Am 21. August 2016 ist es wieder so weit. Die besten Mountainbiker der Welt stehen an der Startlinie zum olympischen Mountainbikerennen in Rio. Einmal mehr stellt sich die Frage, welche deutschen Athleten vorne mitmischen können. Seit Jahren sind die Speerspitzen des deutschen XC-Sports, Manuel Fumic und Sabine Spitz, die einzigen Hoffnungen auf Medaillen. Und wenn die „Grande Dame“ des deutschen XC-Sports nicht alle vier Jahre in Höchstform Edelmetall gewonnen hätte, würde wohl der Mountainbikesport weitgehend im medialen Untergrund verschwinden. Doch im Alter von 42 Jahren sind die Hoffnungen auf eine weitere Medaille von ihr geringer als noch vor vier Jahren. Auch für Manuel Fumic wird dieses Jahr wohl die letzte große Chance darauf sein. Doch wer folgt ihnen nach? Wenige, sehr wenige. Der deutsche Mountainbikesport hat ein großes Problem: Der Nachwuchs ist zwar da, aber kommt nicht in der Spitze an. Warum ist das so? Eine Analyse.

Der Nachwuchs schafft sich ab?

Seit Jahren sind die deutschen Nachwuchsmountainbiker stets in den vorderen Rängen zu finden. Ein Titel, drei silberne und fünf bronzene Medaillen sind die Ausbeute allein der deutschen Junioren und Juniorinnen bei Weltmeisterschaften seit 2010. Aber keiner bricht in die internationale Spitze ganz durch. Einigen fehlt der letzte kleine Schritt, viele andere tauchen aber weitgehend ab. Schon gefeiert als zukünftige Topstars, ist für viele junge Talente der letzte Schritt zu groß. Liegt es vor allem daran, dass man in der Jugend schon zu gut ist?

Weltmeistertitel 2013 in der Juniorenkategorie für Lukas Baum
# Weltmeistertitel 2013 in der Juniorenkategorie für Lukas Baum - Ein Zeichen dafür, dass die Talente da sind - der letzte Schritt fehlt aber noch.

Zu hoher Trainingsaufwand & Professionalisierung in der Jugend

Der Trainingsaufwand in den jüngsten Klassen ist extrem. So geht das Trainingspensum einiger junger Sportler schon im Alter von 12 Jahren schon gegen 10-12 Stunden. Wie geht es dann weiter? Jedes Jahr ein bisschen mehr und mehr und mehr… Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo die Umfänge nicht mehr steigerbar sind und damit die Leistung stagniert. Und genau das geschieht bei den deutschen Nachwuchsathleten viel zu früh.

Ein weiteres Phänomen, was in letzter Zeit immer mehr auffällt, ist eine Form von Pseudo-Professionalisierung der Jugend. Betrachtet man das Material manch eines 10 bis 11-jährigen, ist man sprachlos. Da kann die Ausstattung eines ambitionierten Marathonsportlers beileibe nicht mithalten. So auch deren Verhalten in und um das Rennen: 45 Minuten Warmup auf der Rolle ist neuerdings Standard in der U15-Klasse!

Warmup auf der Rolle
# Warmup auf der Rolle - Viele junge Biker verhalten sich schon genauso professionell wie die Profis.

Hoher Leistungsdruck durch die Eltern

Dieses Erscheinungsbild resultiert aber oftmals nicht aufgrund der Ambitionen des Athleten, vielfach beugen sich die jungen Sportler vielmehr den Wünschen der Eltern. Welcher 13-jährige sitzt schon freiwillig zehn Stunden und mehr auf dem Fahrrad? Häufig sind mehr die Eltern am Erfolg des Kindes interessiert als der Sportler selbst. Nur um der Mama und dem Papa zu gefallen, wird das Pensum erfüllt. Bei den Kinder- und Jugendrennserien und vor allem in der höchsten Rennklasse, der Nachwuchssichtungsserie, ist dieses Phänomen gut zu beobachten. Regelrecht hysterisch kümmern sich Eltern um den Erfolg des Kindes, würden es am liebsten auf der Rennstrecke anschieben. Harmlose Dinge wie unterschiedliche Startplätze oder unbedeutende Körperkontakte während des Rennens sorgen ab und zu für laute und heftige Konflikte zwischen Eltern. Insbesondere diese ausschließlich von Eltern animierten Kinder sind es dann später, die bei Erreichen einer gewissen Selbständigkeit das Fahrrad an den Nagel hängen. Sie hören früher oder später auf und die eigentlichen Talente bleiben auf der Strecke.

