Gerade als die Konkurrenz der GoPro aufgeschlossen zu haben schien, legte der Marktführer nach: Mit der dritten Generation kam ein Update, welches wieder eine Lücke zum Wettbewerb hinterlassen will. Im Test haben wir überprüft, ob das Topmodell, die sogenannte Black Edition, tatsächlich der neue Stern am Helmkamera-Himmel ist.

Kamera läuft... und Action!
# Kamera läuft… und Action!

Einleitung

Zum ersten Mal gibt es in der GoPro Familie nicht mehr nur “die” eine GoPro. Stattdessen gibt es die Hero3 in drei verschiedenen Varianten, nämlich White, Silver und Black. Woher die leicht inkonsistente Namensgebung kommt, ist unklar, und rein äußerlich sind die drei Kameras untereinander auch nicht wirklich zu unterscheiden. Einen klaren Unterschied gibt es aber zu den beiden Vorgänger-Generationen: Die Kamera ist merklich dünner geworden, weshalb sie auch nicht mit bereits existierenden Unterwasser-Gehäusen kompatibel ist. Kompatibel bleibt aber das aufsteckbare Display und theoretisch auch das aufsteckbare Wifi-Modul. Theoretisch deshalb, weil es bei der Hero3 bereits integriert ist, und über einen zusätzlichen Knopf an der rechten Seite aktiviert werden kann. Berücksichtigt man das integrierte WiFi ist die Schrumpfung noch deutlicher.

Das Zubehör und der überraschende Hinweis: Vor Gebrauch Update erforderlich! Die GoPro Hero3 Black Edition Lieferumfang: Kamera, Fernbedienung, Ladekabel, Halterung. Keine Speicherkarte. Schon bekannt: Die Verpackung ähnelt den Vorgängern.
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Ausstattung

Neben der reduzierten Größe unterscheidet sich das Gerät in einigen weiteren Aspekten vom Vorgänger: Ein dritter Knopf an der Seite aktiviert das Wifi, eine zusätzliche blaue LED zeigt die Aktivität desgleichen an. Erstmals ist die Scheibe des Unterwasser-Gehäuses wirklich nur eine Scheibe und keine Linse mehr. Das sieht nicht nur cooler (natürlich rein subjektiv) aus, sondern hat noch den entscheidenden Vorteil, dass unabhängig des Umgebungsmediums (Luft vs. Wasser beim Wassereinsatz) die Brechung gleich bleibt, sprich: Ohne Wechsel des Gehäuses kann über und unter Wasser ein ideales Ergebnis erzielt werden.

Altbewährt und unverändert: Die Montagemöglichkeiten.
# Altbewährt und unverändert: Die Montagemöglichkeiten.

Um Platz zu sparen, kommt keine SD, sondern eine MicroSD-Karte zum Einsatz. Wer also gerade in große, schnelle SD-Karten investiert hat, kann sie hier nicht mehr gebrauchen. Stattdessen benötigt es schnelle, kleine Speicherkarten, um genau zu sein: Mindestens Class10. Unterstützt werden MicroSD-Chips bis zu einer Größe von 64Gb, damit lässt sich schon einiges anfangen.

Kleiner und leichter sitzen auch leichte Helme noch bequem.
# Kleiner und leichter sitzen auch leichte Helme noch bequem.

Ebenfalls neu ist die Abdeckung des USB-Ports: Eine grundsätzlich sinnvolle Sache, allerdings scheint es nur eine Frage der Zeit, bis das fummelige Teilchen verloren geht, es ist eben alles an der Kamera sehr kompakt. Neben Mini USB steht ein Mini HDMI-Port zur Verfügung, das war’s in Sachen Ein- und Ausgänge. Ein Mikrofon lässt sich nur per 3,5mm Steck-Adapter anschließen, welcher separat zu beziehen ist. Der Akku ist weiterhin austauschbar und wirkt nicht mehr seltsam weich. Das Öffnen der Rückseite ist dennoch, gerade für Grobmotoriker, keine leichte Übung und wirkt nicht wie etwas, das man öfter machen will. Der 3,7V LiPo Akku fasst 1050mAh, zur Laufzeit kommen wir später.

