HomeAllgemeinDie Athertons auf GT: Alle Infos & Exklusiv-Interview — 10. Januar 2012 14:00

Die Athertons auf GT: Alle Infos & Exklusiv-Interview

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Die Gerüchte haben sich über die letzten Wochen und Monate gehalten, jetzt ist es offiziell: Dan, Gee und Rachel Atherton sind ab sofort auf den Bikes von GT unterwegs. Das GT Factory Racing Team besteht 2012 so aus den Athertons sowie Marc Beaumont.

Atherton Racing ist eins der progressivsten Teams in der Geschichte des Mountain Bikings und ist bekannt dafür, den Sport auf den nächsten Level zu bringen”, sagt Mark Petermann, Global General Manager GT Bicycles. “Über die Zusammenarbeit sind wir sehr begeistert. Wir werden so den Ansprüchen der Marke GT gerecht, indem wir den Fahrern die Möglichkeit geben an Ihre Limits zu gehen als auch gemeinsam neue Produkte zu entwickeln und zu präsentieren.”

Das Team wird auf dem Modellen Fury, Sanction sowie Force Carbon & Alu unterwegs sein. Neben den Rennen soll das Team seine Fahreindrücke auf den Bikes an das GT Produkt-Team weitergeben und damit Hand in Hand in GT Zukunftsprojekte bzw. in die nächste Evolutionsstufe der GT Mountain Bikes involviert sein.


Das Atherton GT-Fury

Die neue Zusammenarbeit zwischen Atherton Racing und GT hat für alle Beteiligten viele neue Möglichkeiten eröffnet. Ich freue mich auf die nächsten Jahre im Rennsport, abgesichert durch eine
Firma, mit einer großen Leidenschaft für den Sport und die alles dafür tut, um auf dem Podium zu landen. Das entspricht auch meinem Naturell
,” sagt Gee Atherton.

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Wir hatten die Möglichkeit den Athertons vorab Fragen zur 2012er Saison und zu ihrer Zusammenarbeit mit GT zu stellen:

Wie geht es euch? Habt ihr euch nach der anstrengen Saison und den Weltmeisterschaften gut erholt?

Gee: Dieses Jahr hats mit der Regeneration so gut wie nie funktioniert. Red Bull hat mich in ein spezielles Regenerationszentrum geschickt, wo ich für mich für ein paar Wochen voll erholen konnte. Es gab superleckeres gesundes Essen und ich hab die ganze Anlage (samt Kältekammer) dort sehr genossen.

Dan: Ich bin noch ziemlich lang gefahren und hab einige Enduro Events mitgemacht. Jetzt gerade habe ich wieder mit dem Training begonnen, es gab also nicht soviel Erholungszeit für mich – allerdings ist mein erstes Rennen in 2012 nicht so früh wie bei den Anderen im Team.

Rachel: Ich habe viel an meiner Schulter gearbeitet, musste es sonst aber sehr ruhig angehen lassen. Zum Glück habe ich meinen neuen Hund Angus, der hat mich die ganze Zeit über unterhalten.

Jeder hat mitbekommen, dass ihr die Zusammenarbeit mit Commençal beendet habt. Was waren die Gründe für diese Entscheidung, warum macht ihr mit der Firma aus Andorra nicht weiter?

Rachel: Wir waren fünf Jahre bei Commençal und wir fühlten einfach, dass jetzt die Zeit wäre um was Neues zu machen. GT sprach uns dann an und schnürte uns ein gutes Paket zusammen. Wir haben bei unseren Bikes ein Wörtchen mitzureden, GT ist eine coole Firma und wir sind schlichtweg glücklich, dass wir diesen Schritt gemacht haben. Obwohl es auf jeden Fall ein bisschen traurig ist, Max (Commençal, Anm. d. Red.) und auch Andorra Tschüss zu sagen.

In der Vergangenheit gab es Gerüchte dass Trek angeboten hat, Gee und Dan ins Trek Worldcup Team zu nehmen. Rachel allerdings nicht, weil es bei Trek schon eine gute Fahrerin gibt – Tracy Moseley. Ihr sollt das Angebot abgelehnt haben, weil ihr zusammenbleiben wollt. Was macht es für euch so wichtig, in einem Team anzutreten?

Gee: Naja, Gerüchte tendieren dazu, die Wahrheit ein bisschen breit auszulegen. Als familiäre Einheit zusammenzubleiben war immer unser Hauptaugenmerk. Es gibt eine Menge Dinge die bei uns gut zusammen funktionieren und es war nie eine Option, das zu beenden. Im Gegenteil, stattdessen erweitern wir unser Teamn noch um neue Fahrer, wie wir es schon dieses Jahr gemacht haben. Atherton Racing ist eine feste Einheit und neben uns drei Geschwistern haben wir Dan Brown (Teammanager, Anm. d. Red.), der alles überblickt. Unser Mechaniker Polish Pete stellt außerdem sicher, dass wir die schnellstmöglichen Bikes haben – warum sollten wir das also ändern?

