An der Frage, wie teuer ein modernes Mountainbike sein darf oder sollte, scheiden sich bekanntlich die Geister. Zum Glück gibt es nach wie vor Firmen, die beweisen, dass ein gutes Fahrrad kein Vermögen kosten muss. Wir haben acht Trailbikes bis 3.000 € getestet und miteinander verglichen. In diesem Übersichtsartikel präsentieren wir alle Urteile zu den von uns getesteten Modellen und verraten euch unsere Favoriten!

Keine Frage: High End-Bikes mit Carbon-Rahmen und den edelsten Anbauteilen, die man sich vorstellen kann, sind natürlich eine tolle Sache. Nicht nur vor der Eisdiele, sondern auch auf den Trails liefern sie eine grandiose Performance. Doch diese hat auch ihren Preis: Teilweise kosten die Topmodelle mittlerweile so viel wie ein günstiger Neuwagen. Für die meisten Fahrrad-Enthusiasten, Hobby-Rennfahrer und Trail-Liebhaber sind Bikes im fünfstelligen Eurobereich ohnehin völlig unrealistisch. Faszinierend und schön anzuschauen? Klar. Aber selbst kaufen? Nein danke.

Zum Glück geht es auch anders. Wir haben für unseren großen Vergleich insgesamt acht moderne Trailbikes mit einem Preislimit von 3.000 € getestet – zu diesem Preis bekommt man bei vielen High End-Herstellern gerade einmal den Rahmen. In unserem Vergleichstest vertreten sind Modelle von Alutech, Canyon, Commençal, Cube, Ghost, Propain, Radon und Rose. Fünf der Bikes rollen auf 650b-Reifen, drei Modelle setzen hingegen auf die großen 29er-Laufräder. Vorne bieten alle Bikes in unserem Test zwischen 140 und 150 mm Federweg, lediglich das Trailbike aus dem Hause Radon kommt mit 130 mm Federweg vorne aus. Am Heck reicht die Bandbreite von 120 mm bis 150 mm. Der Rahmen am Cube Stereo 140 C:62 ist aus Carbon gefertigt – davon abgesehen setzen die Hersteller in dieser Preisregion durchgehend auf Aluminium als Rahmenmaterial. Die drei günstigsten Bikes in unserem Vergleichstest kommen aus Koblenz, Waldsassen und Bonn: Das Canyon Spectral AL 6.0 EX, das Ghost SL AMR X 5 AL und das Radon Skeen Trail 9.0 unterbieten mit einem Preis von jeweils 2.599 € das von uns gesetzte Limit deutlich.

Ein gutes Fahrrad muss nicht teuer sein!
# Ein gutes Fahrrad muss nicht teuer sein! - Auch wenn der Trend aktuell in die entgegengesetzte Richtung geht, gibt es nach wie vor Hersteller, die gute Mountainbikes zu einem fairen Preis anbieten. Wir haben 8 günstige Trailbikes bis 3.000 € getestet!

Unsere Favoriten im Vergleichstest

Die wohl wichtigste Erkenntnis unseres Trailbike-Vergleichstest lautet, dass man für teils deutlich weniger als 3.000 € heutzutage eine ganze Menge Fahrrad erhält. Gerade in dieser Kategorie merkt man sehr deutlich, welch rasante Entwicklung die Mountainbike-Industrie in den vergangenen Jahren durchgemacht hat.

Die Trails, die wir mit den Fahrrädern in unserem Vergleichstest relativ problemlos unter die Stollen nehmen konnten, wären vor einiger Zeit noch die exklusive Domäne von hochpreisigen Edel-Boliden mit deutlich mehr Federweg und deutlich höherem Gewicht gewesen. Gleichzeitig wurde in unserem Vergleichstest jedoch auch deutlich, dass die verschiedenen Hersteller teilweise eine sehr unterschiedliche Definition des Begriffs „Trailbike“ haben. Während sich beispielsweise das von uns getestete Cube Stereo 140 C:62 eher wie ein klassisches Trailbike für den sportlich-ambitionierten Mountainbiker gefahren hat, haben das Ghost SL AMR X 5 und das Propain Tyee AM insbesondere bergab selbst auf sehr ruppigen Trails geglänzt und extrem viel Sicherheit vermittelt.

