eine neue Partnerschaft mit der UCI verkündet.

Überall auf der Welt haben sich Mountainbiker in Foren ausgehend von der oben aufgeworfenen Frage nach der wahren Größe von RockyRoads auf weitere Beiträge von diesem User in benanntem Forum gemacht und interessante Details ans Licht gebracht.

So fragt derselbe User in einem anderen Thema nach Möglichkeiten, den Traffic einer Seite, den er selbst sendet, so darzustellen, dass es so aussieht, als ob er von der Google-Suche käme.

An anderer Stelle – es ist erneut der User TRAFICSEEKERT – wird gefragt, wie ganz allgemein die Quelle des Traffics manipuliert werden kann.

In eine andere Richtung geht die folgende Anfrage.

Kann man Twitter-Follower kaufen?
Offensichtlich, und diese Anfrage hat uns direkt dazu gebracht, die Social Media-Kanäle des Netzwerks näher zu hinterfragen. Also haben wir uns die Statistiken bei Twitter und Facebook angesehen. Nachdem alle Nachfragen unsererseits über die Facebook-Seite gelöscht worden sind, bleiben uns nur die Auswertungen der Besucherstatistiken von den Seiten. Bei Facebook ergibt sich folgendes Bild

Was kleine Kinder in den ersten Physik-Stunden am Gymnasium am Beispiel der Geschwindigkeit eines Autos erklären könnten, wirkt in der Welt des Internets befremdlich. Erst ein linearer, steiler Anstieg, dann Stagnation und schließlich ein erdrutschartiger Verlust an Fans? Und das kurz nach Verkündigung des Deals mit der UCI? Ein Schelm, wer hier auf die Idee kommt, dass der Großteil der Fans sich nicht zufällig dazu entschieden hat, die Freundschaft mit dem Netzwerk an einem bestimmten Tag zu beenden. Und auch die oben verlinkte aktuelle Statistik zeigt, dass der durch den Vertrag gestiegene Marktwert der Plattform sich auch jetzt noch negativ auf die Fans des Netzwerks auswirkt. Ebenfalls auffallend ist die nicht vorhandene Interaktion auf Facebook – kaum ein Beitrag bekommt überhaupt ein like – und das bei 7.000 “Fans”!.

Eigentlich hat TRAFICSEEKERT aber nach Twitter-Followern gefragt, und hier sieht die Statistik wie folgt aus:

Schließlich gibt es mittlerweile Agenturen, die für eine bestimmte Zeit zu einem bestimmten Preis die gewünschte Menge an Fans und Followern bereitstellen, um die Online-Media-Marketing-Maschinerie in Gang zu bringen oder zu halten.

Die Fan-Kurve beim mit dem Netzwerk verbundenen Twitterprofil steigt überdurchschnittlich schnell an und gibt mit Followern wie diesem den Hinweis darauf, dass auch hier den Zahlen massiv nachgeholfen worden sein könnte – schließlich kommen gegen Ende Juni teils über 300 Follower je Tag hinzu.

Wem dieser Eindruck noch nicht reicht, der möge sich die gesamte Liste der angeblichen Follower ansehen. Sie alle ähneln sich in ihrer nicht vorhandenen Verbindung zu der Sportart, die angeblich bei über 200.000 Besucher täglich zur Anwesenheit auf der belgischen Seite anstiftet und weisen oft die Nähe zu Online-Marketing, Social Network Marketing und anderen anzüglichen Agenturen auf.

Zu all diesen Themen habe ich Sietse Schelpe bei unserem Telefonat befragt und seine Antwort war, dass er genau wüsste, wie die Beiträge und Themen entstanden seien, er das jedoch nicht gewesen wäre. Er weise jede Unterstellung der illegalen Manipulation von sich.

Selbstverständlich haben wir auch ein wenig von professioneller Seite nachgeforscht und von unserem Admin Rik herausfinden lassen, dass auch die Hardware bei Rocky Roads wahrscheinlich nicht einer Plattform der behaupteten Größe angemessen und angepasst ist.

Es offenbart sich schon auf den ersten Blick, dass der Server auf dem Rocky Roads läuft (ja, es handelt sich um einen einzigen Server) nicht sonderlich gut konfiguriert ist. Der auf der Hardware laufende Mail-Server nahm zumindest am Anfang vorletzter Woche noch Mails aus aller Welt zum ungeprüften Weiterversand entgegen – er könnte also wunderbar als Spam-Schleuder missbraucht werden. Das ist ein Fehler, den sich heutzutage eigentlich niemand mehr leistet.

221.000 tägliche Besucher auf einem WordPress-Blog auf einem einzigen Server dürften mit eingeschaltetem Caching und diversen Optimierungen an der Server-Software theoretisch auf aktueller Hardware möglich sein. Ob bei Rocky Roads entsprechende Expertise vorhanden ist, lässt sich nicht sagen, der fehlkonfigurierte Mail-Server und die Verwendung einer “point-and-click hosting platform” (cPanel) sprechen jedenfalls nicht unbedingt dafür.

Sein Fazit: Auf diesem Server wird vermutlich eher keine Website von behaupteter Größe gehostet!