Abwärtsspirale für die eigentlichen Talente

Wer nicht vorne mitfährt, verliert automatisch die Lust am Rennen fahren. Immer mehr macht sich ein grundsätzlich gesellschaftliches Problem bemerkbar. Viele Kinder haben großen Spaß daran, die Trails unsicher zu machen. Jedoch ist nur ein Bruchteil derer daran interessiert, Rennen zu fahren. Und wenn sie sich doch darauf einlassen, dann fahren sie meist im Mittelfeld. Wenn man sie nach Gründen frägt, erhält man oft die Antwort, sie hätten keine Lust, sich so anzustrengen. Es fehlt also insgesamt an einem breiten Wettkampfinteresse. Vielleicht liegt das auch daran, dass das ganze Leben durch Leistungsdruck geprägt ist und sich die Kids diesen nicht auch noch in der Freizeit antun wollen. Folglich stellt sich auch die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, schon in den jungen Klassen überhaupt “richtige” Wettkämpfe durchzuführen. Vielleicht wäre es vernünftig, die Wettkämpfe in diesem Alter mehr auf eine spielerische Ebene zu bringen.

Der Start eines Nachwuchsrennens
# Der Start eines Nachwuchsrennens - Mit allen Mitteln wird schon bei den Jüngsten gekämpft.

Schlechtes Förderungssystem in Deutschland

Ein weiterer Grund dafür, dass die eigentlichen Talente auf der Strecke bleiben, ist das Fördersystem. Es werden nur einige wenige Sportler gefördert, vor allem fehlt eine Förderung in die Breite. Betrachtet man die Anforderungen, die gestellt werden, um überhaupt erst in die Förderung durch die Landeskader zu gelangen, ist man erstaunt: In der U17 wird bei den deutschen Meisterschaften eine Top-15-Platzierung dafür gefordert. Gerade viele junge Top-Talente sind in dieser Altersklasse noch nicht ganz vorne dabei, sei es aufgrund von geringeren Trainingsumfängen oder auch der körperlichen Konstitution. Vor allem als Jugendlicher kann eine Förderung einen zusätzlichen Motivationsschub geben. Ganz davon abgesehen, dass viele Sportler auf die professionelle Unterstützung durch Kadertrainer hinsichtlich einer effektiven Trainingssteuerung angewiesen sind.

Zu starre Strukturen in den Verbänden

Und dann ist da noch der Bundeskader für die Besten. Dieser ist mit Sicherheit sehr sinnvoll, doch existieren viele starre Strukturen, und gerade in der Kaderplanung sollte flexibler agiert werden. So gibt es seit Jahren viele Athleten, die an der Schwelle zur Nationalmannschaft stehen und auch teilweise deutlich bessere Leistungen zeigen als mancher Kaderathlet – doch keiner von ihnen wird dauerhaft in der Nationalmannschaft aufgenommen. Ein flexibleres System bzw. ein etwas breiter gefasstes System würde gerade diesen Sportlern helfen, dabei zu bleiben und eventuell den letzten Schritt in den Profibereich zu machen.

Schlechte Möglichkeiten, den Sport professionell auszuführen

Dennoch gibt es einige Athleten, die trotz Mitgliedschaft in der Nationalmannschaft das Rad an den Nagel hängen, bekanntes Beispiel ist Marcel Fleschhut. Sein Grund damals, 2013 die leistungssportliche Karierre zu beenden: Er fand kein Team, das ihm die Möglichkeit gab, den Sport in dem Maß professionell ausüben zu können, sodass er davon leben konnte. Die Budgets und die Professionalisierung der Teams in Deutschland sind vielfach so gering, dass kaum ein Fahrer ein passendes Team findet, der nicht gerade die Qualität eines Manuel Fumic besitzt. Viele Teams leisten eine hervorragende Nachwuchsarbeit, jedoch ist dann ab Ende U23 Schluss. Und gerade in dem Alter stellt sich dann die Frage: Mountainbiken oder ab in die „normale“ Arbeitswelt. Meistens entscheidet sich der Athlet für letzteres. Besonders diese Sportler wären von enormer Bedeutung, um eine breite Basis hinter den Top-Stars zu bilden und auch so eine stärkere Konkurrenz zu bilden. Das ist der Grund, weshalb dann bei Deutschen Meisterschaften nur noch neun Damen und 33 Männer (im Jahr 2015) am Start stehen.

