Tipp: du kannst mit der Tastatur blättern
Ruhe vor dem Flug
Ruhe vor dem Flug - Screenshot aus dem Video: Links und rechts werden jeweils die am Lenker wirkenden Kräfte angezeigt. Das Kreisdiagramm zeigt die Richtung und den Betrag, die zeitlichen Verläufe darunter die horizontale Komponente (oben) und die vertikale (unten).
Die gute Nachricht: Das ICB hat sowohl den DIN Test als auch den EFBe Tri Test Top Performance Test bestanden.
Die gute Nachricht: Das ICB hat sowohl den DIN Test als auch den EFBe Tri Test Top Performance Test bestanden.
Gut geeignet für jede Gruppe
Gut geeignet für jede Gruppe - XC-Trailbikes sollen nie komplett fehl am Platz sein.
Viel Sicherheit vermitteln und lange Abfahrten ermöglichen
Viel Sicherheit vermitteln und lange Abfahrten ermöglichen - Das Fahrwerk sollte satten Bodenkontakt bieten und Schläge aufnehmen.
Impressionen
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Blind drop
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Foto Jens Staudt Finale Ligure Impressionen Federgabeltest-6138
Foto Jens Staudt Finale Ligure Impressionen Federgabeltest-6138
Selbstversuch: Kommen im Blindtest andere Ergebnisse ans Licht?
Selbstversuch: Kommen im Blindtest andere Ergebnisse ans Licht?
Feedback
Feedback
Ist ein überarbeitetes Produkt eines Herstellers wirklich besser?
Ist ein überarbeitetes Produkt eines Herstellers wirklich besser? - Vergleichsfahrten sind unerlässlich. Diese sollten unter den gleichen Bedingungen am besten am gleichen Tag durchgeführt werden.
Geometrien sind komplex und manche Werte beeinflussen ebenfalls die Abstimmung der Federelemente
Geometrien sind komplex und manche Werte beeinflussen ebenfalls die Abstimmung der Federelemente - Ein Fahrrad ist ein komplexes Sportgerät mit komplexen Eigenschaften welche sich von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. Nicht jedes Bike passt zu jedem Fahrer und/oder Fahrstil auch wenn in einem gewissen Bereich Anpassungen möglich sind.
Essentiell ist ein guter Grundsetup
Essentiell ist ein guter Grundsetup - Wer sein Produkt nicht richtig eingestellt hat wird nie in den vollen Genuss aller Möglichkeiten kommen.
Darfs auch etwas mehr oder weniger sein?
Darfs auch etwas mehr oder weniger sein? - Wenige PSI Unterschied beeinflussen den Fahrer in seiner Position und Gripverteilung. Werte müssen erfasst, dokumentiert und verändert werden um die Grenzen eines Produktes auszuloten
Nur wer die Technik hinter einem Produkt versteht kann sie entsprechend für sich nutzen...
Nur wer die Technik hinter einem Produkt versteht kann sie entsprechend für sich nutzen...
...deshalb ist eine kontinuierliche Fortbildung als Tester unerlässlich.
...deshalb ist eine kontinuierliche Fortbildung als Tester unerlässlich.

Was diskutieren wir Fahrradfahrer mit am liebsten? Richtig – Produkte. Insbesondere Anbauteile der unterschiedlichsten Art, die wir an den heiligen Drahtesel schrauben können, um ihn funktionaler, leichter, schneller, schöner oder in Summe einfach toller zu machen. Dabei steht die Vernunft recht häufig hinten an, wenn man phänomenale 15 g für schlappe 100 € eingespart hat oder die neue Federgabel über eine externe Einstellbarkeit von xyz verfügt, die der Fahrer im schlechtesten Fall gar nicht erspüren kann. MTB-News.de hat sich schon immer auf die Fahnen geschrieben, Produkte tiefgründig zu testen und euch, unserer Leserschaft, unabhängig und praxisorientiert vorzustellen und zu erklären.