Hero3 Fernbedienung: Gar nicht mal so klein und nur über einen Spezialstecker zu laden.
# Hero3 Fernbedienung: Gar nicht mal so klein und nur über einen Spezialstecker zu laden.

Dann ist da noch die Fernbedienung, die sich im Lieferumfang der Black Edition befindet. Sie stellt ohne Frage ein sehr praktisches Zubehörteil dar, erlaubt sie doch das Gerät nicht nur ein- und auszuschalten und Aufnahmen zu starten, sondern auch noch eine Kontrolle und Änderung der aktuellen Einstellungen über das zur Anzeige an der Kamera identische Display. Weniger gut gefallen hat uns hingegen die Tatsache, dass das Laden des Akkus nur per Spezialstecker möglich ist. Immerhin lässt sich die gar nicht mal so kleine Fernbedienung mit Schlüsselring an der Kleidung oder mit dem mitgelieferten Band am Handgelenk oder Lenker (Fehlauskunft, gehört nicht zum Lieferumfang!) befestigen.

Das Display der Fernbedienung zeigt exakt das selbe wie das Kamera-Display.
# Das Display der Fernbedienung zeigt exakt das selbe wie das Kamera-Display.

Videoqualität

Geht es um die Videoqualität, spielen in erster Linie die Qualität und Perspektive des aufgenommenen Bildes eine Rolle. Weil Video aber mehr als Fotografie ist, kommt es zusätzlich auf Faktoren wie Daten- und Bildrate, aber auch auf den Ton an. Gehen wir die Punkte der Reihe nach durch:

Bildqualität

In Sachen Auflösung stehen dem Benutzer der Hero3 Black Edition mehr Optionen denn je zur Verfügung. Neben den bekannten WVGA, 720p und 1080p gesellen sich zwei Auflösungs-Einstellungen, die diese Bildmaße noch übertrumpfen: Ein sogenanntes 2,7K und 4K, beides Modi, die bisher nur professionellen Filmern ein Begriff waren. Mit diesen Auflösungsdaten übertrumpft die kleine GoPro auf dem Papier viele ausgewachsene Camcorder und auch die viel gelobten DSLR. Dass der Sensor der GoPro hierzu in der Lage ist, ist eigentlich nicht überraschend, sondern logisch: Schon immer übertraf die Foto-Auflösung die Video-Auflösung erheblich; im 4K Modus ist das nicht mehr der Fall. Der Unterschied in der totalen Pixel-Anzahl (4K Cineastisch: 4096×2160 17:9, 4K: 3840×2160 16:9, Foto: 4000×3000 12:9) resultiert hier aus den Unterschiedlichen Seitenverhältnissen: Während Fotos noch immer im inzwischen altmodisch wirkenden 4:3 Format aufgenommen werden, handelt es sich bei 4K und 2,7K um cineastische Maße mit dem Verhältnis 1,9 : 1, also einen erheblich flacheren Bildausschnitt.

Mit dem zweiten, äh mit der dritten sieht man besser!
# Mit dem zweiten, äh mit der dritten sieht man besser!

Bei Verwendung der 4K-Einstellung werden damit tatsächlich mehr Pixel denn je aufgenommen, der Sensor liefert erstmals für Video all seine Pixel unbearbeitet, bisher und in allen anderen Wide-Modi werden zwar auch alle Pixel benutzt, aber anschließend verrechnet um das gewünschte Format zu ergeben. Dass der Prozessor auch in der neuesten Generation mit der entstehenden Datenmenge zu kämpfen hat, zeigt ein Blick auf die zur Verfügung stehenden Bildraten: 4K lassen sich nur mit 12 per 15FPS aufnehmen, erst ab den reduzierten 2,7K stehen flüssige 30 Bilder zur Verfügung.

