HomeAllgemeinAusprobiert: Übergangs- und Winterschuhe von Rose, Scott, Shimano und Vaude — 19. Februar 2012 8:00

Ausprobiert: Übergangs- und Winterschuhe von Rose, Scott, Shimano und Vaude

Von

Der Winter ist in vollem Gange. Väterchen Frost hat die Trails mit seinen kalten Händen fest im Griff und ein sanfter Schneeteppich bedeckt den Boden, wohin das Auge blickt. Dennoch ist dies kein Grund, das Rad in den Keller zu stellen. Im Gegenteil! Richtig gekleidet, macht eine ordentliche Tour auch im Winter Spaß. Eines der wichtigsten Utensilien bilden bei derlei Aktivitäten die Schuhe, sind trockene und warme Füße doch das A und O bei ausgedehnten Fahrten.


Trailer Übergangs- und Winterschuhe von vhy auf MTB-News.de

Bei Übergangs- und Winterschuhen sollte man darauf achten, dass genug Luft für dicke Socken bleibt, er aber auch für dünne Socken geeignet ist und sich dementsprechend weit anpassen lassen sollte. Meistens kommt ein reiner Klettverschluß zum Einsatz da sich dieser leichter mit Handschuhen bedienen lässt und nicht so anfällig gegen Matsch und kleine Steinchen ist, im Vergleich zu Ratschen oder Drehverschlüssen. Die Sohle sollte griffig sein und optimalerweise mit Einschraubstollen versehen werden, damit man bei Schiebepassagen im Matsch nicht ins Rutschen kommt. Weitere praktische Features sind Schlaufen zum leichten Anziehen und eine Anpassung an die Hose, um Einlaufen von Regenwasser zu verhindern.

Zudem sollte der Schuh über ein Cleataufnahme verfügen, die sowohl Cleats von Shimano wie auch von Crank Brothers genügend Platz bietet. Damit wir mit allen Schuhen die korrekte Cleateinstellung erreichen wollten, haben wir diese mit Hilfe der Ergon TP1 Schuhplatten eingestellt. Für unseren Test haben wir Shimano XTR Pedale PD-M985 Trail und die Crank Brothers Candy 3 benutzt.

Das Auswahlkriterium war für uns der Preis. Wir haben uns an Schuhen um die 150,00 EUR orientiert und die folgenden vier Modelle für euch unter die Lupe genommen. Wir hoffen, euch damit einen recht guten Eindruck geben zu können.

  • Rose RWS 01
  • Scott MTB Heather
  • Shimano MW 81
  • Vaude Termatic RC

Die vier Modelle haben wir nach den folgenden Kriterien hin getestet:

  • Aussehen/Verarbeitung
  • Tragegefühl/Verschlussysteme
  • Sohle/Cleatfreiheit
  • Gewicht/Preis

Shimano MW 81

Aussehen und Verarbeitung
Shimano’s MW 81 ist ein leichter Winterschuh, der in schwarz ausgeliefert wird und der auch bei Temperaturen unter 0° Celsius eingesetzt werden kann. Für trockene und warme Füße sorgt dabei eine GoreTex-Schicht, im gesamten Schuhbereich eingearbeitet ist. Auf dem Vorderfuß befinden sich drei asymetrisch angebrachte Klettverschlüsse, von denen einer silber ist und das Shimano-Logo trägt. Den Knöchelbereich markiert ein Neoprenband, an dessen Rücken sich ein Schlaufe zum Anzeihen des Schuhs befindet. An der Ferse befindet sich zusätzlich ein Refektorstreifen. Die Nähte sind sauber verarbeitet und wirken hochwertig.

Das Innere des MW 81 ist aus Fleece gefertigt und sorgt für guten Komfort. Diese geht auch beim Tragen dicker Socken nicht verloren.

Die Sohle ist aus Glasfieber gefertigt und mit einer Cleataufnahme versehen. Zusätzlich ist sie in zwei Teile gegliedert. Auch hier kann weder Schmutz noch Wasser in den Schuh eindringen.

Tragegefühl
Die Schlaufe am hinteren Teil des MW 81 erleichtert den Einstieg in den Schuh. Einmal angezogen, sitzt der Schuh wie eine zweite Haut. Vor Allem die drei im Vorderfuß asymetrisch angebrachten Klettverschlüsse sorgen für eine gleichmäßige Druckverteilung. Im oberen Bereich des Schuhs hält ein ebenso mit Klett versehenes Neoprenband Wasser und Schmutz vom Fuß fern und sorgt für ein angenehmes Klima im Schuh. Dank einem GoreTex-Layer im Inneren des MW 81 bleiben die Füße stets trocken. Auch mit dünnen Socken bekamen wir bis -10° Celsius keine kalten Füße. Die Klettverschlüsse erlauben es aber auch dickere Socken anzuziehen, bei gleichbleibendem Tragekomfort. Auf dem Pedal macht der Schuh auch auf langen Strecken einen guten Eindruck, in Schiebepassagen bietet er guten Halt.