Ein perfekter Test wäre vom Umfang derart komplex, dass er einer Master-Arbeit gleichkommen würde. Man würde Stunden brauchen, um ihn zu lesen und Wochen, um ihn zu produzieren. Nur, damit am Ende des Tages jedes Wort im Fazit auf die Goldwaage gelegt und Absätze aus dem Zusammenhang gerissen werden? Dem Format geschuldet geht man nicht auf jede einzelne Schraube ein, was hin und wieder für Unklarheiten sorgt. Diese versuchten und versuchen wir schon immer auch in der Diskussion unter dem Produkt zu klären. Worauf wir in unseren Tests Wert legen, möchten wir euch nachfolgend mit einem Einblick in unser „Test-Manifest“ deutlich machen.

Warum es das „Beste Produkt“ nicht gibt

Von Zahlen und Fakten, von Labor und Praxis

Insbesondere wir Deutschen lieben Listen, Diagramme und Messwerte. Wir brauchen Zahlen; wir quantifizieren alles. Ein Produkt sollte man auf einen Messtisch spannen, klar definierte Messvorgänge für allerlei Parameter daran durchführen und am Ende hat man einen Wert ermittelt, den man in eine Liste einträgt und der das gemessene Produkt mit anderen ebenfalls vermessenen Produkten vergleichbar macht. Die Weltformel des Mountainbikes, die Kennzahl für Fahrspaß, Qualität und Haltbarkeit. Schön wär’s.

Auf ein Fahrrad wirken, insbesondere im Gelände, extrem unterschiedliche Kräfte ein: durch das Überfahren von Wurzeln, Steinen und anderen Widrigkeiten. Doch damit nicht genug: Betrachtet man das Gesamtsystem, so wirkt auch der Fahrer oder die Fahrerin von oben auf das System ein. Er be- und entlastet das Bike, springt herum und fällt auch mal damit auf die Zwölf. Je nach Körperposition wandert die Radlastverteilung von vorne nach hinten und umgekehrt. Hinzu kommen Antriebs- und Bremsmomente, die ebenfalls die Radlasten ändern und darüber hinaus Einflüsse auf das Fahrwerk und die Momentanwinkel der Geometrie haben. Diese Krafteinwirkung ist unglaublich komplex. Wie könnte sich das System Mountainbike so in einer Kennzahl, in einem Prüfstand und Testverfahren greifbar machen?

Ruhe vor dem Flug
# Ruhe vor dem Flug - Screenshot aus dem Video: Links und rechts werden jeweils die am Lenker wirkenden Kräfte angezeigt. Das Kreisdiagramm zeigt die Richtung und den Betrag, die zeitlichen Verläufe darunter die horizontale Komponente (oben) und die vertikale (unten).

In vielen unserer Hausbesuche bekommen wir diverse Prüfstände (oftmals leider aus Gründen der Geheimhaltung nicht für Fotos und Videos) zu Gesicht. Einige Schwachstellen lassen diese Methoden zwar im Vorfeld aufzeigen, einen eigentlichen Fahrtest (bei der Entwicklung auch in Form von Prototypen) mit einem erfahrenen Tester ersetzen sie aber immer noch nicht. Fortschritte im Bereich der Simulation verschieben zwar so manchen Test in virtuelle Welten, doch am Ende des Tages müssen sich Alu und Carbon auf dem Trail beweisen.

Die gute Nachricht: Das ICB hat sowohl den DIN Test als auch den EFBe Tri Test Top Performance Test bestanden.
# Die gute Nachricht: Das ICB hat sowohl den DIN Test als auch den EFBe Tri Test Top Performance Test bestanden.

