HomeAllgemeinAbenteuer in Osteuropa: Helibiking in Rumänien — 30. Juni 2013 18:29

Abenteuer in Osteuropa: Helibiking in Rumänien

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Nach der Präsentation des Specialized Enduro 29 im vergangen Herbst haben wir die Chance genutzt und sind der Einladung von Specialized gefolgt, dass Rad in Rumänien noch einmal auf Herz und Nieren zu prüfen. In den Karparten hat sich die Firma TCP-XPower darauf spezialisiert, abenteuerlustigen Sportlern die lokalen Berge näher zu bringen und veranstaltet zum einen Motorrad-Enduro-Touren, hat seit kurzen jedoch auch Helibiking für Mountainbiker ins Angebot aufgenommen. 

Helibiken
# Nachdem wir unsere Bikes aus den Klauen des Yetis befreiten konnte das Abenteuer beginnen!

Tag 1: Erste Eindrücke und leckeres Essen

Mit gerade einmal eineinhalb Stunden Flugzeit von München aus ist Rumänien nicht wirklich weit von Deutschland entfernt, einzig die Zeitverschiebung kostet auf dem Hinflug eine Stunde. Nach einem reibungslosen Flug landeten wir um 17.00 Ortszeit und fuhren direkt mit dem Taxi ins Hotel, das Mitten in der Innenstadt von Sibiu – (früher: Hermannstadt) liegt. Nach einer kurzen Erfrischungspause wurden die Räder für die nächsten Tage abgestimmt; anschließend begaben wir uns auf den Weg zum Abendessen. Eine sehr feine Adresse in der Stadt ist die Pizzeria Max: Das Restaurant befindet sich in einem 750 Jahre alte Gebäude, welches stilvoll renoviert worden ist. Die Preise für Essen und Getränke vor Ort sind für uns Deutsche sehr erschwinglich, so dass beispielsweise ein Bier hier nicht mehr als 1,50 Euro kostet.

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# der Blick aus dem Hotelfenster direkt nach dem Check-in.

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# die Federelemente werden abgestimmt und die Lenkzentralen für die nächsten Tage angepasst.

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# Abendspaziergang durch Sibiu

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# direkt hinter dem schön renovierten Stadtzentrum zeigt sich die wahre Seite der Stadt.

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# Das Restaurant Max empfängt seine Gäste mit einem traumhaften Ambiente in den 750 Jahre alten Gemäuern.

Tag 2: Sturm am Berg – vorerst Flugverbot

Das besondere Highlight dieser Reise stellte natürlich die Tatsache dar, das die zu vernichtenden Höhenmeter weder mit einem Lift, noch mit einem Auto erklommen werden sollten, sondern der Veranstalter eine Helikopter organisierte, welcher uns auf die Berge der Karparten befördern sollte. Nach dem Frühstück begrüßten uns unsere Guides für die nächsten Tage und wir erhielten die Nachricht, dass der Hubschrauber aufgrund starker Winde auf den Bergen am heutigen Tag leider nicht starten könne. Leicht geknickt machten wir uns also doch mit dem Auto als Shuttlefahrzeug auf den Weg in die Berge. Einen richtigen Gipfel erreichten wir an diesem Tag nicht, sondern absolvierten zuerst drei Abfahrten mit jeweils rund 600hm von einem Bergrücken in der nähe von Paltinis, welche die anfängliche Enttäuschung schnell vergessen ließen. Die Trails waren äußerst flowig und führten über Wiesen und alte Pfade immer in Richtung Tal. Nach den ersten 1800hm des Tages gab es ein leckeres Mittagessen und wir machten uns auf den Weg zu der längsten Abfahrt des heutigen Tages. Diese hatte zwar nur wenige Höhenmeter mehr als die ersten drei, führte aber immer über den sanft verlaufenden Bergrücken entlang und forderte mit 12 km Länge und einigen kleinen Gegenanstiegen noch einmal etliche Körner. Am Ende dieser Abfahrt fuhren wir dann durch ein Bergdorf in dem die Zeit förmlich stehen geblieben zu sein scheint. Die Straßen waren nicht geteert und an Stelle von Autos wurden noch Pferdegespanne genutzt um Materialien zu transportieren. Als die Bewohner uns bemerkten wurden wir sehr freundlich empfangen, alle Kinder des Dorfes eilten auf die Straße um uns abzuklatschen während wir an ihnen vorbeirollten. Mountainbikes begeistern!

