HomeProdukteIBC-Fahrbericht – Schwalbe Rocket Ron II 29″ – 2013 — 26. September 2012 15:04

IBC-Fahrbericht – Schwalbe Rocket Ron II 29″ – 2013

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Im Rahmen eines Presse-Camps Ende Mai hat Schwalbe den von Grund auf überarbeiteten Rocket Ron für das Modelljahr 2013 vorgestellt und wir haben die Chance beim Stollen gegriffen und einen Satz der Reifen direkt mit in den Praxiseinsatz genommen. Bei den 24h von Finale Ligure haben wir den Reifen auf einem Scott Spark RC 29 über die italienischen Trails gejagt und geprüft, wie sich die Veränderungen im Gegensatz zum bisherigen Reifen in der Praxis auswirken. Hier kommt der Praxis Test vom neuen Schwalbe Rocket Ron Evolution für die Saison 2013.


Der Schwalbe Rocket Ron für 2013 im Test auf MTB-News.de

Technische Daten

  • Hersteller: Schwalbe
  • Modell: Rocket Ron
  • Modelljahr: 2013
  • Version: Evolution Line
  • Maße: 29 x 2,25″


Schwalbe Rocket Ron 2013 Modelle und Ausführungen im Überblick.

Gewicht
Bilder in der Gewichteübersicht auf gewichte.mtb-news.de

  • 520g Herstellerangabe
  • 535g selbst gewogen, Mittelwert aus zwei Messungen

Preis

    54,90€

Farbvarianten
Wer den Rocket Ron in 26″ kauft, der kann in der 2,25″ Version neben dem normalen, komplett schwarzen Erscheinungsbild auch noch zwei andere Farbstellungen auswählen: Graphit und White Stripes. Optisch sind diese Versionen bereits aus den Vorjahren bekannt. Faktisch würden wir jedoch empfehlen, dass man Reifen am Mountainbike einfach so lässt, wie sie sind: schwarz. Denn der Effekt ist nur von kurzer Dauer.

Schwalbe wird den Rocket Ron auch 2013 wie bislang nicht nur als teures Evolution Line Modell, sondern auch als günstigere Performance Line Variante anbieten. Neu für 2013 werden auch diese Reifen eine Dual Compound Gummimischung haben. In Verbindung mit einer einfacheren 67 EPI Karkasse ruft Schwalbe für diese Reifen 30,90€ ab.

Zusätzlich wird es den Rocket Ron für 2013 auch als 650b Reifen geben, der die bekannten 26″ und 29″ Größen ergänzt. Hier werden die Breiten 2,1 und 2,25″ angeboten.


Schwalbe bedient auch das Trend-Maß 650b (oder umständlich 27,5″). Wir werden sehen, wie sich der neue alte Standard im kommenden Jahr verbreitet.

In der Hand

Bereits optisch ist der neue Rocket Ron deutlich von seinem Vorgängermodell zu unterscheiden. Auffälligstes Merkmal sind insbesondere die mit feinen Rillen versehenen Stollen, doch auch die Seitenwand des Reifens unterscheidet sich grundlegend von der bekannten Version des Reifens.

Im Gegensatz zur bisherigen Seitenwand ist von außen die Karkasse nicht zu erahnen, sondern nur eine glatte Gummischicht zu sehen. Diese neu gestaltete Seitenwand soll laut Schwalbe die Tubeless-Eigenschaften des Rocket Ron II gegenüber dem Rocket Ron deutlich verbessern und das Handling vereinfachen. Schließlich ist wie alle anderen Schwalbe Reifen seit der letzten Eurobike 2011 auch der Rocket Ron II tubeless ready.


Eine neue Seitenwand-Gestaltung für bessere Tubeless-Eigenschaften. Bei der schlauchlosen Montage konnte der Rocket Ron überzeugen.

