Abitur und dann... Auf der Suche nach Englands besten Spots - ein Solo-Mountainbike-Reise-Abenteuer

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Es ist 9 Uhr und vier Minuten in Fowey, Cornwall, England, ich sitze allein in meinem Renault Trafic, höre Musik und überlege mir, wie ich das hier bloß gestalten soll. Die Scheiben sind beschlagen, da sich die Sonne noch hinter Bäumen versteckt. Noch, denke ich mir, denn die Sonne ist nicht mehr weit, sie erwärmt bereits die ganze Umgebung: Das Meer leuchtet mir von hier oben blau entgegen, die steinerne Küste und die bunten Felder kämpfen gerade noch mit dem Tau der vergangen Herbstnacht. Ich selbst, in Jacke gehüllt und im Schneidersitz sitzend, damit meine Füße nicht kalt werden, bin voller Vorfreude, denn zum ersten Mal seit Monaten werde ich endlich wieder auf mein Geländefahrrad steigen….

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Jetzt aber erst einmal von ganz vorne: ich bin Luca Daumüller, 19 Jahre alt, aus Rosenheim, Bayern. Gerade erst habe ich mein Abitur bestanden, ich liebe Mountainbiken und tue das schon seit mehreren Jahren, genauer gesagt, seit ich sechs Jahre alt war. Im Moment bin ich so frei wie noch nie zuvor! Keine Schule mehr, keine Verpflichtungen, keine Freundin, nichts, dass mich in irgendeiner Weise zurückhalten könnte. So kommt es, dass ich nun in einem zum Camper selbstausgebauten Kastenwagen sitze und diesen Text schreibe. Nach dem Abi erst mal chillen, ja, das dachte ich mir davor. Letzten Endes stellte sich heraus, dass ich weiter lernen durfte. Im Prinzip alles, was mit dem Ausbau eines Busses verbunden war, stellte sich als Neuland für mich heraus. Möbelbau, Gas, Gasanlage für den Kocher, Boden verlegen, Elektrik…. All das hatte in meinem vorherigen Leben keine große Bedeutung. Naja, in einem Schnelldurchlauf, um zeitlich gerade noch rechtzeitig loszukommen, habe ich alles nachgeholt. Zum Glück habe ich Freunde, die mir geholfen haben: Danke euch, ohne euch hätte ich das nicht geschafft! Da das Abi wegen Corona nach hinten verlegt wurde, verschob sich natürlich auch mein Abfahrtsdatum. Das ist dumm, klar, da ich im Prinzip in den Winter fahre, aber die Zeit zurückdrehen, das geht nun mal leider nicht, obwohl das wohl die meisten von uns gerade ganz gerne hätten.


Ich muss jetzt leider Schluss machen, denn zum einem will ich ja Biken gehen, vor allem aber kam gerade der Besitzer des Feldes, auf dem ich für diese Nacht geparkt habe.… „No camping“ war seine Aussage.

Alles weitere in naher Zukunft. Ich werde hier in diesem Thread weiter von meiner Reise in England und wo immer sie noch hinführen wird berichten und freue mich über Feedback jeder Art. Wer schon mal in der Gegend war und Spots und/oder Locals kennt: Her damit! Da ich alleine unterwegs bin, freue ich mich über jeden neuen Kontakt. Wer noch einen Tipp für einen coolen Stellplatz hat… ihr wisst schon 😉.

Bis dahin und liebe Grüße

Luca


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soundfreak

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Geniesen, und vor allem fit bleiben !☺🙋

Sprich du machst immer tageskringel u. kehrst zum auto zurück...? Poste doch bitte mal ein Foto vom Innenleben deines Wohn,Schlaf - u. Esszimmers ☺😉
 

texas-jim

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Ach, da plagt einen als alter Mann ein klein wenig Neid - nach dem Abi habe ich ein Jahr lang Dienst am Vaterland leisten müssen. Für ein Auto oder einen Urlaub hat es leider nicht gereicht. Und seit in diesem Jahr die Horden an Coronacampern über meine schöne Heimat hergefallen sind, Spuren aus Scheiße und Scherben hinterlassend, kann ich leider jeden verstehen, der Wildcamper von seinem Grundstück jagt.