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# Drei unserer äußerst sympathischen Guides stellten sich vor.

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# Mitten im nirgendwo haben oftmals Hirten ihre Hütten erichtet und leben mit ihren Tieren.

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# die Reisegruppe für die nächsten Tage

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# Sebastian auf der ersten Abfahrt im uns noch unbekannten Rumänien.

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# Robin gibt dem Specialized Enduro 29 die Sporen.

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# Christoph auf dem Weg durch einen verblockten Graben

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# Robin, Sebastian und Christoph auf einem Verbindungsstück

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# das Wetter war uns während des Trips leider nur selten gnädig

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# sehr naturbelassene Pfade sorgten für mächtig viel Fahrspaß!

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# Mitten im Nirgendwo trafen wir diesen netten Reiter der gerade auf dem Weg ins Dorf war.

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# es grünt so grün

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# Sonnenuntergang 

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# Robin rollt durch das verschlafene Bergdorf, wenig später begegneten wir den Kindern des Ortes.

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# Die Kinder aus dem Dorf haben mächtig viel Spaß an diesem Schlammloch.

Tag 3: Regen, Regen, Regen

Am dritten Tag unserer Reise wurden wir alle von prasselndem Regen an den Hotelfenstern geweckt. Direkt nach dem ersten Wimpernschlag war uns allen klar, dass es wohl auch heute schlecht mit dem ersten Flug aussieht. Diese Vermutung wurde beim Frühstück leider bestätigt, das schlechte Wetter verwehrte uns auch an diesem Tag den Flug. Der Veranstalter hatte aber für ein hervorragendes Alternativprogramm gesorgt und brachte uns nach einer zirka einstündigen Fahrt in das Fagaras Gebirge. Dort lag noch mächtig viel Schnee und die ersten Höhenmeter rollten wir kurz auf der Straße hinab, um im Anschluss auf einen sehr feinen Trail einzusteigen, welcher die ein oder anderen gebauten Segmente enthielt. Er war zwar seit längeren nicht mehr gepflegt worden, machte aber richtig viel Spaß. Auch an diesem Tag sollten wir noch zwei weitere Trails unter die Stollen nehmen. Während wir so auf den Wegen unterwegs waren, vergaßen wir völlig all die Eindrück die uns das Land bisher bot. Erst als wir ein Dorf erreichten und das dortige Leben aufnahmen, wurde uns schnell wieder bewusst, wie anders das alltägliche Leben hier abläuft und welch enorme Unterschiede nicht einmal 1000km von zu Hause zu erleben sind. Frei nach dem Motto: Warum in die Ferne schweifen… Was sich jedoch auch bewahrheitete war die Erkenntnis, dass Infrastuktur und Wohlstand nicht alles sind: Alle Menschen die wir getroffen haben wirkten äußert freundlich und aufgeschlossen und man konnte nicht den Eindruck gewinnen, sie wären mit ihrer Situation unzufrieden. Im Gegenteil, meist strahlten sie eine enorme Lebensfreude auch ohne große materielle Besitztümer aus – in gewisser Hinsicht beneidenswert!

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# Auf den ersten Metern lag noch meterhoch Schnee am Straßenrand

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# Die Wolken hängen tief an diesem Pass

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# epische Natur wohin das Auge blickt.

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# Robin und Sebastian haben mächtig Spaß bergab.

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# Sebastian überquert eine provisorische Brücke am Ende des Trails

