Nachdem wir schon im letzten Herbst/Winter zwei umfangreiche Bike-Jackentests durchgeführt hatten [Teil 1 | Teil 2], folgt nun pünktlich vor dem Beginn der Saison 2013 ein weiterer Jackencheck: Im vorliegenden Bericht haben wir die Endura “MT500″, die Royal Racing “Matrix”, die Scott “Helium Active Shell” sowie die Discounter-Softshell von Crivit Sports unter die Lupe genommen. Wie die Namen erahnen lassen, haben wir auch hier wieder Jacken aus sämtlichen Preisbereichen getestet: Von Hightech-Jacken wie dem Modell von Scott bis hin zur extrem günstigen Softshell-Jacke von Crivit Sports, die beim Discounter Lidl verkauft wird, haben wir beide Extreme im Angebot.

Billig heißt hier jedoch nicht unbedingt schlecht – lasst euch überraschen, vielleicht ist ja etwas für die kommende Saison für euch dabei*.

Scott Helium Active Shell

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# Leichtgewicht: Scott “Helium Active Shell”

Allgemeine Infos

Von Scott sind wir in erster Linie hochwertige Bikes gewohnt – doch mittlerweile hat sich nicht nur unter Insidern herumgesprochen, dass die Schweizer mittlerweile ein interessantes Sortiment an Funktionsbekleidung haben. Herausgesucht haben wir uns das Topmodell für Trail- und Enduro-Aktivitäten – die leichte, aber robuste Helium Active Shell. Und leicht heißt wirklich leicht: Das Jäckchen wiegt mit Kapuze unter 400 Gramm und verfügt dennoch über (fast) alle wichtigen Features, die eine Trailjacke haben sollte. Die linksseitige Brusttasche ist perfekt für Kleingeld, die Liftkarte oder im Notfall den Schlüsselbund. Die diversen Scott-Logos sowie die Streifen auf der Kapuze reflektieren. Der Reißverschluss lässt sich sehr weit zuziehen, wodurch der Luftstrom am Halsbereich stark minimiert wird. Weiterhin verfügt die Helium Active über zwei Belüftungszipper, die, geöffnet, ohne Netz auskommen und die Luft ungehindert einströmen lassen.

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# Große Belüftungszipper an der Scott

Funktion

Die Scott Helium Active Shell trägt ihr Highlight schon im Namen: Die “Active Shell”-Membran von Gore-Tex findet man in der Regel sonst nur in weitaus teureren Jacken. Die Vorteile dieser Membran liegen im enorm geringen Gewicht und der laut Gore-Tex sehr hohen Atmungsaktivität mit einem RET-Wert von <3 (über die “Active-Shell”-Membran haben wir im ersten Jackentest geschrieben). Die Jacke ist durch eine innenliegende zusätzliche Stofflage unter der Membran komplett winddicht.

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# Maxi testet die “Helium Active Shell” auf ihre Superman-Tauglichkeit.

Im Vergleich zu bisher getesteten Jacken ist die Atmungsaktivität wirklich erstaunlich: Durch die sehr dünne Bauweise ist die Jacke extrem durchlässig und verhindert sehr effektiv, dass Sauna-Gefühle aufkommen. Getestet wurde die Jacke sowohl mit einem einfachen Funktionsshirt darunter (Sommer) wie auch mit einer zweiten Lage aus Merinowolle (Winter) – in beiden Fällen wurde die Schweißbildung in der zweiten Lage stark minimiert, bei der normalen Tour jenseits von extremer Anstrengung (wo starkes Schwitzen unvermeidbar ist) bleibt man nahezu vollständig trocken.

Sollte einem dies noch nicht ausreichen, helfen die großzügigen Belüftungszipper unter den Armen, die die Luft ohne Netzeinsatz ungehindert einströmen lassen können. Was Wasser von außen angeht, tut die Membran ihr Übriges: Auch Starkregen dringt weder durch den Jackenstoff noch durch die wasserabweisenden, aber etwas schwergängigen Reißverschlüsse.