Wo sind denn die Fahrerinnen?
# Wo sind denn die Fahrerinnen? - Geringe Starterzahlen bei den Rennen sind zur Normalität geworden.

Großes Problem: Fehlende mediale Aufmerksamkeit

Die Budgets der Teams sind klein. Woran liegt das? Es mangelt an Geld durch Sponsoren. Diese wollen vor allem durch ihr Engagement mediale Aufmerksamkeit erreichen. Doch wie sieht die im MTB-Sport aus? Fernsehzeiten gehen gegen null, bei den Red Bull-Streams sieht man fast ausschließlich die Top Ten im Weltcup. Lediglich regionale Unterstützer profitieren von dem ein oder anderen Zeitungsartikel oder den Auftritten der Teams in den sozialen Medien. Im Straßenbereich wird im Gegensatz dazu jedes noch so kleines Profirennen auf Eurosport übertragen. Genau das, was die Sponsoren wollen. Da muss etwas getan werden, denn man könnte durchaus ein breites Publikum bei einem MTB-Rennen im Fernsehen erreichen. In Südafrika sieht man, wie gut das bei Cape Epic und Co. funktioniert. Warum wird beispielsweise von einem Bundesligarennen kein Internet-Livestream angeboten? Die Videoaufnahmen werden ja teilweise schon für Videoleinwände vor Ort gemacht.

Riesen Begeisterung beim Weltcup in Albstadt
# Riesen Begeisterung beim Weltcup in Albstadt - Sicherlich wäre das Interesse für eine höhere mediale Aufmerksamkeit gegeben.

Was machen die anderen besser?

Beispiel 1 – Schweiz

Das Schweizer Nachwuchskonzept ist wohl mit Abstand das Beste im Mountainbikebereich. Es gibt wohl kein Land, das einen so großen Pool an hochkarätigen Talenten hat wie die Alpenrepublik. Sicherlich sind die geografischen Voraussetzungen besser als bei uns, jedoch kann und darf dies nicht der einzige Grund für deren Stärke sein. Der Radsportverband veröffentlichte Ende 2012 ein neues Nachwuchskonzept, was aber auch schon deutlich länger größtenteils existierte. Es umfasst stolze 63 Seiten – im Vergleich dazu das deutsche aus dem Jahr 2002 (!!!) mit 46 Seiten.

Gut besuchte Rennen beim Swiss Bike Cup
# Gut besuchte Rennen beim Swiss Bike Cup - Auch ein Baustein der Schweizer Dominanz im XC-Bereich.

Polycyclide Ausbildung

Das Besondere im Schweizer Jugendbereich ist die sogenannte polycyclide Ausbildung. Das bedeutet so viel, dass bis zur U19 keine explizite Trennung in die einzelnen Radsportbereiche existiert. Die U17-Nationalmannschaft besteht deshalb sowohl aus Straßen-, Mountainbike-, BMX-, als auch Bahnradsportlern. Die Folge davon ist, dass man manchen Top-Mountainbiker auch mal als Schweizer Meister auf der Straße oder im Cross wiedererkennt.

Mehr regionale Strukturen

Ist man auf der Suche nach Trainings- bzw. Olympiastützpunkten im Bereich Mountainbike hier in Deutschland, dann findet man nur ein sehr überschaubares Angebot. So sind es im wohl konkurrenzstärksten Bundesland Baden-Württemberg gerade einmal zwei: Freiburg und Stuttgart. In der Schweiz hingegen gibt es solch „große“ Strukturen kaum. Alles ist viel übersichtlicher gehalten. Trainingsstützpunkte gibt es schon in jeder kleineren Region, sie kann man als „erweiterte Vereine“ betrachten. Wer gut genug ist, landet dann in einem der sechs Regionalkader. Deren Spitze bildet dann den Nationalkader. Im Gesamten betrachtet ist daher für jeden Sportler ein qualitativ hochwertiges Training in unmittelbarer Nähe zu errreichen.