Ein weiteres spannendes Bausteinchen im Bild von Rocky Roads haben wir hier in Form einer Ausschreibung zur Gestaltung der Seite gefunden: 50 USD sind für denjenigen geboten worden, der ein mehrfarbiges Template für eine neue Mountainbike-Seite liefern kann. Auch zu diesem “Contest” haben wir Sietse Schelpe befragt. Er erörterte uns, dass dieser Post von der Agentur online gestellt worden wäre, die sie mit der Gestaltung der Internetpräsenz beauftragt hätten. Ihr Preis sei deutlich höher ausgefallen und unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorgehens der Agentur hätten sie die Zusammenarbeit beendet. Interessant ist in diesem Zusammenhang dieser Passus:
otherwise contact me on sietse.schelpe’at’ gmail.com” – daher wissen wir nicht so genau, ob wir Sietse Schelpe die Ausrede mit der Agentur abnehmen können.

Ein schlecht eingerichteter und nicht geschützter Server, der von Dritten als Spam-Basis genutzt werden könnte, ein eingekauftes Template für die eigene Website – das alles passt nicht wirklich perfekt mit der verkündeten SEO-Spezialisierung zusammen.

In der Summe dieser Ungereimtheiten kommen wir trotz den Erklärungen von Herrn Schelpe zu dem Schluss, dass RockyRoads bei Weitem nicht so groß ist, wie von der UCI verkündet worden ist. Noch nicht. Zusätzlich unterstützt wird diese These noch durch die weitgehende Abwesenheit jeglicher Werbepartner, die in einem Netzwerk dieser Größe eigentlich an Bord sein sollten.

Dennoch scheint Rocky Roads als Vertragspartner bislang höchst zuverlässig gewesen zu sein, wie uns Nicole Gruber Gil-Lopez von der UCI in einem Telefonat bestätigt hat. Sie erwähnte außerdem, dass die Zusammenarbeit mit Rocky Roads sehr einfach, schnell und unkompliziert wäre und von Seiten der UCI her keine Klagen vorzubringen wären. Allerdings sei die Pressemitteilung unglücklich gewesen. Ein zuverlässiger Sponsor ist jedoch wichtig für die UCI und den World Cup, denn gegenwärtig gibt die UCI an, mit den World Cup Rennen (Road, Mountainbike) Verluste zu machen [Jahresbericht 2009]. So koste etwa die Produktion der Live Streams pro Saison ca. 500.000 EUR, wie uns Frau Gruber Gil-Lopez erklärte. Diese Summe werde weder von Rocky Roads, noch von einem im November zu benennenden Käufer der Übertragungsrechte im Internet geboten, weswegen der World Cup vermutlich auch in Zukunft ein Verlustgeschäft bleiben wird.

Dennnoch tut sich die UCI schwer, den Mountainbike-Sport gegenüber großen Sendern richtig zu vermarkten. Die gleichen Regeln anzuwenden wie beim Straßensport klappt schon allein von den Veranstaltungsorten her schlecht und verständlich ist, dass große Fernsehsender tendenziell gerne alle Rechte in einem Paket kaufen würden. Genau das will die UCI jedoch nicht mehr machen, wie uns Nicole Gruber Gil-Lopez mitteilte. Das bedeutet für uns, dass wir auch in Zukunft bei den World Cup Rennen ohne zusätzliche Kosten berichten können. Die im letzten Jahr eingeführte Gebühr von 800 EUR für die Teams fließe in diesem Rahmen auch nicht der UCI zu, sondern den Rechteinhabern. Einer davon ist Freecaster gewesen, die die vollen Rechte für das Internet zusammen mit dem Stream erworben hatten. Auch an diesem Punkt scheint die Öffentlichkeitsarbeit der UCI ein wenig zu langsam gewesen sein, um deutlich zu machen, wer was von wem bekommt. Denn die 800 EUR sind bislang fast immer der UCI angelastet und als Reglementierung wahrgenommen worden.

Als Fazit bleibt zu hoffen, dass die Zusammenarbeit zwischen der UCI und RockyRoads weiterhin so problemlos bleibt – denn das ist das, was wir wollen und was die UCI braucht. Zumal Sietse Schelpe mir gegenüber angegeben hat, gar nicht die Spezialisten mit Informationen versorgen zu wollen, sondern grundlegende Informationen für Neu-Interessenten bieten zu wollen. Die Berichterstattung für die “Experten” bleibt damit auch weiterhin in der Hand von uns, der DIRT, von vitalmtb oder von Pinkbike. Diese Aussage hat Sietse Schelpe auch gegenüber dem Fotografen Charles Robertson verkündet.

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Wer von euch kennt Rocky Roads? Schon mal beim Googlen darüber gestolpert? Und wer von denen hat vor der Veröffentlichung des Sponsoring-Deals schon von dem Netzwerk gewusst?
Was denkt ihr werden die Auswirkungen auf den Mountainbike World Cup sein?
Doch die eigentliche Frage lautet: Warum haben alle so negativ auf die Verkündung des neuen Titel-Sponsors reagiert?


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