HomeMagazinProdukte & TechnikArbeitsgeräteArbeitsgerät: Liteville 601 von Daniel “DangerDan” Schäfer im Bike-Check — 28. Oktober 2011 7:27

Arbeitsgerät: Liteville 601 von Daniel “DangerDan” Schäfer im Bike-Check

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Daniel Schäfer – der Name steht für Biken auf La Palma, waghalsige Aktionen und jede Menge Erfahrung als Renn- und Fotofahrer. Auf welches Rad er dabei setzt? In den allermeisten Fällen ist es ein lila eloxiertes Liteville 601.

Rahmen

Ein 601 ist an sich immer noch ein eher seltener Anblick, in lila eloxiert findet man sie im Grunde nur auf Messen. Der Grund: Die Farbe ist nicht bestellbar. Daniel gefällt die Farbe aber ziemlich gut, dazu ist ein eloxierter Rahmen leichter und die Oberfläche haltbarer als bei einem Pulverbeschichteten Modell. Aber deshalb ein langweilig schwarzes Bike fahren? Das ist nicht nötig – schließlich erlaubt die Firma Liteville, den Rahmen beispielsweise in Raw zu bestellen, ihn anschließend zu polieren oder mit Glasperlen abstrahlen und dann auch in Wunschfarbe eloxieren zu lassen. Nur ab Werk sei der Aufwand zu groß. Daniels 601 ist schon seit über einem Jahr im Einsatz und sieht nur auf den ersten Blick aus wie derjenige, der seit kurzem auch für den Endkunden erhältlich ist. Ein Detail, welches recht schnell auffällt: Eine Schweißnaht in der Nähe des Steuerrohrs, längs auf dem Unterrohr. Was es damit auf sich hat? Dort ist ein Querblech intern eingeschweißt, welches als Schutz gegen Doppelbrückengabeln fungieren sollte. Für die Serie ist man davon abgekommen, auch weil der Rahmen mit SingleCrown Gabeln besser harmoniert. Bei 172cm fährt Daniel Rahmengröße M.

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Abgesehen vom schlichten Lila-Elox finden sich ein obligatorischer Liteville Aufkleber, der so aussieht, als hätte er schon einiges mitgemacht, und ein kleiner Atlantic-Cycling-Aufkleber am oberen Ende vom Sitzrohr. Daniel dazu: “Ja mei, des ist halt des Winter-Business – und außerdem eine Scheuerstelle durch die Zugführung für meine Reverb. Normalerweise bin ich aber kein großer Fan von Aufklebern.

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Dank verschiebbarer Dämpferaufnahme lässt sich die Geometrie des 601 beeinflussen – im Alltag nutzt Dan die neutrale Stellung, für Rennen wie das Trek Bike Attack greift er aber gern auf einen flachen Lenkwinkel und ein tieferes Tretlager zurück. Das Rad läuft dann einfach noch ruhiger und verringert die Überschlagsgefahr nochmal. Aber generell bleibt die Einstellung in der Mitte, das ist ein guter Kompromiss aus Wendigkeit und Laufruhe.

Federung

Am Hinterbau fährt Dan einen Rock Shox Vivid Air in 222mm Einbaulänge, woraus 185mm Federweg resultieren. Damit ergibt sich ein Mittelding zwischen dem “kurzen” und dem “langen” (=240mm) DHX Air, welche 170mm beziehungsweise 200mm bereit stellen. Grund dafür: Der Vivid Air bietet bei gleicher Einbaulänge etwas mehr Hub. Daniel probierte Ihn aus, weil auch Sram einer seiner Unterstützer ist, möchte inzwischen aber keinen anderen mehr: Verglichen mit dem Fox liege er satter und näher an der Stahlfeder, weshalb viele Liteviller ihn inzwischen bevorzugen und sogar über eine serienmäßige Auslieferung in dieser Kombination nachdenken.

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An der Front war Daniel bisher ein großer Fan der Rock Shox Lyrik Solo Air DH: Leicht, steif, mit guter Progression und perfekter Einstellbarkeit. Inzwischen schätzt er aber die Vorteile des 2012er Modells mit Dual Position Air mit 130 – 160mm Federweg. Die Verstellung erfolgt per Hebelumdrehen wortwörtlich im “Handumdrehen”, die Performance bleibt aber wie bei der Solo Air erhalten, in Sachen Feinfühligkeit würde Daniel die neue der Solo Air sogar vorziehen.

