3T Exploro - Erfahrungen, Meinungen, Test und Bilder

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Nach 7.000 KM ist nun mehr Zeit für ein erstes Langzeitfeedback. Das Bike bin ich den kompletten Winter gefahren. Es war vielfach sehr schlammig. Außer die Kette zu Ölen und Gartenschlauchwäschen hat es keine Liebe in Form von Wartung erhalten.

Ich will über das Bike hinaus auch Feedback zu den sonstigen von mir genutzten Bikesachen geben.

Wir haben 2 Exploros mit ähnlicher Laufleistung in der Familie. Insoweit bezieht sich mein Feedback auf beide Bikes.

Bei 7000 KM ist jetzt die 3. Kette ans Rad gekommen und erstmalig wurde das Kettenblatt getauscht. Die Kassette wurde 1x ersetzt. Wir fahren relativ viele Höhenmeter, weshalb sich 38 vorne in der Kombi mit 10 – 42 hinten bewährt hat. Bergab ist bei ca. 45km/h – 50km/h Schluss mit Treten in dieser Kombination.

Top:

Der Rahmen hat kaum sichtbaren Verschleiß. An ein paar Stellen sind kleine Kratzer erkennbar. Das Tretlager und den unteren Teil des Unterrohrs habe ich mit Slapper Tape abgeklebt. Das halte ich bei Carbon Rahmen für dringend erforderlich, wenn man auch bergab auf losem Grund schnell unterwegs ist.

Die SRAM Force 1 Schaltung funktioniert absolut top. Einzig negativ ist zu vermerken, dass die Schaltung anfälliger für Verschmutzung ist als die Mountainbike Schaltungen. Während beim MTB auch nach Schlammbädern die Schaltung noch tadellos funktioniert, läuft die Force 1 bei starker Verschmutzung spürbar schwergängiger und gibt hörbare Geräusche von sich.

Der 3T Superergo Lenker in der Carbon Version ist in den oberen Griffpositionen sehr bequem. Er ist nicht rund, wodurch man mehr Auflagefläche für die Hände hat. Er bietet mehr Griffpositionen aufgrund seiner Form als normale Dropbar Lenker. Einzig negagtiv ist die niedrige Drop Position wie be allen Dropbar Lenkern. Ich finde keine bequeme Griffposition für eine längere Zeit. Insofern ist das nur ein subjektives Minus von mir und hat nichts mit dem Lenker selbst zu tun.

Wir fahren neben chinesischen Carbon Felgen mit DT Swiss Naben (mit den Laufrädern sind wir sehr zufrieden) auch DT Swiss CRC 1400 und DT Swiss PRC 1400 Laufräder in 700c. Beide Laufräder sind völlig unauffällig und stecken auch fiese, verblockte Strecken problemlos weg.

Bei Reifen haben wir viel probiert, alle fahren wir tubeless. Favoriten sind Pirelli Cinturato Mixed Terrain 650b x 45 und Teravail Rutland 650b x 47 für grobes Gravel. Beide Reifen sind über den Winter ca. 3000KM gelaufen. Wir hatten bei beiden Reifen keine Pannen. Den Komfortgewinn finde ich sehr groß gegenüber 700c x 40. Und trotzdem rollen sie auf Asphalt gut.

Easton EC 90 SL mit Wattmesser. Die Kurbeln hatten schon einigen Feindkontakt mit Steinen und Wurzeln und haben dies problemlos weggesteckt. Der Wattmesser funktioniert auch tadellos und muss nur alle paar Monate aufgeladen werden (per Micro USB). Gleiches gilt für die Quarq Carbon Kurbeln und den Wattmesser.

Die Shimano PD-ES600 SPD Pedale waren ein positive Überraschung. Zum einen sind sie günstig, zum anderen leicht (280 Gramm). Obwohl nur einseitig mit einem Klickmechanismus versehen, ist das beim Fahren nach kurzer Eingwewöhnung kein Problem. Auch bei grober Verschmutzung funktioniert der Mechanismus perfekt. Ein Unterschied in der Mechanik zu deutlich teureren SPD Pedalen ist nicht festzustellen. Einzig die Optik leidet sehr stark, da die Farbe der Belastung durch die Cleats verständlicherweise nicht Stand hält.