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Passform

“Traditioneller Schnitt und Style für eine klassische Passform” – so lautet die offizielle Beschreibung, was die Passform angeht. “Körpernah geschnitten” trifft es jedoch eher: Die “Helium Active Shell” ist nichts für Leute mit breiter Brust oder Körpermitte, jedoch empfiehlt sich auch für Personen mit sportlicher Figur gegebenenfalls, eine Größe größer zu ordern. XXL passte so bei 193cm Körperlänge optimal – auch die Ärmel der Jacke sind ausreichend lang bemessen.

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# Hannes auf dem Schotterweg – die “Active Shell” funktioniert auch bei relativ warmen Temperaturen gut.

Hat man sich einmal an die schmale Form der Jacke gewöhnt, fühlt es sich im weiteren Verlauf völlig unproblematisch an – im Gegenteil, man generiert durch “weniger Jacke” an den Seiten sogar mehr Bewegungsfreiheit, was durch die leichten Stretch-Einsätze im Brust- und Rückenbereich noch unterstützt wird. Dadurch ist die Jacke auch für andere Sportarten bestens geeignet: Als leichte Regenjacke für die Jogging-Runde verrichtete die “Helium Active Shell” problemlos ihren Dienst auf Testrunden im Spätsommer, Herbst und Winter. Kapuze und Bund lassen sich mit einer Hand passend zuziehen.

Packmaß, Gewicht, Preis

Die “Helium Active Shell” kommt mit einem leichten, schwarzen Packsäckchen, in dem die Jacke sehr kompakt verstaut werden kann – dafür dürfte in jedem Rucksack genug Platz sein. Das Gewicht liegt bei sehr leichten 335 Gramm.

Verfügbare Größen: S, M, L, XL, XXL

Preis: UVP 259,95 €, günstigster Preis im Netz: 182,00 €

Fazit

Die Jacke einen Geheimtipp zu nennen, wäre wohl übertrieben – allerdings: Eine High-End-Membran in einer Funktionsjacke zu diesem Preis ist, vergleichen mit manchen Preisen anderer Outdoor-Marken, im Preis/Leistungs-Verhältnis sehr gut. Nachdem man sich an die sportlich-schmale Passform gewöhnt hat, kommt man gut damit zurecht – man sollte jedoch überlegen, ob man sich nicht eine Größe über seiner regulären Jackengröße zulegt. Eine unkaputtbare Outdoor-Jacke ist das Modell nicht, dafür fehlt die ein oder andere Tasche und ein etwas dickerer Stoff. Zudem ist die Jacke ohne Schnickschnack auf das Wesentliche reduziert und damit keine Allroundjacke mit Taschen oder verstellbaren Ärmelbündchen. Wer jedoch eine High-End-Jacke mit extrem guter Atmungsaktivität, gutem Schnitt und minimalem Gewicht sucht, dem sei die”Helium Active Shell” wärmstens empfohlen.

Mehr Informationen: http://www.scott-sports.com

Royal Racing “Matrix”

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# Royal Racing “Matrix”

Allgemeine Infos

Royal Racing ist seit vielen Jahren für eine gute Funktion zu fairen Preisen bekannt – das ist bei dem Modell “Matrix” nicht anders. Das Allwettermodell ist zwar mit fast 700 Gramm das schwerste Modell im Test, wirkt dafür allerdings auch wirklich robust für nasse DH- und Trail-Action. Auch die “Matrix” verfügt über eine Brusttasche für Kleinkram oder den MP3-Player – hierfür befindet sich ein gummierter Kopfhörer-Eingang auf der Innenseite, um Kabel aufgeräumt unter der Jacke verschwinden zu lassen.

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# “Napoleon-Tasche” für Mobiltelefon oder Kleinkram.

