Nachdem letzte Woche bereits der erste Teil des Sommerschuhtests mit dem Shimano SH-M162 sowie dem Scott MTB Pro veröffentlicht wurde, folgt heute wie versprochen der zweite Teil. Heute geht es um die Modelle Rose RMS 04 und Suplest SupZero CrossCountry.

Rose RMS 04

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# Rose RMS 04 – Optisch sehr schlicht aber technisch gut

Aussehen

Der Rose sieht wie die meisten hauseigenen Bekleidungsstücke recht schlicht aus: die bestimmende Farbe des Schuhs ist schwarz. Am Spann befinden sich eine Ratsche und zwei Klettverschlüsse: An diesen ist mittig ein grauer Streifen angebracht, was neben dem weißen Rose-Logo auch schon die einzige Verzierung am Schuh ist. An den Zehen befinden sich auf beiden Seiten Netze zur Belüftung. Die Sohle hat ein klassisches Rippenprofil und bietet vorne zwei Aufnahmen für Stollen.

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# Die Ratsche lässt sich bei Defekt gut austauschen

Praxis

Bei dem verhältnismäßig geringen Preis von knapp 70 € waren wir im Vorfeld ein wenig skeptisch, ob der RMS 04 mit den anderen Schuhen im Test mithalten kann. Wie man es auch von anderen Rose Produkten hört, überzeugt auch dieses Produkt und muss sich vor den teureren Konkurrenzprodukten nicht verstecken. Mit Topmodellen kann er allerdings nicht ganz mithalten. Das muss er auch nicht, denn er zielt bewusst auf Einsteiger, die erstmal schauen wollen, ob sie mit Klickschuhen zurechtkommen oder Leute die beim Schuhkauf kein Vermögen ausgeben wollen.

Die Sohle ist für Tourenausfahrten ausreichend steif und unterstützt das Fußgewölbe zuverlässig vor dem Ermüden. Lediglich bei harten Antritten spürt man, wie sich die Sohle etwas durchbiegen lässt und sie im Vergleich zu Topschuhen nicht die hohen Steifigkeitswerte bietet. Wer aber hauptsächlich gemütliche Touren fährt und die Zeit nicht gegen sich zählen lässt, für den reicht die Steifigkeit locker aus.

Die Anpassung an den Fuß erfolgt mittels zwei Klettverschlüssen und einer Ratsche. Insgesamt fällt der Schuh eher etwas breit aus, wobei der Schuh an den Zehen wieder enger wird. Das Ratschenverschlussband ist zwar recht lang, doch zu weit an der Ratsche angebracht, sodass Füße mit einem niedrigen Spann nicht mehr richtig fixiert werden können. Bei uns hat es noch gerade so am Anschlag gereicht – eine Anprobe des Schuhs ist hier auf jeden Fall erforderlich.

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# Die Ratsche sollte tiefer sitzen und/oder das Band weiter oben.

Nach langen Ausfahrten über 3 Stunden drückte der Schuh ein wenig an den Zehen und an der Oberseite. Hier würde ein breiterer Zehenbereich sowie eine dickere gepolsterte Zunge helfen, was allerdings auch abhängig von der Fußform ist. Das Sohlenprofil in Kombination mit den Stollen bietet guten Halt, selbst bei matschigen Bedingungen. Dabei sind die Stollen so angebracht, dass man auch auf Asphalt noch gut damit laufen kann. Die Schuhplatten liegen recht frei und der Schuh lässt sich sauber in jede Art von Pedal einklicken.

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# Selbst mit vermatschter Sohle klicken die Cleats noch sauber ein.

Die Belüftung liegt ebenfalls im guten Mittelfeld. Die bereits angesprochenen Mesh-Einsätze versorgen den Fuß mit Frischluft und das Klima im Inneren bleibt angenehm. Dabei hält das feine Netz Spritzwasser recht lange ab und die Füße bei einer Pfützendurchfahrt trocken.

Fazit

Der Rose RMS 04 ist mit einem Preis von lediglich 69,90 € ein echter Preis-/Leistungssieger. Wer auf eine brettharte Sohle verzichten kann und einen hohen Spann hat, der findet mit dem Schuh einen treuen Begleiter. Langstreckenfahrern und Rennfahrern empfehlen wir aber einen höherwertigen Schuh mit einer steiferen Sohle und mehr Komfort.

Der Schuh wiegt in Größe 41, für den Preis leichte, 756 Gramm. Verfügbar ist der Schuh direkt bei Rose-Versand in den Größen 38-47.

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Suplest SupZero CrossCountry

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# Suplest SupZero CrossCountry

Aussehen

Bei der Optik des SupZero scheiden sich die Geister. Die eine Seite findet an der etwas anderen Optik Gefallen, während die andere Seite nichts damit anfangen kann. Der vordere Teil des Schuhs ist schwarz, an der Ferse dominiert Rot. Über den kompletten Schuh ziehen sich Stege, die eine Art Skelett bilden. An der Ferse sind diese Stege rot hervorgehoben, während sie im vorderen Schuhbereich durch Belüftungsfelder bzw. Schriftzüge sowie Vertiefungen betont werden.

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# Mit vielen optischen Details setzt der Sup0 Akzente

Anstatt Belüftungsnetze werden beim SupZero mehrere Belüftungsschlitze eingesetzt. Die Zunge besteht aus einem dicken Mesh mit vielen Löchern und dient ebenfalls zur Belüftung. Die Fixierung an den Fuß erfolgt mit 2 Klettverschlüssen und einer Ratsche. Die Schnalle der Ratsche ist rot glänzend und mit dem Firmennamen verziert.