Umso mehr freue ich mich, ab und zu hier im Bericht zu lesen!
 
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Ja schön, ein Roadtrip!
Dass die Engländer das mit ihren private properties manchmal etwas anders sehen, als wir es gewohnt sind, wirste ja merken. Aber dabei immer so entspannt und freundlich!
Radfahrenderweise war ich nur einmal in UK unterwegs, auf dem SouthwestalCoastpath in Cornwall (landschaftlich irre, aber kein flow da Wanderweg mit Treppen, Türchen, Pipapo) und im Dartmoor (für CC toll).
Viel Spaß, und ich hoffe dein Selbstbaucamper hat nicht viele Defekte unterwegs)
 
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keine Verpflichtungen, keine Freundin, nichts, dass mich in irgendeiner Weise zurückhalten könnte.
Du hast jetzt schon alles richtig gemacht. Der Rest ist nur noch Beigemüse...:daumen:

Gerne verfolge ich deine Reise. Daran wirst du dich dein ganzes Leben lang erinnern. Speziell wenn man alleine unterwegs ist, reduziert sich alles auf seine ursprüngliche Form. Finde ich gut, dass du dich dazu entschlossen hast. Ich denke, vielen fällt das sehr schwer. Schwerer als ich dachte.
Wenn ich nur an alle Hyperaktivitäten denke, die sich die Leute in der Coronazeit auferlegen. Fahrräder werden gekauft, Camper, weil man nicht ins Ausland kann (vorher aber nie was damit am Hut gehabt), Haustiere als Ersatzbefriedigung (die dann im Tierheim landen) etc. etc. Wichtig Action, bzw. Ablenkung...egal wie...

Einfach mal mit sich und seinen Gedanken allein zu sein, scheint fast unmöglich.

Planst du einen Besuch von Fort William? Das ist definitiv auf meiner to do Liste.

Beste Grüsse und gute Reise...:winken:
 
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Da les ich auch mal mit.
Waren vor 3 Jahren mit dem Dachzelt 3 Wochen in England/Schottland/Wales unterwegs.

Kann dir auf jeden Fall Glentress bzw Tweed Valley in Schotland empfehlen. Sheffield und Peak District war ganz cool.

Weiter südlich waren wir dann noch im Bikepark Wales und Forest Of Dean. Generell waren aber eigentlich sämtliche Trailcenter die wir besucht haben sehr cool.
 

Geistereiche

Wer bremst verliert!
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Hallo junger Wanderbiker - viel Glück wünsche ich dir. Du wirst schnell merken oder gemerkt haben dass sich einfach mal so irgendwo Hinstellen in England entweder mit horrenden Gebühren belegt ist oder schlicht und einfach verboten ist. Am Besten vorher versuchen eine Farm oder ähnliches anfahren und fragen ob du dich irgendwo hinstellen kannst. Das erspart dir Ärger und bringt gleich local content and contact denn der Engländer/ Waliser/ Schotte ist im Allgemeinen freundlich und hat auch immer gute Tipps auf Lager - auch was Verpflegung angeht. Ich habe speziell in Cornwall festgestellt dass es auf den engen mit Mauern begrenzten Straßen für Radler sehr schnell lebensgefährlich werden kann - deshalb rate ich zu högschder Vorsicht! Die fahren da wie die Henker. Außerdem solltest du gutes Kartenmaterial dabei haben denn aus Waliser Erfahrungen weiß ich dass viele Wege im Nirvana enden. Dennoch Snodownia sollte ein herbstlich-winterlicher Tipp sein....
 
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Kurz vorneweg: Bitte verzeiht, wenn ich nicht sofort und gleich auf Beiträge reagiere. Ich bin viel unterwegs und alle paar Tage mal in einer Bibliothek oder Internetcafé, um von dort aus mit dem Computer zu arbeiten. Ich versuche dann alle aufkommenden Fragen im Update zu beantworten.