Die zwei mittig angesetzten Belüftungsöffnungen sind auch als mögliche Transporttaschen vorgesehen, sind äußerst geräumig und könnten im Ernstfall weitaus mehr als ein Paar Handschuhe aufnehmen – ob dies sinnvoll ist, sei allerdings dahingestellt. Als Pendant zu den Frontöffnungen verfügt die “Matrix” im oberen Rückenbereich über vier durch eine angesetzte Stoffschicht abgeschirmte Lüftungsöffnungen. An Frontpartie, Rücken und Ärmeln sind reflektierende Royal-Logos angebracht. Nicht ganz so schön: Unser Testmodell hatte einen relativ starken Kunststoffgeruch, als wir diese ausgepackt haben – hier ist vor dem Anziehen Durchlüften angesagt.

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# Jackentest mal anders: Fotospaß beim Testen.

Funktion

Die Firma Royal Racing hat mit ihrem Sitz in Südwales nicht gerade ganzjährige Sonnengarantie und kennt daher die Bedürfnisse von Bikern aus dem Vereinigten Königreich genau – Punkt 1: Dicht muss sie sein! Das Polyestermaterial der “Matrix” verfügt über eine 10.000er Wassersäule und ist mit 10.000g/m2/24h ordentlich atmungsaktiv.

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# Passt über Panzer und DH-Trikot: Die Royal bei regnerischen Bedingungen im Bikepark Winterberg.

Das Innenfutter besteht aus weichem Meshmaterial, was sich auch mit kurzem Trikot gut anfühlt und zudem den Vorteil hat, den Schweiß schnell hindurchzulenken – auch wenn dieser gefühlt ein gutes Stück länger als die “Active Shell”-Membran braucht, um bis nach außen zu dringen, so ist er durch den zwischengeschalteten Mesh-Stoff zumindest schnell von der Haut. Um dem Regen den Rest zu geben: Natürlich verfügt die “Matrix” sowohl am Hauptzipper wie auch an der Fronttasche über wasserdichte Reißverschlüsse.

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Passform

Auch diese Jacke haben wir in XXL geordert – aber nicht wegen dem schmalen Schnitt, sondern vielmehr wegen relativ kurzer Ärmel für eine XL-Größe. Wer also eher lang gewachsen ist, sollte eine Größe größer bestellen. Alle Größen gemein haben allerdings einen recht üppigen Schnitt im Brust- und Schulterbereich – schmal-sportiv wie das Modell von Scott ist die Royal-Jacke nicht. Ein großer Vorteil für alle Gravity-Freunde ist allerdings, dass man die Jacke mit diesem Schnitt auch über das DH-Trikot, einen Protektorenpanzer oder über die Softshell ziehen kann – insbesondere für regnerische Tage im Bikepark oder auf der wirklich matschigen, kalten Tour praktisch. Mit den Kordelzügen an Bund und Kapuze lässt sich die Jacke passend festzurren, auch die recht großen Ärmelbündchen lassen sich zurechtkletten.

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# Auf den Trails um Bad Kreuznach

Packmaß, Gewicht, Preis

Wirklich klein ist die “Matrix”, insbesondere in Größe XXL, nicht – das liegt unter Anderem daran, dass die Jacke einen zwar angenehmen, aber zum Volumen beitragenden Mesh-Einsatz besitzt. In schmalen, knappbemessenen Trinkrucksäcken mit Extrafach könnte es mit dem Verstauen eng werden, bei allen größeren Rucksäcken passt die Jacke allerdings immer noch rein. Auf einen Packsack oder interne Taschen zum Verstauen der Jacke muss man allerdings verzichten. Das Gewicht liegt bei 695 Gramm.

