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Der wohlverdiente Aperol Spritz
Der wohlverdiente Aperol Spritz
AG 1389
AG 1389
AG 1673
AG 1673
Schweizer Bergpanorama von der urigen Hütte
Schweizer Bergpanorama von der urigen Hütte
Bella Italia in der schweizer Idylle
Bella Italia in der schweizer Idylle
Traumwetter ...
Traumwetter ...
... auf dem Weg zum Gipfel
... auf dem Weg zum Gipfel
Gipfelrast mit rundum Panorama
Gipfelrast mit rundum Panorama
Ladylike die Shuttlefahrt genießen - quatschen
Ladylike die Shuttlefahrt genießen - quatschen
Fahrradträger sind nicht Plusreifen-kompatibel
Fahrradträger sind nicht Plusreifen-kompatibel
Regionales Frühstück mit Ausblick
Regionales Frühstück mit Ausblick
在艾格峰脚下
在艾格峰脚下
Fahrspaß im Wald
Fahrspaß im Wald
AG 1336
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AG 1528
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AG 1534
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AG 1644
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AG 1694
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AG 1954
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AG 2165
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AG 2851
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AG 3809
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AG 4176
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AG 4434
AG 4434

Vier Frauen unterwegs auf Trails mit atemberaubendem Panorama: Die Bikerinnen Caroline Nantke und Tina Lang sind mit zwei Mitstreiterinnen in der Eiger-Mönch-Jungfrau Region unterwegs gewesen. Was die Mädels neben vielen Umziehpausen und einer Übernachtung auf einer Selbstversorger-Hütte erlebt haben, erfahrt ihr im Bericht von den Schweizer Trails.

Was für ein gelungener Tag! Müde und glücklich lassen wir uns auf der Dachterrassen-Couch nieder und prosten uns fröhlich zu. Die Abenddämmerung taucht die hochalpine Landschaft in ein goldenes Licht. 
Für einen Moment wird es ganz still – fast andächtig blicken wir auf die majestätisch wirkende Eiger Nordwand.

Der wohlverdiente Aperol Spritz
# Der wohlverdiente Aperol Spritz

Ich schaue in die Runde und lächle in mich hinein – wir sind schon eine lustige Truppe. Andrea ist ein alter Hase im Bike-Business und hat mit der Gründung einer Bike Agentur ihr Hobby zum Beruf gemacht. Annika ist bergsportbegeistert und promoviert gerade an der Uni Konstanz. Sie ist mit erst einem Jahr Bike-Erfahrung unser Neuling auf dem Mountainbike. Tina ist Vollblutbikerin, studiert in Innsbruck und ist jede freie Minute auf den Trails oder in Bikeparks unterwegs. Und dann bin da noch ich, Caroline, freie Grafikerin, Fotofahrerin und Bike-Guide.

Wir sind am First, dem zweiten Etappenziel unserer Erkundungstour durch die Jungfrau Region. Erst am Vortag trafen wir uns in Engelberg, von wo aus wir zeitsparend die ersten Höhenmeter mit der Titlis Bahn überwunden hatten, um dann von der Bergstation über den neu gebauten „Hells Bells“ Trail in Richtung Mägisalp zu starten.

AG 1389
# AG 1389
AG 1673
# AG 1673
AG 1694
# AG 1694

Nach einem flammenden Sonnenuntergang erreichten wir im letzten Licht die urige Berghütte. Dort verbrachten wir einen sehr gemütlichen Hüttenabend mit geselligem Plausch bei Kerzenschein und knisterndem Feuer im Ofen. Dazu gab es warmen Tee, leckere Pasta, Salat und guten Wein.