Einsatzbereich

Ich wage zu behaupten, dass für die meisten Hobby-Mountainbiker das Haupteinsatzgebiet die sagenumwogene „Hausrunde“ ist. Eine Tour, welche man bequem direkt an der Haustür beginnt und die ohne großen Aufwand von zusätzlichem Shuttle oder Lift zu absolvieren ist. Hier beginnt aber bereits die Schwierigkeit: Deutsche Mittelgebirge unterscheiden sich durchaus vom Alpenvorland oder den Alpen selbst. Und von der Mecklenburgischen Seenplatte.

Gut geeignet für jede Gruppe
# Gut geeignet für jede Gruppe - XC-Trailbikes sollen nie komplett fehl am Platz sein.

Definitionen wie „Cross Country“, „All-Mountain“, „Enduro“ und wie sie alle heißen sind ein Versuch, Produkte zu Kategorisieren und eine Hilfestellung bei der Wahl des richtigen Bikes zu geben. So würden sich viele „Enduro”-Piloten auf manchen Trails der Südschweiz eher nach einem Downhill-Rad sehnen, wobei der dort lebende Mountainbiker, welcher mit diesen Trails aufgewachsen ist, so viel Erfahrung auf dem Terrain hat, dass er längst auf ein kurzhubiges All-Mountain oder Trail-Bike gewechselt ist.

Viel Sicherheit vermitteln und lange Abfahrten ermöglichen
# Viel Sicherheit vermitteln und lange Abfahrten ermöglichen - Das Fahrwerk sollte satten Bodenkontakt bieten und Schläge aufnehmen.

In Summe ist jeder Hometrail anders und birgt unterschiedlichste Bodenverhältnisse und Hindernisse, für die sich Produkte mehr oder weniger gut eignen. Folglich kann es allein vor diesem Hintergrund weder die eine Teststrecke, noch das beste Produkt für jeden geben.

Persönliche Vorlieben

„Wie kannst du nur mit so einer tiefen Front fahren!?“

Fahrpositionen ändern sich mit der Wahl der Pedale – Klick-Pedale oder Flats haben maßgeblichen Einfluss auf die Abstimmung der Federelemente. Ein Fahrstil über das Heck verlangt nach einer anderen Geometrie als eine „Newschool-Zentral-Position“. Lenker-Backsweep und -Höhe, Radlänge bis hin zu Reifenwahl, all dies sollten sorgsam gewählte Parameter sein, die das Gesamtsystem Mountainbike für den Piloten im Gelände berechenbar machen.

Impressionen
# Impressionen

Auch wenn ein Produkt nicht den persönlichen Vorlieben entspricht, muss ein Tester fähig sein zu erkennen, für wen es gedacht ist und entsprechend urteilen und bewerten.

Fahrstil

„Dein Fahrstil ist katzengleich! Also von einer fetten, betrunkenen Katze.“

So unterschiedlich die persönlichen Vorlieben, so verschieden die zugehörigen Fahrstile. Es gibt da beispielsweise diesen Typ Mountainbiker, bei dem einfach kein Produkt auf Dauer halten kann. Diese Kollegen schaffen es selbst bei langsamer Fahrt auf einem Flowtrail, einen Durchschlag mit Platten zu produzieren oder eine Bremse abrauchen zu lassen. Der andere Fahrer ist mit 600 g Semislick-Reifen auf glitschigem, losen Untergrund wie auf Schienen unterwegs und bleibt zum Unverständnis der schlammbereiften, querstehenden Kollegen uneinholbar – ohne irgendein Teil am Rad in Mitleidenschaft zu ziehen.

Blind drop
# Blind drop

Egal ob schwerer Fahrer oder Bergfloh, ob Downhiller auf einer CC-Rennfeile oder Lycra-Träger auf einem Federwegsmonster – wir alle haben unterschiedliche Radsport-Wurzeln und verfügen über sehr verschiedene fahrerische Fähigkeiten. Diese bestimmen unseren Fahrstil, welcher maßgeblich Einfluss auf die Ansprüche sowie Belastungen an / auf ein Produkt haben.

