Auf dem Sea Otter Classic Festival sind am letzten Wochenende jede Menge neue Teile vorgestellt worden. Doch auch beim Bundesliga-Rennen in Münsingen haben wir neue Prototypen an den Rädern der Pros entdeckt, so zum Beispiel am Rad von Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing).

Scheibenbremsen sind am Mountainbike nicht mehr wegzudenken und auch im Cross-Bereich fassen sie langsam aber sicher Fuß. Die Gründe sind einfach und bekannt: Überlegene Bremskraft und Funktion unter den meisten Witterungsbedingungen. Die Hersteller, die diesen Trend pushen wollen, sind mittlerweile aber weit über die anfangs durchaus üblichen, einfachen Seilzug-Bremsen hinweg. Wir gehen davon aus, dass auf lange Sicht leichte Scheibenbremsen sowohl im Cross-Radsport, als auch auf Rennradmarkt die Erfolgsgeschichte der Mountainbike-Bremsen wiederholen werden. Zwar streubt sich die UCI mit einem sperrigen Reglement noch dagegen, doch für die Großzahl der Amateure sind Scheibenbremsen am Rennrad in jeder Hinsicht eine Überlegung wert. In Münsingen ist an den Rädern vom Cannondale-Factory-Racing-Team eine Rennrad-Scheibenbremse zu sehen gewesen, die von Martin Gujan und Manuel Fumic im Praxistest ausprobiert wird. Laut der Aussage des Mechanikers ist die Bremse leichter als die Sram XX und für den Cross Country Einsatz absolut ausreichend – der eigentliche Einsatzbereich soll jedoch Cross und Rennrad sein.

Neuer Sram Rennradbremsen-Prototyp
#Ein neuer Sram Rennradbremsen-Prototyp?

Neuer Sram Rennradbremsen-Prototyp
#Sram scheint eine hydraulische Scheibenbremse für den Cross-Bereich zu entwickeln.

Ein weiterer Prototyp, der besonders die Cannondale-Fans interessieren könnte, ist eine neue Abdeckung des Lefty-Standrohrs. Die Profis sind bis jetzt immer ohne einen Schutz gefahren (klassischer Weise ein Faltenbalg), um ein optimales Ansprechverhalten zu erreichen und Gewicht zu sparen. Der neue Schutz gewährleistet ähnlich wie bei der Downhillgabel Manitou Dorado den Schutz des offen liegenden Standrohrs vor Steinen, Ästen oder Schlamm – ohne jedoch die Federung zu beeinflussen. In absehbarer Zeit soll diese Abdeckung auch bei den käuflichen Serien-Leftys verbaut sein. Ein genauer Zeitraum steht allerdings noch nicht fest. Ebensowenig ist bekannt, ob der Schutz nachgerüstet werden kann. Ein direktes Upgrade scheint jedoch auf Grund der benötigten Gewinde in der Gabel eher unwahrscheinlich. Allerdings wäre eine Adapterlösung denkbar.

Neue Federabdekcung der Lefty
#Neuer Gabelschutz für die Cannondale Lefty

Wer von euch war auch in Münsingen und hat vielleicht noch weitere Prototypen gesichtet? Was haltet ihr von Scheibenbremsen für Rennräder?

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

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  2. benutzerbild

    soil

    dabei seit 11/2003

    naja, aber was soll das denn? Aussage eines Mechanikers zum Einsatzzweck einer Scheibenbremse: Rennrad! Und dann ist sie an einem MTB montiert. Tsts
  3. benutzerbild

    GoldenerGott

    dabei seit 02/2003

    Ich bin damals auf Scheibenbremsen beim MTB umgestiegen, weil sie minimal besser dosierbar sind, annähernd nässe- oder schneeunempfindlich sind und weniger Fading haben und nicht zuletzt, jedenfalls mit ordentlicher Scheibengröße, weil sie bessere Bremskraft haben. Alles Eigenschaften, die im Gelände absolut notwendig sind, wenn man schneller langsamer sein will. Beim Crossrad sind diese Punkte sicher alle nachvollziehbar. Beim Rennrad kann ich es mir hingegen weniger vorstellen. Im Schnee fährt mit dem Rennrad Niemand und ich könnte mir denken, dass eine Scheibengröße, mit der man die gleiche Bremskraft, wie mit der Felgenbremse aufbauen kann kein Gewichtsvorteil bringt. Als ich mit 160'er Scheiben beim MTB anfing, war ich jedenfalls enttäuscht. Die V-Brake-Combo Kool-Stop auf Keramik-Felgen war besser. Bleibt vielleicht die Dosierbarkeit. Die wird m.E. aber überbewertet.
    Deshalb sehe ich das beim Rennrad eher als Zwang, mal wieder was innovatives machen zu müssen, wofür die Leute wieder bereitwillig Geld ausgeben. Hinterher ärgern sich dann wahrscheinlich die Meisten, die sofort kauften, weil die Bremsbeläge ruck zuck verschleißen und 10x so viel kosten, wie Beläge für Felgenbremsen.
  4. benutzerbild

    Child3k

    dabei seit 06/2009

    Beim Thema Gewicht fragt sich allerdings ob das System mit Disc am Rennrad nicht leichter ist - auch mit, sagen wir 180mm Disc. Schließlich kann man zB an der Felge Gewicht sparen - dafür brauchts uU steifere Gabeln und Naben. Wäre interessant das durchzuoptimieren um einen realistischen Vergleich zu bekommen.

    Für mich ist am RR die Discs vor allem wegen einem Punkt positiv: Deutlich geringere Handkräfte für gleiche Verzögerung. Gerade in den unteren RR-Gruppen ...

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