Schweizer Bergpanorama von der urigen Hütte
# Schweizer Bergpanorama von der urigen Hütte
Bella Italia in der schweizer Idylle
# Bella Italia in der schweizer Idylle

So ungemütlich das Wetter auch gestern noch war – es hatte zuvor geschneit und der Himmel war wolkenverhangen – so strahlend schön war der heutige Tag. Unser erstes Ziel für heute war der Gibel, an dessen Gipfel uns ein herrliches Rundum-Panorama erwartete. Nach einer Rast machten wir uns auf den Weg ins Tal. Den Wanderwegen bis zu einem kleinen Dorf folgend, bogen wir, nach einer Nerven-Klinik, daher wohl auch die Namensgebung des folgenden Trails – ohne große Erwartungen – auf einen Waldweg, den „Burnout-Trail“, ab. Als dieser uns in Meiringen wieder ausspuckte, stand uns die Freude unverkennbar ins Gesicht geschrieben. Wir waren im Flow: schnelle Turns, kleine Stufen, Wurzeln und Kuppen ließen uns vor Begeisterung jubeln.

Traumwetter ...
# Traumwetter ...
... auf dem Weg zum Gipfel
# ... auf dem Weg zum Gipfel
Gipfelrast mit rundum Panorama
# Gipfelrast mit rundum Panorama

In Meiringen gönnten wir uns eine kleine Mittagspause, bevor wir uns vom Postbus auf die Große Scheidegg chauffieren ließen. Man stelle fest: Plus-Reifen sind nicht Postbus-kompatibel! Ich musste die Luft ablassen und anschließend fleißig pumpen. Egal, wir hatten ja keine Eile. Es war erst Nachmittag und ein paar Stunden hatten wir noch Licht, um unser letztes Ziel für heute zu erreichen.

Ladylike die Shuttlefahrt genießen - quatschen
# Ladylike die Shuttlefahrt genießen - quatschen
Fahrradträger sind nicht Plusreifen-kompatibel
# Fahrradträger sind nicht Plusreifen-kompatibel

Nach der wohlverdienten heißen Dusche sitzen wir noch beim Abendessen zusammen und besprechen den nächsten Tag.

Am nächsten Morgen funkeln die Sterne noch, als wir aufbrechen und uns auf den Weg zum Bachalpsee machen. Ich trete vor die Tür und nehme einen tiefen Atemzug, die kühle Morgenluft ist frisch und klar. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Der Sonnenaufgang an dem spiegelglatten Bergsee ist atemberaubend. Die Sonne kommt glitzernd über die Bergspitzen und schickt uns ihre wärmenden Strahlen. Langsam bekommen wir Hunger, doch bis zum Frühstück haben wir noch ein Stück Weg vor uns. Und der lohnt sich, wie wir bald mit Freuden feststellen werden. Schnell sausen wir dahin, den Fahrtwind im Gesicht, hinaus aus dem kleinen Tal, über den steinigen Trail.

Hinter einer Biegung landen wir auf einer Wiese und begegnen zwei Jägern. Schuldbewusst grüßen wir und drücken uns an ihnen vorbei. Doch zu unserer Überraschung grüßen sie freundlich zurück. Erleichtert rollen wir weiter zum Berggasthaus Waldspitz, wo uns der Wirt herzlich empfängt. „Unsere Jäger“ sitzen auch schon beim morgendlichen Kaffee und nicken uns zu.

Regionales Frühstück mit Ausblick
# Regionales Frühstück mit Ausblick

Der frisch gebackene Butterzopf duftet köstlich. Dazu genießen wir frisches Brot, selbstgemachte Marmelade und Käse aus der Region. Der dampfende Tee, frisch aufgebrühter Kaffee und die herrliche Aussicht runden unser Frühstück ab. Nach der Stärkung genießen wir noch ein wenig die Sonne, dann folgen wir einem flowigen Trail nach Grindelwald. Dort werden wir von Martin vom Grindelwald Tourismus schon erwartet. Martin hatte uns angeboten, uns ein gutes Stück Richtung Kleine Scheidegg zu shutteln. Das Angebot nehmen wir gerne an, zumal wir noch eine spannende Geschichtsstunde gratis bekommen.