Die Aufgaben eines Testers

Testfahren

Mit der angenehmste Teil – solange sich das Produkt mit den eigenen Vorstellungen deckt! Das Mountainbike ist einem ständigen Wandel unterworfen und wie wir heute auch über 120 mm lange Vorbauten und einen Federweg von 80 mm für ein Downhillrad lächeln, so amüsieren wir uns in 5 Jahren vielleicht über eine Seilzug-Kettenschaltung. Dennoch sind wir an bestimmte Dinge gewohnt und diese Gewohntheit spiegelt sich in unseren Vorlieben wider. Es gibt zwar kein „richtig“ oder „falsch“ für Reifenbreiten, Lenkerhöhen oder Vorbaulängen, aber manchmal ist man mit einem Produkt konfrontiert, auf dem man sich nicht direkt wohl fühlt.

Foto Jens Staudt Finale Ligure Impressionen Federgabeltest-6138
# Foto Jens Staudt Finale Ligure Impressionen Federgabeltest-6138

Trotzdem muss ein Testeindruck gewonnen werden und das Rad durch verschiedenes, dem Einsatzzweck entsprechendes Gelände bewegt werden. Auch wenn man sich auf dem eigenen, gewohnten Rad vielleicht wohler fühlen würde. Ist die Eingewöhnungsphase überwunden, so gilt es, die Grenzen des Produkts auszuloten. Viele Hersteller versprechen die eierlegende Wollmilchsau: Ein Rad, das bergauf geht wie eine CC-Rennfeile und bergab wie ein World Cup-Downhill-Geschoss. Wir alle wissen, dass dies eine Utopie bleiben wird. Dennoch gibt es Räder, die bergab erste Sahne funktionieren und bergauf noch entspannt hochzutreten sind – und Bikes, die den Uphill selbst zum Genuss werden lassen, ohne den Fahrer danach zu Schiebeeinlagen bergab zu zwingen.

Anpassen und umbauen

Ein Punkt, der unter unseren Tests oft kritisiert wird: „Ihr seid das Bike ja gar nicht in Originalausstattung gefahren! Wie könnt ihr das dann richtig beurteilen?“

Wenn jemand in ein fremdes Auto einsteigt – was ist das erste, was er macht? Richtig. Sitz und Spiegel einstellen. Jeder Mensch besitzt einen anderen Körper mit einer eigenen „Geometrie“. Diese bedingt zusammen mit seinem Fahrstil zum einen die Rahmengröße und die Kontaktpunkte zum Zweirad. Jeder kompetente Fahrradladen wird sich die Zeit nehmen, um ein Rad an seinen Kontaktpunkten wie Lenkzentrale, Pedalen und Sitzzone entsprechend auf den Kunden anzupassen. Hier ist man im Rennradbereich schon um einiges weiter als in unserem Stollenreifenbereich.

Selbstversuch: Kommen im Blindtest andere Ergebnisse ans Licht?
# Selbstversuch: Kommen im Blindtest andere Ergebnisse ans Licht?

Für den Tester heißt dies, dass er ein Testrad nicht nur fachgerecht aufbauen, sondern auch umbauen muss, um es für sich passend zu machen. Dieser Punkt gilt ebenfalls für das Fahrverhalten: Ein Rad neigt konstant zum Untersteuern und ist somit schwer kontrollierbar? Hier müssen Federelemente neu abstimmt oder Komponenten getauscht werden, um einen anderen Eindruck zu erhalten. Das bedeutet hin und wieder, dass man eher Zeit in der Werkstatt als auf dem Sattel verbringt.

Feedback
# Feedback

Erkennen der Herstellerabsicht

„Nur weil ein Rad viel Federweg hat, ist es kein Downhiller – und nur weil ein Rad wenig Federweg hat, ist es kein Cross Country Bike.“

Ein Mountainbike von Hersteller X, welches als „Enduro“ klassifiziert ist, muss nicht zwangsläufig das gleiche Fahrverhalten, die Bergauf- und Bergab-Qualitäten an den Tag legen wie das von Hersteller Y. Zum einen ist dies der jeweiligen Definition von „Enduro”, zum anderen dem genutzten Testterrain aber auch der Vorlieben der Testfahrer / Team-Fahrer des jeweiligen Herstellers geschuldet.