Wenig Rauschen, aber Detailverlust bei schlechtem Licht
# Wenig Rauschen, aber Detailverlust bei schlechtem Licht

Mehr Pixel zu nutzen, als man hinterher ausgibt, hat natürlich den Vorteil, mehr Information einzufangen und beispielsweise Rauschen unterdrücken zu können. Genau das passiert in allen anderen Kamera-Einstellungen. Wie gut? Im Datenblatt verspricht GoPro für die Black Edition: “Bessere Lowlight-Qualität”, im Alltag konnten wir tatsächlich ein reduziertes Bildrauschen feststellen, solange die Kamera die Helligkeit richtig einstellt und nicht zwanghaft versucht, ein dunkles Bild aufzuhellen. Hierauf hat man weiterhin keinen Einfluss, im Großteil der Fälle macht die 3er hier aber einen guten Job. Generell kann man sagen: Das Bildmaterial der GoPro ist ohne weiteres mit den FullHD-Aufnahmen von hochwertigen DSLR kompatibel. Das heißt nicht, dass die GoPro eine solche ersetzen könnte, was in Anbetracht der eingeschränkten Bildwinkel und Tiefenschärfe schlicht falsch wäre, doch lassen sich die Aufnahmen ohne weiteres und ohne, dass es jemand sofort auffällt, gemeinsam verarbeiten.

Der Weißabgleich der Hero3 macht einen sehr guten Job: Schnell und präzise, auch die Helligkeit passt. Allerdings sind ohne Behandlung viele Aufnahmen im Automatik-Modus etwas arg warm, was Nachbearbeitung erfordert.

Bildwinkel

Ob tatsächlich die komplette Sensorbreite genutzt wird, oder nicht, hängt dann vom eingestellten Bildwinkel ab: In 1080p und 720p lassen sich jeweils Wide, Medium und Narrow auswählen. Da die GoPro nicht über einen echten, optischen Zoom verfügt, wird zur Änderung des Bildwinkels eigentlich nur der Bildausschnitt verkleinert, sprich die Ränder beschnitten. Das resultiert aber natürlich auch in effektiv weniger genutzten Pixeln und damit theoretisch mehr Rauschen. In der Praxis ist der Weitwinkel der “Wide” Einstellung noch etwas weiter als bei GoPro 2 und 1, wodurch der klassische Helmkamera-Look entsteht. Wenn man den nicht will, beispielsweise für selbst gebaute Cable-Cams, einen Schwenk von der Seite oder auf einem Slider, empfiehlt sich der “Medium”-Modus. Er zeigt wesentlich weniger Randverzerrung, ist aber immer noch sehr scharf und allgemein mit guter Bildqualität gesegnet.

Viele Details, sehr scharf - bestes Licht am Ferdenrothorn.
# Viele Details, sehr scharf – “Wide” am Ferdenrothorn.

Der “Narrow”-Modus kann die Herkunft der Aufnahme, nämlich Helmkamera, noch deutlicher verstecken. Leider wird das Zielen damit zur Kunst, die Schärfe lässt auch leicht nach, und Aufnahmen verwackeln leichter – deshalb eher Medium verwenden.

Datenrate

In diesem Zusammenhang ist vor allem das neue Feature Protune zu erwähnen. Dabei handelt es sich um etwas, dass dem RAW-Format bei Fotokameras ähnelt. Das Bildmaterial der GoPro kommt dann unkomprimiert und unbehandelt auf die Speicherkarte. Der Sinn des Ganzen: Wer mit den Nachbearbeitungs-Möglichkeiten seiner Video-Software umgehen kann, erhält dadurch eine bessere Ausgangsbasis. Schatten saufen weniger ab, helle Flecken brennen nicht aus. In der Praxis ähnelt das Ganze tatsächlich dem Umgang mit RAW-Fotos: Aus der Kamera raus kommen sie sehr flach, also mit geringem Kontrast, gleichmäßigen Tiefen und Lichtern, dazu wenig Sättigung. Protune erlaubt außerdem eine Einstellung der Farbtemperatur für den manuellen Weißabgleich auf 3000, 5500 und 6500K, oder aber auf “CAM RAW”, was wiederum eine feinere Einstellung des Weißabgleich in der Post-production erlauben soll. Wir finden aber: Selbst in Protune sollte man den Auto-Weißabgleich nutzen. Das kann die Kamera nämlich sehr gut, und die Gefahr, sich die Arbeit hinterher massiv zu erschweren ist hier sehr groß.

