Während Fahrradcomputer früher nur Auskunft über Strecke und Zeit gegeben haben, dienen die kleinen Helferlein heute dank GPS-Daten und hochwertigem Kartenmaterial als Trainings- und Tourenpartner. Ein Vertreter dieser Gattung ist der o_synce navi2coach (n2c), den wir direkt nach der Vorstellung auf der Eurobike in den Praxiseinsatz mitgenommen haben. Wie sich das Gerät im Test geschlagen habt, erfahrt ihr in diesem Bericht.


# Der navi2coach von o_synce im Test

Wer sich in fremdes Gebiet zum Biken begibt, hat neuerdings immer öfter zusätzlich zur Karte auch ein GPS-Gerät dabei. Bereits vor der Tour kann das GPS am heimischen PC auf den kommenden Einsatz vorbereitet werden und dank vielfach verfügbarer und geteilter .gpx Dateien kann man auch ohne Ortskenntnisse die guten Trails direkt ansteuern und fahren. Vor Ort muss man sich dann nur noch an den Startpunkt des GPS-Tracks begeben und dem Pfeil auf dem Display folgen. Soweit zumindest die Theorie. Wie die einfache Navigation am Fahrrad mit dem o-synce navi2coach funktioniert erfahrt, haben wir über den Winter auf diversen Touren ausprobiert.


# Skifoarn mit dem o_synce navi2coach…


# … auch auf Skitouren ist gute Navigation entscheidend.

o_synce navi2coach – aus der Packung

Das navi2coach macht einen robusten Eindruck und ist sauber verarbeitet. Positiv überraschend ist das niedrige Gewicht von nur 73g und die kompakte Bauart (ca. 80x50x20mm LxBxH). Im Lieferumfang sind nebem dem n2c Gerät selbst auch eine Halterung incl. Befestigungsmaterial, der Akku, ein miniUSB-Ladekabel und eine Kurzanleitung in diversen Sprachen enthalten.


# o_synce Lieferumfang

Montage

Die mitgelieferte Halterung erlaubt zwei Montagevarianten: eine für die klassische Lenkermontage, die zweite für die elegante Montage mittig über dem Vorbau. Vormontiert war bei unserem Gerät die Halterung für mittig über dem Vorbau. Mit den mitgelieferten Kabelbindern ist sie in kürze am Lenker montiert und das Navi2Coach eingeklipst. Falls man keine weiteren Sensoren über die integrierte ANT+ Schnittstelle verbinden möchte, könnte man direkt losstarten sobald das N2C Verbindung mit dem GPS hat.


# o_synce bietet eine einfache Lenkermontage über zwei Kabelbinder an.


# o_synce Lenkermontage. Einfach und auch im Downhill-Einsatz sicher in Position.

Bedienung

Das N2C wird über drei Tasten auf der rechten Seite bedient. Über die obere und untere Taste wird der Menüpunkt ausgewählt, mit der mittleren bestätigt. Eine Ebene zurück springt man über das Menü oder über die Ein-/Aus-Taste auf der linken Seite. Der Start-/Stop- und der Lap-Knopf unterhalb des Displays starten das GPS-Tracking bzw. setzen Rundenzeiten oder POIs. Das 2“ große Monochrom-display ist übersichtlich und gut lesbar. Die Menüführung ist intuitiv und relativ flach gehalten.


# Die Bedienung erfolgt über große, auch mit Handschuhen gut zu bedienende Tasten. 

Konfiguration

Das N2c lässt sich direkt über das Menü konfigurieren oder aber auf dem komfortablen Weg mit dem PC. Dies geschieht über die kostenlose „Traininglab“-software, die auf auf der o_synce Website heruntergeladen werden kann. In bis zu vier verschiedenen Profilen sind die Einstellungen konfigurierbar. Dadurch kann das Gerät problemlos mit mehreren Personen oder an verschiedenen Bikes eingesetzt werden. Auf dem Display können bis zu acht Werte auf maximal sechs Seiten angezeigt werden. Zusätzlich wird auf der Kartenseite der mitgeloggte Track oder die Route angezeigt. Mit der Traininglab-Software können die gespeicherten Strecken ausgelesen, ausgewertet und im Kartenmodul angezeigt werden. Zusätzlich können auch Trainingsprogramme erstellt und auf das n2c überspielt werden.