Der Selle Italia Max SLR Boost Gel Superflow ist für meine Bedürfnisse perfekt. Ich sitze auch bei längerer Fahrt sehr bequem. Beim kürzlichen Bikefitting wurde das auch beim Test mit einer Druckmatte bestätigt. Der Dammbereich ist entlastet und ich sitze gleichmäßig ohne Druckstellen. Zwischenzeitlich hatte ich auch einmal die Version ohne Gel mit Carbonstreben getestet. Diese war mir aber zu hart. Wahrscheinlich ist der Sattel ist das individuellste Teil am Rad und es hilft leider nur testen.

Als Fahrradcomputer nutze ich den Wahoo Roam. Mich hat die intuitive Bedienung überzeugt.

Zum ersten Mal habe ich mir Bibs gekauft. Santini funktionieren bei mir sehr gut (komplett schwarz ohne Branding). Auch eine Winterjacke habe ich mir bei Santini gekauft. Mit beidem bin ich zufrieden. Bekleidung kaufe ich eigentlich immer zum Discount, Black Friday oder Veepee ist ein guter Zeitpunkt bzw. Anlaufadresse. Bei Santini muss man die Größen beachten, ich brauche XL (181cm, 73KG). Helm von Lazer ist auch top, gut belüftet und leicht.

Als Winterschuhe habe ich mir die Northwave GTX gekauft. Ein sehr gute Anschaffung, da ich zum ersten Mal im Winter trockene (!) und auch warme Füße beim Radfahren hatte. Ich bin bis ca. -2 Grad gefahren, darunter nicht mehr. Leider bin ich bei Handschuhen noch nicht fündig geworden, weder für den Sommer (Thema Haltbarkeit) noch für den Winter (Wärme vs. Kontrolle).

Flop:

Die ursprünglich mitgelieferten Fulcrum Alu Laufräder passen einfach nicht zu einem hochwertigen Carbon Gravel Bike. Die Laufräder waren schwer und nur für Schwalbe Reifen schlauchlos freigegeben. Deshalb habe ich sie sehr bald in Rente geschickt. Gleiches gilt für die extrem schwere Kassette. Auch die passt nicht zur sonstigen Wertigkeit des Bikes.

Beim Kauf des Bikes konnte ich sehr günstig 650b Carbon Laufräder von 3T erwerben. Die Naben waren bei einem Laufrad leider schon nach 1.000KM und bei dem anderen nach 1.500KM hinüber und wurden durch DT Swiss 350 Naben ersetzt.

Warnen muss ich vor dem WTB Byway in 650b x 47. Im Herbst sind wir beide unabhängig voneinander mehrfach bei Nässe auf Asphalt gestürzt. Der Reifen verliert von einem Moment auf den anderen Traktion, die sich auch nicht mehr aufbaut. Es fühlte sich an wie auf Eis. Im Trockenen ist er ein sehr komfortabler Reifen auf Gravel.

Der ursprünglich am Rad verbaute 3T Apto Stealth Vorbau ist, wie weiter vorne schon beschrieben, eine Fehlkonstruktion. Aufgrund der nach innen weisenden Schrauben, kann man keinen herkömmlichen Drehmomentschlüssel für das Festziehen der Schrauben benutzen. Zudem wird der Vorbau dabei noch zerkratzt.

Beim Vorbau wollte ich Gewicht sparen und hatte mich für einen Procraft PRC (84 Gramm) entschieden. Ab dem 3. Monat hatte ich ein Knacken im Steuerrohr. Es fühlte sich an, als würde die Klemmung beim Bremsen jedes Mal etwas rutschen und beim Anfahren knackte es sehr spürbar. Nach diversen Malen des Ein-/ und Ausbaus, dem Wechsel der Klemmung und dem immerwährenden Kontrollieren aller Schrauben und deren Drehmoment, tauschte ich den Vorbau. Und siehe da, das Knacken war verschwunden. Erst in dem Moment merkte ich wie weich der Vorbau gewesen war. Der Vorbau wandert tatsächlich in den Müll.

Das von 3T verbaute Innenlager war nach ca. 3.500KM Geschichte und musste getauscht werden.

+/-

Die Kabelführung am Oberrohr finde ich persönlich nicht optimal. Die Kabel scheuern an der Stelle des Eintritts in den Rahmen und sie stören beim Befestigen von Taschen am Oberrohr.