Protune out of Camera: Sehr flach, Licht franst nicht aus, Schatten saufen nicht ab.
# Protune out of Camera: Sehr flach, Licht franst nicht aus, Schatten saufen nicht ab.

Gesamteindruck: Für Könner ist Protune mit AWB ein willkommenes Feature. Für den Alltagsuser, der nicht sehr versiert in der Nachbearbeitung bewegter Bilder ist, oder nicht über die entsprechende Software verfügt, wird die automatische Bildverarbeitung, wie man sie ohne Protune erhält, die besseren Ergebnisse liefern.

Bildrate

Da haben wir nicht schlecht gestaunt: Bis zu 240fps, was für eine High-Speed-Kamera! Dazu muss man leider sagen: Diese enorm hohe Bildrate steht nur mit einer WVGA-Auflösung zur Verfügung, wovon man im Alltag keinen Gebrauch machen wird. Doch ab 720p werden die Auflösungen wirklich brauchbar, und auch hier verzeichnet man einen deutlichen Geschwindigkeits-Zuwachs: 50 oder 60 und 100 oder 120fps, je nach dem ob in PAL oder NTSC gefilmt wird, heißen die Einstellungsoptionen. Damit lassen sich schon wirklich ansehnliche Slow-Motions aufnehmen. Auch mit einer noch höheren Auflösung von 960p stehen noch satte 100 Bilder pro Sekunde zur Verfügung, und für FullHD legt GoPro auch nach: Hier gibt es jetzt bis zu 60 Bilder pro Sekunde.

Gold wert: 60 Frames pro Sekunde
# Gold wert: 60 Frames pro Sekunde

Der Sinn des Ganzen ist, jetzt mal ganz ohne den kleinen Hobbit im Hinterkopf zu haben, trotz SlowMotion eine normale Framerate zu erzeugen, ohne auf Interpolation durch Software angewiesen zu sein. Letztere erzeugt zwar (Twixtor,…) durchaus beachtliche Ergebnisse, hat jedoch Grenzen, gerade wenn es z.B. an fliegendes Laub oder komplizierte Hintergründe und Kamera-Schwenks geht. Mit den erhöhten Bildraten lassen sich also Clips mit 25% (bei 720p) oder 50% (bei 1080p) ganz ohne Interpolation abspielen, und auch bei noch langsameren Wiedergabegeschwindigkeiten profitiert man natürlich. Wer in Sachen Auflösung seine Ansprüche ganz zurück schraubt, kann, z.B. fürs Internet, lustige Super-Slowmotions mit sogar 240Fps machen, dann eben nur in WVGA Auflösung.

Die erhöhte Bildrate ist etwas, was jeden auch nur etwas ambitionierten Filmer glücklich machen wird, denn starke Verlangsamung lässt viele Bewegungsabläufe, spritzendes Wasser oder Matsch, Staub und sogar langweilige Motive dramatisch besser erscheinen. Mit der Hero3 geht das besser denn je, wer sich einmal an 60fps gewöhnt hat will nichts mehr drunter.


# Sehr langsam – siehe Testvideo.

Am anderen Ende der Fahnenstange stehen bei der 4K-Auflösung nur noch 12 Bilder pro Sekunde zur Verfügung – jedes Kind lernt, dass es mindestens 16 Bildwechsel braucht, um kein Flimmern mehr wahrzunehmen. 4K ruckelt deshalb merklich, ein bisschen wie eine Stop-Motion. Wozu das ganze? Nun, sicherlich weil es sich gut verkauft, aber natürlich auch für Aufnahmen, die hinterher ohnehin “gerampt”, also beschleunigt abgespielt werden. In diesem Punkt konkurriert die 4K-Funktion dann allerdings schnell mit der bekannten Timelapse-Funktion, die 12 Megapixel in Zeitabständen zwischen 0,5sek und 60sek. aufnimmt. Ebenfalls konkurrierend bietet sich die “Photo-Burst” genannte Serienaufnahme an, die 30 Fotos mit 12 Megapixel Auflösung pro Sekunde schießt – allerdings auch nur eine Sekunde lang.

