HomeMagazinMenschenVereine & VerbändeOnline Petition für den Flow Country Trail bei Ravensburg (Nessenreben) – jetzt unterzeichnen! — 25. Januar 2012 13:15

Online Petition für den Flow Country Trail bei Ravensburg (Nessenreben) – jetzt unterzeichnen!

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Gute Nachrichten für Mountainbiker aus dem Umfeld von Ravensburg und Friedrichshafen: Wie gestern bekannt wurde, hat sich der Jugendgemeinderat mit 19 zu 3 zu 0 Stimmen (Dafür / Enthaltung / Dagegen) für die Errichtung eines Flow Country Trails bei Ravensburg (Nessenreben) ausgesprochen. Wer der Meinung ist, dass es einen Flow Country Trail bei Ravensburg geben soll, dem sei die Teilnahme an der öffentlichen ePetition empfohlen. Sie soll zeigen, dass mehr als nur ein paar Übermotivierte hinter dem Projekt stehen und sich eine Verbesserung der Situation für Mountainbiker in der Region wünschen würden! Schließlich soll nicht nur der JGR sich für das Projekt aussprechen, sondern auch der Gemeinderat selbst.

Wer und was hinter dem Projekt steht, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Wenn man ihn auf das Thema anspricht, gerät Fabian Waldenmaier (neuer BRD DH-Koordinator – wir berichteten) ins Schwärmen. Seit fünf Jahren hätten sie eine kleine aber feine Bikeanlage mit 4x Strecke, Pumptrack und Dirtjumps idyllisch im Wald. Diese solle nun durch einen Flow Country Trail ergänzt werden, den kein geringerer als Diddie Schneider bauen soll. Die Pläne von Diddie gingen sogar noch weiter: Er soll dazu bereit sein, das Projekt bei Weingarten zu einem Vorzeigeprojekt für Trails dieser Art werden zu lassen.

Was als Grundlage schon nicht verkehrt klingt, gewinnt noch an Bedeutung, da eine internationale Arbeitsgruppe Jugendlicher (Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten, getragen von der UNESCO), an dem Projekt mitarbeiten will. Grundlage für die Unterstützung sei jedoch, dass der Stadtrad das Projekt bis Ende Februar 2012 beschließen würde, so Waldenmaier weiter.

Und die Voraussetzungen scheinen gar nicht so schlecht zu sein. Ausführliche Berichte in der Regionalzeitung erörtern die Thematik [Link zum Bericht] und sowohl der Oberbürgermeist, als auch das Forstamt sollen hinter den Mountainbikern stehen. Auf Seiten des Forstamtes wird vor allem der Kanalisationseffekt hervorgehoben, über den Biker runter von den illegalen und rauf auf eine legale Strecke geführt werden sollen. Dieser Argumentation schließen wir uns an und viele Beispiele in anderen Regionen zeigen, dass dieser Gedankengang die oft verfahrene Debatte um das Mountainbiken im Wald befreien kann.

Damit wäre als vorerst letzte Hürde vor der Realisation die Zustimmung des Stadtrates / Gemeinderates einzuholen, so Waldenmaier. Hier setzen er und sein Team auf reichlich Unterschriften, die der Sache Nachdruck verleihen sollen. Nach lokalen Unterschriftensammlungen haben sie nun den bundesweiten Sammellauf eröffnet und bitten zur Teilnahme in folgender Petition, wenn ihr auf für die Sache seid.

http://www.petitiononline.de/petition/flow-country-trail-weingarten-2012/782

Ihr habt Blut geleckt und wollt mehr Hintergründe erfahren? Dann gibt es noch eine Menge zu lesen. Vielen Dank an Fabian Waldenmaier für die Sammlung und Übermittlung der Informationen.

Aus dem Beschlussvorschlag des Jugendgemeinderates

    1. Der Jugendgemeinderat spricht sich für die Erstellung eines “Flow Country Trails” von der Bike-Anlage in die Oberstadt aus.
    2. Er empfiehlt dem Gemeinderat die Herstellung durch den Streckenbauer Diddie Schneider.
    3. Der Jugendgemeinderat unterstützt die Zusammenarbeit mit dem Verein “Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten”.

Die Gesamtstrecke ist laut CAD-Programm ungefähr 600m lang. Bei veranschlagten 2.000€ netto pro ca. 50m Strecke liegen die Gesamtkosten bei 24.000€ netto, d.h. knapp 30.000€ brutto. Aufgrund der geschilderten engen Finanzlage in Weingarten hat der Streckenbauer Gespräche mit Firmen geführt, die mit ihm zusammenarbeiten und als Sponsoren in Frage kommen könnten. Es wurde von deren Seite Interesse signalisiert, sich an dem Projekt zu beteiligen. Es ist vorgesehen, weitere Beteiligungen bei lokalen Firmen zu erfragen, so dass 2/3 der Baukosten über Sponsorengelder gedeckt werden können. Für das verbleibende Drittel von 10.000 Euro müsste die Stadt aufkommen. Der Betrag wurde in die Haushaltsmittel für 2012 eingestellt.