Stärkere Fokussierung auf den Elitebereich

Bei uns in Deutschland ist die Förderung zwar ebenso auf den Elitebereich ausgerichtet, doch lange nicht so ausgeklügelt und konsequent wie in der Schweiz. So sollen hier in Deutschland auch die athletischen und die persönlichen Voraussetzungen in die Kaderbildung mit einfließen. Dies ist jedoch in der Praxis nicht der Fall. Fast ausschließlich die Ergebnisse entscheiden über die Aufnahme in die Landes- und Nationalkader. In der Schweiz hingegen gibt es ein System, dass vor allem auch andere wichtige Faktoren wie Belastbarkeit (durch einen Test), körperliche Konstitution, Trainingsaufwand und auch den elterlichen Background berücksichtigt. Das sorgt dafür, dass auch Talente ohne die entsprechenden Ergebnisse gefördert werden, die dann im Elitebereich erst richtig aufdrehen.

Beispiel 2 – Frankreich

In den letzten Jahren bringen die Franzosen ein Top-Talent nach dem anderen heraus. Jordan Sarrou, Victor Koretzky oder Hugo Drechou sind nur einige wenige Namen, die schon bald die Nachfolge von Julien Absalon antreten können. Auffällig bei den Franzosen: Noch extremer als bei den Schweizern, tauchen sie eigentlich erst ab der U23-Klasse in der Weltspitze auf.

Das französische Siegerteam beim Staffelrennen der WM 2015
# Das französische Siegerteam beim Staffelrennen der WM 2015 - Pauline Ferrand-Prevot, Sarrou, Koretzky und Antoine Philippe - allesamt Riesentalente mit großer Zukunft

Kaum konditionelle Orientierung in den Jugendklassen

Das Funktionsprinzip des französischen Nachwuchssystems kann man eindrücklich bei dem jährlich stattfindenden nationalen Vergleichswettkampf, der TFJV, sehen. Das ist ein Wettbewerb bestehend aus einem Trialwettkampf, einem Downhillrennen, einem Orientierungsrennen und einem Cross-Country-Rennen (neuerdings findet ein Sprintrennen anstelle des Orientierungsrennens statt) für die Nachwuchsklassen U13-U17. Das Außergewöhnliche ist aber eigentlich, dass es sich um einen Teamwettbewerb handelt. Es treten die französischen Regionen gegeneinander an. Jedes Jahr tritt auf Einladung der Franzosen ein Team der besten deutschen Nachwuchsfahrer an. Dabei dominieren die deutschen Biker stets die Cross-Country-Rennen in allen Klassen. In allen anderen Disziplinen sind die Deutschen meist eher mittelprächtig unterwegs. In dem Alter sind die Deutschen konditionell viel stärker als die Franzosen. Grund dafür ist dieses Wettkampfformat, was in Frankreich auch bei anderen regionalen Rennen so durchgeführt wird. Um in jungen Jahren erfolgreich zu sein, muss man vielseitig sein. Es reicht nicht, nur schnell den Berg hoch zu kommen, stattdessen benötigt ein junger Fahrer viele verschiedene Fertigkeiten, um erfolgreich zu sein. Da ist die Zeit gar nicht für ein konditionelles Training in dem Maße gegeben, wie es in Deutschland vielfach praktiziert wird.

Die technischen Fähigkeiten sind im Weltcup von Vorteil

Die Weltcups werden von Jahr zu Jahr technischer. Und gerade dies kommt den französischen Sportlern entgegen. Die multiple Ausbildung, insbesondere im Trial und im Downhill, macht sie zu den besten Abfahrern im Weltcup. Die Deutschen stellen mit Sicherheit nicht die schlechtesten Abfahrer, sind in der Breite jedoch lange nicht so stark wie die Franzosen. Hier muss man allerdings dem BDR zugutehalten, dass reagiert wurde: Seit nun ca. 10 Jahren sind ähnliche Trial- und Slalomsektionen Bestandteil der BDR-Nachwuchssichtungsserie. Trotzdem wird immer noch der Gedanke zu stark auf das Konditionelle und die individuelle Leistung gelegt.