Tag 4: Ready to take off

Der vierte und vorletzte Tag begann schon früh morgens mit einer guten Nachricht: “Heute haben wir Startfreigabe”. Zwar gab es am Vorabend wohl noch Probleme, da sich das ursprünglich geplante Helikopterunternehmen nicht mehr meldete, doch Thomas, der Veranstalter, hatte kurzerhand eine Alternative aufgetan. Der einzige Nachteil war, das die Bikes bei dieser Firma nicht mit in die Kabine genommen werden konnte, da dieses Unternehmen einen kleineren Helikopter verwendete. So fanden die Räder ihren Platz unter dem Fluggerät und wurden an einem Seil befestigt als erstes auf den Berg geflogen. Im Anschluss kam der Pilot zurück und beförderte die noch wartenden Passagiere hinauf. Der Vorteil des kleinen Helikopters zeigte sich direkt nach dem Start: in allerfeinster Actionfilm-Manier flog der Pilot nur wenige Meter über den Bäumen durch Gräben und Schluchten den Berg hinauf. Der Flug sorgte bereits für ordentlich Adrenalin in unseren Adern, aber auch für ein dickes Grinsen in unserem Gesicht. Der Pilot setzte seine Maschine sanft am Berg ab und jeder schnappte sich sein Rad. Die Abfahrt, die sich uns nach nur wenigen Minuten Flugzeit bot, war beachtlich. Weit über 1000hm galt es nun zu vernichten. Im oberen Bereich war der Trail noch etwas verblockt, wurde sobald die Waldgrenze erreicht wurde aber super flowig und führte uns durch verschiedenste Vegetationsformen ins Tal. Der ein oder andere Platte Reifen bremste unsere Gruppe etwas aus und so nutzten Robin, Sebastian und ich die Pausen häufig für kleinere Fotostops. Wieder im Tal angekommen versammelten sich alle Kinder des Dorfes um den Hubschrauber. Nach kurzer Mittagspause direkt am Helikopter hoben wir ein zweites mal vom Boden ab und wurden noch einmal auf den Berg geflogen. Erneut forderten die teils groben Steine auf den Trails ihren Tribut und wir flickten noch einmal ein paar Reifen. Dies zog die Abfahrt natürlich in die Länge und so kamen wir erst spät am Nachmittag zurück und machten uns dann auf den Rückweg in die Stadt.

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# Sanft auslaufende Berge beherbergen traumhafte Trails.

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# Der Helikopter im Landeanflug.

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# Gut verschnürt wurden dir Räder unter dem Hubschrauber befestigt.

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# Kurz danach gingen die Räder in die Luft.

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# heli-start

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# Gute Laune während des wilden Flugs.

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# Heliflug

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# Der Rest der Gruppe auf dem Weg nach oben.

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# Sicher gelandet.

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# Der Pilot hatte auch seinen Spaß beim Fliegen in den Bergen.

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# Christoph stempelt bergab

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# Robin auf dem Flow-Trail

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# geniale Aussicht über das Land auf einem super spaßigen Trail

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# Robin geht auf Tuchfühlung mit dem Pferd.

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# Sebastian beim Rennen gegen eines der Kinder.

 

TAg 5: Alternativprogramm und Rückflug

Unser Flug sollte am letzten Tag in Rumänien erst am Nachmittag starten und so nutzten wir die Zeit und fuhren mit dem Taxi in einen 25 km entfernt gelegenen Hochseilgarten [Arka Park] in der Nähe von Pantinis, um die verbleibenden Stunden noch sinnvoll zu nutzen. Nach drei sehr unterhaltsamen Runden fragten wir, auf welche Weise wir nun am besten wieder in die Stadt kämen. Trampen wurde uns empfohlen da der Bus welcher nur wenige Male am Tag fährt erst vor kurzen abgefahren ist. Also streckten wir am Straßenrand stehend die Daumen in die Höhe und wurden bereits nach wenigen Minuten von einem freundlichen Handwerker auf dessen Pritsche mit zurück in die Stadt genommen. Nun war noch Zeit für einen kleinen Snack in der Innenstadt von wo aus wir uns direkt auf den Weg zum Flughafen machten. Wieder im deutschen Luftraum angekommen empfing uns sofort der für diesen Sommer bezeichnende Regen und wir kramten die Regenjacken aus dem Handgepäck hervor – wären wir doch lieber in Rumänien geblieben!.

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# noch einmal schlenderten wir durch die wunderbar renovierte Innenstadt von Sibiu

Interview mit dem Veranstalter

Da Heli-Biken (noch dazu in Rumänien) sicherlich nicht zu den Dingen zählt, an die man denkt wenn man sich mit Mountainbiken beschäftigt, führten wir noch ein kurzes Interview mit dem Veranstalter der Reise: Thomas Fasching.