Ton

Die Tonspur bisheriger Helmkameras konnte man schon aus großer Entfernung erkennen: Ein stark beschränktes Frequenzspektrum, der Klang dominiert von einem Knacken, dazu vielleicht Windgeräusche und entfernt das Geräusch des Motivs, beispielsweise Stimmen, Abrollgeräusche oder eine quietschende Bremse. Alles in allem jedoch so, dass kein Filmemacher gerne damit gearbeitet hätte.

Hier liegen merkliche Unterschiede zwischen dem Ton, den die Mikros einer Hero2 (Oben und unten) aufgezeichnet haben, und dem Ergebnis der Hero3 (Mikros links und rechts) in Mono aufzeichnen. Warum Mono trotz zweier Mikrofon-Öffnungen? Weil, besonders im Gehäuse, eine sinnvolle Richtungszuweisung nicht möglich ist. In der Praxis weist das Mikrofon sowohl nach unten (tiefe Töne), als auch nach oben (hohe Töne) eine erheblich gesteigerte Empfindlichkeit auf, was Stimmen, Fahrwerk, Knacken realistischer und damit besser klingen lässt. So gut, dass man auf den Mikrofon-Port verzichten kann? Das hängt vom Anspruch ab. Für hochwertige Filme wird sich weiterhin die Verwendung des 3,5mm-to-USB Adapter oder des Touch-Backpacks empfehlen, beides erlaubt die Verwendung eines Mikrofons mit Windschutz und noch besserer Qualität.

Ausstattung

Akku

Größere Leistung, kleineres Gehäuse – die Sache muss einen Haken haben. Und in der Tat: Obwohl der Akku die Hälfte des Geräts ausmacht, ist die Lebensdauer stark beschränkt. Was heißt das? Bei 25°C sind maximal 1:15 Video-Aufnahme drin, ohne Wifi wohlgemerkt. Bei niedrigeren Temperaturen und Verwendung des letzteren kann auch gerne schon nach 50 Minuten Schluss sein. Zwar sind 50 Minuten Video schon eine ganze Menge, doch berücksichtigt man die Zeit, die man die Kamera eingeschaltet hat, ohne aufzunehmen, sie einstellt, … ist das unterm Strich zu wenig. Einen Tag im Bikepark lang jede Abfahrt filmen? Das ist mit einem Akku auf keinen Fall drin. Wer etwas dergleichen vor hat, kauft entweder einen Ersatzakku (25€), oder montiert das Battery Bacpac. Das kostet nochmals 59€ und macht die 3er wieder so groß und schwer wie die 2er, verdoppelt aber die Akku-Laufzeit.

Fotos

Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark die Fotos gegenüber den aufgenommenen Videos abfallen. In Sachen Schärfe, Farbechtheit und Detailreichtum sind die 12 Megapixel Bilder enttäuschend und auch keinesfalls besser als bei bisherigen GoPros. Was die mäßige Handhabung schon impliziert, unterstreicht die fehlende Qualität: Die GoPro ist keine Fotokamera, sondern eine Filmkamera.

Foto-Vergleich: Links die Hero2, rechts die Hero3
# Foto-Vergleich: Links die Hero2, rechts die Hero3

Einzig für Timelapse-Aufnahmen macht der ja auch dafür gedachte Modus Sinn. Wer vor hat tagsüber einfach alle paar Sekunden ein Bild zu machen und damit das Geschehen einzufangen, wird von großem Ausschuss (oft zu lange Belichtung, viele matschige Bilder) enttäuscht sein.

Wifi

Die Kopplung mit Smartphone oder Fernbedienung funktioniert einwandfrei. Die App sieht auf iOS und Android schick aus, weist jedoch eine stark auffallende Latenzzeit auf: Mit iOS liegt sie bei 4sek., mit Android bei 2sek. – was im Alltag, zum Ausrichten der Kamera, jedoch nicht stört.