Beispiel 3 – Wintersport in Norwegen

Wer aktuell den Wintersport verfolgt, wird einmal mehr feststellen, dass die Norweger in fast allen nordischen Sportarten eine riesige Übermacht darstellen. Insbesondere im Langlauf gibt es kaum Rennen, wo keine zwei Norweger auf dem Podest stehen. Und nicht nur im nordischen Bereich sind die Norweger dominant, auch im alpinen Bereich kommen Jahr für Jahr neue Talente ins Rampenlicht, um dann früher oder später vorne mitzumischen. Es ist sicherlich interessant, einen Blick darauf zu werfen, was sie dort so stark macht bzw. wie sich die Talente dort entwickeln.

Sehr vielfältige Ausbildung im Jugendbereich

Ähnlich dem System der Franzosen im Mountainbikebereich verfolgen die Norweger das Ziel, gerade in jungen Jahren den Wettkampfgedanken weg von den Kindern zu bekommen. Sie versuchen die Jungen und Mädchen eher mit Spaß langsam heranzuführen und schreiben ihnen ebenso wenig vor, welche Skisportart sie später ausüben sollen. So begann die sportliche Karriere eines Petter Northugs – dem wohl aktuell bekanntesten Langläufer – als Skispringer im eigenen Garten. Dieses System wird dann sogar bis in den Juniorenbereich fortgeführt, sodass es bis dahin keine Trennung zwischen Skispringern, Langläufern und nordischen Kombinierern gibt.

Konzept der Sportinternate

Schon in den normalen Schulen wird der Sport gefordert und gefördert. Für die Talente gibt es dann die Möglichkeit, auf ein Sportgynasium zu wechseln. Die gibt es zwar ebenso in Deutschland, aber gemessen an der Einwohnerzahl lange nicht so viele wie in Norwegen. In den Sportschulen wird die schulische Leistung mit dem sportlichen Werdegang kombiniert. Wer gut genug ist, hat die Aussicht dann auf ein Sportstipendium, was so viel bedeutet, dass der Sportler zum Vollprofi wird. Ole Einar Bjørndalen oder Martin Johnsrud Sundby sind beides Beispiele für diesen Weg.

Fazit

Das deutsche Nachwuchsproblem kommt nicht von ungefähr. Wer in jungen Jahren vorne mitfährt, ist oftmals zu früh “übertrainiert” und springt später vom Sport ab. Es würde Sinn machen, in den jungen Jahren den Wettkampfgedanken mehr fernzuhalten, so dass die eigentlichen Talente nicht frühzeitig aufgeben. Das Förderungssystem sollte daher etwas mehr in die Breite gehen und gleichzeitig klar in Richtung Elitebereich ausgerichtet sein. Außerdem wäre es von enormer Bedeutung, die mediale Aufmerksamkeit zu erhöhen, was sicherlich auch zu den Aufgaben von MTB-News.de gehört. Trainingstechnisch wäre es ratsam, dass für jeden Sportler kurze Wege zu guten Trainingsmöglichkeiten gegegeben sind. Erste positive Veränderungen sind zu erkennen. Helen Grobert ist die erste Athletin, die zeigt, wie es geht, in die Weltspitze vorzudringen. Die Hoffnung ist, dass ihr noch viele Talente nachfolgen und es 2020 mehrere deutsche Top-Athleten gibt.

Text & Redaktion: Gabriel Sindlinger
Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    CarvinAri

    dabei seit 01/1970

    Alumini
    Die Deutsche Sportförderung basiert zu einem großen Teil (komplett?) auf Olympiaplatzierungen. Wenn also Spitz/Fumic nur mitrollern würden, dann gäbe es noch weniger Geld/Strukturen/Unterstützung.
    Gut aber die Deutsche Sportförderung konzentriert sich auf die Landes und Nationalkader.
    Im Breitensportbereich kümmern sich Vereine, Gemeinde, Stadt, Land und als erstes natürlich die Sportler selber.
    Die Gemeinde wird keine neue Turnhalle bauen nur weil es bei Olympia im Badminton Gold gibt oder einen neuen Trail weil Fumic auf dem
    Treppchen steht.

    Außerdem missfällt mir der Gedanke das Mountainbiken nach klassichen Vereinsstrukturen zu organisieren und von Representanten zu sprechen.
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    DerAlex

    dabei seit 08/2002

    slowbeat
    Wenn jemand das Bahnhofsklo geputzt hat, fühle ich mich beim Abseilen dort wohler, als auf einem versifften Klo.
    Ob Sabine Spitz ein Rennen verliert oder gewinnt, ist nur für sie und ihre Sponsoren wichtig.
    Der gesellschaftliche Nutzen, den eine Reinigungskraft vollbringt, ist deutlich höher, als der eines Spitzensportlers.
    Recht hat er! Hand aufs Herz: Was juckt es mich mittlerweile, wenn irgendwelche Leute Weltcups, Meisterschaften etc. fahren und dort erfolgreich sind, oder eben nicht? Ob es Deutsche sind, oder eben nicht?

