Mehr als 150 Mountainbike-Ausdauerspezialisten aus der ganzen Welt hatten sich am 3. Maiwochenende im italienischen Bike-Mekka Finale Ligure eingefunden, um die erste Weltmeisterschaft im 24 Stunden Solorennen unter der Organisation der WEMBO (World Endurance Mountain Bike Organisation) untereinander auszutragen. Erstmals in diesem Jahr trennte der Veranstalter anlässlich der WM die Solo-Wertung vom traditionellen 24 h Rennen, bei dem in der Vergangenheit Teams und Solofahrer gemeinsam an den Start gingen.


Diese Momente sind es, die ein 24h Rennen so unglaublich schön machen – Bild von Matteo Cappe


Startschuss für die WEMBO 24h Solo WM Finale Ligure 2012 – by Matteo Cappe

Der 17,18 km lange Kurs in den Bergen hoch über der Ligurischen Küste bietet nicht nur ein atemberaubendes Naturerlebnis und ein traumhaftes Panorama, er sticht vor allem deutlich aus dem Feld der üblichen Endurance-Strecken hervor, führt er doch fast ausnahmslos über anspruchsvolle Singletrails, die von den Fahrern neben übermenschlicher Ausdauer vor allem auch echte Mountainbike-Skills abverlangen. Erholungspassagen auf Forstwegen, wie sie bei anderen 24 h Rennen gängig sind, oder gar Straßenabschnitte kennt der Kurs von Finale Ligure nicht. Jede Konzentrations- oder Leistungsschwäche auf dieser technischen Runde birgt hier die Gefahr von Stürzen und des vorzeitigen Ausscheidens.


WEMBO 24h WM Finale Ligure 2012 – by Matteo Cappe 20


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WEMBO 24h WM Finale Ligure 2012 – by Matteo Cappe 17

Als Favoriten gingen unter Anderen der Australische Meister, Jason English, an den Start, die beiden Österreicher Thomas Widhalm und Rudolf Springer, die den Kurs bereits gut kannten, sowie das Ausdauer-Universalgenie Pablo Barnes aus Argentinien. Als starker Konkurrent galt auch der Schweizer Stefan Hutmacher, während die Italiener ihre Hoffnungen auf den Single-Speed Spezialisten Mark Nicoletti setzen.

Bei den Frauen wurden als Favoritinnen die Australierin Jessica Douglas sowie die englische Europameisterin Rickie Cotter gehandelt. Gute Chancen wurden aber auch der Deutschen Lisa Kamphaufen zugesprochen, ebenso wie den Neuseeländerinnen Megan Dimozantos und Erine Green.


WEMBO 24h Solo WM 2012 Finale Ligure von Tobias auf MTB-News.de

In der Mittagshitze des 19. Mai 2012 fiel um 13 Uhr der Startschuss. Bereits in der Anfangsphase des Rennens übernahm der Österreicher Thomas Widhalm die Führung und konnte bis zum Abend einen Vorsprung von einer drittel Runde herausfahren. Dabei wurde er stets vom Australier Jason English belauert. Kurz vor Sonnenuntergang verletzte sich Widhalm nach einem Sturz und fiel hinter English zurück. Während der Nacht machten Widhalm zunehmend Magenprobleme zu schaffen und zwangen ihn gegen Morgen letztendlich zur Aufgabe. Während English die Führung übernahm und bis zum Rennende halten konnte, arbeitet sich aus der Verfolgergruppe der Engländer Jason Miles (zeitweise Fünfzehnter) immer weiter nach vorn, bis auf den zweiten Platz. Eine unglaubliche Leistung. Sein Landsmann Graig Bowles beeindruckte durch eine konstante Performance und fuhr auf damit auf Rang Drei in Ziel.


Weltmeisterin Jessica Douglas erschöpft im Ziel – by Matteo Cappe

Bei den Frauen dominierte die Australierin Jessica Douglas von Beginn an das Rennen, wurde jedoch dicht gefolgt und bedrängt von der Engländerin Rickie Cotter. Erst als die Sonne am Abend in die dunstigen Berge tauchte schaffte Douglas es, einen kleinen Vorsprung gegenüber Cotter herauszufahren, den sie während der Nacht immer weiter vergrößern und ins Ziel bringen konnte. Nachdem Sie den Anschluss an die Führende verloren hatte, fiel Cotter letztendlich bis auf eine Runde hinter Douglas zurück, ließ sich ihren zweiten Platz aber nicht mehr abjagen. An dritter Stelle überquerte die Neuseeländerin Megan Dimozantos nach einer ebenfalls beeindruckenden Leistung die Ziellinie.