Auch die Befestigung des Sattels finde ich verbesserungswürdig. Die Einstellungsmöglichkeit über die Verzahnungen sind bei Ersteinstellung mühselig, wenn aber einmal der richtige Winkel gefunden ist, ist diese Konstruktion genial. Aber nicht optimal sind die Befestigungsschellen, die die Sattelstreben festklemmen. Diese haben nur eine sehr geringe Auflagefläche. Damit schneiden diese in die Streben. Bei Alu- / Stahlschienen ist das wahrscheinlich ein kleineres Problem. Aber bei Carbonstreben hätte ich Bedenken. Gleiches gilt bei der Nutzung einer Satteltasche („Arschrakete“), da sich damit die Belastung auf die Streben am Sattel deutlich an der Klemmung erhöht. Wenn ich eine solche Packtasche nutzen sollte, werde ich mir die Sattelstütze des Exploro Max / Exploro Race kaufen. Die passt auch auf das Exploro und ist mit einem „normalen“ Klemmmechnanismus zur Befestigung des Sattels versehen.

Der Hang Lose Hanger ist eigentlich eine gute Idee. Denn damit ist das Gewinde nicht mehr im Carbonrahmen sondern im Schaltauge. Sofern man das Hinterrad in einem Radständer wechselt, ist das System auch einigermaßen praktisch. Aber unterwegs ist man am Fluchen, da die gesamte Schaltung dann auf dem Boden liegt und der Einbau fummelig ist.

Die integrierte Sattelklemmung hatte ich mit einer gewissen Skepsis betrachtet. Zu Beginn musste ich die Sattelstütze tatsächlich mehrfach ein- und ausbauen, da es deutlich hörbar beim Fahren geknackt hatte. Beim Einbau habe ich dann großzügig Carbonpaste benutzt. Nach ein paar Mal war das Problem behoben und obwohl ich auch später immer wieder die Sattelstütze ausgebaut habe, gab es keine Probleme mehr.

Die C21 Trickstuff Bremssättel verrichten unauffällig ihren Dienst. Da ich am MTB von den DRT so begeistert bin und die Bremsen deutlich besser sind als alles andere, was ich am MTB gefahren bin, hatte ich mich für die C21 entschieden. Sehr ehrlich muss ich sagen, dass es kaum spürbare Vorteile der C21 in Kombination mit den SRAM Force Gebern gegenüber den originalen SRAM Bremsen gibt. Als Bremsscheiben nutze ich 160mm von Formula (Monolitic Centerlock)

Bei 700c Reifen haben wir noch keine finale Meinung. Schwalbe G-One Allround läuft sehr gut auf der Straße, ist bei Nässe abseits der Straße nicht zu gebrauchen. Der Pirelli Cinturato HT ist bis x 40 ein Reifen mit sehr guten Laufeigenschaften, allerdings relativ hart. Wir haben zwischen x 25 bis x 40 verschiedene Reifen ausprobiert. Auf Gravel würde ich nicht unter x 35 fahren wollen. Im Sommer werde jetzt weitere Reifen in 700c testen.

Beim Vorbau habe ich mich für den Beast Carbon Vorbau entschieden. Er ist sehr schön gearbeitet und wunderbar schlicht. Der Grund ihn in diese Kategorie zu packen ist, dass er knochenhart ist; eigentlich auch logisch und zu erwarten bei einem Carbon Vorbau. Würde ich eine mehrtägige Tour mit groben Wegen planen, würde ich definitiv auf einen Aluvorbau umsteigen.

Bei der Dichtmilch nutze ich alle möglich Produkte (je nachdem was im Angebot ist) und alle tun das was sie sollen. Sie dichten kleine Löcher verlässlich ab. Wenn ich nachfülle, mische ich sie auch wild durcheinander. Das hat bis jetzt nie zu Problemen geführt.

Beim Felgenband habe ich entweder Tesa 4288 oder 4289 genutzt. Beide funktionieren perfekt. Das 4288 war die Empfehlung meines Laufradbauers. Das Tesa kostet nur einen Bruchteil der als Felgenband verkauften Produkte der anderen Hersteller und funktioniert perfekt.

Zwischenfazit: Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Exploro. Wir fahren es sowohl auf Asphalt als auch auf Waldwegen im Rahmen von Tagestouren. Mit 650b x47 lässt es sich flott auch auf gröberem Gravel bewegen. Für einfache Wege finde ich 700c x 35 - 700c x 40 die geeigneten Reifengrößen / -breiten. Die Geometrie ist sportlich aber dennoch auch für längere Strecken tauglich. Über Vorbaulänge, Spacer, Lenker und Sattel läßt sich die Geometrie von sehr sportlich bis tourentauglich individuell anpassen. So hat mein Sohn sein Exploro sehr sportlich "eingestellt" (keine Spacer, langer Vorbau und einen Lenker mit viel Reach), während ich über Spacer, kürzeren Vorbau und Lenker mit wenig Reach die Einstellungen mehr in Richtung "Endurance" gebracht habe.
 