Wir erfahren, dass der Name «Mönch» nichts mit den Klosterbrüdern von Interlaken zu tun hat. An seinem Fuß befinden sich Alpweiden, auf welchen früher, als die Pferdezucht im Oberland noch heimisch war, Münche, also Wallache, gesömmert wurden. So hat man den über den Münchenalpen gelegenen Berg Münchenberg genannt und schließlich nur noch Münch oder Mönch. Doch die Wurzeln der Namensgebung zur Jungfrau führen uns nun doch zum Kloster Interlaken. Die Augustinerinnen besaßen an den Nordwesthängen der Jungfrau einige Alpen. Das Volk bezeichnete sie daher einfach als Jungfrauenberge.

Wir bedanken und verabschieden uns bei Martin und nehmen den letzten steilen Anstieg zur Kleinen Scheidegg. Geschichtsträchtig thronen Eiger, Mönch und Jungfrau zu unserer Linken und über dem Joch taucht die Jungfraubahn auf.

Das Jungfraujoch ist die höchstgelegene Bahnstation Europas auf 3454 m ü. M. Die Rundfahrt führt über die Kleine Scheidegg durch die berüchtigte Eiger-Nordwand – mit den beiden Aussichtsstationen im Fels – und weiter zum unterirdischen Gipfelbahnhof Jungfraujoch-Top of Europe. Im Jahr 1912 wurde die Jungfraubahn eröffnet, ein Pionierwerk unter den Bergbahnen.

Am Fuße des Eigers liegt das Hotel Bellevue des Alpes, das nun unsere Blicke auf sich zieht. Es zählt zu den wenigen noch existierenden Grandhotels des 19ten Jahrhunderts. Die ganze Szenerie erinnert an frühere Zeiten. Inmitten dieser historischen Kulisse wimmelt es von geschäftigen Asiaten, die mit Handys, Selfiesticks und Kameras scheinbar wahllos alles fotografieren, was ihnen vor die Linse kommt. Ein fast schon skurriler Anblick. Wir beobachten amüsiert das Treiben und genehmigen uns erst mal ein Eis.

在艾格峰脚下
# 在艾格峰脚下

Der letzte Teil unserer Tour führt uns von der Kleinen Scheidegg nach Wengen, über die berühmte Ski-Alpin Herren Weltcup Abfahrt – die Lauberhornabfahrt. Am sogenannten Hundschopf bleiben wir ungläubig stehen. Hier mit Ski runter? Quasi im Blindflug? Wie soll denn das gehen?

Eine Infotafel gibt Auskunft über die Schlüsselstelle:

Der Hundschopf – das eigentliche Markenzeichen der Lauberhornabfahrt. Die enge, felsige Passage erscheint als unpassierbare, nicht fahrbare Einzelstelle. Zu eng, zu steil und der Sturzraum zu kurz und zu hart. Am Hundschopf trennt sich Mut und Respekt, Risikobereitschaft und Taktik, Sprungtechnik und Linienwahl. Auf engstem Raum kommt alles zum Tragen, was von einem Abfahrer verlangt wird. Die Kurven davor sind enger als üblich, zwischen den Felsen links und dem Fangnetz rechts sind höchstens 5 Meter, die Sprungkante ist nur zu erahnen, die Linienwahl ist geprägt durch den Abschluss des Netzes und die Vorstellungskraft des Fahrers. Und danach das Bodenlose!

Zum Glück folgt unser Trail einer anderen Linie. Dem anfänglich flowigen Trail folgt ein technischer Waldtrail, der leider, zu unserem Bedauern, im unteren Teil „wanderfreundlich“ mit etlichen Holzstufen ausgebaut wurde. In Wengen angekommen, bewundern wir die pompösen historischen Hotels, nehmen noch einen Kaffee und einen warmen Zwetschgenkuchen zu uns.

