HomeAllgemeinTraining fürs Wohnzimmer: Der Kinetic “Rock and Roll” Rollentrainer im Test — 11. März 2013 13:52

Training fürs Wohnzimmer: Der Kinetic “Rock and Roll” Rollentrainer im Test

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Draußen ist es kalt und nass, aber das Trainingspensum möchte trotzdem aufrecht erhalten werden – nicht umsonst ist das Rollentraining im Winter bei vielen Radsportlern fester Bestandteil der Saisonvorbereitung. Wir haben uns den Kinetic “Rock and Roll” Rollentrainer und das passende InRide-Kit, mit dessen Hilfe man sich alle Werte auf seinem Smartphone anzeigen lassen kann, einmal genauer angesehen.

Kinetic Rollentrainer (1 von 9)
# Der Kinetic Rollentrainer soll einen möglichst realistischen Fahreindruck vermitteln

Technische Daten

  • Hersteller: Kinetic
  • Modell: Rock and Roll
  • Produkttyp: Rollentrainer
  • Gewicht: ca. 19 kg
  • Maße: 120x80x40 cm
  • Preis (Rollentrainer einzeln, weitere Preise unten): 535,00 €

Kinetic Rollentrainer (6 von 9)
# grün, massiv, stabil

Aus dem Karton

Grün, massiv, stabil – das ist der erste Eindruck des Rollentrainers, nachdem wir ihn ausgepackt haben. Dank der selbsterklärenden Bilder ist die Aufbauanleitung ohne tiefgehende Sprachkentnisse für jedermann verständlich – auch das passende Werkzeug und der für den Klemmmechanismus benötigte Schnellspanner liegen bei. Die Montage der Rolle ist, nachdem die zusätzlichen Standfüße, das Schwungrad und die weiteren Teile montiert sind, nach zirka 15 Minuten bereits abgeschlossen. Über die oben liegenden Muttern passt man die Auslenkung der Rolle an das Fahrergewicht an.

Der erste Eindruck der Rolle ist sehr gut: hochwertig verarbeitet, sehr stabil und sicher auf dem Boden stehend. Die Kunststoffpuffer schützen den Untergrund vor Beschädigungen. Es empfiehlt sich aber dennoch, beim Rollentrainer immer eine Unterlage zu verwenden um den Untergrund vor Schweiß zu schützen: Hier bietet der Hersteller eine extra große Matte an auf der die gesamte Rolle Platz findet, denn für viele handelsübliche Unterlagen ist sie zu groß. Das Rad wird mit Hilfe eines stabilen Hebels in das System gespannt und die Rolle mit einer Einstellschraube ohne Werkzeug an das Hinterrad gepresst.

Kinetic Rollentrainer (7 von 9)
# Der Rollentrainer bietet mit seinem breiten Beinen einen sicheren Stand

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Diese Fotos im Fotoalbum anschauen

Fahreindruck

Nachdem man Slick-Reifen aufgezogen und das Bike im Rollentrainer fixiert hat, kann es losgehen. Wir nutzten beim Fahren immer den optional erhältlichen “Turntable Riser Ring”, welcher in sich drehbar ist und für eine angenehme Erhöhung des Vorderrades sorgt. Die ersten Minuten auf dem Rollentrainer sind etwas gewöhnungsbedürftig – wo ein klassischer Rollentrainer das Fahrrad fix an Ort und Stelle fixiert, ermöglicht das System von Kinetic das flexible Bewegen des Rades.

Zu Beginn waren alle Tester erst einmal damit beschäftigt, nicht permanent von einer Seite auf die andere zu kippen und versuchten, das Rad unter sich gerade zu halten. Bei all den Ausgleichsbewegungen und Anstrengungen, das System zu stabilisieren war es auch nicht verwunderlich, dass nach dem ersten Training gefühlt der Rumpf mehr trainiert wurde als die Beine. Diese Unsicherheit legte sich jedoch schnell – im Anschluss ermöglichte das System dann einen natürlichen Bewegungsablauf im Wiegetritt und beim normalen Pedalieren. Der Widerstand wird hier über die Gangschaltung reguliert was die Schaltung schont, da nicht über lange Zeit in den gleichen Gängen gefahren wird.