MTB-News: Hallo Thomas, schön dich hier für ein Interview begrüßen zu dürfen. Wärst du so nett dich unseren Usern kurz vorzustellen:

Ich persönlich komme aus dem Bereich Automotive, ich bin Eigentümer eines Unternehmes mit rund 100 Beschäftigen im Bereich Sicherheitsgurte. Mein Einstieg als Abenteuer-Veranstalter erfolgte im Jahr 2005 als ich mein Hobby in der Firma “TC.P xpower Lifestyle Adventures” zu einem zweiten Standbein aufzubauen begann. Der Einstieg erfolgte als Partner der KTM Adventure Tours für die wir alle Touren im Bereich Offroad Motorräder in Osteuropa veranstalteten. Die Firme TC.P xpower veranstaltet mittlerweile rund 60 Touren pro Jahr in den Ländern Österreich, Kroatien, Bosnien, Rumänien und in der Ukraine sowie in Bulgarien und der Türkei. Wir haben mittlerweile 20 Mitarbeiter. Unsere Zentrale sitzt in Salzburg, die Basis für Mietfahrzeuge und Logistik jedoch in Sibiu.

Deine Wurzeln liegen also im Motorrad-Enduro, wie kam es zu der Idee Heli-Biken für Mountainbiker anzubieten?

Durch die aktuelle Entwicklung im Fahrradbereich wurde mit den Enduros ein Fahrrad entwickelt, mit dem es möglich ist, bergab maximal viel Spaß zu haben, aber auch kurze Steigungen zu bewältigen. Ich bin hierbei von mir selbst ausgegangen, mir ist es einfach zu mühsam bzw. kann ich das gar nicht, stundenlang nach oben zu treten um dann mit einem relativ kurzen Downhill belohnt zu werden. Also habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, rasch nach oben zu kommen und das maximale Erlebnis durch die Fahrt ins Tal zu erhalten. Die Strecken sind uns ja durch das Motorradfahren bestens bekannt und ich dachte mir schon lange, das wär doch sicherlich auch mit dem Fahrrad interessant.  Mit einem Helicopter zu fliegen ist ohnehin Adrenalin pur. Also haben wir uns letzten Oktober einen Heli gemietet und das einfach probiert – ab diesem Tag war mir klar, das ist es.

Helibiken
# Helibiken

Weshalb ist Rumänien in deinen Augen so gut geeignet dieses Abenteuer dort anzubieten?

Rumänien ist in mehrfacher Hinsicht perfekt für das Helibiking. Einerseits bieten die Karpaten rund um Sibiu mit einer Höhe von bis zu 2.500 m ein ideales Gelände für Downhills zwischen 12 und 25 km, Tagesprogramme mit vier Abfahrten und über 4.000 Höhenmetern sind möglich. Des weiteren ist es in Rumänien problemlos möglich, dass Gelände mit dem Auto zu befahren und auf die höchsten Gipfel zu fliegen, hier wird unser Sport von der Bevölkerung begeistert aufgenommen. Und nicht zuletzt hat Rumänien und hier besonders Sibiu ein Klima mit sehr stabilem Wetter: Schlechtwetter wird nicht wie in den Alpen durch Wolkenstau tagelang aufgehalten. Sibiu liegt auf dem Breitengrad von Mailand, entsprechend kurz die Winter und gemässigt die Temperaturen.

Bei der Auswahl der Trails konntest du uns bereits an breites Spektrum verschiedener Wege präsentieren, sind das alles Pfade die ihr vom Motorad-Enduro kennt oder wie habt ihr diese aufgespürt?

Ja klar, wir kennen die Gegend wie unsere Westentache und das Motorrad gibt uns die Möglichkeit, bis auf 2.400 m zu fahren und die Downhills dann zu probieren, ohne Helicopter bleibt dir für den Aufstieg sonst nur das Tragen und du kannst vorstellen wie lange du für 2.000 Höhenmeter brauchst.
Alle Bike-Downhills befahren wir auch mit dem Motorrad, natürlich ist nicht jeder Track geeignet. Sibiu bietet jedoch eine so grosse Anzahl von Tälern, Bergrücken und Gipfeln, dass wir sicherlich für die nächsten zehn Jahre ausreichend Tracks haben.

Rumänien nahm ich als ein Land der Gegensätze wahr, die Spanne zwischen Arm und Reich scheint riesig zu sein, führt dies zu Konflikten?