Und was hat es sich mit dem neuen Profil auf sich? Die fein gerillten Stollen sollen dafür sorgen, dass der Reifen mit einer größeren Kantenfäche mit dem Boden in Eingriff kommt und dadurch die Traktion steigt. Da die kleinen Rillen jedoch nicht abknicken oder walken können, steigern sie nicht den Rollwiderstand.

Im Vergleich zum Vorgängermodell soll dieser um gut 15% gesenkt worden sein, woran vor allem die nun besser gegen Abknicken gestützten Stollen ihren Anteil haben sollen. Hier wird der Trail zeigen, wie sich die Versprechen in der Praxis erfahren lassen – oder auch nicht.

Auf der Waage überzeugt der Rocket Ron II mit einem guten Gewicht von 535g (29 x 2,25″) und liegt damit in einem sehr guten Gewichtsfenster. Wer noch leichter unterwegs sein will, bekommt den Reifen auch mit 2,1″ Breite. Effektiv bedeutet das 3mm weniger Breite (der 2,25″ Reifen baut 57mm breit), jedoch deutlich weniger Volumen. Eine noch größere Spreizung bietet Schwalbe bei den 26″ Modellen an. Hier markiert eine Version mit 26 x 1,85″ die untere Grenze mit einem versprochenen Gewicht von 375g.

Auf dem Trail

Die große Frage vor Beginn eines jeden Tests ist, inwiefern sich die Veränderungen auch in der Praxis spüren lassen. Doch spannend wird es insbesondere dann, wenn es um ein sehr subjektives Thema wie Reifen geht. Je nach Fahrstil, Kurventechnik und Kraft in den Beinen können sich verschiedene Reifen sehr unterschiedlich anfühlen. Vor diesem Hintergrund haben wir die Gelegenheit genutzt, den Rocket Ron bei den 24h von Finale Ligure im Team zu fahren und so ein sehr breites Feedback zu bekommen.

Sind 15% weniger Rollwiderstand spürbar? Ist ein Traktionsunterschied spürbar?

Als Testbike haben wir ein Scott Spark RC 29 gestellt bekommen und dieses Rad ist in doppelter Hinsicht ein idealer Testpartner gewesen. Einerseits ist es ein anerkanntes Race-Bike, das auch im World Cup bewegt wird und andererseits ist das Rad mit dem aktuellen (= Modelljahr 2012) Schwalbe Rocket Ron ausgestattet gewesen. Auf diese Weise haben wir auf der gleichen Strecke mit dem gleichen Bike zwei verschiedene Reifen in der Praxis erproben können und dadurch beste Voraussetzungen geschaffen, um die kleinen Unterschiede auch tatsächlich spüren zu können.


Pascal unterwegs mit dem Scott Spark RC 29. Bild: Sportograf.de

Beide Reifen sind von uns tubeless auf den serienmäßigen DT Swiss Felgen montiert worden. Bei der Montage hat der Rocket Ron 2013 eine bessere Dichtheit bei gleicher Milchmenge aufgewiesen und scheint damit die von Schwalbe versprochenen Vorteile der neuen Seitenwand zu bestätigen. Faktisch haben wir im Laufe der 24h nur ein einziges Mal nachpumpen müssen. Allerdings ist aus Gründen der Sicherheit im Renneinsatz mit 100ml auch sehr viel Milch zum Einsatz bekommen. Wer auf das letzte Gramm achten will, sollte hier ein wenig sparsamer zu Werke gehen – riskiert dann aber auch einen höheren Luftverlust.

Alles in Allem würden wir die Montage auf den nicht für Tubeless-Reifen vorbereiteten Felgen jedoch als unproblematisch beschreiben. Und dann geht es auch schon los auf den Trail.