Ebenfalls positiv fiel der für einen Rollentrainer geringe Geräuschpegel auf. Hier ein Beispiel, gefahren wurde auf dem Rennrad ohne eine untergelegte Trainingsmatte:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Das Training auf einem Rollentrainer besteht meist aus Intervalleinheiten mit unterschiedlichen Belastungen. Hierbei fiel beim “Rock and Roll” auf, dass bei schnellen Antritten und Sprints der Anpressdruck der Rolle häufig nicht ausreichend war und so das Hinterrad im ersten Moment etwas ins Leere rutschte. Allen Testern war außerdem die Serienschwungscheibe zu leicht: dies äußerte sich darin, dass selbst im schwersten Gang der Widerstand für längere Kraftausdauer-Einheiten zu gering war. Es besteht jedoch die Möglichkeit eine schwerere Schwungscheibe nachzurüsten – diese wird einfach mit einer Schraube auf die bereits montierte Scheibe aufgeschraubt. Diese Lösung war dann allen Nutzern mehr als ausreichend.

Durch die erhöhte Beweglichkeit des Rades in diesem System hat die Rumpfmuskulatur während des Trainings deutlich mehr an Stabilistationsarbeit zu leisten, was zwar für ein ganzheitliches Training sorgt, aber natürlich kein gezieltes Oberkörpertraining erspart.

Kinetic Rollentrainer (2 von 9)
# Dem Rollentrainer gelingt es sehr gut ein natürliches Fahrgefühl zu erzeugen

InRide Kit

Zusätzlich zum “Rock and Roll”-Trainer erhielten wir auch das seit Kurzem erhältliche InRide-Kit der Firma Kinetic für den Test. Es besteht aus einem Brustgurt und einem Sensor welcher auf die Rolle geklebt wird – beide übermitteln ihre Daten via “Bluetooth Smart” aufs iPhone. Auf einer kostenlos erhältlichen App, erhält man während des Trainings alle wichtigen Informationen wie aktuelle Wattzahl, Herz- und Trittfrequenz sowie Geschwindigkeit und Dauer des Trainings. Die Verbindung der App mit den Sensoren ist sehr einfach. Die App verfügt außerdem noch über eine Trainingshistorie, in der alle Informationen gesammelt werden.

Kinetic Rollentrainer (3 von 9)
# auf dem iPhone werden die Werte übersichtlich dargestellt

Wir hatten während der Testphase leider nicht die Möglichkeit die Watt-Werte mit einem anderen System zu vergleichen. Erfahrene Sportler, die regelmäßig eine leistungsdiagnostische Untersuchung absolvieren gaben jedoch an, dass die Werte der App mit denen bei der LDU bestimmten Werte größtenteils übereinstimmen. Hierbei geht es im Speziellen um das Verhältnis von Puls zu geleisteten Watt.

Aktuell wird das System noch nicht für Android angeboten und auch bei Apple ist die Anwendung auf iPhone 4s und 5 sowie das iPad 3 und mini sowie den neuen iPod touch begrenzt, da alle anderen Geräte den neuen Bluetooth-Standard nicht unterstützen.

Kosten

Um die Rolle in unseren Augen im vollen Umfang nutzen zu können macht es Sinn, einiges an Zubehör zu erwerben – was den Preis für das Trainingssystem allerdings in die Höhe treibt. Die Gesamtkosten belaufen sich schnell auf über 900 Euro und sind wie folgt aufgeschlüsselt:

  • Kinetic “Rock and Roll” Rollentrainer: 535,00 Euro
  • InRide-Kit: 199,00 Euro
  • größere Schwungscheibe: 90,00 Euro
  • Trainingsmatte: 69,00 Euro
  • Turn-Table-Ring: 45,00 Euro

Fazit

Der Kinetic “Rock and Roll” Rollentrainer überzeugt mit einem sehr realistischen Fahrgefühl und einem dadurch resultierenden ganzheitlichem Training, mit dem nicht nur die Beine, sondern auch Rumpf und Rücken in einem gewissen Maße mittrainiert werden. Für eine optimale Trainingskontrolle empfiehlt sich das InRide Kit, was jedoch mit 199 Euro nicht ganz billig ist. Es empfiehlt sich auf alle Fälle, das System vor dem Kauf in einem der Testcenter erst einmal auszuprobieren.

Pro:

  • realistisches Fahrgefühl
  • sehr robuste Bauweise
  • keine Stromversorgung nötig
  • ganzheitliches Training
  • beim InRide-Kit alle Informationen auf einen Blick

Kontra:

  • hohes Gewicht
  • deutlich sperriger als normale Rollen
  • knarzende Gummidämpfer
  • hohe Zusatzkosten
  • nicht Steckachs-kompatibel

Weitere Informationen

Kinetic Homepage

Testcenterverzeichnis

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Text und Bilder: Christoph Bayer


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