Im allgemeinen Kaufberatungsthread wurden jetzt das Cube Reaction Race und das ghist Asket 4 ins Rennen gebracht. Die Kosten ca 250€ mehr als das Votec, soviel vor das Focus, haben aber eine bessere Gabel und Schaltung (Cube) und Händler vor Ort. Was haltet ihr von den beiden?
Vom 2018'er Cube Reaction Race halte ich persönlich nichts. Und das aus den gleichen Gründen wie beim Cube Race One: Attraktive Ausstattung an einem für mich wenig attraktiven Rahmen. Es ist richtig, dass das Reaction Race mit der GX Eagle Antriebsgruppe den im Preisbereich wohl interessantesten Antrieb verbaut hat (1-Fach und dabei mit 500% Bandbreite). Andererseits wiegt es trotzdem mit angegebenen 12.9kg 300g mehr als das Votec. Vergleiche ich nun die Gewichte der Antriebe...
2018'er Cube Reaction Race
SRAM GX Eagle Trigger
SRAM GX Eagle Schaltwerk
SRAM GX Eagle XG-1275 Kassette
SRAM Stylo Eagle 32T Kurbel
2018'er Votec VC Comp
2x
Shimano SLX SL-M7000 Trigger
Shimano SLX FD-M7000-D Umwerfer
Shimano SLX RD-M7000 Schaltwerk
SRAM GX1000 34/22T Kurbel
SRAM PG-1130 11-42 Kassette
komme ich beim Cube auf ca. 1.5kg, beim Votec auf ca. 2.05kg. Das dürfte einen Ausblick darauf geben, wie viel schwerer das Cube ausstattungsbereinigt wirklich wäre. Dass das Cube dabei auch noch schmalere
Reifen und
Felgen als das Votec verbaut hat, ist da noch gar nicht mit eingerechnet. Was an der beim Cube verbauten Rock Shox Judy Silver TK signifikant besser als bei der Recon RL sein sollte, müsstest Du mir erklären, insbesondere im Hinblick darauf, wie sich das auf Dein Fahrprofil auswirken würde.
Beim Ghost Asket wäre überhaupt erstmal zu klären, welches genau gemeint ist. Das Ghost Asket 4 AL als 2017'er Modell gab es nur in 27.5", das 2018'er Asket 4.9 AL wäre ein 29'er. Grundsätzlich finde ich den Ansatz hinter der Asket Serie aber durchaus interessant.
Das Cube Race One habe ich als 29'er bei einer Probefahrt ebenfalls als unhandlich und wenig überzeugend empfunden, man darf dabei aber nicht vergessen, dass der Race One Rahmen schon einige Jahre auf dem Buckel hat sich gerade bei den 29'ern die Geometrie spürbar weiterentwickelt hat. Nach Deiner Probefahrt kannst Du das ja jetzt bestätigen. Das 2018'er Reaction Race sieht da auf dem Papier bedeutend besser aus, wenn das Gewicht nicht wäre.
Den Reiz eines breit bereiften 27.5 Bikes, wie das Cube Reaction TM, auf einer kurzen Probefahrt kann ich durchaus nachvollziehen, aussagekräftiger wäre der Vergleich nach einer längeren Tour. Immerhin sieht Sein Streckenprofil 75% Straße vor.
Zu den Größen: Ja, gerade wenn man von einem älteren Fully mit recht aufrechter Position kommt, mag eine etwas gestrecktere Haltung zunächst gewöhnungsbedürftig sein, oft möchte man sie später aber nicht mehr missen. Bei einem Vergleich der Geometrie der Cube Bikes erkennt man auch, wie gering die Unterschiede im Hinblick auf die Position des Fahrers zum Lenker zwischen den 16" des Reaction TM und z.B. den 17" des Race One wirklich sind. Eine etwas andere Einstellung von
Sattel und Lenker auf dem Testbike kann da einen viel größeren Unterschied machen, und ich gehe nicht davon aus, dass man das im Laden alles perfekt angepasst hat.
In jedem Fall möchte ich aber darum bitten, uns künftig dabei zu helfen, Dir zu helfen indem Du zumindest die richtigen Bezeichnungen für die Bikes raussuchst. Das Reaction TM ist ein anderes Bike als das Reaction Race, das Asket 4 ein anderes Bike als das Asket 4.9... Es kostet Zeit festzustellen, welches wohl gemeint war.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass ich teilweise den Eindruck habe, dass wir aber nicht mehr dabei sind, für das Anforderungsprofil passende Bikes vorzuschlagen, sondern uns zunehmend mit der Unsicherheit und Angst vor einem Fehlkauf beschäftigen. Dieses Risiko wird es immer geben. Das "beste" Bike gibt es - insbesondere in dieser Preislage - nicht, und selbst dann muss der Fahrer auf dem Bike ein gutes Gefühl haben, da können Meinungen aus einem Forum echte Erfahrungen auf den betreffenden Bikes nicht ersetzen. Von daher halte ich es für absolut richtig, wenn statt Fragen nach weiteren Alternativen erstmal diverse Probefahrten angegangen werden.