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Hay,
also auch von mir nen großes DANKESCHÖN an dich & deinen ausführlichen Testbericht! Wenn du Lust & Zeit hast zu antworten.. (oder auch sonst einer der 3T-Fahrern) :
-> Könnte nen Exploro Team Force ETAP für etwa 4,5 bekommen. Kann man das dann erstmal so fahren? Also Mäntel & Laufräder werd ich sicher auch etwas spielen in der Zukunft, aber sind die Laufräder wirklich soooo großer Schrott?
-> Macht es mittlerweile Sinn eine "andere" Serie zu nehmen? Exploro race max & co? Einsatzzweck bei mir hauptsächlich Straße mit meiner Frau und ab und an Abstecher auf Schotter. Richtig Wald nehm ich's MTB und für richtig schnell das Triathlon-ZF.
Sportliche Grüße
Simon
 
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also auch von mir nen großes DANKESCHÖN an dich & deinen ausführlichen Testbericht! Wenn du Lust & Zeit hast zu antworten.. (oder auch sonst einer der 3T-Fahrern) :
-> Könnte nen Exploro Team Force ETAP für etwa 4,5 bekommen. Kann man das dann erstmal so fahren? Also Mäntel & Laufräder werd ich sicher auch etwas spielen in der Zukunft, aber sind die Laufräder wirklich soooo großer Schrott?
-> Macht es mittlerweile Sinn eine "andere" Serie zu nehmen? Exploro race max & co? Einsatzzweck bei mir hauptsächlich Straße mit meiner Frau und ab und an Abstecher auf Schotter. Richtig Wald nehm ich's MTB und für richtig schnell das Triathlon-ZF.
Sportliche Grüße
Simon
Hallo Simon,
gerne :D Ich habe versucht nicht nur die positiven Punkte herauszustellen und auch meine Alltagserfahrungen zu teilen. Apropos, wir haben gerade einen (selbstverschuldeten) Defekt (Gabel beschädigt bei Sturz) und die Service Erfahrungen sind extrem gut. Ob das ein Einzelfall ist, weiss ich nicht. Ich habe mich aber gefreut.

Zu Deinen Fragen. 4,5k für das ETAP ist ein guter Preis. Aktuell sind die Bikes eigentlich nur zum UVP zu bekommen und die Wartezeit beträgt >6 Monate. 3T ändert alle paar Monate die Ausstattung ihrer Bikes, je nachdem was gerade an Ausstattung am Markt verfügbar ist (das Problem der kleinen Hersteller). Wünschenswert wären Kurbeln aus Carbon und Lenker aus Carbon.

Die Reifen waren völlig in Ordnung (sind immer von bekannten Herstellern); die Laufräder sind auch OK, wären aber das erste, was ich ersetzen würde. Als backup (z.B. als Winterräder) sind sie gut geeignet. Wir hatten / haben sie auch im Einsatz genau für diesen Zweck.

Zu den Unterschieden zwischen Exploro Pro&Team / Exploro Race / Exploro Max. Ich habe mir die gleiche Frage gestellt und es ist meines Wissens im wesentlichen die Geometrie (und Optik & maximale Reifenbreite).

Die Geometrie des Exploro Pro / Team ist die "agressivste", d.h. am nächsten am Rennrad angelehnt. Das Race / Max hat eine Geometrie, die mehr in Richtung Endurance geht. Das klingt beim Exploro Pro / Team nach "unbequem", ist es aber keineswegs. Ich habe schon 8 Stunden fast ohne Pause auf dem Exploro Pro / Team gesessen und hatte danach keinerlei Rückenprobleme. Selbst mein Vater sitzt auf dem Exploro Pro / Team bequem und kann längere Touren fahren ohne Rückenschmerzen. Für uns beide ist das Exploro das erste Bike mit drop bar, bis dato sind wir nur mit MTBs unterwegs gewesen. Über Spacer, Sattel und Lenker kann man die Stizposition deutlich verändern.