Ein Beispiel gefällig? In der Vergangenheit hat es oft heftige Diskussionen um die Thematik Steifigkeit gegeben. In der gedruckten Magazinwelt gilt oft noch „mehr ist besser“, was im Alltag jedoch nicht in allen Einsatzgebieten richtig ist. Dieses Thema möchte ich hier nur kurz anschneiden und darauf hinweisen, dass es neben all dem so oft betitelten „Marketinggewäsch“ Firmen gibt, welche solche Eigenheiten bewusst in ein Produkt einarbeiten und die im Fahrbetrieb unter bestimmten Voraussetzungen positiv zu bewerten sind. Denn Steifigkeit ist ein Konstruktionsmerkmal und kann gezielt genutzt werden, um ein bestimmtes Fahrverhalten zu erzeugen. Und anders als Prüfstandergebnisse es suggerieren würden ist mehr hier eben nicht immer besser. Die optimale Steifigkeitsverteilung gleicht eher einer Glockenkurve (Normalverteilung), wobei sich das optimale Maximum in Abhängigkeit von Einsatzbereich und persönlichen Vorlieben verschiebt. Genau so wie es zu wenig Steifigkeit geben kann, kann eine Komponente oder ein komplettes Bike auch zu steif sein. Gibt es aus unserer Erkenntnis allgemein gültige Richtwerte? Vielleicht.

  • hohe Werte bei Antritts- und Lenkkopfsteifigkeit sind positiv
  • weniger steife Lenker, Hinterbauten, Laufräder und Sattelstützen erhöhen den Komfort und verbessern die Traktion
  • zu wenig steife Hinterbauten, Gabeln und Achsen führen zu schleifenden Reifen
  • zu hohe Steifigkeit kostet Kraft und verzeiht keine Fehler
  • zu niedrige Steifigkeit kostet Kraft und erzeugt Fehler

Erfahrung

Setze ich einen Radkollegen, der seit mehreren Jahren täglich 30 km und über 1000 Höhenmeter mit seinem Enduro strampelt und kein anderes Bike kennt, auf ein beliebiges 29er Trailbike, wird er völlig begeistert über die Uphill-Fähigkeiten sein. Setze ich ihn am nächsten Tag auf ein anderes Bike dieser Kategorie (29er mit gleichem Federweg), mit einer eher Crosscountry-behafteten Philosophie, wird er plötzlich Unterschiede spüren und im Uphill schneller sein, aber dafür in der Abfahrt Einbußen haben.

Ohne die Erfahrung mit dem zweiten Rad würde er das Bike 1 im Uphill übertrieben positiv beurteilen und so gegebenenfalls einen Testeindruck schildern, welcher sich nicht mit Leuten deckt, die vielleicht Bike 2 besitzen und Bike 1 testen. Erfahrung mit unterschiedlichsten Produkten und verschiedenen Philosophien ist essentiell bei der Bewertung eines Produkts.

Ist ein überarbeitetes Produkt eines Herstellers wirklich besser?
# Ist ein überarbeitetes Produkt eines Herstellers wirklich besser? - Vergleichsfahrten sind unerlässlich. Diese sollten unter den gleichen Bedingungen am besten am gleichen Tag durchgeführt werden.
Geometrien sind komplex und manche Werte beeinflussen ebenfalls die Abstimmung der Federelemente
# Geometrien sind komplex und manche Werte beeinflussen ebenfalls die Abstimmung der Federelemente - Ein Fahrrad ist ein komplexes Sportgerät mit komplexen Eigenschaften welche sich von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. Nicht jedes Bike passt zu jedem Fahrer und/oder Fahrstil auch wenn in einem gewissen Bereich Anpassungen möglich sind.