Wenn jemand einen Tipp für einen günstigen Datentarif in UK hat, bitte schick mir eine PN. Danke! 😊



Alright: So langsam muss ich sagen, nimmt mein Solo-Mountainbike-Reise-Abendteuer Fahrt auf – auch im übertragenen Sinn. Als ich an nach 10 Stunden Reisezeit von Calais über Dover direkt und ohne Umwege in Fowey am Woody’s Bike Park ankam, erwischte ich gerade noch die letzten, gerade einpackenden Biker. Unter ihnen Martin Beck ( https://www.instagram.com/your_ride1/ ) ein Cornwall-Local, der als MTB-Guide/Trainer/Lehrer ein kleines Business aufgebaut hat. Nur Sonntags – und es war Sonntag – hilft er im Shop aus und leitet am Nachmittag den „Senders Club“, ein Jugendprogramm. Nach kurzem Austausch erklärte er sich dazu bereit mich am nächsten Tag ein bisschen herumzuführen und mir einige Spots auf der Karte zu zeigen….. Seitdem verbringe ich, soweit es das Wetter zulässt, fast jeden Tag mehrere Stunden auf dem Bike und erkunde die gefühlt endlosen Möglichkeiten der hiesigen Bikewelt. Aber dazu beim nächsten Mal mehr.

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Einer meiner lieblings Übernachtungsorte - Meer und Sonnenuntergang

England, so heißt es, sei das Land des Regens, des schlechten Wetters und des Tees mit einem Tropfen Milch, ist es nicht? Davon, muss ich sagen, spüre ich großartiger Weise kaum etwas. Natürlich gibt es hier und da den ein oder anderen Schauer, aber bisher blieb es mir erspart verdreckt und nass von meinen täglichen Ausfahrten an meinem Zuhause auf Rädern anzukommen. Leider, so wie es nun mal ist, wenn man Sport betreibt, bleibt mir eines nicht erspart: das Schwitzen. Und damit wären wir schon an einem Punkt angelangt, der nicht kriegsentscheidend, aber durchaus von Bedeutung ist: Ich habe in meinem Van nur das Nötigste, also Bett, MTB, Stauraum und eine Kochstelle – basic life halt. D.h. im Umkehrschluss auch, dass einfach mal Duschen und ein halbes Stündchen entspannt Toilette mit MTB-Zeitschrift in meiner täglichen Routine (leider) wegfallen. Anstelle dessen gibt es meist Beinkrampf beim Toilettengang und Waschlappen als Alternative zur Dusche. Öffentliche Anlagen nehme ich natürlich auch gerne in meinen Tag mit auf, soweit das eben möglich ist. Das kommt allerdings nicht all zu oft vor, denn Cornwall ist sehr ländlich. Hier gibt es viele Hügel, viel Küste und wenig größere Städte. So hat Truro, die Stadt mit dem Verwaltungssitz von Cornwall, gerade mal 19.134 Einwohner (Stand 2010, Wikipedia). Der Vorteil davon: Es ist recht entspannt, wenn es um die Suche nach einem geeigneten Nächtigungsplatz geht. Immer wieder gibt es Einbuchtungen auf kleinen, kaum befahrenen Sträßchen, die sich hervorragend zum Übernachten eignen – wenn man gut sucht, dann findet man so auch Stellplätze mit Meerblick und/oder Sonnenuntergang. So hat es sich etabliert, dass ich nach einem gemütlichen Erwachen, Frühstück und Wettercheck die Riding Location bestimme….

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Mein Zuhause - Sitzgelegenheit, Bett, Tisch und Verstaumöglichkeiten
 
