Albstadt Bike Marathon

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Neues Jahr, neues Glück? Für mich 1. Mal ABM und 1. Marathon überhaupt - bin schon ganz nervös :oops: Die Diskussionen hier haben mir aber wenigstens die Fragen im Vorfeld beantwortet :daumen:

Vielleicht sind einige der Wiederholungstäter ja wieder am Start!?
 
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Bin kein Wiederholungstäter, dieses Jahr zum allerersten Mal in Albstadt. Bei organisatorischen Fragen (Parken,Einfahren etc.) kann ich vielleicht noch helfen,da in Albstadt aufgewachsen.

Edit: Auch nervös. Bei mir geht's aufgrund der schlechten Form nur ums Ziel sehen 😉
 
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Auch wieder am Start, mein Startplatz von 2020 😅
Nach einem verkorksten Saisonanfang (mehrere Monate krankheitsbedingt Trainingsfrei) wird es dieses Jahr wohl nichts mit dem selbstgesteckten Ziel die 3:30 zu knacken (letztes Mal waren es 3:36). Nächstes Jahr wird alles besser 😂
 
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Ich hab mich mit 4:30 h angemeldet und hoffe, dass die Form mit der eigenen Selbstüberschätzung mithalten kann. Probe mit halber KM- und HM-Zahl verlief eigentlich vielversprechend, aber was weiß ich... :anbet:
  • Tipps wo man sich einrollen kann (auch mit Steigung), nehme ich gerne!
  • Parken sollte doch eigentlich klappen - bin doch dank Bike mobil vor Ort!? Wann peilt ihr an dort zu sein?
  • Für meinen Begleittroß wäre vielleicht noch interessant, wie man am unkompliziertesten mit dem Auto zum Bergspringt kommt. Hab mir die ganzen Straßensperrungen noch nicht angeschaut und kenne mich in den Teilorten und dazwischen auch nicht wirklich aus. Werde vermutlich über Bitz oder Tailfingen anfahren.
  • und wie läuft das denn unterwegs: kommuniziert ihr da mit euren MitradlerInnen, wenn ihr in ner guten Gruppe seid / überholen wollt, es aber eng ist / sonstige Ansagen, etc. Oder macht sowieso jeder sein Ding?
 
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Bitzer Steige ist gut zum Einrollen, allerdings komme ich immer mehr davon ab, weil jeder Km Rumfahren auch Tagesenergie kostet, und gerade auf der zehrenden Albstadtpiste braucht man ne Menge davon. Dann lieber etwas gemütlicher starten.
 
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Ich stelle die Tage mal einen Screenshot oder GPX-Datei mit einer flachen Einrollstrecke hier rein, die von Ebingen aus nach Truchtelfingen führt und die man um mehr oder weniger lange Anstiege erweitern könnte. Wäre alles Straße und teilweise auf dem ersten Marathon-Streckenabschnitt. Fürs flach einrollen können wir uns ggf. verabreden. Bei Interesse gerne PM schreiben.
 
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  • Für meinen Begleittroß wäre vielleicht noch interessant, wie man am unkompliziertesten mit dem Auto zum Bergspringt kommt. Hab mir die ganzen Straßensperrungen noch nicht angeschaut und kenne mich in den Teilorten und dazwischen auch nicht wirklich aus. Werde vermutlich über Bitz oder Tailfingen anfahren.
  • und wie läuft das denn unterwegs: kommuniziert ihr da mit euren MitradlerInnen, wenn ihr in ner guten Gruppe seid / überholen wollt, es aber eng ist / sonstige Ansagen, etc. Oder macht sowieso jeder sein Ding?
Die Frage ist, wohin kommt dein Begleittroß? Wenn der auch zum Start an der Mazmannhalle ist, ist es recht easy: Einfach auf der Hauptstraße durch den "Talgang" Richtung Norden durch Tailfingen und Onstmettingen druch. (Google Maps Route) Kurz nach Onstmettingen ist an der alten Skischanze die Sprintwertung und da gibts auch extra Parkplätze. Siehe entsprechend "Hot Spot 1" auf der Hot Spot Seite vom ABM

