HomeRennenWorld Cup 2012 #1 – Pietermaritzburg – Minnaar und Hannah gewinnen im Downhill! — 18. März 2012 15:32

World Cup 2012 #1 – Pietermaritzburg – Minnaar und Hannah gewinnen im Downhill!

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Greg Minnaar hat nach der Qualifikation auch das Rennen auf seiner Heimstrecke im südafrikanischen Pietermaritzburg gewonnen! Unmittelbar hinter ihm haben der Amerikaner Aaron Gwin und der Australier Mick “Sick Mick” Hannah das Rennen beendet. Johannes Fischbach wird 29. und absolviert damit ein erfolgreiches Premierenrennen im Downhill-Worldcup. Zusammen mit dem 16. Platz aus der Qualifikation ist er nun 24. in der Gesamtwertung!


Cedric Gracia – schnell und stylish wie eh und je


Echte Fans. Sogar mit Krücken.


Ein echter Fan…


Das Podium der Herren.

Das Rennergebnis der Herren
WC 2012 01 Pietermaritzburg – Ergebnisse Herren

Das Stand im World Cup nach dem ersten Rennen der Herren
Pietermaritzburg – DH – Zwischenstand Herren

Rennbericht Herren
Als der Stream bei den Herren zum Live-Stream wird, sitzt gerade Brendan Fairclough auf dem Hotseat. Nach einer lange hinausgezögerten Knie-Operation ist es besonders erfreulich, den jungen Briten wieder auf dem Rad zu sehen und dann noch in offensichtlich guter Verfassung. Brendan ist mit neuem Team (Scott 11) und neuem Protoyp sowie extra für Pietermaritzburg auf Klickpedalen unterwegs gewesen und wird am Ende 20. In den letzten Jahren ist der Freecaster.tv-Stream bei den Herren immer eine recht langwierige Angelegenheit gewesen doch zu Beginn erscheint es ein wenig seltsam, nur die Top 30 sehen zu dürfen. Dafür kompensiert Red Bull mit einem erstklassig aufgelegten Rob Warner (“He goes down faster than a french breast implant…” und einem sehr gut organisierten Stream, der gänzlich ohne Ruckler und mit überzeugender Bildqualität verwöhnt.

Bevor wir näher auf die Top 30 eingehen deshalb nur ein kurzer Rückblick auf die Fahrer, die sich nicht innerhalb der neuen magischen Marke qualifiziert haben. Tommy Herrmann, der sich haarscharf noch für das Rennen qualifizieren konnte, landet mit einer Zeit von 4:20.200 min auf einem guten 70. Platz und kassiert elf Punkte für die Gesamtwertung. Gute zehn Sekunden schneller ist am Ende Markus Klausmann, doch zehn Sekunden weniger Abfahrtszeit sorgen für einen großen Sprung auf den 34. Platz. Auffällig ist, dass Markus besonders im zweiten Sektor der Strecke Federn gelassen hat. Er selbst kurz und zu seinem Rennlauf:

“Oben okay, untenraus eingegangen wie eine Primel”

Markus Klausmann

Die Sensation des Tages könnte jedoch Johannes Fischbach gelingen. Seit dem Ende von 4x auf World Cup-Ebene hat er sich dem Downhill-Training verschrieben und hat mit einem herausragenden 16. Platz in der Qualifikation bereits den Grundstein für einen erfolgreichen Quereinstieg gelegt. Im Rennen selbst passiert ihm dann das größte Missgeschick, was einem in Pietermaritzburg passieren kann: Er schlägt am ersten der drei riesigen Tables zu kurz ein, verliert allen Schwung und muss danach zeigen, was in den Beinen steckt. Der ansich “sichere” Lauf verliert damit leider den Drall in die Top 20, die sonst sicher möglich gewesen wären. Am Ende ist unser neuer Downhill-Star gut am Pumpen – Platz 29 beim World Cup Auftakt ist alles andere als schlecht. Seine Zeit: 4:09.861min.