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Hallo junger Wanderbiker - viel Glück wünsche ich dir. Du wirst schnell merken oder gemerkt haben dass sich einfach mal so irgendwo Hinstellen in England entweder mit horrenden Gebühren belegt ist oder schlicht und einfach verboten ist. Am Besten vorher versuchen eine Farm oder ähnliches anfahren und fragen ob du dich irgendwo hinstellen kannst. Das erspart dir Ärger und bringt gleich local content and contact denn der Engländer/ Waliser/ Schotte ist im Allgemeinen freundlich und hat auch immer gute Tipps auf Lager - auch was Verpflegung angeht. Ich habe speziell in Cornwall festgestellt dass es auf den engen mit Mauern begrenzten Straßen für Radler sehr schnell lebensgefährlich werden kann - deshalb rate ich zu högschder Vorsicht! Die fahren da wie die Henker. Außerdem solltest du gutes Kartenmaterial dabei haben denn aus Waliser Erfahrungen weiß ich dass viele Wege im Nirvana enden. Dennoch Snodownia sollte ein herbstlich-winterlicher Tipp sein....
Das mit Lebensgefahr kann ich nur unterschreiben! Ich habe oft das Gefühl, dass die kleinen Straßen als Rennstrecke genutzt werden.... kein Wunder, dass Lewis Hamilton gerade die F1 dominiert ;)
 
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Mega cool. Ich hab auch einen Bulli und mache damit Roadtrips (mittlerweile mit Freundin und Hund, so viel verändert sich aber da bei der passenden Dame (oder dem passenden Herren) auch nicht).
England fand ich einen der schönsten Roadtrip-Orte, weil die Briten einfach so herzliche Menschen sind, die einem quasi immer gerne helfen. Wir durften eig. überall wild übernachten, nachdem wir jegliche Menschen, die vor Ort waren, nett gefragt haben. Dann hat man 15 Minuten lang über Gott und die Welt geredet und dann war alles in Ordnung. :)

Ich würde halt die nördlichen Regionen (Schottland und die höheren Berge in Wales) erstmal bereisen, in Cornwall etc. kannst du auch im Dezember noch gut fahren und campen. Da ist es immer warm genug :)

Jedenfalls viel Spaß und bleib heil beim biken!
 
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Der Cornwall-Coastal-Path eignet sich sehr gut für Ein- oder Mehrtagestouren. Es geht rauf und runter, auch Schiebe- und Tragepassagen sind dabei, mancherlei Treppen, aber immer mit dem Blick aufs Meer, bin den mal vor ein paar Jahren von Tintagel aus nach Süden gefahren.
 

luchslistig

Wadenbeißer
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Remscheid
da bin ich dabei, das wird prihimah... :D

Ich kann dir auch erst mal nur Schottland empfehlen, da war ich selber vor einigen Jahren mit nem Wohnmobil.
Nur halt ohne Rad. Aber alleine der Landschaft wegen kann ich es nur empfehlen.
Plane gerade selber wieder ein WoMo zu beschaffen und auf Tour zu gehen, und da ist Schottland auf jeden Fall wieder drin...

Gut gemeinter Tipp für Deine Berichterstattung:
Genau wie beim Reisen mal einen Stopp einzulegen, wäre ein Absatz in den Texten sehr angenehm :D

Ansonsten frohes Reisen, schönes Biken und eine gesunde Wiederkehr :daumen:
 
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Ganz genau! Ich bin oft nur ein paar Stunden unterwegs. Allein wegen des wechselnden Wetters sind drei bis vier Stunden schon ziemlich gut. Die gelegentliche Gutwetterzeit, die man hier hat, muss man nutzen. ;)
 
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Gerade ist scheußliches Wetter. Es regnet, windet und ist nicht besonders warm. In solchen Momenten stelle ich mir durchaus die Frage: Warum nochmal wollte ich das ganze hier alleine machen? Mir war klar, dass es zu solchen Situationen kommen würde, aber das zu wissen, macht es auch nicht besser, wenn man es erlebt. Deshalb möchte ich jetzt über das schreiben, was mein Bericht im MTB-News-Forum erscheinen lässt: das Mountainbiken hier in Cornwall.

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War auch mal schöner

Wie ich bereits schon erwähnte, ist Cornwall sehr ländlich. Hier schmiegt sich ein Hügel and den Nächsten, gemustert von rechteckigen, durch überwachsene Steinmauern abgetrennten Feldern. Der Höhenunterschied beträgt maximal 150 hm, kurvige und enge Straßen verbinden die kleinen Dörfer, nur selten lässt sich mal ein weitläufiger Wald, eine Autobahn oder eine belebtere Stadt auffinden. All das hängt stark damit zusammen, wie hier geländegeradelt wird, denn das Gelände zwingt die Menschen zu ganz anderen Kreationen, wie wir sie in der Alpenregion gewöhnt sind.