Verfügbare Größen: XS, S, M, L, XL, XXL

Preis: UVP  149,99 €, günstigster Preis im Netz: 64,99 €

Fazit

Viel Jacke für einen angemessenen Preis: Dass die Waliser sich mit Regenwetter auskennen, sieht man der Matrix an. Zwar wird es durch das Fehlen einer Hightech-Membran wie der “Active Shell” und dem Einsatz von Mesh-Material ein wenig wärmer als beispielsweise in der Scott-Jacke, dafür ist die Jacke sehr bequem, mit 10.000er Wassersäule ausreichend dicht und zudem nicht ausschließlich auf Athletenfiguren zugeschnitten. Es gibt ausreichend Platz für mehrere Lagen an Bekleidung – daher ist die Jacke eher etwas für frischere Temperaturen und mehrere Kleidungsschichten oder für den regnerischen DH-Einsatz.

Die Matrix wird durch Front- und die kleinen Rückdurchlässe zwar angemessen durchlüftet, kann aber durch die mehrlagige Konstruktion nicht mit den ganz dünnen Jacken mithalten und ist mit fast 700 Gramm nicht die leichteste Jacke. Wer aber einen robusten Überzug für kältere Sommer- bis kalte Wintertage sucht, sollte sich die “Matrix” mal genauer anschauen.

Mehr Informationen: http://www.royalracing.com

Crivit Sports “Softshell-Fahrradjacke”

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# Lidl-Eigenmarke: “Crivit Sports”

Allgemeine Infos

Der Modellname vermag zunächst Schmunzeln hervorzurufen, aber ganz so schnell lässt sich die Supergünstig-Jacke vom Discounter Lidl nicht vorverurteilen – als Kontrastprogramm zu den im Preisniveau relativ teuren Markenjacken wollten wir nach der schon recht günstigen Decathlon-Jacke im letzten Jackentest nun auch die ganz unterste Preisschiene austesten und kauften für weniger als 20 Euro die “Softshell-Fahrradjacke” bei Lidl. Das hellblaue Modell erschien, wie bei Discountern üblich, zum unregelmäßigen Thema “Fahrradfahren” – so oder ähnlich wird also auch in Zukunft eine Fahrradjacke bei Lidl erhältlich sein.

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# Die Lidl-Jacke hat ebenfalls einstellbare Bündchen 

Als Softshell-Modell passt sie nicht hundertprozentig zum Testfeld der drei anderen Hardshell-Jacken – aus Kostengründen und Neugier entschieden wir uns dennoch dafür, die Jacke mitzutesten. Die Lidl-Jacke verfügt über zwei seitliche Jackentaschen und, wie die teuren Modelle auch, eine Brusttasche für Kleinkram. Zusätzlich befindet sich eine kleine Tasche für Schlüssel und Co. am Rücken. Von allen Testjacken wird man mit der “Crivit Sports” am besten gesehen – vorne wie hinten ziehen sich dünne, aber gut sichtbare Reflektorstreifen über die gesamte Länge der Jacke. Auffällig bei dieser Jacke ist der Rücken, der aus einem dünneren und nicht wasserdichten Stoff besteht, dafür aber extrem luft- und wasserdurchlässig ist. Abgesehen vom luftigen Rücken finden sich keine Lufteinlässe an der recht dicken Softshell-Jacke.

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Allzuviele Infos gibt die Jacke nicht preis: “Wasser- und schmutzabweisend durch BIONIC FINISH® ECO” ist der einzige Hinweis auf die Wasserdichtheit. Diese Beschichtung der Firma Rudolf Chemie ist allerdings in Verbindung mit Sympatex entstanden und soll weitaus effektiver als herkömmliche Beschichtungen sein. Fakt ist: Leichter Regen perlt tatsächlich vollständig von der Jacke ab und ist blitzschnell abgeleitet. Regnet es jedoch etwas stärker oder kommt man gar in einen Regenschauer, kapituliert die Beschichtung recht schnell und lässt Wasser in die Jacke einsickern. Wind hält die Jacke passabel ab und obwohl der Frontreißverschluss an sich nicht winddicht ist, sorgt innenliegender Stoff hinter dem Reißverschluss für ausreichenden Schutz.