Sohle und Cleatfreiheit
Die Sohle ist in der Mitte durch einen gelben Plastikpart in einen vorderen und einen hinteren Teil unterteilt. Beide Teile sind mit einem griffigen Rippenprofil versehen, welches euch in jedweder Situation Herr der Lage bleiben lässt. Im vorderen Teil befindet sich eine Aufnahme für zwei Stollen je Schuh. Die Stollen sind im Lieferumfang zwar nicht enthalten, können aber nachgerüstet werden und sind eine lohnenswerte Addition zum Grip der Sohle.

Shimano bietet für seine Schuhe natürlich die passenden Cleats an. Kein Wunder, dass diese sich perfekt in die Sohle einpassen lassen. Dennoch haben wir die Schuh auch mit den Crank Brothers Cleats getestet. Solltet ihr also mit Candy’s unterwegs sein, dann habt ihr auch in dieser Hinsicht keine Probleme mit dem MW 81.

Fazit
Der MW 81 von Shimano ist in allen Belangen ein High-End-Schuh für die kalten und niederschlagsreichen Tage im Jahr. Einzig die Stollen vermissten wir. Der Schuh ist mit einem UVP von 199,95 EUR versehen, wird jedoch meist preiswerter angeboten. Das Gewicht beläuft sich in Größe 43 auf 916g. Erhältlich ist der Schuh in den Größen 40-48.

schuhtest shimano 1 schuhtest shimano 2 schuhtest shimano 3 schuhtest shimano 4

Vaude Termatic RC

Aussehen und Verarbeitung
Wie die anderen Schuhe im Test, ist auch der Termativ RC von Vaude in schlichtem schwarz gewandt. Das Außenmaterial besteht aus synthetischem Leder und einer Sympatex Membran, die für einen warmen und trockenen Fuss sorgen soll. Im Knöchelbereich befindet sich ein Neoprenstreifen, welcher den Schuh nach oben hin abschließt. Im hinteren Bereich des Neoprenstreifens ist eine Schlaufe zum Anziehen angebracht. Im Vorderfussbereich befinden sich zwei Klettverschlüsse, ein dritter ist am Neoprenstreifen angebracht. Zudem finden sich mehrere Reflektoren auf dem Äußeren des Schuhs. Der Zehen- und der Fersenbereich sind gummiert, wodurch die Stabilität des Schus erhöht wird. Gleichzeitig schützt der Gummi vor äußeren Stoßeinwirkungen. Die Gummistücken sind sauber verklebt und die Nähte hochwertig gestochen.

Das Innere des Termatic RC ist aus einem Primaloft Warmfutter gefertigt. Im Zusammenspiel mit dem Neoprenstreifen bleiben die Füße dadurch nicht nur trocken, sondern auch warm. Auch bei Minusgraden konnten wir den Schuh mit Sommersocken fahren. Mit dicken Socken war der Schuh aufgrund seiner Dicke allerdings etwas bequemer.

Für einen guten Stand im Schuh sorgt die anatomisch geformte EVA-Innensohle. Auf dieser befindet sich ein Polyester-Fleece, das als Wärmeisolationsschicht dient.

Tragegefühl
Wie soeben kurz angemerkt, muss man sich an diesen Schuh erst einmal gewöhnen. Ist die Gwöhnungsphase jedoch vorbei, wird man den Termatic RC nicht mehr missen wollen. Ganz gleich, wie schlecht die Bedingungen auch sein mögen, derSchuh lässt einen nicht im Stich. Dank des wasserdichten Außenmaterials und des Neoprenstreifens am Knöchel bildet sich im Schuh ein angenehmes Wärmeklima, dass zusammen mit dem Fleecefutter für viel Freude auf dem Trail sorgt.

Selbst bei richtig eisigen Temperaturen, in unserem Test fiel das Thermometer bis auf -19° Celsius, behielten wir warme Füße. In Schiebepassagen bot der Schuh sicheren Halt. Schnee und Matsch konnten dem Termatic RC dabei nichts anhaben.

Sohle und Cleatfreiheit
Die Außensohle ist aus TPU-Polyurethan gefertigt und wasserdicht. Sowohl im vorderen wie auch im hinteren Bereich ist sie mit einem Rippenprofil versehen, welches einen recht guten Halt bietet. An steilen Schiebepassagen wären Stollen eine sinnvolle Bereicherung, jedoch sind diese nicht vorgesehen. Anders die Aufnahme für die Cleats. Diese fällt großzügig aus und bietet jeder Art von Cleat ausreichend Platz.

