HomeMagazinMenschenVereine & VerbändeUCI Mountainbike World Cup 2013 – neue Regeln im Downhill — 3. Februar 2013 10:07

UCI Mountainbike World Cup 2013 – neue Regeln im Downhill

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Passend zum Kalenderauftakt in die Mountainbike Saison 2013 hat die UCI einige Änderungen an den Regeln für den Mountainbike World Cup vorgenommen. Im Fokus der Änderungen stehen die Junioren / Juniorinnen im Downhill, die wie bei den Weltmeisterschaften nun auch im World Cup ein eigenes Rennen ausfahren und nicht mehr im Rahmen der Elite Rennen unterwegs sind. Zusätzliche Regeländerungen hat es auch beim XCE (Cross Country Eliminator; bislang glückloser Nachfolger des 4x World Cups) gegeben. Einen Überblick über die Neuerungen für 2013 erhaltet ihr hier.

Junior World Cup 2013

Bei den Weltmeisterschaften sind getrennte Rennläufe für Elite und Junioren (17-18 Jahre) bereits üblich gewesen, nun werden die Junioren auch im World Cup nicht mehr zwischen den Elite Fahrerinnen und Fahrern starten, sondern einen eigenen Rennlauf mit eigener Ergebnissliste bekommen. So sollen mehr Junioren zu Renneinsätzen kommen, da bislang viele in der Qualifikation der Elite Klasse scheiterten und so für Sponsoren weniger attraktiv gewesen sind. Für die besten fünf männlichen und drei weiblichen Junioren im UCI DHI Ranking bietet der Verband die Möglichkeit, einen vorzeitigen Wechsel in die Elite-Klasse zu wählen. Herausragende Talente (im letzten Jahr z.B. Loic Bruni und Troy Brosnan) können so wie gehabt in der Elite-Klasse starten und werden dann nicht mehr speziell in den Ergebnissen gekennzeichnet. Fraglich ist, ob der Junior, der sich dazu entscheidet, in der Elite-Klasse an den Start zu gehen, dadurch auch bei der Weltmeisterschaft in der Elite-Klasse verpflichtet ist. Für viele potentielle Elite-Junioren könnte das ein Grund dafür sein, den vorzeitigen Wechsel nicht zu vollziehen.


# Loic Bruni wird im kommenden Jahr in der Elite-Klasse starten.


# Das Gleiche gilt für den wieder genesenen Troy Brosnan.

Für Sponsoren und Fans bedeutet das, dass mehr Rennen an einem Wochenende stattfinden und mehr Öffentlichkeit erzeugt wird. Schließlich werden die Siegerinnen und Sieger dieser Kategorie mit einer eigenen Siegerehrung geehrt. Neu wird bei diesem Podium sein, dass wie auch bei den Weltmeisterschaften nur drei Starterinnen oder Starter auf dem Podium stehen. Die UCI scheint hier das Downhill-Podium an das gängige Format (oftmals olympischer) Sportarten anpassen zu wollen.


# Tahnee Seagrave ist eine der Juniorinnen, die im kommenden Jahr freiwillig in der Elite-Klasse der Damen starten könnte.

Spannend könnte es werden, wenn ein Junior bei nationalen Rennen (z.B. deutsche Meisterschaften) die beste Zeit einfährt. Bei diesen Rennen werden die Punkte ausschließlich auf Basis der Zeit vergeben und nicht für die Kategorie (Elite / Junior) der Starter. Faktisch könnte es passieren, dass ein Junior das Rennen gewinnt und dementsprechend das Jersey bekommt – womit die Elite-Klasse ohne einen eigenen Sieger dasteht, da das Jersey nur 1x vergeben wird. Somit würde es sich anbieten, bei diesen Rennen die Junioren und die Elite direkt gemeinsam starten zu lassen.

Elite World Cup 2013

Bei den Eliterennen gibt es insofern keine grundlegenden Veränderungen, als weiterhin eine Qualifikation mit anschließendem Rennen für die besten 80 Herren und 20 Damen ausgetragen wird. Fraglich sind jedoch die Regeln für die Siegerehrung. Seit jeher wird im Downhill ein 5-köpfiges Podium geehrt, bei dem die besten Fünf des Tages gemeinsam präsentiert werden. Für Fans und Sponsoren hat dieses breite Podium einen hohen Wert, entspricht jedoch nicht den gängigen Gestaltungen in (olympischen) Sportarten. Bei der UCI scheint man die Abschaffung dieses Podiums vorzubereiten, denn der entsprechende Passus im Regelwerk wurde so angepasst, dass nur noch die ersten drei Starterinnen und Starter zur Teilnahme am Podium verpflichtet sind. Gegenwärtig ist unklar, ob dennoch fünf TeilnehmerInnen das Podium betreten dürfen und nur die ersten drei müssen, oder ob es tatsächlich mit dem breiten Podium vorbei sein sollte. Dieser Schritt wäre in Anbetracht dessen, dass DHI nach wie vor nicht olympisch ist, eine fragliche Entscheidung, da sie die Öffentlichkeitswirkung für FahrerInnen und Sponsoren reduziert.


