HomeMagazinProdukte & TechnikNeuheitenFahrradjäger – Gemeinsam gegen den Bike-Diebstahl — 15. November 2012 18:09

Fahrradjäger – Gemeinsam gegen den Bike-Diebstahl

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Ein Gefühlt, das die allermeisten Radfahrer leider nur allzu gut kennen: Des geliebten Zweirades bestohlen worden zu sein. Der 26-jährige Student Martin Jäger hatte nach fünf geklauten (Renn-)Rädern genug und versucht mit seinem Internetportal “Fahrradjäger” etwas dagegen unternehmen zu können. Der Name deutet schon an: Den Dieben sollen Jäger entgegen stehen, die Jagd auf das gestohlene Rad machen, per Schwarmintelligenz könnten verschwundene Räder wieder gefunden werden.


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Besonders ärgerlich ist die äußerst geringe Aufklärungsquote von Rad-Diebstählen – nur in den seltensten Fällen wird das gemeldete Stück wieder gefunden und seinem Besitzer zurück geführt. Kein Wunder, schließlich ist die schnelle Kontrolle großer Mengen Zweiräder kein leichtes Unterfangen, die Wahrscheinlichkeit selbst über zwei Ecken das Rad in einer anderen Stadt oder gar im Ausland wieder zu finden ist nicht unbedingt hoch.


# Bildschirmfoto 2012-11-15 um 17.53

Deshalb kann man auf der Homepage “Fahrradjäger” sein gestohlenes Bike per Bild, Rahmennummer und Beschreibung zur Jagd freigeben. Bleiben nur zwei Fragen: Erstens: Wie identifiziert ein Jäger seine Beute? Und zweitens: Warum sollte er sich auf die Jagd begeben?

Auf beide Fragen hat man eine Antwort: Zum einen verkauft man QR-Code Aufkleber, die mit der Rahmennummer verbunden werden und von Bikern auf ihr Rad geklebt werden können. Das soll zum einen Abschrecken, zum anderen können Jäger das Teil mit dem Smartphone scannen und herausfinden, ob das Rad gestohlen wurde. Warum sie das tun sollten? Ganz einfach, Finderlohn. Der liegt zwischen 20 und 300€ und wird vom Besitzer festgelegt.

Der größte Haken an der Sache könnte sein, dass der Aufkleber nun mal nur ein Aufkleber ist. Zwar verspricht man “extrem starke Haftung”, aber wenn ein Dieb weiß, wie verhängnisvoll ihm dieser werden kann… dann bleiben nur noch die klassischen Methoden: Rahmennummer, Modell, Alleinstellungsmerkmale.

Erwähnenswert ist auch die Zusammenarbeit mit der Polizei. Die ist zum einen nötig, um ein gestohlenes, gefundenes Rad beschlagnahmen zu lassen um es seinem Besitzer wieder bringen zu können, zum anderen will sie in Rostock mit Fahrradjäger zusammen arbeiten und ihre Kartei online stellen. Davon profitieren nicht nur Biker, deren gestohlenes Rad eher wieder gefunden wird, sondern auch Kunden von Gebrauchträdern. Auf der Homepage können sie nachschauen, ob die ihnen angebotene Ware ein echtes Schnäppchen oder doch Diebesgut ist.


# Auf der Karte kann man sich gestohlene Bikes mit Ort ansehen.

Antworten auf weitere Fragen gibt es auf Fahrradjäger.de – dort werden auch die Aufkleber verkauft, die bisher die einzige Einnahmequelle des jungen Unternehmens darstellen.


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