Zügig bergauf, noch zügiger bergab
# Zügig bergauf, noch zügiger bergab - moderne Trailbikes sollen sich effektiv nach oben pedalieren lassen und auf dem Weg nach unten jede Menge Spaß machen.

Auch hinsichtlich der Laufräder und der Ausstattung haben sich die von uns getesteten Trailbikes teils deutlich voneinander unterschieden. Hier merkt man, dass die 29er-Modelle im Vergleich zu den 650b-Pendants etwas konservativer ausgestattet waren. Alle 29er in unserem Test kamen mit 2fach-Antrieb und entsprechend langen Kettenstreben, die nicht unbedingt förderlich für die Wendigkeit waren. Im Gegensatz dazu haben die fünf 650b-Modelle in unserem Vergleichstest konsequent auf einen 1×11-Antrieb und insgesamt etwas modernere Geometrien gesetzt.

Wirkliche Ausfälle in unserem Test? Fehlanzeige! Mit jedem Fahrrad aus unserem Vergleichstest kann man eine ganze Menge Spaß in unterschiedlichstem Gelände haben, wobei die Modelle alle verschiedene Stärken und Schwächen haben. Perfekt war keines der von uns getesteten Modelle, was allerdings auch keine Überraschung sein dürfte. Fest steht jedoch: Mit ein paar Umbau-Maßnahmen kann man aus den Trailbikes in unserem Test sehr viel Performance rauskitzeln. Unsere Tuning-Empfehlungen haben wir bei jedem Modell im jeweiligen Test beschrieben. Wichtig sind aus unserer Sicht stabile, griffige Reifen, die in der Regel ohne großen Mehraufwand auf Tubeless umgerüstet werden können. Außerdem empfehlen wir, auf einen ausreichend breiten Lenker zu achten – Kürzen geht natürlich immer.

Bis auf wenige Ausnahmen konnten alle Federelemente in unserem Test überzeugen. Hier lohnt es sich jedoch, sich mit der Materie auseinanderzusetzen und verschiedene Einstellungen auszuprobieren, um ein Gefühl für deren Auswirkungen auf dem Trail zu bekommen. Manche Modelle in unserem Test sind mit einem Zweifach-Antrieb ausgestattet. Ein moderner 1x-Antrieb bietet für die allermeisten Fälle und Situationen eine ausreichend große Bandbreite, ist dazu noch deutlich leichter, leiser und sieht sauberer aus als das Pendant mi Umwerfer – ein Umbau ist aber keineswegs Pflicht, sondern stellt eher ein langfristiges Projekt dar.

 LaufradgrößeFederweg vo.Federweg hi.Preis
Alutech ICB 2.0 Erdgeschoss650b150 mm130 mm2.999 €
Canyon Spectral AL 6.0 EX650b150 mm140 mm2.599 €
Commençal Meta Trail V4.2 Essential650b140 mm130 mm2.899 €
Cube Stereo 140 C:62 Race 2929"140 mm140 mm2.799 €
Ghost SL AMR X 5 AL650b150 mm150 mm2.599 €
Propain Tyee AM Comp650b150 mm145 mm2.999 €
Radon Skeen Trail 9.029"130 mm120 mm2.599 €
Rose Root Miller 229"140 mm140 mm2.949 €

Empfehlung Trail: Radon Skeen Trail 29

Unsere Trail-Empfehlung ist das Radon Skeen Trail 29. Zwar kommen die dünnwandigen Reifen und die verbauten DT Swiss-Laufräder in hartem Gelände relativ schnell an ihre Grenzen, sodass wir zumindest einen Tubeless-Aufbau mitsamt stabileren Reifen dringend empfehlen. Aber: Insgesamt hat das Radon gerade auf gemäßigteren Trails, bei denen sich Anstiege und Abfahrten abwechseln, eine sehr gute Figur gemacht. Im Vergleich zum Rose Root Miller, das ebenfalls auf den großen 29″-Laufrädern unterwegs ist, ist das Radon Skeen Trail 29 durch das geringere Gesamtgewicht spürbar agiler – das macht sich auch bergauf positiv bemerkbar. Zwar kann das Radon bergauf nicht ganz mit dem leichtfüßigen Cube Stereo 140 29 mithalten, glänzt dafür aber in der Abfahrt und wird vor allem Einsteigern und Fahrern, die sich nur selten in grobem Gelände bewegen, viel Freude bereiten. Mit einem Preis von 2.599 € zählt das Trailbike der Firma aus Bonn ebenfalls zu den günstigsten Modellen in unserem Test.