    Werden die Räder besser? Werden sie günstiger? Hab ich mehr Spass beim Fahren? Ist das Wetter besser?

    Vor 20-25 Jahren waren Mountainbike-Rennen vielleicht noch cool, aber welcher Radler interessiert sich für Spitzensport? Fragt mal im Wald nach dem aktuellen Weltmeister. Ihr werdet selten eine Antwort bekommen.
    Es interessiert schlicht nicht. Mountainbiken entwickelt sich immer mehr zu einer Freizeitsportart. Das kann man doch auch gut finden.
    Immerhin werden mittlerweile die Räder auf genau diese Zielgruppe hin gebaut. Die Streckbänke der 90er fand ich zwar klasse (und fahre sie teilweise noch). Aber wie mussten die meisten der Räder leiden, als sie auf Komfort umgebaut wurden. Jedesmal ein optisches Verbrechen.
    Das ist heutzutage ja nimmer nötig.

    Und, zum Zuschauen am TV finde ich Crossrennen und Rennradrennen deutlich besser. Beim Cross gibts Action und bei den Rennradlern Taktik.
    XC Moutainbike ist Auscheidungsfahren. Da bin ich schon eingeschlafen. DH? Naja, einmal im Jahr genügt.

    Noch kurz zum "Mountainbike-Verbot". Seit 1990 fahre ich MTB. Im Schwarzwald, also Baden-Württemberg.
    Man muss nicht am ersten Mai Singletrails fahren. Ansonsten juckt es keine Sau, ehrlich. Kommt halt auch darauf an, wie man seinen Mitmenschen (Wanderern) begegnet. In sozialer Interaktion sind gerade junge Fahrer halt oft ungeschickt. Viele Wanderer finden es eben nicht ganz so prickelnd, wenn man knapp vor ihnen spektakulär bremsend auf sich aufmerksam macht. Das müsste man doch schon mit wenigen Hirnzellen begreifen.
  4. benutzerbild

    Alumini

    dabei seit 04/2015

    DerAlex
    Recht hat er!
    Nein, hat er nicht. Aber aus der Ich-bezogenen Perspektive eines Freizeitradlers, der zu Leistungssport offensichtlich überhaupt keine Berührungspunkte hat, mag das so aussehen.
  5. benutzerbild

    slowbeat

    dabei seit 03/2007

    Alumini
    Nein, hat er nicht. Aber aus der Ich-bezogenen Perspektive eines Freizeitradlers, der zu Leistungssport offensichtlich überhaupt keine Berührungspunkte hat, mag das so aussehen.
    Hm, das kommentiere ich doch lieber mal.
    • jeder kommentiert aus einer subjektiven Perspektive
    • Freizeitradler sind alle, die nicht mit dem Radeln ihren Lebensunterhalt verdienen, also 99,99% der Radler und sicher auch ganz deutlich über 95% aller Radler, die Leistungssport betreiben
    • ich kenne etliche Menschen persönlich, die teils bis Mitte zwanzig Leistungssport betrieben und auch bei nationalen und internationalen Wettkämpfen angetreten sind
    Du kennst das Mittel der Übersteigerung nicht und kannst deshalb den Kern meiner Aussage nicht erfassen.
    Die Leistung, die Spitzensportler für die Gesellschaft erbringen, erklärst Du auch nicht.
    Schade.
  6. benutzerbild

    Alumini

    dabei seit 04/2015

    slowbeat
    Du kennst das Mittel der Übersteigerung nicht und kannst deshalb den Kern meiner Aussage nicht erfassen.
    Nein, das liegt nur daran, dass ich zu dumm bin.

    Die Leistung, die Spitzensportler für die Gesellschaft erbringen, erklärst Du auch nicht.
    Muss ich auch gar nicht. Die pauschale Behauptung ist so offensichtlich falsch, das reicht. Kann sich aber jedem erschließen, der bei "Gesellschaft" nicht nur an Toilettengänger denkt.

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