Das Exploro Race / Max sind die gleichen Rahmen haben aber unterschiedliche Ausführungen bei den Laufrädern. Das Race wird mit "schmaleren" Felgen (optimiert für 35 - 42mm in 700c) ausgeliefert, während das Exploro Max mit breiteren ausgeliefert wird (54 - 61mm in 650b).

Das Exploro Pro /Team kann mit 24 in 700C - 54mm in 650b breiten Reifen gefahren werden.

Der Exploro Race / Max Rahmen bietet also mehr Reifenfreiheit gegenüber dem Exploro Pro / Team (weil beide Kettenstreben abfallen und nicht nur die Antriebsseite).

Der Race / Max Rahmen ist in 6 Größen statt 4 beim Pro / Team erhältlich. Und der Rahmen ist noch weiter aerodynamisch optimiert (laut Marketing :D).

Das sind aber alles theoretische Überlegungen, da ich bis jetzt das Race /Max nicht selbst gefahren bin und daher keinen direkten persönlichen Vergleich habe.

Unterschiede gibt es noch in der Befestigung der Schaltung und der Sattelstütze. Das sind aber für mich zu vernachlässigende Details.

Ich glaube es gibt insgesamt kein besser oder schlechter, es kommt einfach auf die persönlichen Vorlieben und den Einsatzzweck an.
 
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Hallo Simon,
gerne :D Ich habe versucht nicht nur die positiven Punkte herauszustellen und auch meine Alltagserfahrungen zu teilen. Apropos, wir haben gerade einen (selbstverschuldeten) Defekt (Gabel beschädigt bei Sturz) und die Service Erfahrungen sind extrem gut. Ob das ein Einzelfall ist, weiss ich nicht. Ich habe mich aber gefreut.

Zu Deinen Fragen. 4,5k für das ETAP ist ein guter Preis. Aktuell sind die Bikes eigentlich nur zum UVP zu bekommen und die Wartezeit beträgt >6 Monate. 3T ändert alle paar Monate die Ausstattung ihrer Bikes, je nachdem was gerade an Ausstattung am Markt verfügbar ist (das Problem der kleinen Hersteller). Wünschenswert wären Kurbeln aus Carbon und Lenker aus Carbon.

Die Reifen waren völlig in Ordnung (sind immer von bekannten Herstellern); die Laufräder sind auch OK, wären aber das erste, was ich ersetzen würde. Als backup (z.B. als Winterräder) sind sie gut geeignet. Wir hatten / haben sie auch im Einsatz genau für diesen Zweck.

Zu den Unterschieden zwischen Exploro Pro&Team / Exploro Race / Exploro Max. Ich habe mir die gleiche Frage gestellt und es ist meines Wissens im wesentlichen die Geometrie (und Optik & maximale Reifenbreite).

Die Geometrie des Exploro Pro / Team ist die "agressivste", d.h. am nächsten am Rennrad angelehnt. Das Race / Max hat eine Geometrie, die mehr in Richtung Endurance geht. Das klingt beim Exploro Pro / Team nach "unbequem", ist es aber keineswegs. Ich habe schon 8 Stunden fast ohne Pause auf dem Exploro Pro / Team gesessen und hatte danach keinerlei Rückenprobleme. Selbst mein Vater sitzt auf dem Exploro Pro / Team bequem und kann längere Touren fahren ohne Rückenschmerzen. Für uns beide ist das Exploro das erste Bike mit drop bar, bis dato sind wir nur mit MTBs unterwegs gewesen. Über Spacer, Sattel und Lenker kann man die Stizposition deutlich verändern.

Das Exploro Race / Max sind die gleichen Rahmen haben aber unterschiedliche Ausführungen bei den Laufrädern. Das Race wird mit "schmaleren" Felgen (optimiert für 35 - 42mm in 700c) ausgeliefert, während das Exploro Max mit breiteren ausgeliefert wird (54 - 61mm in 650b).

Das Exploro Pro /Team kann mit 24 in 700C - 54mm in 650b breiten Reifen gefahren werden.

Der Exploro Race / Max Rahmen bietet also mehr Reifenfreiheit gegenüber dem Exploro Pro / Team (weil beide Kettenstreben abfallen und nicht nur die Antriebsseite).

Der Race / Max Rahmen ist in 6 Größen statt 4 beim Pro / Team erhältlich. Und der Rahmen ist noch weiter aerodynamisch optimiert (laut Marketing :D).