Das Radon Skeen Trail macht seinem Namen alle Ehre und stellt das beste Trailbike in unserem Test dar
# Das Radon Skeen Trail macht seinem Namen alle Ehre und stellt das beste Trailbike in unserem Test dar - gerade Fahrer, die in gemäßigtem Gelände unterwegs sind, werden auf dem 29er aus Bonn viel Spaß haben!

Das Radon Skeen Trail 29 überzeugt durch ein sehr direktes, verspieltes Handling und setzt den Input des Fahrers direkt um – egal, ob es bergauf oder bergab geht. Fahrer, die ein höheres Tempo an den Tag legen, werden bergab jedoch den Laufradsatz und die Reifen schnell an die Grenzen bringen. Trotzdem: das Radon Skeen Trail 29 ist ein sehr gutes Trailbike und wird nicht nur dank des starken Preis-Leistungs-Verhältnisses vielen Fahrern Freude bereiten.

Unsere Empfehlung: Trail => zum vollständigen Radon Skeen Trail 29 Test

Empfehlung Enduro: Ghost SL AMR X 27,5″

In unserem Vergleichstest haben sich in der Bergab-Wertung das Ghost SL AMR X 27,5″ und das Propain Tyee AM ein Kopf-an-Kopf-Duell geliefert. Beide Räder bieten im Downhill eine starke Performance inklusive sehr potenter Hinterbauten. Selbst in sehr ruppigem Gelände vermitteln die beide Räder enorm viel Sicherheit und fühlen sich auch auf Trails wohl, die eigentlich das Terrain von Modellen mit mehr Federweg sind. Sowohl Ghost als auch Propain haben aus unserer Sicht auf einem vergleichbar hohen Niveau agiert und sind der Konkurrenz in unserem Test um (mindestens) eine Radlänge voraus. Das Ghost SL AMR X 27,5″ bietet unserer Meinung das etwas gelungenere Gesamtpaket und ist zudem mit einem Preis von 2.599 € eines der günstigsten Modelle im Test. Für das Propain Tyee AM sprechen hingegen die vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten, die die Firma vom Bodensee anbietet.

Das Ghost SL AMR X 27,5" bietet bergab die stärkste Performance in unserem Vergleichstest
# Das Ghost SL AMR X 27,5" bietet bergab die stärkste Performance in unserem Vergleichstest - und sichert sich knapp vor dem Propain Tyee AM die Auszeichnung als Enduro-Tipp in unserem Trailbike-Test!

Das verspielte Ghost SL AMR X überzeugt in unserem Test mit einer ausgewogenen Trail-Enduro-Geometrie und einem hervorragenden Hinterbau. Mit der durchdachten, auf den Einsatzbereich abgestimmten Ausstattung sichert sich das Trailbike die Empfehlung in der Bergab-Wertung unseres Vergleichstests. Auch bergauf macht es eine gute Figur, wenngleich es nicht zu den absoluten Bergziegen im Testfeld gehört.

Unsere Empfehlung: Enduro => zum vollständigen Ghost SL AMR X 27,5 Test

Empfehlung Preis-Leistung: Canyon Spectral

Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, muss sich keines der von uns getesteten Modelle verstecken: Für teilweise deutlich unter 3.000 € bekommt man bei den Trailbikes in unserem Vergleich sehr viel Leistung geboten. Trotzdem gibt es auch hier Unterschiede und je nach Testrad sind aus unserer Sicht mal mehr, mal weniger Modifikationen notwendig. Den besten Spagat aus günstigem Preis und sehr guter Leistung bietet unserer Meinung nach das Canyon Spectral: Hier bekommt man für faire 2.599 € ein Trailbike, das praktisch ohne Modifikationen auf den allermeisten Strecken viel Spaß macht und insgesamt ein richtig guter Allrounder ist. Abgesehen vom Semi Slick-Hinterreifen, der für manche Fahrer nicht die ideale Wahl sein dürfte, haben wir an der Ausstattung des roten Gefährts aus Koblenz nichts zu meckern. Man sollte sich jedoch beim Kauf eines Modells von einem Versender darüber im Klaren sein, dass man im Fall eines Defekts von seinem örtlichen Bikeladen nicht immer den gewünscht guten Support bekommt.