Johannes Fischbach – Tiefflieger im Deutschlandlook


Brendan Fairclough auf dem neuen Scott DH Prototypen

Doch auch andere patzen. Sam Blenkinsop ist ebenfalls wie Brendan Fairclough auf Klickpedale umgestiegen doch sein 58. Platz zeigt, dass er lieber auf anderen Strecken ohne Handschuhe unterwegs ist. In Anbetracht seiner schweren Verletzungen im Verlauf des Winters ist es jedoch gut zu sehen, dass “Blinky” auf World Cup-Niveau unterwegs ist und mit Sicherheit auf den anderen Strecken deutlich weiter vorne landen dürfte. Ebenfalls mit schweren Problemem musste sich Markus Pekoll herumschlagen, der nach guter Startzeit im zweiten Abschnitt massiv Zeit verliert (ein Sturz?) und 80. wird.

Nicht sonderlich besser und ganz und gar nicht zufrieden dürfte Weltmeister Danny Hart sein. Er stürzt im oberen Teil der Strecke eingangs einer der technischen Passagen und lässt wichtige Zeit liegen. Dafür verwöhnt er mit massivem Whip über den Hip-Jump vor dem Ziel und landet am Ende auf einem unansehnlichen 41. Platz. Beim nächsten Rennen in Val di Sole (3. Juni 2012) sollte das schon anders aussehen – nicht nur wegen der Strecke… Gleiches gilt für Brook MacDonald (MS Mondraker). Als einer der ebenfalls technisch extrem versierten Fahrer bleibt er seinen Flatpedals treu und überzeugt mit wilder Fahrt, kann seine sehr gute Startzeit jedoch nicht bis ins Ziel verteidigen und wird am Ende 15.


Brook MacDonald


Brook MacDonald auf dem Weg ins Ziel

Und dann geht es immer tiefer in die Top 30 hinein. Besonders auffällig zeigt sich der Franzose Julien Camellini. Ohne Team-Support in diesem Jahr knallt er eine beachtliche Zeit in den südafrikanischen Boden und bleibt damit lange im Hotseat kleben. Am Ende Platz 9 für ihn und definitiv ein wichtiger Schritt weg vom Privatfahrer-Status. Ein weiterer Überraschungsgast an der Spitze ist kurz darauf Bryn Atkinson, der nach schweren Verletzungen ebenfalls wieder im World Cup mitmischen will und einen guten 24. Platz herausfahren kann. Auch bei ihm sehen wir die Tendenz zu den technisch schweren Strecken denn seine erste Zwischenzeit ist die fünfbeste im Feld – das hat Potential.


Bryn Atkinson – zurück auf dem Weg zurück an die Weltspitze?!

Ein kleines Stück vor ihm landen ebenfalls einige Fahrer, die noch deutlich mehr Poential haben könnten. Da wäre auf Platz 17. Justin Leov, der – wohl um besser treten zu können – ohne Knieprotektoren unterwegs ist. Oder Fabien Cousinie (Platz 16), der vielleicht auch dank Mick Hannah als Trainingspartner deutlich stärker zu sein scheint, als im Vorjahr. In Richtung Top 10 liegen vor Ihnen noch Steve Peat, der junge Neko Mulally (Trek World Racing), Nick Beer und Sam Hill. Sam tritt mit vollem Einsatz bis ins Ziel und dementiert damit live die Gerüchte um seine schwache Fitness. Für einen Platz ganz vorne sollte man ihn beim World Cup in Pietermaritzburg aber nicht auf dem Schirm haben. Doch auch hier kommen noch andere Strecken.


Troy Brosnan – so jung und schon ganz weit vorne mit dabei!

In den Top 10 finden sich dann die Fahrer, denen es reichlich egal zu sein scheint, ob die Strecke lang, kurz, steil oder flach ist. Da wäre auf Platz acht der kleine und junge Troy Brosnan (Monster Energy Specialized), der mit starker Fahrt und viel Einsatz seine exzellente erste Zwischenzeit dennoch nicht verteidigen kann. Unmittelbar vor ihm landet Lokal-Matador #2 – Andrew Neethling. Der Kollege von Danny Hart sitzt wie immer sehr gut auf dem Rad und scheint durch die Aufnahme ins Blackbox-Programm von Rock Shox zusätzlich motiviert. Er saß zwischenzeitlich gebührend im Hotseat und dürfte besonders gute Erinnerungen an den Heim-World-Cup mit nach Hause nehmen.