Die IBG erhält Zuschüsse aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Diese decken einen Teil der Kosten für Verpflegung, Freizeit, Versicherung und Campleitung. Zur Deckung weiterer Kosten wird ein Kooperationsbeitrag erbeten, in der Regel 13 € pro Teilnehmertag. Bei einem Workcamp kommen etwa 15 junge Menschen aus verschie-denen Ländern zusammen, die drei Wochen mitarbeiten. Die Kosten würden sich hierbei auf ca. 5.000 € belaufen. Eine Abrechnung aus dem Budget für Schüleraustausch und Partnerstädte ist möglich.

Unterhalt- und die Pflegekosten fallen nicht an. Sämtliche Arbeiten werden von den Radfahrern bzw. dem Radfahrerverein Weingarten als Pate übernommen. Falls größere Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen notwendig sind, werden die freiwilligen Helfer durch den Bauhof unterstützt (vgl. Konzept zum Unterhalt und zur Pflege der Bike-Anlage).

Die entwickelte Konzeptidee ist, aus dem „Flow Country Trail “ (FCT) in Nessenreben ein Vorzeigeprojekt zu machen – nicht nur im Ergebnis, sondern auch in der Art der Herstellung. Bei dem Projekt sollen Jugendliche tatkräftig mit eingebunden werden. Auch eine Einbeziehung von internationalen Fahrrad-Verbänden ist vorgesehen. Hierdurch würde die neue, zukunftsträchtige Streckenart Flow Country bekannt gemacht, die für einen breiteren Nutzerkreis interessant ist und wesentlich schonender in die Umgebung eingreift als z.B. eine Downhill-Strecke. (Im Bikepark Bischofsmais gibt es mehrere Arten von Strecken, Imageträger ist aber die breite Downhill-Strecke für eher sportlich-aggressive Fahrer.)

Nähere Informationen über Diddie Schneider Sportevent & Design sind auf www.bikefacilities.de und www.imba.com/flow-country/partners zu finden.

    “Nie steil, nie extrem, nie gefährlich. (Aus der Konzeptvorlage von Diddie Schneider Sportevent & Design)

    Diese Attribute beschreiben eindrucksvoll den größten Unterschied zu herkömmlichen Downhill-, Freeride-Trails oder von Radfahrern benutzten Wanderwegen. Der „Flow Country Trail“ hat Eigenschaften, die normalen Wald- oder Wanderwegen grundsätzlich fehlen. Er ist sowohl für ungefederte oder nur gering gefederte Cross-Country-Räder, als auch für Downhill- oder Freeride-Räder mit umfangreicher Vollfederung optimal geeignet.

    Sicherlich existieren bereits Strecken, die in Ihren Eigenschaften einem „Flow Country Trail“ nahe kommen oder ihm entsprechen, doch fehlte bisher eine einheitliche und prägnante Beschreibung. Der Begriff „Flow Country Trail“ soll sich nicht nur zu einem Standard für Mountainbiker und Mountainbike-Strecken entwickeln, sondern auch der Mountaintainbike-Destination die Möglichkeit geben, sich mit einer offiziell anerkannten und von uns nach den entsprechenden Kriterien hergestellten Strecke einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen.
    Jeder, vom Anfänger bis zum Profi, kann sich auf einem „Flow Country Trail“ wohlfühlen und diesen entsprechend seiner fahrtechnischen Fähigkeiten für sich auslegen.

    Der Anfänger rollt entspannt durch, der Profi findet die speziellen Details und nutzt diese für Sprünge oder eine direktere Linie.

    Uns ist enorm wichtig, dass ein breites Spektrum diese Art von Strecke befahren kann, alle Spaß dabei haben und mit einem breiten Grinsen entspannt im Ziel ankommen. Auf dem „Flow Country Trail“ genießt man ein achterbahnähnliches Gefühl, ein Spiel mit der Schwerkraft und den Beschleunigungskräften und puren „Flow“, das, was bisher nur einer begrenzten Zielgruppe zugänglich war.”

    Das breite Nutzerspektrum wird z.B. an der Tatsache deutlich, dass auch das KBZO (Körperbehinderten Zentrum Oberschwaben) mit ihrem Mountainbikekurs großes Interesse an der Umsetzung des Projekts hat. Nähere Informationen über die Disziplin Flow Country befinden sich auch auf www.imba.com/flow-country/what-is-flow-country und www.hansrey.com/flowcountry.html (in Englisch).

