HomeAllgemeinFahrtechnik: Kurvenfahren für Einsteiger und Fortgeschrittene — 10. November 2011 13:36

Fahrtechnik: Kurvenfahren für Einsteiger und Fortgeschrittene

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Im Mountainbike-Sport gibt es ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Man triff immer wieder auf Gleichgesinnte, die geschmeidig und zügig über die Trails surfen, in jeder Kurve aber fast zum Stillstand kommen. Woran liegt das? Ganz einfach, es fehlt meist an der nötigen Grundtechnik, welche die Grundlage für die stetige Verbesserung des eigenen Könnens ist. Was man im Ski-Sport in der Ski-Schule vermittelt bekommt, wird im MTB-Sport meist übersprungen. Bisher besuchen noch die Wenigsten einen Fahrtechnikkurs, in welchem man von Anfang an mit den richtigen Basics gewappnet wird. Da insbesondere beim Kurvenfahren die Grundtechnik elementar ist, wollen wir uns der Sache einmal annahmen und hoffen euch mit unserem Fahrtechnikvideo detaillierte und hilfreiche Tipps geben zu können.


Kurven Fahrtechnik in 5 Minuten von Maxi auf MTB-News.de

Um das Ganze nun noch einmal zu rekapitulieren, haben wir euch die Vorgehensweise nochmals kurz schriftlich zusammengefasst.

Fahrtechnik: Kurven

Die Blickführung:

Im Video wurde die korrekte Blickführung bereits eingehend besprochen, dennoch möchten wir euch den idealen Ablauf der Blickführung nochmals kurz und bündig veranschaulichen. Beim Einfahren in die Kurve wandert euer Blick über den Kurvenscheitelpunkt in die nächste Kurve oder auf ein darauf folgendes Hindernis. Sollte nach der Kurve weder eine weitere Kurve noch ein Hindernis kommen, sucht euch als Ersatz einen fixen Punkt im Gelände – dieser sollte ca. 10 Meter vom Kurvenausgang entfernt liegen – und visiert diesen beim Einfahren in die Kurve an. Sinn des Ganzen ist, dass euer Blick dem Körper sagt, wo er hinfahren soll. Mit ein wenig Übung werdet ihr bemerken, wie ihr aufgrund eurer Blickführung durch die Kurve hindurchgezogen werdet.

Die Körperhaltung:

Es ist wichtig, dass ihr durch eure Körperhaltung das Bike in einer stabilen Lage durch die Kurve manövrieren könnt und dabei gleichermaßen einen Gegendruck zur Fliehkraft aufbaut. Indem der kurveninnere Arm gestreckt und der kurvenäußere angewinkelt ist, nehmt ihr automatisch eine zentrale Position über dem Bike ein. Mit den Beinen verhält es sich genau anders herum. Das kurveninnere Knie ist angewinkelt und der Kurbelarm zeigt nach oben. Das kurvenäußere Bein ist fast gestreckt, wobei das Knie leicht angewinkelt sein sollte, und der Kurbelarm zeigt nach unten. Macht nicht den Fehler einen Buckel zu machen, sonder versucht den Rücken bewusst grade zu halten, baut dabei Spannung im Rumpfbereich auf. Das sorgt für eine stabile Körperhaltung.

Der Ablauf:

Der Ablauf eines Kurvenfahrmanövers gestaltet sich folgendermaßen:

  • Die Geschwindigkeit vor der Kurve auf den Kurvenradius und den Untergrund anpassen. (Bremsen immer nur vor der Kurve!)
  • Sobald ihr in die Kurven einfahrt, sind die Bremsen geöffnet und werden nicht mehr betätigt.
  • Nehmt beim Einfahren in die Kurve die oben beschriebene Körperhaltung ein.
  • Kurz vor Erreichen des Kurvenscheitelpunktes wandert euer Blick aus der Kurve hinaus, wie beim Punkt Blickführung beschrieben.
  • Bleibt während des Kurvenfahrmanövers zentral über dem Rad und drückt euch bewusst entgegen der Fliehkraft.
  • Exakt am Kurvenausgang richtet ihr euch wieder auf und fahrt bewusst und aktiv in Richtung Trail-Verlauf.
Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass die Grundtechnik bei allen Arten von Kurven angewendet werden kann und sollte, sei es nun in hängenden oder ebenen Kurven sowie in Anliegern und anderen Steilkurven. Wenn ihr diese Punkte befolgt und euch mit spielerischen Übungen, wie der aus dem Video, an die Sache heran tastet, werdet ihr in kürzester Zeit den Erfolg bemerken. Wir wünschen viel Vergnügen beim Üben.

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Quelle: Bilder: Manuel Sulzer und Christoph Bayer


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