Bei uns geht es häufig darum, möglichst viele Höhenmeter auf für Wanderer angelegten Wegen abzufahren. Auch in den extra für Biker angelegten Bikeparks stehen oft die überwunden Höhenmeter im Vordergrund – es kommt gerne mal vor, dass man mehrere tausend Höhenmeter an einem einzigen Tag abfährt. In Cornwall hingegen ist das allein aufgrund des Geländes schon ausgeschlossen. Trotzdem findet man hier erstaunlich viel „Trailfahrzeit“ für den vorhandenen Höhenunterschied. Das hängt wohl damit zusammen, dass ich hier noch keinen einzigen Weg gefahren bin, der nicht von Mountainbikern für Mountainbiker angelegt wurde. Sei es nun in einem Bike Park, wie dem Woody’s Bike Park (https://www.woodysbikepark.com/), oder in Gebieten, in welchen Locals schon seit Jahrzehnten ihrer Kreativität freien Lauf gelassen haben und immer noch lassen. In Gebieten, wie dem Poldice Valley (https://www.trailforks.com/region/poldice-valley/) oder in den Unity Woods gibt es sooo viele Möglichkeiten, sich mit dem Bike auszuleben, dass ich anfangs komplett überfordert war, was ich denn jetzt für eine Abzweigung nehmen oder welchen Weg ich fahren soll. Nicht nur spaßige Kurven oder Flowlines lassen sich dort finden, auch sehr viele, zum Teil knallharte Jumplines mit Roadgaps, Drops und vielen Variationsmöglichkeiten sind dort an der Tagesordnung. Als „begnadeter Springer“ 😉 geht mir da natürlich das Herz auf! Wen es interessiert: Auf Instagram habe ich dazu bereits einige Videos hochgeladen (https://www.instagram.com/luca.downmiller/).

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Das Wetter ist in ständigem Wechsel - mal ergibt sich ein schönes Wolkenspiel, mal wird man fast blind durch den starken Kontrast

Da gerade das so bekannte „english weather“ voll über mich hereinbricht und all meine Klamotten verdreckt sind, werde ich nun zum ersten Mal auf eine Nacht in meinem Haus auf Rädern verzichten und surfen gehen – couchsurfen.

Lg und ein frohes Wochenende
Luca
 
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Wie war denn das Couchsurfen? Irgend welche besonderen ‘Pandemie-Erfahrungen!? Ich könnte mir vorstellen, dass die Bereitschaft zur Beherbergung von Fremden im Moment nicht ganz so ausgeprägt ist ... ?

Ich drücke die Daumen für die weitere Reise und freue mich auf weitere Berichte! 👍
 
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Wie war denn das Couchsurfen? Irgend welche besonderen ‘Pandemie-Erfahrungen!? Ich könnte mir vorstellen, dass die Bereitschaft zur Beherbergung von Fremden im Moment nicht ganz so ausgeprägt ist ... ?

Ich drücke die Daumen für die weitere Reise und freue mich auf weitere Berichte! 👍
Tatsächlich hatte ich sehr Glück mit meinem Host! Er war sehr aufgeschlossen und wollte trotz Corona Leute beherbergen. Ansonsten ist es hier in Cornwall coronatechnisch recht angenehm - da sehr ländlich. Aber in anderen Teilen Englands gibt es bereits regionale Lockdowns. Ich hoffe, das wird mich in Zukunft nicht betreffen..
 
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So, endlich. Es ist seit dem letzten Blogeintrag schon eine ganze Woche vergangen und währenddessen ist viel passiert – von Freude zu ernsthaftem Selbstzweifel war alles dabei.

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MTB-Action aus dem Poldice Valley

Vorerst aber etwas, wobei ihr mit unbedingt helfen könnt: Kennt ihr schmackhafte Gerichte abseits von Nudeln mit Tomatensoße, die man auf zwei Herdplatten mit einem großen und einem mittleren Topf kochen kann? – so langsam gehen mir die Ideen aus, hoffentlich seid ihr etwas kreativer als ich 😉.