Die krassen Gegensätze in Rumänien liegen ja nicht nur zwischen Arm und Reich, es gibt ja noch die rund 20% Zigeuner und die ungarische Minderheit mit ihren Autonomiebestrebungen, die das Land teilen. Arm und Reich bzw. das Fehlen einer breiten und wohlhabenden Mittelschicht wie wir es kennen führt dazu, dass Korruption und Vetternwirtschaft das Land dominieren und das wird sich nur sehr langsam ändern. Die Konflikte sind nicht offen sondern spiegeln sich dadurch wider, dass es wenig Veränderung gibt, Reich versucht reicher zu werden und Arm resigniert, da man ohnehin nicht hinaufkommt. Zigeuner werden als Menscher zweiter Klasse behandelt mit denen man nicht einmal redet und die Ungarn kochen ihre eigene Suppe ohne wirklich vorwärts zu kommen. Soviel ich verstehe, versucht jeder so gut wie möglich durchzukommen, angesichts eines Monatseinkommens eines Fabrikarbeiters von 200 EUR bleibt ohnehin kein Spielraum übrig. Hier dreht sich dann alles um die grundlegende Frage: “Was esse ich morgen?”. Und wer zu Geld kommt, der investiert es in ein Auto oder Handy – Statussympbole sind den Rumänen sehr wichtig. Nur dadurch findet der Aufbau von Mittelstandsvermögen findet; die Leute leben nur für den Moment. Trotzdem werden wir “reiche” Ausländer mit unseren 5.000 EUR Fahrrädern freundlich und begeistert aufgenommen, da gibt es keinen Neid oder Missgunst sondern Bewunderung.

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# Traumhafte Landschaft.

Auf den Wegen waren wir meist allein unterwegs, Wanderer waren überhaupt keine zu sehen, wer kümmert sich denn um die Pflege der Trails?

Wandern ist in Rumänien nicht so populär wie bei uns, Familien gehen eher Grillen oder bleiben zu Hause. Außerdem ist das Gelände so weitläufig, das viele Teile die wir mit dem Helicopter oder dem Motorrad erreichen so weit weg sind, das man dafür zwei Tage Fussmarsch benötigt um hinzukommen. Die meisten Wege sind Pfade der Einheimischen, die zur Bewirtschaftung der Schafherden und des Waldes dort hinaufführen. Viele Pfade haben wir Motorradfahrer ausgefahren, die braucht sonst keiner.

Bei Beginn der Touren fiel gleich auf, das eure Guides sehr gute Deutschkenntnisse haben. Woher kommt das?

In Sibiu gibt es deutsche Schulen und Kindergärten. Viele unserer Guides haben diese besucht, außerdem hat der Bürgermeister von Sibiu sehr gute Kontakte nach Deutschland. Rund um Sibiu haben sich eine große Anzahl deutscher Unternehmen angesiedelt in denen einige Mitarbeiter ebenfalls die deutsche Sprache lernen.

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# Thomas und seine Guides

MTB-News: Das Potenzial das Land und Landschaft bieten ist ja riesig, hast du denn schon weitere Pläne für die Zukunft?

Ich sehe im Helibiking eine grosse Zukunft, es ist einzigartig und die Umgebung ist atemberaubend. Alternativ zum Helibiking werden wir auch ein konventionelles Shuttle anbieten, wir haben die Möglichkeit, die Bikes mit einem Auto auf 1.700-2.000 m zu bringen und von dort Downhills mit 8-12 km zu fahren. Sozusagen das Helibiking für die kleine Geldbörse.

Eine Vision trage ich seit längerem mit mir herum, ein Xtreme-Enduro-Race. Das härteste Endurorenne der Welt mit Prolog und Zieleinlauf mitten in der Altstadt von Sibiu am grossen Stadtplatz. Eckdaten: Start in 1.600 m, höchster Punkt 2.200 m, Streckenlänge 50 km, Zieleinlauf auf 400 m.

Vielen Dank für das Interview

Weiter Informationen:

Die Kosten für das von uns besuchte Programm belaufen sich auf 1750,00 Euro und beinhalten unter anderem folgende Leistungen:

  • Tourmanager
  • 3 geführte Endurotage
  • 4 Helikopterflüge
  • 1 Shuttle zum Transfagaras-Pass
  • 4 Übernachtungen mit Frühstück
  • 4 Abendesser
  • Flughafentransfer Sibiu
  • Shuttle mit Biketransport zu den Tagestouren

Weitere Informationen zum Helibiking-Angebot findet ihr auf der Website des Veranstalters.

Flüge ab München kann man bei einer Buchung mit genügend Vorlaufzeit via Lufthansa schon für 300 Euro erstehen.

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Text: Christoph Bayer
Bilder: Christoph Bayer; Dragos Dumitru

 


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