Ex-4x-Star Jared Graves – er hat den Sprung in die Downhill-Spitze geschafft.

Direkt vor den beiden – auf Platz sechs – landet am Ende Jared Graves. Wie Fischbach ist auch er vom 4x gewechselt und interessanter Weise hat er das Carbon-Bike für das Rennen stehen gelassen und ist auf dem Alurahmen unterwegs. Seine Bestzeit hält einige Fahrer und Jared zeigt sich in ebenfalls guter Form. Anders waren wir das bei ihm aber auch noch nie gewohnt. Es wird spannend sein zu sehen, wie er auf den weniger langen aber dafür technisch schwereren Strecken zurecht kommen wird. In Pietermaritzburg sind nur wenige schneller.


Aaron Gwin Zieleinfahrt


Steve Smith – von ihm werden wir in dieser Saison noch einiges zu sehen bekommen!

Dazu zählt Steve Smith aus Kanada, der zuletzt mit hervorragenden Ergebnissen von sich hören lassen hat und auch auf dieser – für ihn eher untypischen Strecke – überzeugen kann. Er reiht sich ein gutes Stück hinter Gee Atherton, Mick Hannah, Aaron Gwin und Greg Minnaar ein.

Das erste große Duell des Jahres geht damit an Greg Minnaar und es deutet sich eine spannende Saison an. Sowohl Minnaar, als auch Gwin scheinen perfekt vorbereitet zu sein und Mick Hannah wirkt ebenfalls bestechend auf dem Rad. Ein kleines Bisschen unzufrieden dürfte da nur Gee Atherton sein, der nun schon eine ganze Weile nicht mehr ganz vorne gelandet ist.


Mick Hannah auf dem Weg zu Platz 3!


Gee Atherton

Mit neuem Team und auf anderen Strecken sollte für ihn noch mehr zu holen sein, doch der neue starke Mick Hannah und vor allem Greg Minnar und Aaron Gwin dürften auch weiterhin ein kräftiges Wort um die kommenden Siege mitreden. Schließlich ist nicht davon auszugehen, dass Minnaar nur von seinem Heimpublikum zum Sieg gefeiert worden ist. Doch ein paar Zehntel hat es sicherlich gebracht,…


Greg Minnaar getting Airtime

Bei den Damen konnte nach Tracey Hannah – die kleine Schwester von Mick Hannah – bei ihrem World Cup Comeback nach der Qualifikation auch das Rennen für sich entscheiden.


Mick und Tracey Hannah


Das Podium der Damen.

Das Rennergebnis der Damen
WC 2012 01 Pietermaritzburg – Ergebnisse Damen

Das Stand im World Cup nach dem ersten Rennen der Damen
Pietermaritzburg – DH – Zwischenstand Damen

Rennbericht Damen
Schon bei den Damen zeigt sich, wie konditionell anspruchsvoll die Strecke ist. Anita Molcik (Yeti) kippt direkt nach der Zieleinfahrt aus dem Sattel und kann sich dennoch über einen siebten Platz freuen. Deutlich schlechter sieht es für Floriane Pugin aus, die auf Grund einer Schulterverletzung aus dem Training leider nicht an den Start gehen konnte. Die eigentlichen Überraschungen an diesem Tag liefern jedoch ohnehin andere Fahrerinnen. Da wäre einmal Manon Carpenter aus England, die im letzten Jahr die Juniorweltmeisterschaften für sich entscheiden konnte und die Molcik über elf Sekunden abnimmt. Manon ist damit auch in der Damen Elite Klasse ganz vorne mit dabei und wie gut diese Zeit sein wird, zeigt sich als auch Emilie Siegenthaler, Miriam Ruchti und Emmeline Ragot (Weltmeisterin 2011, neu im MS Mondraker Team) sie nicht schlagen können. Besonders ärgerlich wird dies für Jill Kintner, die einige kleinere Fehler einbaut und am Ende auf Platz vier landet.


Jill Kintner – endlich auch im Downhill ganz vorne mit dabei.


Tracey Hannah – ein Comeback wie aus dem Lehrbuch!


