HomeAllgemeinDirtbike-Check 2 von 4: Das NS Bikes Metropolis 2 im Roadtrip-Fahrbericht — 3. Juli 2012 14:39

Dirtbike-Check 2 von 4: Das NS Bikes Metropolis 2 im Roadtrip-Fahrbericht

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Seit jeher gehören sowohl die Kompletträder als auch die Einzelkomponenten der polnischen Bikeschmiede zu den durchdachtesten Produkten auf dem Markt – auf dem Roadtrip mit dabei war nun das “Metropolis 2″ aus dem mittleren Preisbereich. Wie sich das schwarze Geschoss mit den neonfarbenen Farbakzenten schlägt, erfahrt ihr im zweiten Teil unseres diesjährigen Dirtbike-Checks.

Das NS Bikes Metropolis 2
# Das NS Bikes Metropolis 2

Ausstattung

Der klassische 4130 CroMo-Rahmen ist mit einigen Details ausgestattet: Die integrierte Sattelstützen-Klemme und der integrierte Steuersatz sind praktisch, die schwarz-glitzernde Lackierung mal etwas anderes und sehr schick. Die “Dirtjumper 3″-Gabel kommt von Marzocchi und hat keine Zugstufen-Einstellung – ob das Setup der Gabel passt, erfahrt ihr weiter unten. Drumherum wurde das Metropolis mit klassischen Dirtbike-Komponenten ausgestattet, die ebenso wie beim Identiti teilweise von Marken aus dem gleichen Vertrieb kommen: Die komplette Lenkzentrale mit dem Vorbau “Quark”, den “Legend”-Griffen und dem “Mint”-Lenker stammt ebenso von NS Bikes wie die bewährten “Fundamental”-Felgen.

Lenkzentrale
# Lenkzentrale

Ebenfalls beim Distributor Trailtoys beheimatet ist die Firma Octane One, die Sattel, Sattelstütze und Naben für das Komplettbike bereitstellt. Günstig, aber bewährt ist die “Salt”-BMX-Kurbel, die schick-verchromt daherkommt. Skeptisch sind wir bei der günstigen Tektro Novela-Scheibenbremse – mechanische Scheibenbremsen haben in der Vergangenheit selten für Zufriedenheit gesorgt, bieten aber natürlich eine sorgenfreie Reparatur ohne nerviges Entlüften und Befüllen.

Details am Metropolis 2
# Details am Metropolis 2

Reifenprofil: Kenda K-Rad
# Reifenprofil: Kenda K-Rad

Schön gelöst: Steuerrohr
# Schön gelöst: Steuerrohr

Diese Ausstattung und die Odyssey Twisted-Plastikpedale sorgen dafür, dass die Waage bei 13,3kg stehenbleibt – für den Preis von 899 € für das Komplettbike ein akzeptables Gewicht.

Fahrbericht

Ein wenig befangen bin ich zugegebenermaßen – besitze ich doch selber zwei Selbstaufbauten der Marke plus einen alten NS Bikes-Rahmen im Keller. Ein Komplettrad war bisher allerdings noch nicht dabei, weswegen ich mich einfach mal überraschen lasse. Der erste Eindruck wird von einem vermeidbaren Problem getrübt: Die montierten Griffe sind extrem rutschig und alles andere als verdrehsicher. Nach kurzer Reinigung und Neumontage mit Bremsenreiniger ist das Bike einsatzbereit und es kann losgehen.

Hannes im Skatepark "Im Gefilde"
# Hannes im Skatepark “Im Gefilde”

War unsere Befürchtung, dass die mechanische Scheibenbremse irgendwelchen Bedürfnissen nicht genügen dürfte, vorher noch recht groß – so wurden wir eines Besseren belehrt. Nach einer kurzen Einbremszeit funktioniert das billige Tektro-Modell äußerst vernünftig, wenngleich der Druckpunkt nicht sehr definiert ist. Eine positive Überraschung ist auch die Geometrie des Bikes: Der Rahmen des Metropolis 2 orientiert sich nah an den Maßen der Pro-Frames – und dass diese funktionieren, wurde von Sam Pilgrim und Ex-Teamfahrer Martin Söderström hinreichend bewiesen.

Hannes - Mellowpark, Berlin
# Hannes – Mellowpark, Berlin

crossie am Meer
# crossie am Meer

Hannes auf dem Pumptrack in Cottbus
# Hannes auf dem Pumptrack in Cottbus

Das Rad lässt sich perfekt in den Manual ziehen, Rotationen sind unproblematisch – das Rad fühlt sich in allen Bereichen wohl. Selbst die Dirtjumper 3 ohne Zugstufe, die anfangs völlig unterdämpft war, fuhr sich nach ein paar Fahrstunden ein und musste sich performance-technisch nicht vor der Konkurrenz verstecken. Gewichtsmäßig ließe sich sogar noch etwas optimieren – die Kenda “K-Rad” haben entwicklungstechnisch schon einige Jahre auf dem Buckel. Nichtsdestotrotz ist der Grip solide und das Bike funktioniert in allen getesteten Bereichen ausgezeichnet.

Was war gut: Die Geometrie, das stimmige Gesamtpaket des Bikes und gute Performance in allen getesteten Bereichen. Bewährte und stabile Parts. Schraubachse an den Gabelausfallenden = Steifigkeit!

Was war nicht so gut: Rutschige Griffe, auch nach Neumontage immer wieder verdreht. Die Kurbel-Decals waren nach kurzer Zeit komplett abgenutzt – lieber direkt ohne! Qualität der Marzocchi-Gabel: Günstig ist nicht immer durchweg gut. Der gute Eindruck der Performance wurde durch siffende Dichtungen und dadurch ständig verdreckte Standrohre getrübt.

Gesamtfazit

Das Metropolis 2 muss sich auch für 899 € nicht vor vielen teureren Kollegen verstecken: Die Parts sind nicht immer high-end, aber durchweg durchdacht und können sogar positiv überraschen (Bremse). Die Optik ist unserer Meinung nach ebenfalls über jeden Zweifel erhaben – seit jeher beweisen die Jungs von NS Bikes einen durchdachten Farbgeschmack. Der Gesamteindruck wurde von den Griffen (rutschend) und der Gabel (sifft, schwer) etwas getrübt – hier verweisen wir angesichts des kompakten Preises auf den größeren Bruder Metropolis 1 – dort ist eine hochwertige Dirtjumper 1 verbaut. Wenn man Gewicht, Preis, Optik und Austattung in Relation setzt, ist das Bike definitiv eine Empfehlung für den etwas schmaleren Geldbeutel wert.


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