Aus Sicht des Umweltschutzes bestehen laut dem Landratsamt Ravensburg keine Bedenken. Die forstrechtliche Genehmigung wurde vom Forstamt erteilt und wie folgt begründet:

“Der vorgesehene Standort des Mountainbike-Pfades befindet sich am Rand des Landschafts-schutzgebiets „Laurental und Rößlerweiher“. Es handelt sich um intensiv genutzten Erholungs-wald mit Waldsportpfaden, Nordic Walking-Wegen etc.

In unmittelbarer Nähe (ehemaliger Schießplatz) befindet sich bereits eine Bike-Anlage, so dass sich das Angebot mit dem vorgesehenen Bike-Pfad ergänzt.
Besondere Waldbiotope sind nicht betroffen.
Insbesondere im Umfeld von Weingarten/Ravensburg werden die Wälder unerlaubt quer durch die Bestände von Bikern befahren. Dies zeigt den hierfür vorhanden Bedarf.
Der vorgesehen Ort ist geeignet. Es werden Freizeiteinrichtungen im ohnehin stark frequentierten Erholungswald sinnvoll konzentriert. Es kann so zumindest teilweise der Druck auf unerlaubtes Querfeldeinfahren durch die stadtnahen Wälder entschärft werden.”

Diese Einschätzung deckt sich mit den Erwartungen des Streckenbauers

“Betrachtet man die aktuelle und zukünftige Entwicklung im Mountainbikesport, so ist es unerlässlich, dass für Mountainbiker spezielle Strecken angelegt und ihre Aktivitäten im alpinen Bereich kanalisiert werden.
Mountainbiker sollten nicht darauf angewiesen sein, sich die Nutzung auf existierenden Wan-derwegen und Ziehwegen mit anderen Nutzern zu teilen oder von diesen geduldet zu werden. Die bestehenden Wege bieten kaum ein ideales Fahrvergnügen für Mountainbiker und den er-warteten Spaßfaktor, den man beim Bergab-Fahrradfahren erwartet.
Der „Flow Country Trail” bietet eben all das, was der Mountainbiker erwartet und entwickelt sich zu einem Synonym für einzigartiges Fahrvergnügen und einem besonderen Erlebnis, sowie für umweltfreundlich, nachhaltig und qualitativ hochwertig angelegte Strecken, die die Populari-tät des Mountainbiking in der entsprechenden Region steigern und die Sportart Mountainbiking einer großen Zielgruppe zugänglich machen.”

(Aus der Konzeptvorlage von Diddie Schneider Sportevent & Design)

Die Herstellung des Trails ist in Zusammenarbeit mit der Internationale Begegnung in Gemein-schaftsdiensten e.V. (IBG) geplant. IBG organisiert seit 1965 internationale Freiwilligendienste in Form von Workcamps in Deutschland. Der Verein vermittelt international zusammengesetzten Gruppen von Jugendlichen gemeinnützige Bauprojekte mit Themen wie u.a. Spielplätze/Jugend-zentren/Forstarbeiten/Wanderwegen, bei denen sie mithelfen können. Hierdurch können Projektideen, die aufgrund mangelnder Arbeitskräfte oder finanzieller Mittel noch nicht umgesetzt worden sind, realisiert werden. Gleichzeitig stellen die Projekte einen Beitrag zur Völkerverstän-digung dar.

Die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit IBG passt mit dem vorgeschlagenen Konzept, die Herstellung des Flow Country Trails unter der Mitarbeit von Jugendlichen zu realisieren, sehr gut zusammen. Wichtig dabei ist die internationale Begegnung in der Gruppe mit der lokalen Bevöl-kerung. Die Unterbringung vor Ort auf dem Jugendzeltplatz Nessenreben wäre ideal. Damit sich eine möglichst intensive Zusammenarbeit mit den Helfern vor Ort ergibt, ist an eine Durchfüh-rung des Projekts in den (Sommer-) Ferien gedacht, da Schüler dann ganztags mit dabei sein können. Auch Schüler aus den Partnerstädten könnten mit hinzustoßen.
Ein Vorgespräch mit IBG wurde bereits geführt. Zahlreiche Möglichkeiten zur Mitarbeit wurden festgestellt. Ebenfalls wurden erste Ideen für das Rahmenprogramm der Campteilnehmer zusammengetragen (vgl. Schüleraustausch). Hier könnte sich der JGR einbringen, um die internati-onale Begegnung zu fördern. IGB hat sein Interesse, an dem Projekt mitzuarbeiten, bekräftigt.

IGB ist Mitglied des „Coordinating Committee for International Voluntary Service“ der UNESCO. Nähere Informationen über IBG befinden sich auf www.ibg-workcamps.org.


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