Bzgl. Kommunikation: Da gibts solche und solche. Überholen wird i.d.R. durch ein kurzes "links" oder "rechts" angekündigt, je nachdem wo du vorbei willst. Gibt auch Leute die sich gemütlich nebeneinander fahrend unterhalten, mir fehlt im Rennen für solche Unterhaltungen aber i.d.R. die Luft :D
 
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Im Anhang mein Vorschlag für eine Einrollrunde ab Mazmannhalle. Man kann die auch so abkürzen, dass es fast komplett flach bleibt.
 

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  • Einrollrunde_Albstadt_MTB_Marathon_2022.gpx
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Die Änderungen der Strecken sind jetzt auch bei den GPX-Downloads berücksichtigt,
siehe
 
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Hallo zusammen,

leider muss ich alleine anreisen.

Kann man sein Bike zur Startnummernausgabe mitnehmen? Sonst muss ich es auf dem Dach abschließen und hinlaufen, falls es keinen Parkplatz gibt.

Habe eine längere Anreise, zieht ihr dabei die Radhose schon auf der Anreise an oder vor Ort?

Grüße
 
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Schön (und anstrengend) wars! :) Ich bin mit meinen 4:25 h super zufrieden und es lief, bis auf 2x Kette runter, wirklich besser als erwartet. Auf den Abfahrten hab ich mich zwar wie auf rohen Eiern gefühlt (Schotter und Kurven in Kombi sind nicht so meins mit XC Reifen), aber dafür konnte ich die letzten 30 Minuten nochmal richtig Gas geben und einige Plätze gut machen. Gefühlt war ich auf der zweiten Hälfte sowieso für meine Verhältnisse überraschend stark unterwegs...
Bin Ende 4000er Block gestartet und hatte bis zur Bitzer Steige etwas Hektik wegen wenig Platz und langsameren Fahrern, aber ab dann lief es flüßig durch. Total überrascht hat mich hinterher mein Puls: 171 im Schnitt und 75 % zwischen 160 und 180 - hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich das über nen längeren Zeitraum durchhalte! Erfreuliche Erkenntnis ;)

Kleinere Anekdoten:
  • die 1-2 etwas ruppigeren Downhills aufm Tandem finde ich mutig. Kommentar der hinteren Fahrerin: "Er hat das vorne im Griff und ich seh hinten nichts, nur so funktionierts"
  • hab ganz schnell meine Wahoo-Navigation ausgemacht, nachdem ich selbst gemerkt habe wie nervig das Gepiepse der anderen bereits ist
  • die Vielfalt an Radlern und ihren Bikes - da könnte ich nen Abend lang drüber philosophieren! trotz Tendenz in Richtung >5.000 Euro Bikes, Verwissenschaftlichung des Trainings und sonstigen Schnick-Schnack-Trends musste ich feststellen, dass es ein doch sehr integrativer Sport ist, den eigentlich jeder machen und Spaß dabei haben kann.
  • Schürfwunden und krampfende Radler (mit samt Bike in der Verpflegungsstation umgekippt :D) gab es doch einige
  • Kommunikation unter den Fahrern ist sicherlich ausbaufähig: die meisten sind fast schon erschrocken, wenn ich mein Überholen vorher angekündigt habe

Was dabei wirklich zu erwähnen ist: Ich fand die Orga drum rum und insbesondere die Stimmung an der Strecke der Hammer! Wie jeder Teilort und jede Nachbarschaft ein Fest daraus macht die Fahrer anzufeuern, ist wirklich toll. Und die Verpflegungsstationen, Streckenposten und Sanis (was ich so am Rand gesehen habe), haben ihren Job 1a gemacht. Toilettensituation vor Start war hingegen bescheiden :/

Wie erging es euch? Und wie sehen es die alten Hasen im Vergleich zu früher? Was habt ihr so an besonderen Geschichten entlang der Strecke mitbekommen? Gibt es irgendwo Blogs/Berichte aus Jedermannsperspektive?
 