# Die Darstellung auf dem Display ist konfigurierbar.

Navigation im Gelände

Kurz vor dem Saisonabschluss in Finale Ligure habe ich mein Testgerät von o_synce erhalten. Ich hatte gerade noch genug Zeit es mit den besten Trails zu füttern. Völlig unvorbereitet schnallte ich das n2c auf meinen Lenker und los gings. Die Bedienung und Navigation funktionierte einwandfrei. Man begibt sich zum Startpunkt des Trails, wählt am Gerät den passenden Track aus und folgt dem Pfeil / Track auf dem Display. Lediglich bei spitzen Abzweigungen hatte ich ab und an Probleme herauszufinden welcher Weg der richtige ist. Dieses Problem sollte man allerdings mit allen Navis ohne Kartenunterstützung haben. Parallel dazu kann die eigene zurückgelegte Strecke aufgezeichnet und anschließend am Computer ausgewertet werden.


# Auf Abfahrt in Finale Ligure. Dank GPS am Lenker auf dem richtigen Weg ans Ziel.

Bei höheren Geschwindigkeiten auf ruppigen Trails wird die Navigation durch die etwas dünne Strichbreite des Tracks etwas schwierig. Auf Rückfrage zu diesem Problem bestätigte uns o_synce, dass die Größe des Pfeils und die Strichbreite der Tracks demnächst auch manuell einstellbar sein sollen. In den langen Wintermonaten haben wir den o_synce navi2coach dann hauptsächlich beim Skitouren gehen genutzt, um die GPS-Tracks mitzuloggen. Dabei ist immer wieder ein Problem mit der Aufzeichnung der genauen Höhenmeter aufgetreten. Wie sich dieses„Problem“ im Zusammenhang mit dem smartbreak beheben lässt haben wir in den Tipps und Tricks beschrieben.

Die Akkulaufzeit betrug bei mir je nach Temperatur ca. 10 – 14h.

Besonderheiten

Der Akku ist im Gegensatz zu anderen Geräte ein austauschbarer, handelsüblicher Handyakku. Das n2c lässt sich mit selbsterstellten oder fertigen Workouts bespielen, und während des Trainings „coacht“ der o_synce navi2coach dann durch die Trainingseinheiten. Mit der neuesten Firmware lässt sich außerdem ein Höhendiagramm des aktuellen Tracks anzeigen. Das n2c eignet sich auch für andere Sportarten wie z.B. Skitouren, Wandern, Skifahren und besitzt eine spezielle Geocaching funktion.


# Praktisch: ein konventioneller Handy-Akku setzt das navi2coach unter Strom.


# Das navi2coach zeichnet die zurückgelegte Wegstrecke per GPS auf. 

Tipps, Tricks und praktische Erfahrungswerte:

Wer Wert auf Genauigkeit der Aufzeichnung legt, sollte zusätzlich einen Radsensor nutzen, da das Signal vom Radsensor die Strecke wesentlich genauer misst als die Messung über GPS. Zum Vergleich der Genauigkeit ein paar Erfahrungswerte die wir auf unterschiedlichen Routen hauptsächlich im Allgäu und Finale Ligure gesammelt haben. Dabei haben die Touren alle eine Höhendifferenz von ca.1000hm und Distanz von ungefähr 30km.

Schwankung der Werte ohne Radsensor:

  • Höhenmeter +/- 100m , Wegstrecke +/- 1km

Schwankung der Werte mit Radsensor:

  • Höhenmeter +/- 20m, Wegstrecke +/- 30m

Um Fehler in der Höhenmeter-Aufzeichnung zu vermeiden, sollte man wenn man keinen Radsensor nutzt das Smartbreak (automatischer Stop der Aufzeichnung bei zu geringer Geschwindigkeit) abgeschaltet lassen. Dazu im Menü auf Einstellungen -> Profile-> „Profilname“ -> Smartbreak gehen und die Einstellung deaktivieren. Diese Einstellung macht vor allem auch bei der Nutzung ohne Bike wie z.B. bei längeren Tragestücken, Skitouren oder Wanderungen Sinn.


# Sprung ins Glück!

Fazit

Nach einem guten halben Jahr und auf vielen verschiedenen Bike- und Ski-Touren mit dem o_synce navi2coach können wir ein positives Fazit ziehen. Das leichte und kompakte Gerät lässt sich einfach bedienen und überzeugt mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Wer keine Karte zur Navigation benötigt kann ohne Bedenken zugreifen!