Austausch mit anderen Mountainbikern und Testern

Insbesondere wenn man viele Jahre an Erfahrung hat und vom Fahrkönnen ein gewisses Level erreicht, vergisst man allzu leicht, wie man sich selbst am Anfang mit der Kurventechnik, Dauerbremserei oder tausend anderen Dingen schwer getan hat. So verändern sich die Ansprüche an das Material nicht nur im Laufe des Lebens eines Mountainbikers sondern auch – wie schon erwähnt – im jeweiligen Einsatzzweck. Ein Fahreindruck eines Freundes/Freundin, der Eltern oder anderer Personen kann einem manchmal durchaus die Augen öffnen und sei es nur, dass man erkennt, dass die 1,65 m große Freundin den 825er Lenker nicht so toll findet wie ihr 2 Meter großer Freund.

Essentiell ist ein guter Grundsetup
# Essentiell ist ein guter Grundsetup - Wer sein Produkt nicht richtig eingestellt hat wird nie in den vollen Genuss aller Möglichkeiten kommen.
Darfs auch etwas mehr oder weniger sein?
# Darfs auch etwas mehr oder weniger sein? - Wenige PSI Unterschied beeinflussen den Fahrer in seiner Position und Gripverteilung. Werte müssen erfasst, dokumentiert und verändert werden um die Grenzen eines Produktes auszuloten

Zusammenfassen

Im Grenzbereich zeigen sich die Stärken und Schwächen eines Produktes besonders deutlich. Es gilt, das Produkt nicht bewusst zu misshandeln – dennoch sollte ein CC-Hardtail nicht beim ersten kleinen Hüpfer direkt kollabieren. Am Ende hat man abgesteckt, in welchem Bereich das Produkt zu Hause ist und wie breit oder schmal dieses Spektrum ist.

  • Ist das Produkt für dieses Terrain gedacht?
  • Ist dieses Produkt für diese Fahrweise gedacht?
  • Wo sind die Grenzen des Produkts, des Fahrwerks, der Geometrie?
  • Ist eine Dauerhaltbarkeit der verbauten Komponenten im anvisierten Gelände / Einsatzzweck gegeben?
Nur wer die Technik hinter einem Produkt versteht kann sie entsprechend für sich nutzen...
# Nur wer die Technik hinter einem Produkt versteht kann sie entsprechend für sich nutzen...
...deshalb ist eine kontinuierliche Fortbildung als Tester unerlässlich.
# ...deshalb ist eine kontinuierliche Fortbildung als Tester unerlässlich.

Erklären

Übergänge zwischen den einzelnen Kategorien sind nahtlos und fließend – zu allem Überfluss entziehen sich manche Bikes komplett dieser Etikettierung durch kürzeren Federweg fürs Grobe oder extremere Geometrien, die entsprechende Fahrweisen erlauben. Hier gilt es, die Vorteile für die jeweilige Fahrweise auf unterschiedlichen Trails zu erkennen und im Testeindruck zu schildern.

Insbesondere mit dem Aufkommen der Plus-Reifen zeigen sich viele Testredaktionen überfordert, was den Einsatzbereich angeht. Misst man jetzt, ob dieses Rad schnell ist? Und wenn es langsamer ist als ein vergleichbarer “normaler” 29er: ist es dann schlechter oder spielen hier plötzlich ganz neue Parameter wie “Wohlfühlfaktor” und “Sicherheitsgefühl” eine übergeordnete Rolle? Wenn ein Tester und dessen Vorlieben und Ansprüche sich nicht hundertprozentig mit den gebotenen Fahreigenschaften decken, muss er dennoch in der Lage sein, sich in die Zielgruppe hineinzuversetzen und die Vorteile, die das Produkt für diese Anwender bieten könnte, zu schildern.