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Küstenaction

Wie bereits beim letzten Eintrag erwähnt, hatte ich mich für zwei Nächte bei einem Couchsurfinghost einquartiert, um endlich mal mich und meine Klamotten waschen zu können. Ich entschied mich dafür, da ich mich in ein, im Voraus gefürchtetes, Worstcase-Szenario manövriert hatte: Bei einer meiner MTB-Ausfahrten fing es an zu regnen, es kam dadurch zu einer Schlammschlacht und ich endete verdreckt und pitschnass vor meinem Van. Kein Problem, hätte es dann auch aufgehört zu regnen, tat es aber nicht – ich bin ja in England ...

Ohne eine Trockenmöglichkeit und ohne Dusche fühlte ich mich gezwungen eine Alternative zu meinem heißgeliebten Van zu suchen. So landete ich bei einem sehr netten 52-jährigen Witwer und seinen zwei jüngsten Kindern in Plymouth und war heilfroh über die Möglichkeit zu trocknen, zu waschen und zu duschen. Danke für die Unterkunft und die gemeinsame Zeit!

Anschließend ging es für mich weiter nach Exeter, um dort einen Freund zu treffen, den ich vor zwei Jahren bei einer Party in Kroatien kennengelernt und den ich seitdem nicht mehr gesehen hatte. Wie unglaublich froh war ich, dass ich mal wieder unter Menschen sein konnte, die ich wenigstens ein bisschen kannte, mit denen ich über Belangloses lachen und einfach dumme Witze machen konnte!

Umso härter traf mich dafür das Gefühl des Alleinseins, als ich wieder in meinen Van einzog und zurück Richtung Cornwall fuhr. Ich dachte „wer ist so dumm und fährt mit 19 allein in der Gegend herum, sowas machen doch 50-jährige, die genug von ihrem immer gleichen Leben haben“ oder stellte mir Fragen wie: „War es das wirklich wert?“, „Wieso alleine? – ohne Freunde?“. So verbrachte ich mehrere Tage mit diesem negativen Deckel im Kopf, der das meiste Positive um mich herum verdeckte. Ich wurde immer genervter, aber nicht von der Umwelt und dem Leben, das ich führte, sondern von mir und meinen dummen herunterziehenden Gedanken. Entschlossen, diese Spirale zu beenden, wachte ich dann am Freitag auf und wusste bereits, dass es ein guter Tag werden würde. So kam es dazu, dass ich bei langersehntem Sonnenschein das Innendach – hätte ich eigentlich schon vor Abfahrt in Deutschland machen sollen – meines Busses putzte, eine spontane MTB-Ausfahrt mit Martin absolvierte und endlich wieder Duschen konnte. Unglaublich, dieses Gefühl von Erschöpfung nach dem Biken gepaart mit dem warmen Wasser aus dem Duschhahn! Ich war und bin gerade einfach nur glücklich über meine Entscheidungen, über mein Leben an sich und freue mich über die wunderbare Umgebung, in der ich diesen Text schreiben darf: Neben meinem Computer, der durch umgewandelte Sonnenenergie gespeist wird, steht auf meinem Tisch eine Tasse mit wärmendem Ginseng Matcha Green Tea. Richte ich meinen Blick vom Bildschirm etwas nach oben, so strahlt mir der Strand von Porthtowan und das blau-türkise Meer dahinter entgegen.

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Ich, wenn nicht auf dem Bike


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Ich, wenn auf dem Bike - auf mehr Action wie diese...

Nächste Woche soll es zum Black Mountains Cycle Centre gehen (https://blackmountainscyclecentre.com/) – ich freue mich schon sehr, da dieser Park einer der Gründe ist, warum ich in England bin… Allerdings hängt dieser Plan von Corona und der Regierung ab, die am Montag höchstwahrscheinlich neue Maßnahmen ankündigen werden – wünscht mir Glück!

Lg

Luca
 
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