# Klassische Wegweiser haben noch lange nicht ausgedient. Allein für ein schönes Foto mussten wir dann doch noch einen normalen Wegweiser aufsuchen.

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Diese Fotos im Fotoalbum anschauen

Weitere Informationen

  • o_synce Homepage
  • Preis: 219 EUR
  • Text: Kai Christian | MTB-News.de 2013
  • Bilder: Christoph Bayer, Kai Christian & Freunde
Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

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  2. benutzerbild

    7 Zwerge

    dabei seit 09/2002

    Abend,

    was bei den kartenbasierten Geräten leider gerne vergessen wird, dass das Kartenmaterial auch was kostet. Natürlich kann man dies mit Open Street Map umgehen, aber out-of-the-box geht das nicht. Für die Kartendarstellung ist auch noch ein Farbdisplay nötig. Bei Ablesbarkeit zwischen einem Farbdisplay und
    einem monochronem liegen auch noch Welten. Handelt es sich dann auch noch um ein Touchsreccn wie beim Smartphone, ist es ganz aus mit der Ablesbarkeit. Von der tollen Smartphonhalterung mal ganz abgesehen ;)
    Desweiteren kann man einen Radcomputer wie das navi2coach dank ANT+ mit verschiedenen Sensoren wie Speed, Cadence, Herzfrequenz oder mittlerweile ganz beliebt Leistungssensoren verbinden. Der Etrax hat das zwar auch, behaupte aber mal, dass dieser dank seines Alters nicht auf dem aktuellens Stand der ANT+ Profile ist.
    Für das Smartphone gibt es zwar Bluetooth Sensoren, aber da leidet die Lauftzeit des Telefons noch mehr. Btw, der Akku hält beim navi2coach zwischen 14-16 Stunden mit austauschbaren 0815 Handyakku. Zwischen der Lauftzeit von Bluetooth und ANT+ Sensoren liegen auch Welten.

    So im großen und ganzen kann man glaube ich behaupten, dass es doch ein Markt für solche Geräte gibt und auch der Preis gerechtfertig ist. ANT+ hat halt Lizensbedingt seinen Preis, ist dafür aber ausgereift und bietet 100%ige Kompatibilität zwischen den verschiedenen Herstellern.

    UND, es sind elektromagnetische (2D oder 3D) Kompasse verbaut, nicht magnetische.

    Das navi2coach kann auch auf dem Testival am kommenden Samstag beim Hibike getestet werden.

    Servus
  3. benutzerbild

    Ritzibi

    dabei seit 01/2007

    hatte mir den navi2coach auch mal geholt und war anfangs auch zufrieden.
    Verkauft hab ich ihn wieder, weil es keine gescheite Software zum erstellen von Routen mit Abbiegehinweisen gibt.
    Die Lösung mit den Abbiegehinweise waren aber ursprünglich der Grund das Gerät zu kaufen.
    Die Lösung über die Seite Cloudmade ist ne Katastrophe und eine eigen Softwarelösung hat o-synce bis heute nicht herausgebracht.
    Schade eigentlich...
  4. benutzerbild

    Lens12

    dabei seit 05/2013

    Hier gibts einen detaillierten Test in Englisch:
    http://www.dcrainmaker.com/2013/05/navi2coach-cycling-computer.html

    Die Zielgruppe von dem Gerät sind halt eher die Athleten mit Focus auf Training und Datenaufzeichnung die auch einen Edge500 kaufen würden.
    Daher das Gerät mit einem Etrex oder Edge 800 zu vergleichen ist ein wenig abwegig.

    Ansonsten hält der Nokia-Standard-Akku unter realen Bedingungen mindestens 16 Stunden (750mAh). Mit einem 1300 mAh-Akku, die es bei eBay ohne Ende gibt, kann man das ganze sicher noch etwas strecken.

    Was die Abbiegehinweisgeschichte angeht, da bin ich auch noch am hoffen, dass es irgendwann mal eine Alternative zu Cloudemade gibt, da es aber nicht mein Kaufkriterium war, macht es mir nicht soviel aus.

    Die Tracks von Gpsies und co. reichen mir in sofern aus.

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