Zusammenfassung und Aufruf

Testen ist komplexer, als viele Mountainbiker annehmen würden. Wir von MTB-News.de setzen alles daran, Produkte so eindringlich und fair wie möglich zu beurteilen und die Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Unser Ziel ist es, dem Kunden – dir – einen echten Eindruck vom getesteten Produkt zu geben und dabei die Randbedingungen klar aufzuzeigen. Schließlich soll niemand viel Geld in etwas investieren, dass dann am Ende gar nicht passt. Oder nur im Katalog überzeugen konnte. Dennoch bleiben manchmal Fragen offen oder Details unklar. Was die direkte Diskussion mit dem Test-Team angeht dürften wir so ziemlich das einzige Medium sein, welches sich hierfür auch nach der Veröffentlichung noch Zeit nimmt.

Wie geht es jetzt weiter? Wir wollen diese Qualität beibehalten und unser Test-Team ausbauen. Wer denkt, dass er dem oben kurz beschriebenen Test-Manifest gerecht werden kann, ist herzlich eingeladen, eine e-Mail mit seiner “Zweirad-Vita” an [email protected] schicken. Idealerweise jemand aus dem Raum Reutlingen / Stuttgart, denn hier konzentriert sich unser Testzentrum.

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    Enginejunk

    dabei seit 03/2010

    hoschik
    willkommen im Sandkasten, eine Messmethode die misst und simuliert widerspricht sich schon in der Grundaussage.
    Entweder messen oder simulieren.
    mh, hab mich falsch auzsgedrückt. anhand der messdaten wurde auf einem prüfstand und bestimmten bedingungen (temperaturen etc.) eine rennstrecke simuliert. also zuerst wurde gemessen und diese daten wirden übertragen auf einen prüfstand.
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    Maitre-B

    dabei seit 05/2011

    Grinsekater
    Was die Testeindrücke anging hatte Maxi da ähnliche Erfahrungen mit den "Franzosen" mit denen auch ich in der Vergangenheit bei Tests außerhalb von MTBN auch schon massive Probleme gehabt hatte (wir sind dann damals auf CaneCreek umgestiegen). Maxi hatte mit einem FOX Dämpfer sehr viel bessere Erfahrungen mit dem Tues gemacht aber das gehört hier jetzt nicht hin, wobei man hierbei wieder den Punkt diskutieren könnte: Sollten wir an einem High-End Bike Teile tauschen um zu erkennen wo die Schwächen liegen nur um dann, wie von euch hier auch angeführt, Schelte zu bekommen weil wir es nicht ausschließlich in Originalausstattung gefahren sind? Vom Mehraufwand bezüglich Umbau und dem damit verbundenen Aufwand mal ganz zu schweigen.
    Ich finde, dass die Kontaktstellen tauschen völlig ok ist. Gerade da hat man ja seine Favoriten, die das Fahrgefühl und sicherlich auch das subjektive Sicherheitsempfinden entscheidend beeinflussen und das vermutlich jeder der hier interessiert liest auch tun würde.

    Bei Teilen wie Gabeln und Dämpfern finde ich das Ganze dann schon sehr grenzwertig. Erstens sprengt es vielleicht wirklich den Rahmen vertretbaren Aufwands, zweitens verändert dass die Charakteristik sicher mehr als ein passender Sattel und Ergo-Griffe.
  4. benutzerbild

    san_andreas

    dabei seit 02/2007

    Ich fände den Tausch völlig legitim, wenn dann ein Vergleich zur Original-Ausstattung folgt.
  5. benutzerbild

    lulu1818

    dabei seit 05/2014

    san_andreas
    Ich fände den Tausch völlig legitim, wenn dann ein Vergleich zur Original-Ausstattung folgt.
    Noch Besser wenn man gegen ein Teil tauscht das in einer anderen Variante des gleichen Bikes angeboten wird. Dann hat man den Vergleich zwischen zwei Originalausstattungen.
  6. benutzerbild

    Enginejunk

    dabei seit 03/2010

    das wäre das optimum.

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