# Val di Sole – Sam Hill: Auch in der Elite werden wir eine spannende Saison sehen.

Kleine Änderungen hat es auch bei der Anmeldung für den World Cup gegeben. So dürfen die nationalen Verbände jeweils sechs männliche und weibliche Junioren und Elite-StarterInnen zusätzlich im World Cup starten lassen, die nicht die erforderlichen 20 UCI Punkte aufweisen können. Damit kann das World Cup Starterfeld um jeweils maximal 24 StarterInnen pro Nation vergrößert werden. Im letzten Jahr sind bei den Rennen im Durchschnitt 175 TeilnehmerInnen am Start gewesen. Diese Zahl könnte im World Cup 2013 einiges höher liegen – was definitiv im Interesse des Sports ist!

Protektoren im World Cup 2013

Im UCI World Cup besteht eine Helmpflicht, abseits davon sind jedoch keine Protektoren als Startvorraussetzung eingetragen. Nationale Verbände, beispielsweise in Frankreich, erfordern teilweise jedoch deutlich umfangreichere Protektoren. Die UCI hat nun geregelt, dass die nationalen Regelungen für den World Cup zutreffen und hervorgehoben, dass es die Sache der Fahrerinnen und Fahrer ist, sich um eine regelkonforme Ausstattung zu kümmern. Allerdings regelt die UCI nicht, was unter ordnungsgemäßen Protektoren verstanden wird. Die häufig gesehenen und im Zweifelsfall nutzlosen eingeklebten Pappdeckel als Rückenprotektor bleiben damit zumindest von Seiten der UCI erlaubt. Die Regelung erlaubt jedoch theoretisch den nationalen Verbänden in deren Zuständigkeitsbereichen die Rennen ausgetragen werden, Fahrerinnen und Fahrer vom Start auszuschließen, wenn diese keine ausreichende Protektoren-Ausstattung vorzuweisen haben. Der Hintergrund, warum selbst gebastelte Protektoren nicht direkt verboten werden scheint zu sein, dass es keine gängigen und gemeinhin anerkannten Prüfnormen für diese Protektoren (abseits von Helmen) gibt.

XCE World Cup 2013

Der Cross Country Eliminator (XCE) ist im letzten Jahr erstmalig als hässlicher Nachfolger des 4x-Events in das Rahmenprogramm des World Cups aufgenommen worden und wird im World Cup 2013 nun ein vollwertiges Event sein. Teilnehmen darf jeder, der mindestens 20 UCI Punkte (Disziplin egal) aufweisen kann. Wir sind gespannt, ob es dann auch ein vernünftiges Startprozedere gibt und ob es auch ein bisschen mehr bergab geht. Diese spannendere Disziplin haben wir nämlich über viele Jahre schon gesehen, sie heißt 4x und ist geil.


# Der Start beim XCE ist im letzten Jahr nicht wirklich auf World Cup Niveau gewesen. Eher Kindergarten.


# Action gibt es auch im XCE, doch 4x ist definitiv das spannendere Format.


# Immerhin in einer Sache haben XC-Komponenten im XCE einen Vorteil: Defekte treten häufiger auf ;)

Kommentar

Was der XCE World Cup wirklich wirklich sein soll und wo genau der Reiz des Formats liegen soll, haben wir immer noch nicht verstanden. Wichtiger ist jedoch, dass den Nachwuchstalenten im Downhill eine bessere Bühne geboten wird und Sponsoren eine größere Öffentlichkeit für die Unterstützung junger Talente erreichen. Positiv ist auch zu bewerten, dass insgesamt ein größeres Fahrerfeld bei den World Cup Rennen ermöglicht wird und die Anzahl der Rennen an einem Wochenende steigt. Bleibt nur die Frage, ob auch das Elite-Podium auf die ersten drei Platzierungen reduziert wird. In Anbetracht fehlender Präsenz bei Olympia und einer 20jährigen Geschichte des 5-köpfigen Podiums kein wünschenswerter Schritt, der Fahrern, Fans und insbesondere Sponsoren schlecht schmecken dürfte.

UCI Regeln zum selber lesen!

Wer Interesse an den Änderungen hat, der darf sich gerne näher mit der folgenden .pdf beschäftigen. Viel Spaß – wir freuen uns auf die kommende World Cup Saison. Im Juni geht’s los!


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