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# Kicker ohne Bike – auf jeden Fall ist die Lidl-Jacke beweglich.

Spätestens bei der Atmungsaktivität muss das Günstig-Modell jedoch die Segel streichen: Zwar bleibt der Rücken schön frisch, was insbesondere mit Rucksack angenehm ist, allerdings lässt die Jacke durch den recht dicken Stoff und die fehlende Membran nur schwerlich Wasserdampf durch, sodass es in der Jacke schnell recht warm wird.

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Passform

Erstaunlicherweise passt die Jacke von Crivit Sports für ein Massenprodukt auch bei einer Körpergröße von 193cm recht gut: Vorbei sind die Zeiten, in denen Discounter-Produkte breit und kurz waren. Die Jacke ist sportlich geschnitten und im Rückenbereich wie auch die teuren Modelle verlängert. Allerdings: Unter den Ärmeln befindet sich durch das dicke Material recht viel Stoff  und das komplette dreilagige Material ist komplett innen einfach zusammenvernäht – diese dicken Nähte stören auf Dauer mitunter. Der Bund und die Kapuze sind einstellbar. Allerdings raschelt und rutscht nichts: Die Softshell trägt sich fast mehr wie ein dicker Pullover als wie eine Jacke.

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# Sieht nicht wie eine 20 €-Jacke aus: Die Softshell von Lidl.

Packmaß, Gewicht, Preis

Die Jacke liegt mit gewogenen 659 Gramm im mittleren Bereich und zieht vom Packmaß in etwa mit der “Matrix” von Royal gleich.

Verfügbare Größen: M, L, XL (nicht ganzjährig erwerblich)

Preis: UVP  18,99 €, günstigster Preis im Netz: —

Fazit

Die Discounter-Jacke von Crivit Sports ist kein Reinfall, zieht aber durch den extrem günstigen Preis in vielen Bereichen im Vergleich mit den teureren Test-Partnern den Kürzeren. Die Passform ist gut, jedoch sind die günstigen Nähte, die sich bei unserem Modell an den Ärmeln teilweise lösten, auf den Innenseiten störend. Zudem ist die Jacke nicht allzu atmungsaktiv, weswegen man allzu schweißtreibende Aktivitäten im Fall der Fälle meiden sollte. Positiv ist neben der Passform hervorzuheben, dass die Softshell-Jacke warm ist und bleibt, zudem leichten Regen gut abhält und praktische Aufbewahrungsmöglichkeiten hat. Zudem schließt die Jacke weit oben und ist auf der Frontseite für die meisten Aktionen auch auf Dauer winddicht genug. Für den Preis von 18,99 € definitiv mehr, als wir vorab erwartet hatten.

Mehr Informationen: http://www.lidl.de

Endura “MT500″

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# Endura “MT500″

Allgemeine Infos

Die “MT500″ war der Geheimtipp von Jaap van Hoof, der uns auf der Eurobike den PYGA-Rahmen gezeigt hatte – die Marke Endura als solches kannten wir, die “MT500″ allerdings noch nicht. Fakt ist, dass die Heimat von Endura, ähnlichen Royal Racing, ständig den kräftigen Winden und Regenschauern Großbritanniens ausgesetzt ist. Das prädestiniert die Marke aus Edinburgh/Schottland geradezu dafür, funktionelle Regenjacken im Programm zu haben – und funktionell ist die “MT500″ in der Tat.

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# Gewöhnungsbedürftig, aber sinnvoll: Durchlöcherte Kapuze. Mehr unter “Passform”

Die Features sind umfangreich: zwei Front-Belüftungszipper, die wie bei der Royal Racing “Matrix” auch als Taschen genutzt werden können, zwei weitere Belüftungszipper unter den Armen, eine Brusttasche mit Kabel-Öffnung nach innen, ein Liftkartenfach im linken Ärmel und abriebfeste Inserts auf den Ärmel-Innenseiten. Vorne reflektiert ein kleines Endura-Logo, an den Ärmeln und der Kapuze befinden sich ebenfalls Reflektionspunkte.