Das sind aber alles theoretische Überlegungen, da ich bis jetzt das Race /Max nicht selbst gefahren bin und daher keinen direkten persönlichen Vergleich habe.

Unterschiede gibt es noch in der Befestigung der Schaltung und der Sattelstütze. Das sind aber für mich zu vernachlässigende Details.

Ich glaube es gibt insgesamt kein besser oder schlechter, es kommt einfach auf die persönlichen Vorlieben und den Einsatzzweck an.
Ich habe das umgekehrte Problem ich fahre das Race Max und habe keinen Vergleich zum Exploro.
Beim Race Max Gibt es nur einen Rahmen, je nachdem ob man 700 C oder 650 B Laufräder fährt, es ist also genauso variabel.
Im Winter lässt es sich wunderbar mit breiten Mountainbike Reifen fahren. Aktuell fahre ich circa 60-70 % Straße daher eher ein Allroad Setup mit 32mm Schwalbe Pro One tubeless. Das that up fährt sich auch auf Schotter sehr komfortabel, solange es nicht richtig ruppig wird.
Auf der Straße kannst du trotzdem super mit Rennrad Gruppen mithalten.

Bezüglich der Geometrie muss man selbst schauen was einem mehr taugt, mir als Langbeiner (85 cm Beinlänge bei 173) kommt das Racemax mit dem höheren Stack mehr entgegen.
 
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Hallo Ihr beiden,
vielen Dank für eure Anmerkungen - helfen mir auf jedenfall schonmal weiter!

Anforderung:
  • Passende (sportliche) Geometrie für (ebenfalls) einen Sitzriesen: 1,79m und 88er Schrittlänge. Damit stehe ich laut den Größenangaben zwischen M und L. Hätte mich jetzt eher fürs M mit etwas mehr Überhöhung entschieden, da ich "sportliches" sitzen ja gewöhnt bin. Blöd wär nur, wenns Rad dann zu kurz werden würde.
  • Nochmal zum Einsatzzweck: hauptsächlich Straße mit einigen Abstechern in die Wildnis. Hier wäre sowas wie nen 29er Schnitt bei 180W in etwa erstrebenswert ;) (flach, 90% Straße)
  • Leider überblicke ich die unterschiedlichen Ausführungen nicht ganz - fand aber das 3T - Team in der Force-Etap Variante für 4,5 bei der aktuellen Situation fair (Ausstellungsstück - geht aber sonst auch zu normalem Preis übern Tisch). Jetzt überlege ich natürlich dennoch, ob die anderen Ausführungen nicht doch noch besser zu mir passen würden... :(
  • Upgraden würd ich zunächst nen Powermeter und dann im Verlauf nochmal nen anderen LRS - da würd ich mal die Augen auf halten bei... Teuer ja auch zusätzlich dann nochmal die XX1 12-fach MTB-Kassette.

Vielleicht könnt ihr ja größentechnisch nochmal Tips geben und hinsichtlich des Modells.

Sportlichen Gruß und auf in ein hoffentlich schönes Wochenende
Simon Oelmann
 
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vielen Dank für eure Anmerkungen - helfen mir auf jedenfall schonmal weiter!

Anforderung:
  • Passende (sportliche) Geometrie für (ebenfalls) einen Sitzriesen: 1,79m und 88er Schrittlänge. Damit stehe ich laut den Größenangaben zwischen M und L. Hätte mich jetzt eher fürs M mit etwas mehr Überhöhung entschieden, da ich "sportliches" sitzen ja gewöhnt bin. Blöd wär nur, wenns Rad dann zu kurz werden würde.
  • Nochmal zum Einsatzzweck: hauptsächlich Straße mit einigen Abstechern in die Wildnis. Hier wäre sowas wie nen 29er Schnitt bei 180W in etwa erstrebenswert ;) (flach, 90% Straße)
  • Leider überblicke ich die unterschiedlichen Ausführungen nicht ganz - fand aber das 3T - Team in der Force-Etap Variante für 4,5 bei der aktuellen Situation fair (Ausstellungsstück - geht aber sonst auch zu normalem Preis übern Tisch). Jetzt überlege ich natürlich dennoch, ob die anderen Ausführungen nicht doch noch besser zu mir passen würden... :(
  • Upgraden würd ich zunächst nen Powermeter und dann im Verlauf nochmal nen anderen LRS - da würd ich mal die Augen auf halten bei... Teuer ja auch zusätzlich dann nochmal die XX1 12-fach MTB-Kassette.

