2-fach Schaltwerk Deore RD-M4120 -> 1x10 Antrieb möglich?

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Hallo zusammen,

ich wurstel mich aktuell auch gerade durch die Thematik 1x10-fach Antrieb durch. Konkret geht es um 36 vorn und 11-42 hinten. Im ersten Moment stach mir das preislich recht attraktive (und v.a. aktuell lieferbare) Shimano Schaltwerk Deore RD-M4120 ins Auge... Bis ich gelesen habe, dass es ausschließlich für 2-fach Kurbeln ausgelegt ist. Könnte mir das evtl. jemand technisch erklären? Ich verstehe es irgendwie nicht. "Früher" hat man doch auch irgendein Schaltwerk genommen und ist vorn 1- oder 2-fach gefahren - fertig. Zu welchen Problemen könnte es kommen!? Oder ist das nur so eine Marketingentscheidung, um die 4100er Gruppe von der 5100er und 6100er abzugrenzen...

Und noch eine ergänzende Frage: Es ist angeblich nur für ein 42er Ritzel ausgelegt. Warum kann ich kein 40er fahren? Auch so ein Kuriosum, was sich mir nicht ganz erschließt.

Über eine kurze Aufklärung wäre ich jedenfalls sehr dankbar. Vielen lieben Dank... :)
 
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Es hat anscheinend keine richtige Kupplung, von daher würde ich empfehlen eins mit nachstellbarer Kupplung zu nehmen. Auch ist es zu lang für einfach.
Warum nimmst du kein XT oder SLX, für 11fach? Die sind doch auch nicht teurer, wenn man ein wenig sucht.
 
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Okay. Ehlich gesagt habe ich leider keine Ahnung, was du mit Kupplung meinst... Den Rest kann ich nachvollziehen.
Ja, es ist bissl lang. Aber eigentlich nicht schlimm. Es soll nicht für ein High-Performance-Bike sein, sondern lediglich an einem älteren 26er MTB seinen Dienst verrichten, was ich für den Winter (günstig) aufbauen will. XT und SLX sind sicherlich auch gut. Der Preis regelt hier die Entscheidung. :p

Nur gibt´s 2 Sachen:
Zum einen irritieren mich die ständigen Limitierungen bzgl. Zähnezahl, weshalb ich etwas zögerlich beim Kauf bin. -> Das eine kann 11-46, das nächste nur 11-36, dafür 2-fach. Und das dritte wiederum kann ausschließlich 11-51. Hä? Was macht denn das für einen Unterschied, ob ich hinten 48 oder 51 Z fahre, außer dass das Schaltwerk vielleicht nicht im mega perfekten Abstand zum Ritzel steht? Oder wieso interessiert das Schaltwerk, ob ich vorn nur ein Kettenblatt fahre oder zwei? Ich könnte bei 2-fach ja genauso gut permanent nur auf einem Kettenblatt fahren - und das Schaltwerk verrichtet trotzdem seinen Dienst.

Zum anderen würde ich gern ein rel. neues Schaltwerk nehmen, weil die Federspannung hier erheblich besser ist, als bei älteren Geräten. Obwohl selbst bei meinem Canyon Commuter mit 1x10 Schaltung mir ständig die Kette runter gesprungen ist, sodass erst eine Kettenführung vorn Abhilfe geschafft hat (darauf will ich gern verzichten). Zudem mag ich die Schläge auf die Kettenstrebe nicht. Erfüllen denn die neueren Schaltwerke (auch die 2-fach Geräte) diese Eigenschaft oder muss man def. auf ein 1-fach Schaltwerk zurückgreifen!?

Ich weiß, Fragen über Fragen, aber eh man sich alles im Internet mühsam zusammen sucht, gibt´s hier vielleicht technisch Versierte, die einem eine Info geben können. ;)
 
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Zum einen irritieren mich die ständigen Limitierungen bzgl. Zähnezahl, weshalb ich etwas zögerlich beim Kauf bin. -> Das eine kann 11-46, das nächste nur 11-36, dafür 2-fach.
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Zum anderen würde ich gern ein rel. neues Schaltwerk nehmen, weil die Federspannung hier erheblich besser ist, als bei älteren Geräten. Obwohl selbst bei meinem Canyon Commuter mit 1x10 Schaltung mir ständig die Kette runter gesprungen ist, sodass erst eine Kettenführung vorn Abhilfe geschafft hat (darauf will ich gern verzichten). Zudem mag ich die Schläge auf die Kettenstrebe nicht. Erfüllen denn die neueren Schaltwerke (auch die 2-fach Geräte) diese Eigenschaft oder muss man def. auf ein 1-fach Schaltwerk zurückgreifen!?
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Bei einem Schaltwerk, das max. 36 Zähne kann, würde das obere Schaltröllchen am 46er Ritzel anstehen. Es sitzt schlichtweg zu hoch.
Zum Thema Runterspringen: Probier vorne mal ein 1-fach Kettenblatt. Da hier kein Schaltvorgang nötig ist, sind die Zähne so geformt, dass die Kette besser sitzt.
Zum Thema Schläge: Die modernen Schaltwerke habe eine Dämpfung gegen dieses Problem. Ich denke, das meinte mein Vorredner mit "Kupplung".
 