Canyon bietet mit dem Spectral einen sehr guten Allrounder an
# Canyon bietet mit dem Spectral einen sehr guten Allrounder an - der dazu auch noch mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis glänzt!

Das Canyon Spectral überzeugt mit einer starken Ausstattung zum fairen Preis: Die ausgewogene Geometrie, die einen guten Kompromiss aus Verspieltheit und Laufruhe bietet, macht mächtig Spaß in der Abfahrt. Der Hinterbau bietet genügend Reserven für grobes Gelände und auch im Uphill punktet das Canyon dank angenehmer Sitzposition. Diese Eigenschaften machen das Canyon zum stärksten Allrounder in unserem Trailbike-Vergleichstest: Das Spectral ist unser Tipp Preis-Leistung!

Unsere Empfehlung: Preis-Leistung => zum vollständigen Canyon Spectral Test

Die weiteren Kandidaten im Überblick

Alutech ICB 2.0

Alutech ICB 2.0 Erdgeschoss
# Alutech ICB 2.0 Erdgeschoss - 650b, 150 / 130 mm Federweg, 2.999 €

Das Alutech ICB 2.0 ist ein agiles Trailbike, das mit einer sinnvollen Ausstattung und vielen durchdachten Detaillösungen zu überzeugen weiß. Der sensible Hinterbau sorgt für ein sicheres Gefühl auf dem Bike, kommt aber in hartem Gelände und bei schneller Fahrweise an seine Grenzen. Bergauf macht das leichte Trailbike eine gute Figur. Wer auf der Suche nach einem Rad ist, mit dem man vor allem sehr viel Spaß auf dem Trail hat und nicht unbedingt auf der Jagd nach der letzten Sekunde ist, der ist mit dem Alutech ICB 2.0 gut beraten.

=> Zum vollständigen Alutech ICB 2.0 Test

Commençal Meta Trail V4.2

Commençal Meta Trail V4.2 Essential
# Commençal Meta Trail V4.2 Essential - 650b, 140 / 130 mm Federweg, 2.899 €

Das Commençal Meta Trail V4.2 ist ein schickes Trailbike, dessen Fokus eher auf der Abfahrt liegt. Hier lässt es sich mit spielerischer Leichtigkeit um Kurven zirkeln und vermittelt gleichzeitig viel Feedback vom Untergrund. Das führt dazu, dass man sich auf dem Commençal Meta Trail V4.2 nach kurzer Eingewöhnungsphase sehr schnell fühlt, allerdings auch schnell in den Grenzbereich des schwarzen Boliden kommt. Für Leute, die auf der Suche nach einem wendigen und verspielten Trailbike sind, ist das Commençal Meta Trail V4.2 eine gute Wahl. Für unseren Geschmack könnten der Preis und das Gewicht allerdings etwas niedriger ausfallen.

=> Zum vollständigen Commençal Meta Trail V4.2 Test

Cube Stereo 140 29

Cube Stereo 140 C:62 Race 29
# Cube Stereo 140 C:62 Race 29 - 29", 140 / 140 mm Federweg, 2.799 €

Das Cube Stereo 140 29 punktet in unserem Trailbike-Vergleichstest vor allem durch den hochwertigen Carbon-Rahmen und das damit einhergehende geringe Gesamtgewicht. Das macht sich insbesondere bergauf positiv bemerkbar. Bergab gerät das Stereo trotz großer Laufräder und 140 mm Federweg schnell an seine Grenzen und vermittelt wenig Sicherheit. Dazu tragen auch der kurze Reach, die hohe Front und der schmale Lenker bei.

=> Zum vollständigen Cube Stereo 140 29 Test

Propain Tyee AM

Propain Tyee AM Comp
# Propain Tyee AM Comp - 650b, 150 / 145 mm Federweg, 2.999 €

Propain schickt mit dem Tyee AM ein Trailbike ins Rennen, das mit einer starken, abfahrtslastigen Geometrie und einem hervorragenden Hinterbau überzeugt. Das Trailbike vermittelt viel Sicherheit, gibt dafür aber nicht ganz so viel Feedback vom Untergrund und ist etwas weniger verspielt als die direkte Konkurrenz im Vergleichstest. Bergauf ist das Propain eher gemütlich unterwegs, bietet aber eine angenehme Sitzposition. Die Ausstattung ist für den Preis ordentlich. Nur die leichten Reifen und der lange Vorbau wollen nicht so recht zum Charakter des Trailbikes passen.