Fazit
Der Termatic RC war zwar der schwerste Schuh im Test, er war aber auch der mit Abstand wärmste. Im vorderen Fussbereich war er etwas breiter als die anderen Schuhe, was dem Tragekomfort aber nicht abträglich ist. Stollen im vorderen Sohlenbereich würden den Grip des Schuhes auf rutschigem Boden erhöhen. Alles in Allem ist der Schuh jedoch eine lohnenswerte Investition für all jene, denen Temperaturen egal sind und die bei jedem Wetter die Zeit auf dem Trail genießen wollen. Mit 149,00 EUR ist er zudem für jeden Geldbeutel erschwinglich. In Größe 43 beläuft sich das Gewicht auf 1054g, wobei es den Schuh in den Größen 38-48 zu kaufen gibt.

schuhtest vaude 1 schuhtest vaude 2 schuhtest vaude 3 schuhtest vaude 4

Rose RWS 01

DSC 0781

Aussehen und Verarbeitung
Verzierungen und optische Raffinessen sucht man beim Winterschuh von Rose vergeblich. Außer einem Reflektorstreifen in Silber, sowie Rose-Logo und Streifen an den frei Klettverschlüssen in Khaki ist der Schuh komplett schwarz. An der Ferse und ganz vorne an den Zehen hat er harte Plastikkappen zur Verstärkung, was aufgewirbelten Steinen und sonstigen Gegenständen den Schrecken nimmt. Oberhalb des Knöchels wird eine Lasche aus Neopren, versehen mit einem Klett, eingesetzt, um Wärme im Inneren zu behalten und den Schuh optimal an die Hose anpassen zu können, damit weder Kälte noch Wasser eindringen kann. Ansonsten ist das Außenmaterial aus Kunstleder, mit einer wasser- und winddichten Membran darunter.

Damit das alles Sinn macht, ist natürlich auch die Sohle gegen Spritzwasser abgedichtet und gibt Wind und Wasser auch hier keine Chance, ins Innere zu gelangen.

Der Innenschuh ist lediglich leicht gefüttert. Wenn es extrem kalt ist und/oder wer kälteempfindliche Füße hat sollte hier dicke Socken anziehen.

Die Verabreitung lässt keinerlei Kritik zu. Der Schuh ist durchwegs sehr solide verabreitet und alle Nähte sehen ebenfalls sauber genäht aus.

Tragegefühl
Weder zu locker noch zu fest sitzt der Rose RWS am Fuß. Durch die drei Klettverschlüsse lässt sich der Schuh optimal an die individuelle Fußform anpassen und verteilt dabei den Druck angenehm gleichmäßig.

Bis jetzt gab es bei keiner Ausfahrt das Gefühl von kalten Füßen, selbst nach knapp drei Stunden bei -10°C mit Sommersocken und langen Asphaltabfahrten. Bei noch kälteren Bedingungen wären dickere Socken jedoch notwendig, was aber kein Problem ist denn durch die Klettverschlüssen hat man einen recht großen Anpassungspielraum.

Das andere Extrem, zu warme Füße, konnten wir bis jetzt noch nicht feststellen. Der Schuh ist recht atmungsaktiv und durch die dünne Fütterung kommt auch kein Hitzestau. Im Temperaturbereich von +10°C bis -10°C ist er somit gut aufgehoben.

DSC 0798

Sohle und Cleatfreiheit
Die passende Bezeichnung der Sohle ist wohl: Standard MTB, mit sechs Stollen im Fersenbereich sowie griffige Rippen neben den Cleats. Mit den mitgelieferten Stollen kann man auch locker Passagen im Matsch bewältigen. Das Einschraubgewinde sieht dabei auch noch richtig massiv aus und sollte einige Zeit lang halten, im Gegensatz zu vielen anderen Schuhen bei den die Gewindehülse nach ein paar Jahren nicht mehr richtig fest im Schuh sitzt.

Fazit
Rose hat mit dem RWS 01 ein richtig guten Winterschuh im Programm, den wir nur empfehlen können. Der Preis von 134,95€ geht absolut in Ordnung genauso wie das Gewicht von ca. 1038 in Größe 41. Lieferbar ist der Schuh in Größe 38-50.