Funktion

Auch bei der Funktion lässt sich die Endura “MT500″ nicht lumpen: der Mix aus dreilagigem PTFE-Gewebe und Cordura bietet eine hohe Wasserdichtigkeit mit einer hohen Atmungsaktivität. In Zahlen: Eine Wassersäule von 12.000mm und einen Atmungsaktivitätsquotienten von 28.000g/m²/24h (nähere Infos – siehe Royal Racing “Matrix”) – ein außerordentlich guter Wert. Soweit die Zahlen auf dem Papier – es lässt sich allerdings auch in Aktion nicht leugnen, dass die Jacke auch über sehr lange Zeit komplett wasserdicht bleibt. Die Nähte sind vollständig versiegelt und auch die Reissverschlüsse sind wasserabweisend.

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# Maxi in der Luft – mal neben dem Bike.

Der dünne Außenstoff sorgt für einen sehr zügigen Abtransport der Feuchtigkeit, für die schnelle Durchlüftung funktionieren die mit Mesh-Material versehenen Belüftungszipper sehr gut, auch wenn sämtliche Reißverschlüsse durch die Versiegelung sehr schwergängig sind.

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Passform

Die Endura “MT500″ ist eher etwas großzügiger geschnitten und lässt für eine Jacke in XL reichlich Platz am Oberkörper, ist dafür jedoch relativ kurz. Dennoch sollte jeder zu seiner regulären Größe greifen, denn sonst passt größentechnisch alles – auch die Länge der Ärmel. Diese verfügen zudem innen über eingenähte Einsätze, die sich beim Hineinschlüpfen an die Haut angenehm anschmiegen und, ähnlich wie ein Schneefang bei Winterjacken, zudem dafür sorgen, dass ein Großteil des Fahrtwindes effektiv draußen bleibt. Kleines, aber kluges Feature: Die Kapuze verfügt zudem über mehrere Löcher-Reihen an den Seiten, durch die man auch seitlich trotz aufgesetzter Kapuze (die noch über einen Helm passt) noch etwas sieht. Bund und Kapuze sind (bei der Kapuze vorne und hinten) verstellbar.

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# Maxi whipt – im Bikepark Haltern am See.

Packmaß, Gewicht, Preis

Das Jackenmaterial an sich ist sehr leicht und gewichtsmäßig mit der Scott-Jacke zu vergleichen, allerdings treiben die ganzen Features das Gewicht ein wenig höher: Mit 574 Gramm schnappt sich die Endura “MT500″ den zweitleichtesten Platz im Testfeld. Die Jacke lässt sich relativ platzsparend zusammenstopfen, verfügt jedoch nicht über einen Packsack oder Ähnliches.

Verfügbare Größen: S, M, L, XL, XXL

Preis: UVP  199,99 €, günstigster Preis im Netz: 169,00 €

Fazit

Die Jacke war definitiv eine gute Empfehlung unseres Eurobike-Informanten: Die Endura “MT500″ ist leicht, aber dennoch äußerst widerstandsfähig und beherbergt viele nützliche Features. Diese sind allerdings so unauffällig in die Jacke integriert, dass man nicht unbedingt so aussieht wie Felix Baumgartner beim Projekt Stratos. Die “MT500″ ist nicht günstig, bietet aber viele Features und schlichtweg eine exzellente Funktion, die jedem Wetter trotzt. Nur großen, schmalen Fahrern könnte die Jacke gegebenenfalls zu breit sein.