Zum vollständigen Propain Tyee AM Test

Rose Root Miller

Rose Root Miller 2
# Rose Root Miller 2 - 29", 140 / 140 mm Federweg, 2.949 €

Rose verspricht mit dem Root Miller einen Trailräuber – und der 29er aus Bocholt überzeugt auf dem Trail mit Laufruhe, abfahrtsorientierter Geometrie und einigen schönen Details. Die großen Laufräder und der lange Reach sorgen auf ruppigen Trails für viel Sicherheit. Das Fahrwerk gerät hier jedoch hin und wieder an seine Grenzen. Für ein Trailbike ist das Root Miller außerdem recht träge. In der Summe ist das Rose Root Miller also weder Trailräuber noch Enduromonster, aber ein durchaus gelungener 29er.

Zum vollständigen Rose Root Miller Test

Was macht ein gutes Trailbike aus?

Die Modelle in unserem Vergleichstest sollten nicht nur mit einem günstigen Preis glänzen, sondern auch auf verschiedensten Trails jede Menge Spaß machen. Die Anforderungen an ein modernes Trailbike lassen sich prinzipiell sehr einfach ausdrücken: Es soll bergauf und bergab gut funktionieren. Natürlich wird man mit einem Trailbike weder so zügig nach oben kommen wie auf einem leichtgewichtigen XC Race-Bike, noch wird man bergab so viele Reserven haben wie auf einem potenten Enduro. Aber von der entspannten Feierabendrunde über die typische Wochenend-Tagestour im deutschen Mittelgebirge bis hin zum Abenteuer in den Alpen soll ein Trailbike heutzutage so einiges mitmachen. Oder kurz: Es soll ein richtig gutes Mountainbike sein.

An dieser Stelle nehmen wir das Fazit unseres Vergleichstests vorneweg: Für weniger als 3.000 € bekommt man heutzutage eine ganze Menge Fahrrad. Gerade in dieser Kategorie merkt man sehr deutlich, welch rasante Entwicklung die Mountainbike-Industrie in den vergangenen Jahren durchgemacht hat. Die Trails, die wir mit den Fahrrädern in unserem Vergleichstest relativ problemlos unter die Stollen nehmen konnten, wären vor einiger Zeit noch die exklusive Domäne von hochpreisigen Edel-Boliden mit deutlich mehr Federweg und deutlich höherem Gewicht gewesen. Gleichzeitig wurde in unserem Vergleichstest jedoch auch deutlich, dass die verschiedenen Hersteller teilweise eine sehr unterschiedliche Definition des Begriffs „Trailbike“ haben. Während sich beispielsweise das von uns getestete Cube Stereo 140 C:62 eher wie ein klassisches Trailbike für den sportlich-ambitionierten Mountainbiker gefahren hat, haben das Ghost SL AMR X 5 und das Propain Tyee AM insbesondere bergab selbst auf sehr ruppigen Trails geglänzt und extrem viel Sicherheit vermittelt.

Zügig bergauf, noch zügiger bergab
# Zügig bergauf, noch zügiger bergab - moderne Trailbikes sollen sich effektiv nach oben pedalieren lassen und auf dem Weg nach unten jede Menge Spaß machen.

Auch hinsichtlich der Laufräder und der Ausstattung haben sich die von uns getesteten Trailbikes teils deutlich voneinander unterschieden. Hier merkt man, dass die 29er-Modelle im Vergleich zu den 650b-Pendants etwas konservativer ausgestattet waren. Alle 29er in unserem Test kamen mit 2fach-Antrieb und entsprechend langen Kettenstreben, die nicht unbedingt förderlich für die Wendigkeit waren. Im Gegensatz dazu haben die fünf 650b-Modelle in unserem Vergleichstest konsequent auf einen 1×11-Antrieb und insgesamt etwas modernere Geometrien gesetzt.