Die Atherton Project-Movies von Clay Porter sehen nach viel Spaß und einer guten Beziehung zwischen euch drei Geschwistern aus. Zeigen diese Clips, wie euer Tagesablauf wirklich ist? Ist es nicht manchmal anstrengend, eine “World Cup Family” zu sein?

Dan: Generell ja – aber natürlich gibt es manchmal bestimmte Sachen, die wir jetzt nicht unbedingt machen würden wenn wir nicht gerade für eine neue Folge filmen würden. Unser Leben ist vielleicht ein bisschen langweiliger als es im Film rüberkommt, weil man einfach nicht die Tage dazwischen sieht wo wir einfach nur trainieren oder am Berghang Trails schaufeln. Aber generell würde ich sagen, dass es eine ganz passende Darstellung ist.

Gee, du hast den World Cup gewonnen als du der einzige aktive Star im Team warst – Zufall?

Ich denke nicht. Wenn du dich erinnerst, bin ich mit Dan in die Saison gestartet und diese dann mit Rachel in Windham abgeschlossen. Es gab ein bisschen mehr allgemeine Aufmerksamkeit, wenn Dan und Rachel nicht mit auf den Rennen waren, aber das macht nicht wirklich einen Unterschied. Diese angesprochene Saison hatte einfach alles gepasst, und so habe ich das auch wieder für 2012 vor.

Habt ihr jemals darüber nachgedacht dass es besser wäre, eigene Wege zu gehen – ohne die Geschwister im Team?

Gee: Wir hatten einige Möglichkeiten, aber keine von denen war damit verknüpft, dass wir uns trennen müssten. Wie ich gerade schon gesagt habe haben wir ein gutes Set-up und auch einiges in unser eigenes Set-up investiert – ich denke das machte irgendwo den Reiz aus, zu GT zu gehen. Wir sind unser eigenes Team und haben die Begabung, neuen Firmen genau das zu geben was sie brauchen – sowohl was Material für die Medien betrifft wie auch entsprechende Rennresultate. Das ist unser Erfolgsrezept.

Trainiert ihr auch grundsätzlich zusammen?

Dan: Unser Trainingsprogramm ist schon immer ziemlich unterschiedlich gewesen, auch dieses Jahr wird das wieder so sein. Rachel muss in erster Linie ihre Schulter wieder zu 100% hinkriegen, Gee will Gewicht zulegen und ich muss eher etwas abspecken, um für die Enduro-Saison gerüstet zu sein. Wir machen allerdings immer noch ein bisschen was zusammen. Die Grundlagen bleiben ja immer die gleichen, sodass wir nicht in vollkommen unterschiedliche Richtungen abdriften.

Rachel, Du warst in verschiedenen Rennen die schnellste Frau. In welcher Hinsicht basiert dein Erfolg auch auf deinen Brüdern?

Naja, ich danke ihnen auf jeden Fall dass sie mich in den Sport gebracht haben, aber ich denke es geschieht grundsätzlich aus meinem eigenen Antrieb heraus, die Rennen zu gewinnen. Mit den beiden weiterzumachen ist schon genug Antrieb für mich!

Versuchst du ein bisschen den Fahrstil deiner Brüder zu kopieren oder fährst du für dich selbst? Hast du irgendeine Erklärung dafür, dass Frauen und Männer im Rennen so unterschiedliche Zeiten fahren?

Ich würde nicht sagen dass ich irgendeinen Style kopiere – du kannst dir keinen Style krampfhaft aneignen, das passiert einfach. Was die unterschiedlichen Zeiten angeht: Ich denke da geht es eher um physiologische Dinge. Wenn ich Beine wie Gee hätte, wäre ich genauso schnell.

Nächstes Jahr fahrt ihr mit GT Bikes. Bringt es eine große Veränderung mit sich, ein neues Bike mit einem neuen Hinterbau zu fahren nachdem ihr euch fünf Jahre perfekt auf ein Bike eingestellt habt?

Gee: Wenn man mal drüber nachdenkt ist es seltsam, dass wir bisher nie einen linearen Hinterbau gefahren sind – die meisten unserer Räder waren ziemlich progressiv und ich bin überrascht wie einfach der Wechsel bisher ist. Das GT ist definitiv ganz anders als das Commencal, aber beide Räder haben ihre Vorzüge. Ich bin zuversichtlich dass das Fury geeignet ist, einige World Cup Rennen in 2012 zu gewinnen.

