HomeMagazinProdukte & TechnikNeuheitenMagura Vierkolbenbremsen-Prototyp erneut gesichtet — 7. Mai 2013 15:20

Magura Vierkolbenbremsen-Prototyp erneut gesichtet

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Wir hatten ihn schon einmal zu Gesicht bekommen, am Wochenende tauchte das Teil weiter verfeinert in Riva wieder auf: Die Rede ist von Maguras Vierkolben-Prototyp, der in die Fußstapfen der Gustav M treten könnte. Magura arbeitet seit einiger Zeit an einer Vierkolbenbremse, mit der ein neues Marktsegment betreten werden soll. In wenigen Wochen gibt es mehr Infos dazu, wir erwarten eine Vorstellung auf der Eurobike und Verfügbarkeit wohl für die Saison 2014.

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# Der Kolbendeckel ist mehrteilig und ohne Aufnahme für ein Montagewerkzeug ausgeführt – wir wird er wohl verschraubt?

Die auffälligste Neuerung ist, dass statt wie bisher zwei hier vier Bremsbeläge verwendet werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach finden sich hinter den rot eloxierten Kolbendeckeln Kolben mit unterschiedlichen Durchmessern. Dadurch könnte man eventuell erreichen, dass die Kolben unterschiedlich schnell ausfahren, sprich: Beim Betätigen des Hebels könnten zunächst nur zwei Beläge ausfahren, erst danach die anderen zwei. Dadurch ließen sich Dosierbarkeit und Bremskraft sehr gut kombinieren.

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# Entlüftungsschraube seitlich, Leitungsabgang nach oben – das kennt man von Magura. Neu sind die 2 Belagspaare, die natürlich mit je einer Schraube gesichert werden wollen. 

Spannend ist, wie sich diese Technik auf den Lüftspalt auswirken würde. Im Idealfall könnten bei Schleifbremsungen nur zwei Beläge warm werden, während die anderen immer noch verhältnismäßig kühl bleiben, wodurch ein Überhitzen erst wesentlich später auftreten sollte. Was sich aus der Betrachtung von außen leider nicht erkennen lässt, ist: Wo verläuft der Ölkanal von den Kolben links nach rechts? Er ist entscheidend für die Hitzebeständigkeit der Bremse, da an dieser Stelle zu allererst Dampfblasen entstehen können. Beim Design des Magura Vierkolben-Sattels finden sich drei mögliche Stellen, vielleicht werden sogar mehrere Kanäle verwendet, um das Öl zwischen mehreren Bremsungen zirkulieren zu lassen. Einen solchen Lösungsansatz verfolgt The Cleg, dadurch soll auch das Entlüften einfacher fallen.

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# Max Schumann fährt die Bremse nur am Vorderrad, kombiniert sie dort mit einem MT4-Hebel. Die Bremsleistung soll bei gleicher Scheibengröße deutlich über der MT-Version liegen. 

Fest steht, dass diese Bremse inzwischen ausgiebig getestet worden ist. Die Testfahrer attestierten ihr auch mit 180er Scheibe schon gute Bremskraft und Gardasee-taugliche Standfestigkeit – ganz so stark wie es Vater Gustav immer war soll das neue Modell (wohlbemerkt bei Verwendung eines MT-Hebels) noch nicht sein.

Wer auf ein Comeback der Schwimmsattel-Bremse am Fahrrad gehofft hatte, wird indes enttäuscht. Die von der Gustav M bekannte Technik, die weniger anfällig gegen Überhitzung des Öls ist, wird am Mountainbike wohl so schnell nicht wieder kommen. Die Gründe sind verständlich: Viele Nutzer interpretieren selbst leichtes Schleifen als Fehler, Fahrgeräusche werden wo es nur geht vermieden.


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