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Hier wäre so ein alter Hase (seit 2001 fast immer), kann aber nix dazu sagen, da wegen Zeitmangel, Stress und ständigen Infekten dieses Jahr nicht am Start gewesen.
 
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War dieses Jahr zum ersten Mal dabei 😀👍 super organisiert. Strecke leicht zu fahren, xc für Jedermann. Mein Startblock war E. Nächstes Jahr bin ich sicherlich wieder dabei. Bin gespannt wann die Bilder online sind.... Viele Grüße Sebastian
 
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Ich war zum ersten Mal dabei und war schwer begeistert. Die Zuschauer sind schon der Wahnsinn, wobei ich erst beim Schneiden des Videos so richtig gesehen habe, wo da überall Zuschauer standen ;-) Mich würde aber auch mal der Vergleich mit früheren Jahren interessieren. Es waren ja heuer deutlich weniger Starter als sonst, hat sich das auch auf die Zahl der Zuschauer ausgewirkt? Ist schon krass, wie die Teilnehmerzahlen runtergegangen sind in letzter Zeit, selbst bei so beliebten Events wie Albstadt.

Ich hatte erst die Befürchtung dass ich als Ersttäter von ganz hinten starten muss, aber zum Glück wurde das, was man bei der Anmeldung angegeben hatte, berücksichtigt und ich konnte im zweiten Block starten. Es lief super, die Zeit war dann am Ende sogar etwas besser als erwartet. Ein paar von den Schotterabfahrten fand ich aber auch ziemlich rutschig.

Mein Video vom Rennen gibt's hier:

Gruss
Sven
 
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Schön (und anstrengend) wars! :) Ich bin mit meinen 4:25 h super zufrieden und es lief, bis auf 2x Kette runter, wirklich besser als erwartet. Auf den Abfahrten hab ich mich zwar wie auf rohen Eiern gefühlt (Schotter und Kurven in Kombi sind nicht so meins mit XC Reifen), aber dafür konnte ich die letzten 30 Minuten nochmal richtig Gas geben und einige Plätze gut machen. Gefühlt war ich auf der zweiten Hälfte sowieso für meine Verhältnisse überraschend stark unterwegs...
Bin Ende 4000er Block gestartet und hatte bis zur Bitzer Steige etwas Hektik wegen wenig Platz und langsameren Fahrern, aber ab dann lief es flüßig durch. Total überrascht hat mich hinterher mein Puls: 171 im Schnitt und 75 % zwischen 160 und 180 - hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich das über nen längeren Zeitraum durchhalte! Erfreuliche Erkenntnis ;)

Kleinere Anekdoten:
  • die 1-2 etwas ruppigeren Downhills aufm Tandem finde ich mutig. Kommentar der hinteren Fahrerin: "Er hat das vorne im Griff und ich seh hinten nichts, nur so funktionierts"
  • hab ganz schnell meine Wahoo-Navigation ausgemacht, nachdem ich selbst gemerkt habe wie nervig das Gepiepse der anderen bereits ist
  • die Vielfalt an Radlern und ihren Bikes - da könnte ich nen Abend lang drüber philosophieren! trotz Tendenz in Richtung >5.000 Euro Bikes, Verwissenschaftlichung des Trainings und sonstigen Schnick-Schnack-Trends musste ich feststellen, dass es ein doch sehr integrativer Sport ist, den eigentlich jeder machen und Spaß dabei haben kann.
  • Schürfwunden und krampfende Radler (mit samt Bike in der Verpflegungsstation umgekippt :D) gab es doch einige
  • Kommunikation unter den Fahrern ist sicherlich ausbaufähig: die meisten sind fast schon erschrocken, wenn ich mein Überholen vorher angekündigt habe