Auf den Punkt gebracht

Fassen wir den Einsatzbereich und die Anforderungen an die günstigen Trailbikes in unserem Vergleichstest noch einmal zusammen:

Die Einsatzbereiche

  • Hometrails: Dies ist definitiv das primäre Einsatzgebiet moderner Trailbikes. Zügig bergauf, noch zügiger bergab: So lässt sich die typische Fahrweise auf einem Trailbike beschreiben. Gerade auf den typischen Strecken im deutschen Mittelgebirge sind die Trailbikes mit etwa 140 mm Federweg bestens aufgehoben.
  • Renneinsatz: Der Enduro-Rennsport ist in aller Munde. Und auch wenn es hierfür eine eigene Kategorie gibt ist klar: So sehr unterscheiden sich Trailbikes von ihren großen Brüdern nicht. Für gewöhnlich bieten Trailbikes weniger Federweg und Reserven in ruppigem Gelände, sind dafür oftmals aber auch effizienter – und dadurch in nicht so anspruchsvollem Gelände mitunter sogar die schnellere Variante.
In solchem Gelände glänzen normalerweise Enduros und Downhiller
# In solchem Gelände glänzen normalerweise Enduros und Downhiller - doch auch in derart grobem Geläuf haben wir die 8 günstigen Trailbikes in unserem Vergleich getestet.

Das sollte ein Trailbike können

  • Fahrspaß: Die meisten unter uns sind vor allem auf den Spaß am Radfahren aus.
  • Agilität: Ein Trailbike sollte spritziger und verspielter als ein teilweise träges Enduro-Fahrrad sein.
  • Komfort und Sicherheit: Gleichzeitig soll ein Trailbike bergauf und bergab komfortabel sein und Sicherheit vermitteln.
  • Allround-Fähigkeiten: Ein Trailbike soll einen möglichst großen Einsatzbereich abdecken.
  • Zukunftssicherheit: Für viele stellt ein Trailbike den Einstieg in die Welt der Mountainbikes dar. Anbauteile können nach und nach gegen bessere ausgetauscht werden, der Rahmen bleibt jedoch oft. Entsprechend wichtig ist dieser an einem günstigen Trailbike.

Wie haben wir getestet?

Die acht günstigen Trailbikes in unserem Vergleichstest mussten sich eine Woche lang von drei erfahrenen Testern auf den ruppigen Strecken rund um das italienische Trail-Paradies Punta Ala beweisen. Der kleine Ort in der Toskana war unter anderem der Austragungsort der ersten Enduro World Series überhaupt und ist seit Jahren Dauergast in der italienischen Superenduro-Serie. Die naturbelassenen Trails hier sind sehr steinig und teilweise mit knackigen Gegenanstiegen gespickt.

Die günstigen Trailbikes, die uns von den Herstellern für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt wurden, sind wir nahezu unverändert auf den Strecken in Punta Ala gefahren. Abgesehen von kleineren individuellen Anpassungen wie der Lenkerhöhe, der Position der Bremsgriffe und natürlich dem Fahrwerk-Setup haben wir die Modelle in unserem Test gegenüber der Serienausstattung praktisch unverändert gelassen. Lediglich ein Umbau auf Tubeless war in Anbetracht der sehr ruppigen Strecken für uns Pflicht – eine sehr simple Umbaumaßnahme, die wir jedem Trailbike-Besitzer dringend empfehlen können.

Testerprofil Sebastian Beilmann – bitte ausklappen

Testerprofil

  • Testername: Sebastian Beilmann
  • Körpergröße: 174 cm
  • Gewicht (mit Riding-Gear): 68 kg
  • Schrittlänge: 81 cm
  • Armlänge: 63 cm
  • Oberkörperlänge: 56 cm
  • Fahrstil: Verspielt
  • Was fahre ich hauptsächlich: Trail, Enduro, Park
  • Vorlieben beim Fahrwerk: recht straff mit Progression
  • Vorlieben bei der Geometrie: relativ flacher Lenkwinkel, kurze Kettenstreben, langes Oberrohr mit kurzem Vorbau