Passt die Neigung der Helmkamera? Mit Smartphone lässt es sich überprüfen.
# Passt die Neigung der Helmkamera? Mit Smartphone lässt es sich überprüfen.

Die Reichweite ist enorm hoch (locker 50m), um Akku zu sparen können die Geräte gekoppelt bleiben, ohne dass die eigentliche GoPro eingeschaltet bleibt. Dann lässt sich die Kamera über die Fernbedienung aus dem Standby wieder holen, und alles funktioniert reibungslos, bis man trotz gekoppelter Fernbedienung die Knöpfe an der Kamera selbst benutzt: Kamera und Remote stimmen dann nicht mehr überein, bis man den Fehler behebt.

App:

Die GoPro App, erhältlich für Android und iOS, ist schön gemacht und ein deutlicher Komfort-Gewinn. Anders als mit den drei, immer noch nicht sonderlich sensitiven Knöpfen der GoPro, navigiert es sich hier schnell und übersichtlich durch die vielen vielen Einstelloptionen.

Die Bedienung über die App ist - ohne Handschuhe - sehr komfortabel.
# Die Bedienung über die App ist – ohne Handschuhe – sehr komfortabel.

Das sieht der Nutzer der GoPro-App
# Das sieht der Nutzer der GoPro-App

Leider kein Outdoor-Gerät: Das iPhone.
# Leider kein Outdoor-Gerät: Das iPhone.

In der App sind alle Einstellungen wesentlich übersichtlicher zu machen.
# In der App sind alle Einstellungen wesentlich übersichtlicher zu machen.

Im Alltagseinsatz

Neben der schon erwähnten Schwierigkeit, die Fernbedienung sinnvoll zu fixieren, sind uns im Alltag noch einige weitere Kleinigkeiten aufgefallen: Die Kopplung mit dem Smartphone ist sehr praktisch und hilft bei der richtigen Ausrichtung der Kamera enorm. Insgesamt stehen 137 Aufnahme-Setups zur Verfügung, da immer den richtigen zu wählen ist dennoch nicht so schwer. Zunächst einmal entscheidet man sich, wie viel Zeit in die Nachbearbeitung fließen will: Damit kann Protune ausgewählt oder ausgeschlossen werden. 4K ist im Alltag nicht viel wert, genau so wenig WVGA. Als nächstes hilft die Frage: Was will ich mit dem Video? Ist es nur Youtube, dann reichen 720p. Das sorgt für eine höhere Framerate und kleinere Dateien, was hinterher vielleicht einfacher ist. Will man aber, gerade weil Display-Auflösungen immer höher werden und nicht nur Youtube, sondern auch MTB-News.de inzwischen FullHD unterstützen, 1080p filmen, dann liegt man in 90% der Fälle mit 1080p 60fps genau richtig. Weniger Rolling Shutter als 2,7K und 1440p (Dank der erhöhten Bildrate), mehr Auflösung als 720p, und im Gegensatz zu 960p mit drei verschiedenen Bildwinkeln zur Auswahl. Diesen Modus können wir für den Alltag nur empfehlen.

Endlich kein Nachfragen mehr: "Läuft die GoPro?"
# Endlich kein Nachfragen mehr: Läuft die GoPro?

Fazit

Kurz gesagt: Die Hero3 Black Edition ist die beste Helmkamera, die wir je im Test hatten. Klein, leicht und mit enorm hoher Videoqualität. Höhere Auflösung, höhere Framerate und der Protune-Modus prädestinieren die Black Edition vor allem für jene, die etwas mehr vorhaben. Weniger versierte Nutzer könnten hingegen von über 130 Video-Modi überfordert sein. Besitzer einer Hero2 sollten insgesamt nur dann upgraden, wenn sie die genannten Features wirklich nutzen werden. Ansonsten besitzen sie ein Gerät, was mit der Hero3 Silver Edition in Sachen Bildqualität auf Augenhöhe ist. Wer erst neu einsteigt, kann mit der Silver Edition trotzdem ein gutes Angebot wahrnehmen: Verglichen mit der 2er ist sie nicht nur kleiner und leichter, sondern auch mit WiFi ausgestattet, was Fernbedienung (nur bei der Black Ediion im Lieferumfang) und Smartphone-Steuerung ermöglicht. Einzige echte Achilles-Ferse bleibt, auch bei der Hero3, der Akku – hier ist die aktuelle Leistung nicht zufrieden stellend.