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Das Setup mag DangerDan “Eher straff, weil ich einfach die Rückmeldung vom Boden gerne direkt mag. Ich will wissen, was los ist unter mir. Die Zugstufe stelle ich ein bisschen mit Tendenz zu langsam ein, weil ich mir lieber beim Abspringen bisschen mehr Mühe mache und dafür safe lande, anstatt irgendwo rausgekickt zu werden. Aber die Zugstufe variiere ich auch mal der Strecke entsprechend. Die Druckstufe nutze ich eigentlich nur, damit die Kiste hinten raus schön hart wird, aber Sensibilität ist eh nicht mein größter Anspruch…”

Antrieb

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“2X10 finde ich absolut ausreichend – dazu kommt mehr Bodenfreiheit vorne, weil das 39er natürlich kleiner ist als ein 44er oder so. Bei 10fach hinten war ich anfangs etwas skeptisch, schließlich wird da alles feiner als bisher, der Spaß rattert aber astrein durch, den ganzen Sommer schon, weshalb sich meine Bedenken da aufgelöst haben. In Kombination mit der 11-36er Kassette komme ich dann eben auch mit zwei Kettenblättern noch alles hoch.”

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An der DirectMount-Aufnahme sitzt ein XX-Umwerfer – leicht und präzise. Dessen Käfig ist, genau wie Ketten- und Sitzstrebe, abgepolstert: “Leiser ist besser!” Damit die Kette bleibt, wo sie ist, sitzt unter der Kettenstrebe die Liteville-eigene Gleitführung, das Sram XO-Schaltwerk mit kurzem Käfig hat einfach die meiste Spannung und die beste Bodenfreiheit.

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Laufrad & Bremsen

“Die DT EXC1550 Carbon Laufräder sind echt meine Favoriten, damit mache ich fast alles – nur um sie auf La Palma von scharfen Lava-Steinen zerkratzen zu lassen, sind sie eigentlich zu schade. Ansonsten halten die Teile aber seit einem Jahr alles aus und musste noch nie etwas daran machen. Viele Leute haben Angst um die Carbon-Felgen, aber… Wahnsinn: Sau leicht, sau steif, echt stabil.” Darauf montiert findet sich ein Continental Rubber Queen, Dans “Lieblings-Allrounder”. An seinem 901 zeigt er uns dann aber noch ein anderes Schmankerl: Als Continental-Teamfahrer testet er bereits die exklusiven Reifen aus dem “Rammstein-Projekt”. Dan dazu: “Find ich ganz geil, vor allem auf Waldboden. Auf durchgängig weicherem Boden hält der Reifen einfach super geil, bremst wie die Sau und liegt auch in der Kurve super. Wenn der Boden aber nur oberflächlich weich und lose ist, unten drunter aber eine harte Schicht bildet, würde ich eher einen Baron nehmen, der hat einfach bisschen weichere und größere Profilblöcke und hält dadurch mehr, da ist das Rammstein-Profil etwas zu hart – das sorgt aber eben auf weichem Boden für unglaubliche Kurven-Stabilität.

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Auf die Frage, ob Tubeless für Ihn eine Option sei, antwortet Dan: “Auf La Palma fahren wir aus Prinzip Tubeless-Reifen, wegen der dickeren Karkasse – aus verschiedenen Gründen aber mit Schlauch. Hauptaspekt: Wenn Du tubeless schief landest, kannst Du unbemerkt recht viel Luft verlieren, und in der nächsten Kurve brauchst Du dann den Reifendruck, mit dem Du rechnest – und wenn der nicht da ist: Servus!”

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Gebremst wird das Geschoss mit 2012er Sram XO Silver Edition Bremsen, bis vor kurzem vertraute Dan noch auf die Stopper von Magura. Der Druckpunkt der XO sei schön definiert, wie er es früher an der Marta schätzte, dazu temperaturunanfällig und perfekt Dosierbar, nicht zu bissig und nicht zu lasch. Für Stehvermögen auf langen Abfahrten gibt’s vorne eine große 203er Scheibe, hinten eine 180er. “Eigentlich würde dort auch eine 160er reichen, aber der Rahmen ist auf 180mm PM Direct Mount ausgelegt.”

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Fahrerkontakt

Als BikeGuide kommt es vor, dass man mal eine Weile im Sattel sitzt – bequem findet Daniel die Modelle von SQLab. Der Vorteil davon: Sie werden ergonomisch korrekt für verschieden breite Hüftknochen ausgeliefert, falls es irgendjemanden interessiert: Daniel sitzt auf der 13cm Version. Damit das ganze schön leicht bleibt und vernünftig dämpft, gibt es Carbon-Streben dazu. Das Design stammt aus einer limitierten Serie, Racing Flags for life.

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Die Pedale sind an sich nur noch Relikte, weil Dan als Syntace-Fahrer natürlich schon mit den neuen Number Nine Custom Pedalen ausgestattet ist. “Aber sie funktionieren halt noch, da können die auch noch dran bleiben… die Lagerung macht einfach gar keine Probleme.” Ebenfalls trotz abenutztem Look immer noch funktionell: Die Griffe am Rad.

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Die Lenkzentrale besteht aus einem 760mm breiten Syntace Vector Carbon und einem 50mm langen Syntace Megaforce II – leicht, breit, vertrauenserweckend. Dank Matchmakern macht alles einen aufgeräumten Eindruck, geschaltet wird mit XO-Triggern.

Letzte Frage: Das Gewicht? Wie gezeigt kommt das Rad auf 13,8kg mit Pedalen und Continental Rubber Queens.


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