Mehr Informationen: http://www.endura.co.uk

Abschließend lässt sich sagen, dass auch in diesem Jackentest das Thema “Trailjacke” wieder durchaus unterschiedlich ausgelegt wurde und man auch mit kleinem Geldbeutel noch akzeptable Modelle finden kann – ein weiterer Check mit anderen Jacken aus allen Preisbereichen ist noch in diesem Jahr geplant.

*Der Test der mehrfach angefragten Platzangst Trailtech-Jacke konnte aus verschiedenen Gründen leider nicht durchgeführt werden – im nächsten Testbericht ist Platzangst in jedem Fall dabei.

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Redaktion: Johannes Herden

Fotos: Maxi Dickerhoff, Dennis Helms, Johannes Herden, Thomas Paatz, Steffie Teltscher

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    MucPaul

    dabei seit 10/2007

    groeg
    Tolle Jacken, durchweg. Aber mal ganz ehrlich: wer hat sich denn nicht schon beim Downhill oder Freeride ins Gebüsch geschmissen und anschliessend war die teure Jacke futsch? Zum richtig rumsauen bei schlechtem Wetter ist die Lidl jacke gerade gut genug, ansonsten für schöne Touren und AM gerne eine Funktionsjacke.
    Sehe ich genauso. Meine North Face nehme ich nur, wenn es aufs Rennrad oder eine Spazierfahrt geht.

    Aber im Gelände mit Büschen, Zweigen etc. nehme ich nur "robustes" High-Tech vom "Crane Sports" Racing Team. :p :lol:
    Hat sich bestens bewährt. Crane Sports sieht man ja auch überall entlang der Isar. :)

    Finde ich übrigens gut von MTB-News, dass auch normale Kleidung von normalen Alltags-Bikern getestet wird, und nicht die gesponsorten Sachen von Werksfahrern, wie im BIKE-Magazin (oder ähnlicher Mist).
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    nesertema

    dabei seit 09/2010

    schöner Test, gute Fotos! ich bin gespannt, welche Erfahrungen ihr mit der Platzangst Jacke macht - ich fahre sie seit einem Jahr und bin begeistert, man kann sie in jeder Jahreszeit verwenden.

    besitze auch ein Crivit Produkt (ähnlich wie im Test) kann bestätigen: sie ist für eine Tour ungeeignet, sie saugt sich voll mit Schweiss auf und man ist drunter pudelnass. für gemütliche Ausfahrt in die Stadt oder Biergarten vollkommen OK.
  4. benutzerbild

    gabarinza

    dabei seit 06/2007

    MTBle
    .....

    Schön würde ich noch finden wenn es am Schluss eine Tabelle geben würde in der ich die Jacken direkt miteinander vergleichen kann.
    (Preis, Gewicht, Wasserdichtheit, Atmungsaktivität, Kapuze...)
    Genau das wollte ich auch anmerken.
    Das würde ich übrigens bei all euren Test klasse finden, wenns am Ende eine Tabelle geben würde anhand der man die wesentlichen Features auf einen Blick vergleichen könnte.:daumen:

    Und noch was zur Kritik bzgl. fehlender Taschen bei der Scott Jacke:

    Meines Wissens gibt Gore bei der Active Shell vor wie diese zu verarbeiten ist. Dazu gehört z.B. die Breite der Nähte und die Anzahl (oder Gesamtfläche(?)) der Taschen.
    Grund ist der, dass all dies die Gesamtatmungsfähigkeit herabsetzen kann, und AS-Jacken eben auf diese getrimmt werden (sollen) und nicht in Richtung Funktionalität.
  5. benutzerbild

    Gogglesrider

    dabei seit 10/2006

    Danke für den Test. :daumen: Das hat mir bei der Entscheidung eine Jacke zu kaufen sehr geholfen.
  6. benutzerbild

    SoerenN

    dabei seit 08/2013

    Ist jetzt passend zum Herbst ein neuer Test geplant? Oder erst wieder im Frühjahr?

    Lg Sören

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