Werdet ihr Räder von der Stange fahren oder seid ihr schon in der Entwicklung von speziellen Rahmen für den World Cup involviert?

Gee: Ich werde ein ziemlich normales Fury in Large fahren, allerdings mit ein paar Modifikationen was den Lenkwinkel angeht. Die Größe vom Rad passt mir wirklich gut, nachdem wir das Oberrohr ein Stück verlängert hatten.
Polish Pete wird mit den Jungs von Fox Racing Shox ein bisschen zaubern und dann ist das Bike perfekt für Südafrika.

Wie wichtig ist gutes Material, um im Rennen erfolgreich zu sein? Kann man ein World Cup Rennen mit einem Bike von der Stange gewinnen oder braucht mal definitiv ein spezielles Rad?

Gee: Keine Chance. Sicher könnte man es mit einem durchschnittlichen Rad in die Top 20 schaffen, aber wenn man wirklich Ambitionen auf die Top 5 hat, führt an einem perfekt auf dich angepassten Bike kein Weg vorbei.

Giant, Commencal, GT – seit den frühen Anfängen fahrt ihr nur für Firmen, die nicht in Großbritannien ansässig sind. Wäre es nicht mal schön, euch auf einem britischen Bike zu sehen?

Dan: Es wäre schon cool, aber ich denke wir haben Fans in allen möglichen Ländern und nicht nur in Großbritannien. Außerdem sehe ich aktuell nicht wirklich viele britische Marken im World Cup.

Dan, du fokussierst dich auf Enduro-Rennen. Ist das wichtig für GT?

Klar ist es das, aber ich denke sie wären auch froh gewesen wenn ich beim Downhill geblieben wäre. Für mich allerdings ist Enduro ein ziemlich spannender Weg und ich kann es kaum erwarten, im ersten Rennen dieser Saison endlich Gas zu geben.

Nach deiner schweren Verletzung (Dan hatte 2010 einen Crash beim Dirtjumpen mit Frakturen an der Halswirbelsäule, Anm. d. Red.) hast du hart gearbeitet, um wieder zu deiner alten Verfassung zurückzufinden. Ist es schwer, auch mental wieder fit zu werden?

Sich die Halswirbel zu brechen ist eine ziemlich beängstigende Sache und ich kann sagen, dass ich 2011 nie 100% fit geworden bin. Die Geschwindigkeit der Top20 Fahrer hat mich etwas gegruselt – ich kann mir ehrlich gesagt aktuell nicht vorstellen, allzuschnell wieder so weit nach vorne zu fahren. Obwohl Enduro ähnlich gefährlich ist, komme ich mit der anderen Art des Rennfahrens besser zurecht.

Was haltet ihr von der UCI-Entscheidung, den 4X World Cup abzusagen? Wird einer von euch bei der WM am Start sein?

Dan: Ich werde auf jeden Fall dort starten. 4X hatte ich seit meiner Verletzung nicht mehr wirklich auf dem Schirm. Das geht für mich nicht in die richtige Richtung, viel zu viel BMX-Einfluss für mein Empfinden.

Was denkt ihr über die DH1 Rennserie? Werdet ihr bei einem der Rennen am Start sein?

Gee: Das hängt davon ab, ob sie es durchziehen oder nicht. Derzeit haben wir ein paar der Rennen in unserem Kalender, es wird aber schwierig für DH1 werden, jetzt wo das RedBull Media House die Worldcup-Übertragungen machen wird. Wir werden abwarten und dann weiterschauen.

Welches ist euer Lieblings-DH-Track?

Gee: Fort William und Bardenehcia, Italien
Dan: Crazy Wobbler bei uns daheim
Rachel: Val di Sole und Prali (beides in Italien)

In einem Interview mit eurem Manager Dan Brown fragten wir ihn, wie er euch in je einem Wort beschreiben würde. Seine Antworten: Gee – waghalsig, Rachel – launisch, Dan – berechnend. Wie würdet ihr euren Manager beschreiben?

Gee: ein Arbeitstier!

Wo werdet ihr diesen Winter über trainieren?

Dan: Zuerst in Kaliforien, danach geht es zum Saisonbeginn nach Italien.

Gee, wirst du wieder bei der Rampage dabeisein?

Gee: Aber hallo, natürlich! Ich kann es kaum abwarten mit dem Fury die Kanten runterzuschießen.

Wie sind eure Pläne für 2012? Was werden die Athertons machen?

Rachel: Gewinnen.
Dan: Kein Lycra tragen wenn ich fahre, auch wenn viele sagen dass ich das jetzt tun werde…
Gee: Ganz oben aufs Podium zurückkommen!

Die Kollegen der Dirt aus Großbritannien hatten das vierköpfige Dream-Team bereits vor der Kamera, hier gibt es das Video:


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