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# Die Zunge ist sehr bequem und bestens belüftet

Praxis

Schon bei den ersten Ausfahrten wird klarm warum der Suplest Sup0 mit dem Kürzel CrossCountry ergänzt wurde. Die Sohle ist steif und verwandelt die Beinkraft effektiv in Vortrieb um. Die Passform des Schuhs ist ebenfalls auf hohem Niveau und mit Hilfe der Ratsche lässt sich der Schuh perfekt an den Fuß anpassen. Der Schuh ist eher schmal geschnitten und liegt dabei ungefähr zwischen einem Sidi Dragon und einem Specialized Pro.

Das Profil ist griffig und bietet guten Halt. Mit eingeschraubten Stollen lässt es sich allerdings schlecht auf Asphalt laufen. Nichtrennfahrer sollten die Stollen deshalb lieber nicht einschrauben, wenn sie öfters an steilen Asphaltrampen schieben müssen. Im Matsch greifen die Stollen aber super und bietet guten Halt.

Ein weiteres Problem der Sohle sind die zu hohen Rippen im Cleatbereich. Dadurch lässt sich der Schuh nicht in die XTR-Trailpedale einklicken, generell ist ein Einklicken in Pedale mit Käfig nur schwer möglich. In die Candy von CrankBrothers klappt es zwar besser, das Gefühl ist aber eher schwammig und auch dort sind die Schuhplatten nicht komplett im Pedal fixiert.

Bei Pedalen ohne Käfig gibt es aber keine Probleme, der Schuh rastet zuverlässig in die Pedale ein und sitzt super.

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# Die Schuhplatten werden vom Profil beengt und behindern ein Einklicken bei Käfigpedalen

Die Belüftungsöffnungen und die sehr gut belüftete Zunge sorgen selbst bei wärmeren Temperaturen für ein gutes Schuhklima. Bei Schlechtwetter oder Wasser tritt durch die Öffnungen aber schnell Wasser ein, was eher unangenehm ist.

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# Die Belüftungsöffnungen sind bei trockenen Bedingungen top, bieten aber bei Schlechtwetter keinerlei Schutz vor Wasser und Schmutz

Fazit

Wer Wert auf Optik legt und am Sup0 CrossCountry von Suplest gefallen findet, bekommt einen Schuh mit steifer Sohle und guter Passform. Die Stollen sollten nur im Geländeeinsatz verwendet werden. Vom Einsatz mit Käfigpedalen raten wir aber ab.

Vertrieben wird der Schuh in Deutschland von Bikedress, kostet 189,90€ und wird in den Größen 37-47 angeboten.

In Größe 41 wiegt der Schuh 742 Gramm.

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Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    Dommaas

    dabei seit 05/2011

    Ich sehe das ganze trotzdem als Nachteil, denn bei den anderen Schuhen braucht man das nicht. Ich denke aber auch, dass sich Suplest eher an Pedale ohne Käfig orientiert.
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    mete

    dabei seit 03/2010

    Dommaas
    Ich sehe das ganze trotzdem als Nachteil, denn bei den anderen Schuhen braucht man das nicht. Ich denke aber auch, dass sich Suplest eher an Pedale ohne Käfig orientiert.
    Das "Problem" besteht auch bei SPD-Pedalen ohne Käfig teilweise (z.B. Exustar oder Xpedo). Es kommt halt auch immer auf das Pedalsystem an. Bei Look (Quartz) muss man zum Beispiel standardmäßig mit Spacern probieren, dass man das also bei anderen Schuhen nicht braucht, ist also nicht ganz richtig ;). Es hat aus meiner Sicht eher den Vorteil, dass man so spacern kann, dass die Schuhe optimal auf dem Pedalkörper aufstehen. Bei Sidi ist die Sohle zum Beispiel sehr flach und der Stand damit relativ kippelig, das bleibt hier aus. Sicher ist es bei der Montage ein Nachteil, aber in der Praxis dann durchaus nicht sooo schlecht.
  4. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    Von Diadora gibt es ein ähnliches System (Spacer), namens Multiped.

    Die optimale Verbindung zum Pedal garantiert die neue “Multipedal” Sohle von DIADORA. Die integrierten Adaptersätze für die verschiedenen Pedalsysteme sind austauschbar. Serienmässig werden die DIADORA Rennradschuhe mit den LOOK-Adaptern ausgeliefert. Adapterplatten für Shimano SPD Systeme und Time gibt es als Zubehör.


    Ich hab mir gerade den Suplest S1 Crosscountry Velcro gekauft und bin demnach auch sehr gespannt, wie das mit den Käfigplattformpedalen funktioniert (Hab die A530 mit Pins).
  5. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    mete
    Für die Cleats gibt es auch Spacer, damit bekommt man den Cleat höher und Käfigpedale funktionieren genauso gut/schlecht wie normale Klickies.
    Wo bekommt man die?

    mete
    Naja, wir sprechen hier von etwa 1mm (habe selber 2 Paar ältere Suplests mit identischer Sohle und gleichem Problem).
    Also ein Millimeter wird wohl nicht ausreichend.

    Ich hab jetzt die Suplest S1 Crosscountry Velcro, in Größe 43 mit 385 Gramm. Und habe bei der Ausfahrt heute feststellen müssen, dass ich auch nicht in die Pedale reinkomme (Shimano A530) :eek: :mad:.
    Das ist unglaublich. Wenigstens einen Warnhinweise hätten die Schweizer da anbringen müssen :aufreg: .

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  6. benutzerbild

    Dommaas

    dabei seit 05/2011

    Tja, dafür testen wir ja die Schuhe :D

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