Vielleicht könnt ihr ja größentechnisch nochmal Tips geben und hinsichtlich des Modells.

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Simon Oelmann
Hallo Simon,
eine seriöse Größenempfehlung kann ich Dir nicht geben. Dafür ist es zu individuell, bei welcher Größe Du Dich wohl fühlst. Wir drei Exploro (Team) Fahrer in der Familie sind zwischen 181 und 183 cm groß und die Beinlängen variieren zwischen 88 bis 90 cm. D.h. auch bei uns sind die Beine verhältnismäßig lang in Bezug auf die Körpergröße. Wir haben uns alle für die Größe L entschieden. Du solltest Dich auf jeden Fall auf das Bike setzen und nicht "blind" kaufen.
Wie gesagt, die Ausführungen ändern sich aktuell ständig, je nachdem welche Teile sie am Markt beziehen können. Insofern ist es aktuell unmöglich, den Überblick zu haben.
Bei Deinem Einsatzzweck (90% Straße) würde ich zum Exploro Team greifen.
Wenn Du soviel Straße fährst, warum dann eine MTB Kassette? Die große Spannbreite benötigst Du dann ja eigentlich nicht. Wenn Du vorne 40 oder 42 fährst und hinten 11 - 42 sollte das eigentlich passen
 
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Hay,
danke nochmal für die Einschätzung :) (bin grad im Urlaub - daher nur selten am Handy). Ich werde vermutlich Samstag auf dem Rückweg bei einem Händler halten und mich mal auf das Rad schwingen und probesitzen. Dann weiß ich mehr, was die Größe angeht :). Laufrad und Kassettentausch sind dann im Verlauf natürlich nochmal ne gute Option. Vielleicht auch noch nen etwas längeren Vorbau... - naja erstmal abwarten und draufsetzen :).
Habt ihr an euren Rädern dann auch nen powermeter nachgerüstet? Die kurbel soll ja „power ready“ sein für den quarq Spider?
Werde dann Sonntag berichteten.... :)

Sportlichen Gruß
Simon
 
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danke nochmal für die Einschätzung :) (bin grad im Urlaub - daher nur selten am Handy). Ich werde vermutlich Samstag auf dem Rückweg bei einem Händler halten und mich mal auf das Rad schwingen und probesitzen. Dann weiß ich mehr, was die Größe angeht :). Laufrad und Kassettentausch sind dann im Verlauf natürlich nochmal ne gute Option. Vielleicht auch noch nen etwas längeren Vorbau... - naja erstmal abwarten und draufsetzen :).
Habt ihr an euren Rädern dann auch nen powermeter nachgerüstet? Die kurbel soll ja „power ready“ sein für den quarq Spider?
Werde dann Sonntag berichteten.... :)

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Simon
Ja, Powermeter habe ich an allen Bikes. Ist sehr empfehlenswert. Wenn es eine Quarq Kurbel ist, ist es ein einfaches deren System nachzurüsten.
 
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So....

Ums kurz zu machen: Hab zugeschlagen ;). Der Händler hatte sowohl Größe "M" als auch "L" da. Größe M ist mit 8-9cm Überhöhung natürlich schon sehr sportlich und geht deutlich Richtung Rennrad-Geometrie -> aber danach war ich auch auf der Suche :). Größe "L" wäre mir auch zu lang und zu träge gewesen.
Gestern dann bei ordentlich Wind mal 100 KM abgespult. Läuft echt super, bin richtig zufrieden!

"Baustellen" sind dann jetzt aktuell:
  • Tubeless Umrüstung hat heut nicht geklappt. Denke mal ich tausche das Felgenband und hoffe, dass es dann dicht wird. Sonst wird's wohl an den Mänteln liegen - denke aber es wird das Felgenband sein (zischt halt konstant)
  • Powermeter / Spider leider aktuell nicht lieferbar, bzw. nur bei Velo-store - und da zu nem unverschämt gutem Preis. Daher bin ich irgendwie skeptisch...
  • Zeit um das Bike jetzt mal kräftig einzuweihen ;)

Vielen Dank für eure Tips :)
 
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Ums kurz zu machen: Hab zugeschlagen ;). Der Händler hatte sowohl Größe "M" als auch "L" da. Größe M ist mit 8-9cm Überhöhung natürlich schon sehr sportlich und geht deutlich Richtung Rennrad-Geometrie -> aber danach war ich auch auf der Suche :). Größe "L" wäre mir auch zu lang und zu träge gewesen.
Gestern dann bei ordentlich Wind mal 100 KM abgespult. Läuft echt super, bin richtig zufrieden!