WEMBO 24h WM Finale Ligure 2012 – by Matteo Cappe 14


Die Veranstalter unter sich: Der Auftakt zur 24h WM in Finale Ligure ist gelungen. Bild von Matteo Cappe

Die amtierenden Champions 2012 heißen damit Jason English und Jessica Douglas. Nach dem erfolgreichen Debüt der WEMBO 24h Solo WM in Finale Ligure dürfen die beiden ihre Titel 2013 bei den nächsten Weltmeisterschaften in Canberra, Australien gegen die internationale Konkurrenz verteidigen. 2014 wird die WM dann in Fort William, Schottland ausgetragen.

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Bildergalerie von Matteo Cappe

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Diese Fotos im Fotoalbum anschauen

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Quelle: WEMBO Pressemitteilung
Video filmed and edited by: RITM – Rock In The Middle www.rockinthemiddle.com

Weitere Informationen
wembo.com.au
turismoinliguria.de
24hfinale.com

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    derkleinenik

    dabei seit 05/2011

  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    Tobias

    dabei seit 08/2001

    Vielen Dank für den Input - habe nochmal nachgeschaut und korrigiert, da ist die Pressemitteilung fehlerhaft gewesen.
  4. benutzerbild

    haha1

    dabei seit 08/2006

    Sehr schöner Bericht! Konnte als Teilnehmer leider keine Fotos machen. Die Fotos hier und das Video wecken sehr schöne Erinnerungen an ein außergewöhnliches Rennen.

    Dankeschön, Hubertus

    P.S. Der WEMBO Link am Ende des Berichts sollte auf wembo.com.au zeigen.
  5. benutzerbild

    -EPIZENTRUM-

    dabei seit 06/2012

    haha1
    Sehr schöner Bericht! Konnte als Teilnehmer leider keine Fotos machen. Die Fotos hier und das Video wecken sehr schöne Erinnerungen an ein außergewöhnliches Rennen.

    Dankeschön, Hubertus

    P.S. Der WEMBO Link am Ende des Berichts sollte auf wembo.com.au zeigen.
    Hey haha1,
    wenn du der Hubertus aus München bist, der ohne Begleitperson in Finale war, habe ich 2-3 Bilder von dir.
    Wir haben uns nach dem Rennen leider nicht mehr gesehen, waren leider zu müde und es war zu regnerisch.
    Ich habe noch nicht mal die Siegerehrung mit bekommen :-(
  6. benutzerbild

    haha1

    dabei seit 08/2006

    Hi Kai,
    ja, ich bins, der Solofahrer aus München ohne Support. Gratuliere zu Deinen überragenden Sieg in der AK! Für einen 24h Rookie war das schon eine tolle Leistung, trotz der vielen Platten und dem Sturz. Das nächste Mal dann ein Fully und keinen RaceKing hinten mehr, dann bist Du auch in der Elite-Wertung ganz oben auf dem Podium :daumen:

    Sturz oder Platten hatte ich zum Glück keine, dafür aber nachts auch eine unfreiwillige 1,5h Pause. Mir ist die Membran vom Bremszylinder meiner VR-Bremse geplatzt. Dumm gelaufen, die ganze Bremsflüssigkeit lief aus; ich musste die Runde abbrechen und auf der Straße zurück ins Fahrerlager. Dort hab ich dann nach langem Suchen jemand aufgetrieben, der mir ne Ersatzbremse leihen konnte.

    Siegerehrung hab ich leider auch verpasst; bis ich meinen ganzen Krempel im Regen wieder zum Auto geschleppt hatte, war die schon vorbei... Egal, es war auf jeden Fall ein außergewöhnliches Erlebnis.

    Liebe Grüße auch an Moni!
    Hubertus

    P.S. Wenn Du Foto-Links zum Download hast, kannst mir gerne ne PN schicken.

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