Testerprofil Moritz Zimmermann – bitte ausklappen
  • Testername: Moritz Zimmermann
  • Körpergröße: 186 cm
  • Gewicht (fahrfertig): 93 kg
  • Fahrstil: Räder auf dem Boden, saubere Linienwahl
  • Was fahre ich hauptsächlich: Trail, Enduro
  • Vorlieben beim Fahrwerk: Relativ straff mit viel Dämpfung, Heck langsam
  • Vorlieben bei der Geometrie: Mittellanges Oberrohr und Kettenstreben, flacher Lenkwinkel
Testerprofil Fabian Lege – bitte ausklappen
  • Testername: Fabian Lege
  • Körpergröße: 196 cm
  • Gewicht (fahrfertig): 95 kg
  • Schrittlänge: 96 cm
  • Fahrstil: saubere Linie, technisch
  • Was fahre ich hauptsächlich: Enduro
  • Vorlieben beim Fahrwerk: hoch im Federweg stehend, progressiv, viel Dämpfung
  • Vorlieben bei der Geometrie: Niedrige Front, kurze Kettenstreben und steiler Sitzwinkel 
Perfekte Testbedingungen im italienischen Mountainbike-Paradies Punta Ala
# Perfekte Testbedingungen im italienischen Mountainbike-Paradies Punta Ala - hier fand unter anderem das erste Rennen der Enduro World Series statt. Die Trails sind technisch, anspruchsvoll und bieten atemberaubende Aussichten.

Weitere Informationen

Hier findest du alle weiteren Artikel unseres Trailbike-Vergleichstests 2017:

Text & Redaktion: Moritz Zimmermann | MTB-News.de 2017
Bilder: Johannes Herden

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    fone

    dabei seit 09/2003

    onkel_c
    nun ja, dass hängt vielleicht mit dem aufbau des rades einerseits und den ansprüchen/vorlieben der tester andererseits zusammen.
    man kann das bike schon sehr sportiv bewegen. sowohl in finale als auch in latsch bin ich damit im gröberen geläuf gefahren.
    mit fox fahrwerk (dämpfer angepasst) kann man es schon ordentlich stehen lassen.
    Das kann man doch mit jedem Mountainbike, das es momentan zu kaufen gibt.
  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    onkel_c

    dabei seit 01/2004

    fone
    Das kann man doch mit jedem Mountainbike, das es momentan zu kaufen gibt
    unbestritten. entscheidend ist was man daraus macht. das kommt aber einigen nicht an ...
  4. benutzerbild

    nib

    dabei seit 02/2013

    onkel_c
    unbestritten. entscheidend ist was man daraus macht. das kommt aber einigen nicht an ...
    ...bin gestern mit meiner 7.5kg ungefederten Rennfeile meinen Hometrail runtergebolzt und habe meine Bestzeit von meinem Trailbike und auch dem Enduro um 5% verbessert. Der Trail ist zwischen flowig bis technisch, Sprünge etc. Spass hat es nicht wirklich gemacht, das Material hat gelitten, aber schnell wie sau war ich erstaunlicherweise.
  5. benutzerbild

    Airshot

    dabei seit 12/2016

    525Rainer
    es ist nur ein einzig wahres trailbike auf dem foto.
    [​IMG]
    die Füße :o
  6. benutzerbild

    onkel_c

    dabei seit 01/2004

    nib
    ...bin gestern mit meiner 7.5kg ungefederten Rennfeile meinen Hometrail runtergebolzt und habe meine Bestzeit von meinem Trailbike und auch dem Enduro um 5% verbessert. Der Trail ist zwischen flowig bis technisch, Sprünge etc. Spass hat es nicht wirklich gemacht, das Material hat gelitten, aber schnell wie sau war ich erstaunlicherweise.
    ja das kenne ich. mir macht bestzeiten jagen allerdings fast immer spaß!

    deine aussage unterschreibe ich. allerdings: das icb 2.0 macht auch im enduro segment spaß. dass der hinterbau dabei etwas straffer agiert (mit dem richtigen dämpfer und der entsprechenden einstellung) tut der sache keinen abbruch, eher im gegenteil.... allerdings bewegen wir uns dabei wieder im bereich der persönlichen vorlieben.

    mir ging es nur darum aufzuzeigen, dass das icb 2.0 beileibe kein schlechtes rad ist und in dem testfeld nicht ganz so abschneidet wie das anscheinend einige erwartet hätten. der grund dafür wurde ja hinreichend erörtert. mit korrektem dämpfer und einstellung ist es ein absolut potentes trailbike! allerdings hätte man es auf 29 zoll räder stellen sollen. das wäre konsequent gewesen!

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