DSC 0670 DSC 0781 DSC 0789 DSC 0798

Scott MTB Heather

Aussehen und Verarbeitung
Der MTB Heather war der mit gewogenen 893g leichteste Schuh in unserem Test, handelt es sich bei diesem Modell doch um einen Übergangsschuh, der vor Allem für Temperaturen über 0° Celsius geeignet ist. Im Vergleich zu den anderen Schuhen fällt dies auch direkt ins Auge. Der Schuh ist der dünnste im Test. Er ist sehr gut verarbeitet. Alle Nähte sind sauber gestochen auch die Spitze ist gut verklebt. Bis auf einige wenige silbergraue Verzierungen ist der Schuh komplett schwarz. Im vorderen Fussbereich sorgen zwei Klettverschlüsse für einen relativ guten Sitz des MTB Heather. Am Knöchel befindet ein ebenfalls mit einem Klettverschluss versehenes Neoprenband. Dieses verhindert das Eindringen von Wasser, Schnee und Schmutz. Das Obermaterial des MTB Heather ist aus wasserabweichendem Microfiber und synthetischem Leder gefertigt. Einmal angezogen, bleiben die Füsse dadurch warm und trocken.

Die ErgoLogic Innensohle sorgt für ein angenehmes Tragegefühl des MTB Heather, sowohl auf dem Pedal, wie auch in Laufpassagen. Dass in solchen der Grip und damit die Außensohle von Bedeutung ist, hat Scott verstanden. Die schwarz-weisse X-Traction-Sohle verfügt neben einem gleichmäßig über den Sohlenbereich verteilten Rippenprofil auch über eine Aufnahme für zwei Stollen, die den Schuhen beiliegen. Auch die Außensohle ist gegen das Eindringen von Wasser und Schmutz gewappnet.

Tragegefühl
Das Anziehen des Schuhs wird etwas durch die fehlende Schlaufe im hinteren Schuhbereich erschwert. Hat man seine Füsse aber erst einmal in den Schuhen, dann sitzt der MTB Heather sehr bequem am Fuss. Dank der beiden asymetrisch angebrachten Klettverschlüsse bleibt er jederzeit dort, wo er hingehört, und sorgt so für eine gute Druckverteilung.

Bei den entsprechenden Temperaturen eingesetzt, blieben die Füße stets warm und trocken, selbst mit Sommersocken. Wer im Herbst und Winter jedoch schnell kalte Füße bekommt, dem empfehlen wir in Verbindung mit dem MTB Heather das Tragen dickerer Socken. Auch dazu bietet der Schuh genügend Platz.

Sohle und Cleatfreiheit
Wie schon beim Rose ist auch die Sohle des Scott mit einem Rippenprofil und Platz für zwei Stollen versehen. Allerdings hat Scott mit der X-Traction-Sohle sehr viel Wert darauf gelegt, die Standfestigkeit des Schuhs auf rutschigem Untergrund zu verbessern. Mit Erfolg, wie es scheint. Auch auf schlammigem Boden fand ich jederzeit guten Halt, ob in der Ebene, oder am Hang.

Das Rippenprofil der Sohle ist so angebracht, dass sowohl Cleats von Shimano als auch von Crank Brothers genügend Platz finden. Die Platten zur Befestigung der Cleats befinden sich auf der Innenseite der Sohle und können je nach der gewünschten Position individuell angepasst werden.

Fazit
Scott hat mit dem MTB Heather einen leichten Übergangsschuh geschaffen, der sich vor Allem an jene richtet, die Ausfahrten bei Minusgraden meiden, sich aber dennoch bei schlechtem Wetter draußen zu Hause fühlen. Mit 159,00 € ist der Schuh zudem für Jedermann erschwinglich. Das Gewicht haben wir, wie eingangs bereits erwähnt, mit 893g in Größe 43 gemessen. Der MTB Heather ist in den Größen 38-48 erhältlich.

schuhtest scott 1 schuhtest scott 2 schuhtest scott 3 schuhtest scott 4

Wi hoffen, wir konnten euch mit unserem Test bei der Wahl nach einem geeigneten Übergangs- bzw. Winterschuh behilflich sein. Habt ihr Erfahrungen mit den gleichen Schuhen gesammelt? Dann lasst es uns wissen!


Kurzlink zu diesem Artikel:

Ähnliche Artikel

Hier geht es zu Thema und Kommentaren im Forum.

Was meinst du?

Hier kannst du den Artikel direkt im Forum kommentieren.

Hier geht es zu Thema und Kommentaren im Forum.

Kurze Einschätzungen sind ok, Floskeln wie das sieht **beliebiges Schimpfwort einsetzen** aus oder ähnliches sollten im Sinne einer sachlich geführten Diskussion vermieden werden. Entsprechende Beiträge werden ggf. gelöscht.

Bitte sei höflich!

Mehr in Allgemein, Produkte
Valparaiso Cerro Abajo Urban DH Rennen live am 19.2.2012

Vielleicht kannst du dich an dieses Video aus dem Vorjahr erinnern - Filip Polc schießt hierbei die steilen Straßen und Gassen Valparaisos (Chile) hinab, Beinahe-Kollissionen...

Schließen