"Baustellen" sind dann jetzt aktuell:
  • Tubeless Umrüstung hat heut nicht geklappt. Denke mal ich tausche das Felgenband und hoffe, dass es dann dicht wird. Sonst wird's wohl an den Mänteln liegen - denke aber es wird das Felgenband sein (zischt halt konstant)
Frag mal wegen des Powermeters bei Bike Superior nach. Dort habe ich vor ein paar Wochen ein Powermeter gekauft. Die sind sehr nett und hilfsbereit.

Inzwischen schaffe ich es die meisten Tubeless Reifen mit einer normalen Standpumpe aufzupumpen (das war ein langer und steiniger Weg :lol:). In Kurzform meine Erfahrungen. Spülmittel auf der Außenseite des Reifens war ein Gamechanger beim Aufziehen. Die weiter oben schon erwähnten Tesa Klebebänder sind absolut empfehlenswert als Felgenbänder. Die Reifen ziehe ich meistens ohne Dichtmilch auf und fülle die Dichtmilch dann durch das Ventil (nach erstmaligem Aufpumpen entnehme ich den Ventilkern). Bei Muc off gibt es einen kleinen Plastikschlauch, den man über die Flasche mit der Dichtmilch und das Ventil ziehen kann. Damit geht die Milch direkt in den Reifen, ohne dass etwas daneben läuft (völlig neue Erfahrung :lol:). Das Ventil ist häufig die Stelle, an der die Luft entweicht. Dazu den Reifen mehrfach schütteln und über Nacht stehen lassen. Manchmal brauchten die Reifen ein bis zwei Tage bis sie komplett dicht waren. Last but not least bin ich ein Vertreter der "viel hilft viel" Fraktion bei der Dosierung von Dichtmilch. :D
 
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Huhu,

also ich hab die Teile dann auch nach einigem hin und her tubeless bekommen..... -> Kenne das allgemeine auch ganz gut vom MTB. Bei mir waren es die Felgenbänder, die von Werk an verbaut waren... - die hab ich dann (nach Reinigung der ganzen schon eingebrachten Dichtmilch..) doppelt eingeklebt - danach zack ins Felgenbett gesprungen und dicht (gab noch 2-3 größere Löcher in den Mänteln die aber innerhalb weniger Sekunden durch die Dichtmilch verschlossen waren).

Das mit dem Spülmittel hab ich noch nicht ganz verstanden... - Schmierst du damit quasi die ganze Flanke vom Reifen ein? Ich hab dazu bislang immer mal Dichtmilch genommen, wenn die nicht so wollten wie ich -> Führte aber grade beim Reinspringen häufig zu ner mittelgroßen Sauerei....

Zwischenfazit nach knapp 500km:
  • Größe: Bin mit der Größe für mich sehr sehr zufrieden. Schön sportlich aber auch über längere Strecken bislang gut fahrbar.
  • Schaltung + Komponenten: Was soll ich sagen... Funktioniert ohne Probleme und komplett unauffällig - ich denke was Besseres kann man nicht dazu sagen. Einzig der Wechsel vom Hinterrad wie ja schon weiter oben genannt war zunächst etwas "ungewohnt", wenn man das gesamte Schaltwerk plötzlich in der Hand hält.
  • Rahmen: Für mich insgesamt ein steifer Rahmen - was mir sehr entgegen kommt, da ich eine direkte Kraftübertragung sehr mag. Man sollte es dennoch beachten, wenn man es bspw. mit nem Grail vergleicht, wo die Sattelstütze nochmal deutlich mehr Komfort bringt (hab's mit nem Kumpel verglichen)
  • Bremsen: Top + unauffällig
  • Laufräder + Mantel: Naja. Hier werd ich sicherlich demnächst was ändern.... Gefühlt rollt & beschleunigt der LRS mit dem WTB Venture wie nen Sack Nüsse... Laufräder werden wohl noch etwas warten müssen, bis ich da was passendes zu nem passenden Preis finde :) Mäntel: Werd ich wohl demnächst wechseln auf den Conti-Terra speed oder Schwalbe G-One Bite dann in 622-40 - oder ich warte bis ich den anderen LRS habe.

Insgesamt bin ich super super zufrieden :).

Sportlichen Gruß
Simon
 
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