Der Rocket Ron 2013 bietet in schnellen Kurven sehr guten Halt. Pascal freut’s. Bild: Sportograf.de

Das 29″ große Laufräder ein ausgezeichnetes Ab- und Überrollberhalten aufweisen, haben wir schon vor den Testfahrten mit dem Rocket Ron gewusst. Doch der neue Rocket Ron kann insbesondere auch im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger die Erwartungen im Bezug auf den Rollwiderstand voll erfüllen. Hier hat sich ein spürbarer Fortschritt realisieren lassen, 15% hin oder her. Das macht sich insbesondere beim Rollen in der Ebene bemerkbar, wo mit dem neuen Rocket Ron erst ein gutes Stück später in die Pedale getreten werden muss. Zwar ist die Steigerung keine Revolution, aber doch wahrnehmbar.

Überzeugen konnte uns auch die Traktion des Reifens, zumindest so lange der Boden trocken gewesen ist. Im Vergleich zu seinem Vorgänger bietet der Reifen vor allem in offenen Kurven gefühlt mehr Sicherheit und einen angenehm zu kontrollierenden Grenzbereich. Das gibt Sicherheit bei der Hatz nach guten Zeiten und lässt sich auf die verstärkten Seitenstollen zurückführen.


Gute Traktion bietet Sicherheit. Auch dann, wenn da ein Sportograf im Weg liegt. Bild: Sportograf.de

Schwierigkeiten bekommt der Reifen schon eher in tieferen und losen Böden, wo die kurzen Stollen nicht mehr den Grund des Belags erreichen und der Grenzbereich deutlich schmaler wird. Ähnlich sind unsere Erfahrungen auf dem nassen Boden in Finale gewesen. Nur wenige Reifen sind in der Lage, bei diesen Bedingungen noch volle Traktion zu bieten. Der neue Rocket Ron tut sich hier ebenfalls schwer, auch wenn er sich deutlich von seinem Vorgänger abheben kann. Letzten Endes ist der Reifen jedoch kein Matschreifen, weshalb wir die Regenwertung nicht zu schwer gewichten wollen. Gleiches gilt für den glitischigen Kalk – bislang haben wir noch keinen XC-Reifen gefahren, der hier wirklich “Traktion” im Sinne des Wortes liefern kann.


Nach einer Woche in Finale: Verschleiß ist erkennbar aber noch nicht nennenswert. Problematisch bei Schwalbe ist nach wie vor, dass nach der dünnen griffigen Profilschicht der harte Kern der Stollen zum Vorschein kommt – der leider nur schlechten Halt bietet.

Nach einer Woche in Finale Ligure zeigt sich dann doch recht deutlich, dass der neue Rocket Ron in jeder Hinsicht die Leistungen des Vorgängers übertreffen kann. Und auch der Verschleiß hat sich erfreulich in Grenzen gehalten. Zwar sind deutliche Abriebspuren insbesondere am Hinterrad erkennbar gewesen, der Reifen ist jedoch noch weit davon entfern gewesen, ein Fall für die Tonne zu sein.


Der Schwalbe Rocket Ron montiert auf dem Scott Spark RC 29 – eine runde Kombination, auch auf der Abfahrt von der NATO-Base in Finale Ligure.

Fazit

Wer mit dem bisherigen Rocket Ron zufrieden gewesen ist, der wird vom neuen Schwalbe Rocket Ron des Modelljahres 2013 begeistert sein. Der Reifen rollt sehr gut und kann auf trockenem Untergrund mit sehr gut kontrollierbarem Fahrverhalten überzeugen. Gleiches gilt für die Verwendung als Tubeless-Reifen mit Milch. Eine gute Wahl für gewichtsbewusste Racer.

Weitere Informationen

Bildergalerie zum Schwalbe Rocket Ron 2013

Bilder von Tobias Stahl, Sportograf (www.sportograf.de)
Schwalbe Rocket Ron 2013 Modelle Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 10-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 09-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 08-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 07-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 06-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 05-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 04-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 03-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 02-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 Fahrbericht 01-2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 6 Schwalbe Rocket Ron II 2013 5 Schwalbe Rocket Ron II 2013 4 Schwalbe Rocket Ron II 2013 3 Schwalbe Rocket Ron II 2013 2 Schwalbe Rocket Ron II 2013 1
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