Fahrspaß im Wald
# Fahrspaß im Wald

Dann machen wir uns auf zur letzten Abfahrt. Ein kleiner netter Abschlusstrail versöhnt uns mit dem Vorherigen und führt uns nach Zweilütschinen, wo schon unser Taxi nach Engelberg auf uns wartet. Wir packen unsere Sachen zusammen, verstauen die Bikes im Bus und lassen uns auf die Sitze fallen. Bald wird es still im Auto, nur das leise Gedudel des Radios ist zu hören. Müde, glücklich und überflutet von den Erlebnissen der letzten Tage hängen wir unseren Gedanken nach.

Wir sind uns einig, hier gibt es noch viel zu entdecken und wir waren sicher nicht zum letzten Mal hier …

Fazit

Nach unserer Mehr-Tages-Tour im Berner Oberland, können wir festhalten, dass diese Region einiges zu bieten hat. Die Jungfrau Region bietet nicht nur atemberaubendes Panorama vor historischer Kulisse und damit auch noch einige geschichtliche Schmankerl, sondern auch ausgesprochen abwechslungsreiches Gelände. Der Charakter der Trails wechselt von alpin, teils technisch bis flowig. Ein besonderes Highlight der Tour war sicherlich die Übernachtung in der Selbstversorger-Hütte und natürlich die Kleine Scheidegg, dort ganz nah am Fuße der imposanten Bergkette von Eiger Mönch und Jungfrau. Wer sich im Bilderbuch Panorama und auf flüssig fahrbaren Trails wohlfühlt, ist hier genau richtig.

AG 1954
# AG 1954

10 Erkenntnisse der Eiger-Mönch-Jungfrau Region

  • man ist als Biker stets willkommen – auch bei Jägern
  • Postbus-Fahrradträger sind nicht 27.5 Plus-kompatibel
  • sehr abwechslungsreiche Trails
  • spektakuläre Landschaft
  • die Lauberhornabfahrt wollen wir weder mit dem Bike, noch mit den Ski bestreiten
  • der Mönch passt auf, das der Eiger sich nicht an die Jungfrau ran macht
  • das Übernachten auf einer Selbstversorgerhütte erfordert viel Gepäck
  • bei Vitamin C-Mangel kann man sich mit Blaubeeren aufpäppeln
  • vier Mädels auf einer Tour benötigen viele Umzieh-Pausen
  • Biberli ist die beste Wegzehrung in der teuren Schweiz

Bike-Empfehlung

Wir empfehlen für die Eiger-Mönch-Jungfrau Region ein mit rund 140 mm Federweg ausgestattetes Trail-/Touren-Fully (ist das noch All-Mountain?). Eben ein tourenorientiertes Bike, mit pannensicherer Bereifung, welches sich leichtfüßig bergauf tritt und bergab viel Sicherheit vermittelt.

Foto: Adrian Greiter | Text: Caroline Nantke, Tina Lang




Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    Teguerite

    dabei seit 03/2004

    fuerstfanta
    Hallo,

    toller Bericht, tolle Fotos. Ich war schon oft in der Gegend! Mich würde eine ausführliche Routenbeschreibung interessieren! Kann man die irgendwo abrufen oder jemanden von den Autoren anschreiben um nachzufragen?
    Hier findest Du eine der genannten Frauen:
    http://www.bikeagentur.com/ (unter Kontakt)
    Allerdings sind die eher auf Hotels / Veranstalter statt direkt auf Biker/innen konzentriert.
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    fuerstfanta

    dabei seit 11/2009

    Hallo Tequerite,

    danke für den Hinweis. Ich würde die Gute dann mal Anschreiben. Vielleicht ergibt sich ja was
  4. benutzerbild

    diepowdertina

    dabei seit 06/2013

    Hallo zusammen,
    anbei eine Zusammenfassung aller relevanten Daten und GPS-Tracks für die Tour.
    Viel Spaß.
    LG
  5. benutzerbild

    trickn0l0gy

    dabei seit 02/2005

    Sehr cool, danke!
  6. benutzerbild

    fuerstfanta

    dabei seit 11/2009

    Hallo! Auch von mir ein dickes Dankeschön für die Tour-Infos!
    Viele Grüße!
    Christoph

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