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Ja. Ohne Kupplung kein 1fach, abgesehen vom NW Blatt.
Das Schaltwerk muss so kurz wie möglich sein, sonst schlabbert es sinnlos rum.
Die Kapazität ist immer angegeben bzw. lässt sich recherchieren.
Dem Schaltwerk ist es prinzipiell egal ob der Shifter 10fach ist, du kannst auch ein 11fach nehmen.
 
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Cool. So langsam sammeln sich die Infos. Also geht auch ein 11-fach Schaltwerk - das erweitert den Suchradius schon mal etwas. Wenn die modernen Schaltwerke eine gute Dämpfung haben, klingt auch super

Ein entsprechendes Single-Kettenblatt hatte ich schon in der Planung. Kann gut sein, dass das das ursprüngliche Problem beim besagten Canyon war -> billige Kurbel + entsprechendes Kettenblatt. (Warum man so was ohne Kettenführung in Serie bringt, ist mir schleierhaft...)
Ich habe an meinem Orbea Alma Hardtail eine 1x12 Sram NX verbaut und bin extrem begeistert davon, wie sauber der Antrieb läuft. Kein Kettenschlagen, kein Abspringen der Kette etc.... Grandios.

Bzgl. der max. Zähnezahl am Ritzel: Wenn das Schaltwerk eine niedrigere Freigabe hat, verstehe ich die Nicht-Kompatibilität. Für so was gibt´s ja ein Adapter-Schaltauge, mit dem das Schaltwerk tiefer positioniert werden kann. Ich finde es nur kurios, wenn Shimano eine obere Grenze von z.B. genau 42 Z festlegt. Das würde ja bedeuten, dass das Schaltwerk mit einer Kassette mit max. 40 Z nicht funktionieren würde. Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Oder kann man das gekonnt ignorieren?
 

bastl-axel

bei der Arbeit
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Schaltwerke und Kurbeln gehören oft zu einer Gruppe und dann steht halt beim Schaltwerk 2-fach dabei.
Kannst du aber ignorieren, wichtig ist nur die angegebene Kapazität.
 
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Hallo scale 60,

der Unterschied zwischen 1x und 2x Schaltwerk ist der Offset des oberen Leitröllchens, d. h. Abstand des Röllchens von der Rotationsachse des Käfigs. Zwischen dem 4120 und dem 5100 sieht man das sehr deutlich. Bei 1x ist er größer. Wenn die Kette über die großen Ritzel läuft, ist der Käfig bei 1x immer straff nach vorn gespannt und das Leitröllchen ist dadurch weit nach unten rotiert. Dadurch kann dann die Neigung des Schaltwerkparallelogramms flacher gebaut werden und der Käfig kann kürzer sein. Bei 2x funktioniert das nicht, die Kette kann ja vorn auf dem kleinen KB laufen, dann ist das Schaltwerk nicht straff gespannt.

D.h. willst du zweifach fahren, musst du ein spezielles dafür geeignetes Schaltwerk nehmen, z. B. das 4120 oder das 5120. 1x geht auch mit 2x Schaltwerken, aber nicht so perfekt. Die max. Zähnezahl kannst du unterschreiten, also 11-40 statt 11-42 fahren. Aber viel kleiner sollte das größte Ritzel nicht sein, sonst stimmt der Leitröllchenabstand wieder nicht mehr.

Ich würde aber immer ein shadow plus, also mit Dämpfung, nehmen. Das sind Welten zu den ungedämpften Schaltwerken. Und wenn du dann schon beim 5120 bist, sollten die paar Euro für das 5100 auch noch drin sein. Du musst dann aber die Kette zwei Glieder länger lassen, um den Offset "auszutricksen", damit das Leitröllchen auf den großen Ritzeln nicht zu weit weg steht. Ideal für 11-42 wäre aber das M7000, d.h. SLX, dass ist für 11-42 besser.
 
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Einfach gesagt es geht drum das dein Schaltwerk in jeder Schaltpostion die länge der Kette ausgleichen.
Was hier gerne mal als Dämpfung bezeichnet wird Shadow plus ist einfach nur eine Federvorspannung für das Schaltwerk damit die Kette straffer sitzt und nicht so Stark schwingt.
 
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Nein, das ist beides zu einfach gedacht!
1. Das Schaltwerk gleicht nicht nur die Länge der Kette aus, es muss auch das obere Leitröllchen in einem definierten Abstand zu den Ritzeln nach links und rechts bewegen. Das ist ein kompliziertes Zusammenspiel aus Form und Schräglage des Parallelogramms (google mal "slant parallelogram", eine alte suntour Erfindung), des Offsets des oberen Schaltröllchens, der Länge des Käfigs und der Länge der Kette. Deshalb müssen ja die eagle/megarange Schaltwerke so penibel eingestellt werden.

2. Die Dämpfung ist nicht nur eine stärkere Federvorspannung. Schraub mal die Abdeckung eines shadow plus SW auf. Dahinter sitzt eine Reibungsdämpfung. Das ist eine Stahlschelle, die um die Achse des Käfigs herumgebogen ist. Mit dem Hebel auf "On" wird die Schelle stärker zusammengezogen, reibt dadurch stärker auf der Achse und verringert das Schwingen des SW. Die Federspannung hat damit nichts zu tun.
 
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