HomeMagazinMenschenGedanken“Downhill für Olympia” – Der richtige Weg? Eine Meinung von Uwe Buchholz — 16. September 2013 12:00

“Downhill für Olympia” – Der richtige Weg? Eine Meinung von Uwe Buchholz

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Keine Frage: Mediale Aufmerksamkeit hilft einer Sportart dabei, populär und einer breiten Masse zugänglich zu werden. Im Umkehrschluss hilft aber auch Popularität dabei, mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Wie das in Perfektion funktioniert, sehen wir in der allumfassenden Mediendominanz des Fußballs. Hier sprudelt das Geld, denn mit der Medienpräsenz kommen auch die Sponsoren zum Sport. Im Downhill liegen die fetten Jahre des großen Interesses mit Sponsoren wie Grundig und Reebok jedoch schon Jahrzehnte zurück und auch das Engagement von Nissan ist verjährt. Eine verblichene goldene Ära?

Was wäre, wenn Downhill plötzlich wieder so populär wäre? Würden Bikeparks und Nachwuchsförderung wachsen und gedeihen oder kommen Ausschlachtung und massive Kommerzialisierung? Aktuell macht auf Facebook eine Gruppe auf sich aufmerksam, die in den letzten Tagen rasend schnell “likes” gesammelt hat: “Downhill für Olympia“. Wäre Olympia der richtige Weg und damit der Grundstein für eine erhöhte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gelegt und wäre dies der richtige Weg zurück in eine goldene Zukunft? Zwei Meinungen zu einem kontroversen Thema:

Uwe Buchholz hat den Mountainbikesport und seine Rennszene von Anfang an begleitet. Vielen Fahrern, denen “Downhill Bundesliga” oder der kurzfristige “Players-Cup” ein Begriff sind, dürften den sympathischen Thüringer noch als Streckensprecher kennen. Am vergangenen Freitag hat Uwe ein polarisierendes Statement zu dieser Gruppe veröffentlicht:

“Downhill für Olympia” !? Nö!!!“Downhill für Olympia” !? Nö!!!
Eine FB Gruppe erregte heute meine Aufmerksamkeit. Deren Zweck klingt ganz nett, schnell ist, ohne Nachdenken, ein “Like” gedrückt. Ich halte das für Unsinn. Der DH-Sport genau wie Motocross etc. gehört weder in dieses Umfeld noch in die Hände dieser Leute.

Das könnte zwar etwas Geld für zwei drei Kadersportler bedeuten, aber zu welchem Preis für den gesamten Sport? Ich denke zu einem Preis, den wollen wir nicht zahlen. Die Veränderungen wären gravierend und unangenehm und im Olympia-TV-Programm blieb es ein Randevent. Siehe bmx. Der Luis Brethauer und mit ihm BMX war im TV weil er jüngster Deutscher Teilnehmer war, nicht weil man BMX plötzlich ernster nahm bei ARD, ZDF, Bild, FAZ, TAZ in Co. . Jetzt bei seiner WM Bronze war in den Mainstreammedien auch nichts zu sehen. Mit anderen Worten, ich bin dagegen, DH und Olympia ist für mich kein Ziel. Outdoor Sport, besonders die herausragenden karriereprägenden Entscheidungen gehören an natürliche Plätze und nicht ins Stadion bzw. einen halbwegsbrauchbaren Hügel vor den Toren einer solventen Millionenstadt. Olympia wäre eine Abwertung für alle bisher wichtigen Events, Titel und Veranstalter, alle die den Sport entwickeln wollten und investiert haben. Ich denke, Whistler & Crankworx hat nachhaltig mehr für Gravity MTB getan als es Olympia auf für niedrigen TV Kosten optimierten Retortenkursen je tun kann.

Auch im XC bekommen sie ja regelmäßig Probleme gute Pisten anzubieten. Wie hässlich wäre das erst im DH? Nach Rio kommt Tokio. Auch dort wären Berge zu finden. Aber weit vom olympischen Dorf. Und dann kommt evtl. Dubai, oder was? Wichtiger wäre es z.B. mit dem DH WC ohne Olympia, aber vielleicht mit etwas mehr Engagement von Sponsor Shimano (z.B. Reisekosten für Top 30 der Welt) nach Japan zurückzukehren oder sonst wo hin auf den menschen- und radfahrerreichsten Kontinent der Welt. Das Instrument des Worldcup wird immer noch nur verwaltet, nur alimentiert, es wird nicht investiert und entwickelt, da ist es im Argen. Aber es ist leichter auf die Hand Gottes zu hoffen, also Olympia und seinen vermuteten sagenhaften Boost für jeden Sport (Belege fehlen). Also ich denke Weiterentwicklung mit Köpfchen und ohne die Tradition und Kultur eines unolympischen Sports mit Füssen zu treten wäre sinnvoller. Aber um dafür eine FB Gruppe gründen? Kopf einschalten hat noch nie schnell die Daumen hochschnellen lassen.

- Uwe Buchholz

Wie genau die Gründer der Facebookgruppe “Downhill für Olympia” das IOC überzeugen möchte wissen wir leider nicht. Auf unsere Anfragen zu diesem Thema wurde nicht reagiert. Sollte dies noch passieren werden wir das natürlich nachholen. Soweit wäre die komplette Information diese:

Wir träumen von einem Olympia 2016 in Rio de Janeiro/Brasilien mit einem Downhill Rennen. Macht mit und wir können zusammen das IOC überzeugen!

Was glaubt ihr? Wäre Downhill bei Olympia gut aufgehoben oder nicht?


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