Testvideo

Für unser Testvideo sind wir mit der Hero3 nicht nur Biken gegangen, sondern haben auch ein paar Ski-, Timelapse- und Unterwasser-Aufnahmen fabriziert. Der Clip soll dabei nicht in erster Linie Bock auf Sport machen, sondern die Chancen und Grenzen der GoPro Hero3 Black Edition zeigen. Schaut euch das Video am besten hier in voller Auflösung an: GoPro Hero3 Black Edition Test

GoPro Hero3 Black Edition von nuts – mehr Mountainbike-Videos

Wer von euch konnte schon Erfahrungen mit dem neuesten GoPro-Spross sammeln? Decken sich eure Erfahrungen mit den unseren?

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    der_erce

    dabei seit 08/2006

    Also ich für meinen Teil hab die Wasabi-Akkus schon lang im Einsatz und kann nichts negatives berichten. Diese sind auch in allerlei Foren immer empfohlen worden.
    Aber ich muß greyz auch Recht geben. Es wäre sicher besser die Cam auf Funktion recht nah am Urzustand zu testen. Evtl. mal Firmware zurücksetzen und neu flashen?
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  3. benutzerbild

    dragonjackson

    dabei seit 08/2010

    Ja, den Gedanken hatte ich auch schon mit dem Original Akku. Sicherlich gut, um zu testen ob die Cam n Schuß hat - wobei ich den Fehler eher bei den Akkus sehe.
    Danach hätte ich trotzdem das Problem: Laden über die Cam, einzeln, 4 Akkus... Dauert doch ewig? Andererseits, wenn sie nicht schlapp machen nach einem Tag im Rucksack, sollte es auch gehen - v.a. jetzt tausche ich nach jeder längeren Abfahrt den Akku, weil meist nur noch 1 Strich drauf ist. Imho gibt es dann nix blöderes, als zu denken, dass man aufnimmt, man nach Hause kommt und stellt fest - ätsch, Akku leer.
    Da sitzt der Frust schon tief. Gerade bei einer recht teueren Cam...
  4. benutzerbild

    der_erce

    dabei seit 08/2006

    Also ich hab immer 4 Akkus dabei. Zwei immer in der Hosentasche. Selbst wenn ich das Outdoorgehäuse dran hab, höre ich ob das Ding piept oder nicht. Wenn es mal mitten drin piept, weiß ich dass was nicht stimmt. Kurzer halt, schneller Wechsel und weiter gehts.
    Aber wenn man das Piepen mal nicht hört, ist es doof. Wenn man sicher gehen will und mit Remote fahren möchte um die Anzeige zu sehen wird man mehr Akkus benötigen. Ist leider doof.
  5. benutzerbild

    dragonjackson

    dabei seit 08/2010

    der_erce
    also das ist schon das Bundle. Auf den Akkus steht 1200 drauf.

    http://www.amazon.de/Wasabi-Akku-für-GoPro-HERO3/dp/B00AAIPVH4
    Ok, das wären die Akkus. Wie schaut es mit dem passenden Ladegerät aus?
    Am liebsten einem, welches 2 Akkus zeitgleich auflädt?
  6. benutzerbild

    der_erce

    dabei seit 08/2006

    Ladegerät war bei meinem Bundle das hier dabei: http://www.amazon.de/Wasabi-Power-L..._sim_ph_3?ie=UTF8&refRID=1VSQHC2G30SHA3H7ZVB5

    Ob es eins gibt mit dem man zwei Akkus gleichzeitig laden kann, weiß ich nicht.

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