Tracey Hannah auf dem Weg zum Sieg

So bleibt nur noch Tracey Hannah ganz oben auf dem Berg, die in diesem Jahr ihr Comeback im World Cup feiert und mit einer starken Qualifikation direkt gezeigt hat, was wir von ihr erwarten dürfen. Wer sie bei der Dirt Fantasy Lounge nicht im Portfolio hat, der sollte sich Gedanken machen. Die vier Jahre Auszeit scheinen ihr nicht geschadet zu haben denn sie zeigt mit beeindruckendem Style, wie Downhill World Cup bei den Damen in dieser Saison gefahren wird. Zwar stürzt sie fast am letzten Sprung doch als gesamtes betrachtet ist ihr Lauf schlicht beeindruckend! Wenn Rachel Atherton nun noch ihre Schulter wieder fertig bekommt, werden wir möglicher Weise die bislang spannendste World Cup Saison bei den Damen sehen!

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Wer den Stream verpasst haben sollte, kann sich hier den ersten Stop des UCI Mountainbike World Cups 2012 in Pietermaritzburg im Replay anschauen.

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Slideshow mit erstklassigen Bildern von Hoshi Yoshida. Durchklicken lohnt sich!

Gee Atherton Greg Minnaar Brook MacDonald Jill Kintner - endlich auch im Downhill ganz vorne mit dabei. Cedric Gracia - der Kanarienvogel des World Cups Team Devinci international Brendan Fairclough auf dem neuen Scott DH Prototypen Mick Hannah Schnelle Frau von Scott11. Um wen handelt es sich hier? Bryn Atkinson - zurück auf dem Weg zurück an die Weltspitze?! Aaron Gwin - wird er die Dominanz des letzten Jahres fortsetzen können? Cedric Gracia - an Style hat es ihm noch nie gemangelt! Sam Blenkinsop - Trotz vieler Verletzungen im Winter schon fast in World Cup Form. Greg Minnaar - kann er die Dominanz von Aaron Gwin brechen? Sam Hill. Zurück in alter Form? Troy Brosnan - so jung und schon ganz weit vorne mit dabei! Andrew Neethling. Wer ihn erkennt kriegt einen Punkt - Ist das Brendan Gee Atherton - Ihn könnte man auch an seinen Waden erkennen... Mick Hannah nimmt Anlauf auf die riesigen Tables Fahrerarbeitsplätze bei Team Yeti? Team Yeti kürzt Stollen Tracey Hannah - ein Comeback wie aus dem Lehrbuch! Tracey Hannah auf dem Weg zum Sieg Ein echter Fan... Brook MacDonald auf dem Weg ins Ziel Johannes Fischbach - Tiefflieger im Deutschlandlook Sam Hill - Pietermaritzburg ist nicht wirklich seine Strecke aber Sprünge mag er. Andrew Neethling - der Teamkollege von Danny Hart will dieses Jahr besonders Gas geben. Andrew Neethling fliegt durch die Menschenmassen. Ex-4x-Star Jared Graves - er hat den Sprung in die Downhill-Spitze geschafft. Cedric Gracia - schnell und stylish wie eh und je Mick Hannah fokussiert das Ziel. Mick Hannah auf dem Weg zu Platz 3! Gee Atherton macht große Augen - ganz nach vorn hat es trotzdem nicht gereicht. Steve Smith - von ihm werden wir in dieser Saison noch einiges zu sehen bekommen! Steve Smith taucht ab in Richtung Ziellinie. Aaron Gwin unmittelbar vor dem Ziel. An diesem Tag hat es für ihn nicht gereicht. Aaron Gwin Zieleinfahrt Heimsieg vor Heimatpublikum Greg Minnaar getting Airtime Greg Minnaar - die Ziellinie vor Augen Greg Minnaar - auf dem Sprung zum Sieg Greg Minnaar - Heimsieger in Pietermaritzburg Greg Minnaar Interview Mick und Tracey Hannah Greg Minnaar 2012 Pietermaritzburg Das Podium der Damen. Echte Fans. Sogar mit Krücken. Das Podium der Herren. Greg Minnaar und die Medienvertreter. Blick vom Hotseat. Andrew Neethling fährt dem Heimpublikum entgegen.
Diese Fotos im Fotoalbum anschauen

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Alle Informationen zur Downhill World Cup Saison 2012 findet ihr in diesem Artikel.


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