Was dabei wirklich zu erwähnen ist: Ich fand die Orga drum rum und insbesondere die Stimmung an der Strecke der Hammer! Wie jeder Teilort und jede Nachbarschaft ein Fest daraus macht die Fahrer anzufeuern, ist wirklich toll. Und die Verpflegungsstationen, Streckenposten und Sanis (was ich so am Rand gesehen habe), haben ihren Job 1a gemacht. Toilettensituation vor Start war hingegen bescheiden :/

Wie erging es euch? Und wie sehen es die alten Hasen im Vergleich zu früher? Was habt ihr so an besonderen Geschichten entlang der Strecke mitbekommen? Gibt es irgendwo Blogs/Berichte aus Jedermannsperspektive?
Ich würde mich mit letzter Startblock (G) und 5:46 mal als Jedermann bezeichnen 😄 Zudem habe ich als Albstadt-Kind schon lange Berührung mit dem Rennen. Ich kann ja mal etwas Längeres schreiben, wenn das hier gewünscht ist. Einfach per Like abstimmen 😉
 
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@sven1 Der Teilnehmerschwund liegt daran, dass seit Corona viele aufs E-Bike umgestiegen sind. Und Albstadt ist halt kein E-Bike Rennen. Haben andere Veranstalter aber auch gemerkt, siehe auch den Black Forest Ultra. Da werden ab jetzt viele Rennen auf der Kippe stehen, die sich eine gewisse Masse an Teilnehmer finanzierten. Ich kenne Albstadt noch von früher, als man sich schon im Januar schleunigst beeilen musste mit der Anmeldung, da noch vor der Faschingszeit die Startplätze ausgebucht waren.
 
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Ich fands dieses Jahr wieder ein super Event. Trotz Corona-Pause und reduziertem Training wegen Vaterschaft bin ich mit meinen 04:58h ganz zufrieden. Ich hatte mich mental schon an 5:30h gewöhnt. :)

Zuschauer waren wieder super. Auch den neuen Start/Ziel-Bereich an der Mazmannhalle finde ich gut, in der Fußgängerzone wurde es dann doch einfach sehr eng wenn mal 1000 Fahrer im Ziel waren. Ebenfalls das der Freitag wieder mehr Richtung Kinder/Familien-Event geht statt Lizenzrennen zu fahren finde ich eine sinnvolle Entwicklung. Leider haben wir das Laufradrennen zeitlich verpasst.

Von daher: Ich bin 2023 auch wieder dabei. ;)

Und @sven1 : Cooles Video. ;)
 

Fortis76

Team: witttraining ORBEA
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@sven1 da bist du genau hinter mir gestartet.
Super Zeit von dir. Ich mag die Strecke nicht so, zu wenig längere Anstiege und auch zu wenige technische Stellen. Die Atmossphäre ist aber toll.
 
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Bericht aus der Jedermannsperspektive:

Nach meinem Start beim Waldhaus Bike Marathon eine Woche davor wusste ich,dass meine Form nicht gerade doll ist. Also war das Selbstvertrauen nicht unbedingt ausgeprägt, als ich am darauffolgenden Samstag beim Albstadt Bike Marathon an den Start ging. Meine Anmeldung stand aber schon seit 2020 und als Albstädter Gewächs wollte ich da seit meiner Kindheit mal mitmachen. Ich hatte Startblock "G" auf meiner Startnummer stehen. Eigentlich dachte ich erst, das G steht für "Gewichtsreduktion", aber als ich mich so am Lizenzblock und den nachfolgenden Blöcken vorbeischlängelte, konnte ich gefühlt nur Asketen und ihre Carbon-Raketen erkennen. Im Startblock "G" gab es dann immerhin ein paar Leute,die sich davon optisch klar unterschieden. Zum Beispiel durch Sandalen, 26-Zoll Bikes aus den 90ern oder eben durch einen höheren Bauchumfang. Es waren allerdings nicht so viele, wie ich erwartet hatte. Wir rollten recht auch zügig als gedacht über die Startlinie und über das erste kleine Flachstück aus Ebingen raus. Am ersten Anstieg im "Tennental" bildete ich zeitweise das Schlusslicht mit einem Biker mit Sandalen und eben jenem 26-Zoll-Bike mit V-Brakes. Man kannn sich aber nett unterhalten, wenn man langsam fährt ;-) Das habe ich dann auf den nächsten Metern zum "Waldheim" hoch auch mit einem anderen Biker von der Reutlinger Alb gemacht. Der erzählte unter anderem von der Schönbuch Trophy und dem Alb-Gold-Marathon und machte mir damit den Mund schon gut wässrig.
Erstmal mussten wir aber den heutigen Tag überstehen. Ich hatte ab dem Waldheim schon nicht mehr ganz den Überblick, wer noch hinter uns war (bis auf einen vom einem Defekt Geplagten) und so hieß es dezent zulegen. Leider stellte ich auf dem Degerfeld fest, dass mein Sattel samt Stütze langsam im Sattelrohr verschwand. Also erstmal anhalten und die Klemme anziehen. Das ist mir später noch zwei Mal passiert und war echt nervig. Notiz an mich: Nie am Morgen vor dem Rennen den Sattel tauschen und dabei die Montagepaste allzu großzügig verwenden!

Etwa auf Höhe Flugplatz Degerfeld hatte ich das Feld dann wieder und konnte bis zur ersten Verpflegung ein paar Plätze gutmachen. Danach fuhr man mehr oder weniger zügig auf der Hochfläche Richtung Onstmettingen. Zeitweise klebte ich dabei am Hinterrad eines etwas älteren Herren,der ein Team-Trikot einer Albstädter Firma trug. Als ich irgendwann dachte, ich muss auch mal was tun, überholte ich ihn. Links wohlgemerkt. Dabei rief er mir zu: "Nicht rechts überholen! In Deutschland haben wir Rechtsfahrgebot!" Das Ganze in einem Ton,der jedem Schulmeister zur Ehre gereicht hätte. Erst dachte ich, der scherzt und grinste nur, aber es war ihm tatsächlich ernst. Vielleicht bin ich auch mal kurz rechts neben seinem Hinterrad gefahren, aber so weit am Ende des Feldes ist sowieso immer massig Platz auf der Ebene und am Berg. Und wir dahinten fahren ja um nix.
Kommentiert habe ich das nicht. Stattdessen habe ich stärker in die Pedale getreten, um möglichst viel Platz zwischen uns zu bringen. Das Wetter und die Stimmung waren viel zu gut, um mit so einem Miesepeter zu streiten.
Da ich ihn wie gewünscht nicht wiedersah, gab es auch kein Problem mehr. Dafür begann ein anderes Problem: Ich bekam leichte Magenschmerzen. Der Müsliriegel eines Unternehmers, der seine weithin berüchtigte Radiowerbung aus schwäbischer Sparsamkeit angeblich selbst spricht, liegt wohl ebenso schwer im Magen wie die Werbung. Möglicherweise lag es auch an der Kombi Banane und Wasser mit Kohlensäure, das ich unterwegs von Zuschauern gereicht bekam. Wie auch immer: Am Zollernsteighof vorbei fühlte ich mich nicht gerade toll. Da ich jedoch einen weiteren Albstadt-Debütanten traf, motivierte mich das und gemeinsam ging es Richtung Skilift Onstmettingen,wo die zweite Verpflegung anstand. Mit Kuchen (geht bei mir fast immer) bekämpfte ich die Magenprobleme halbwegs erfolgreich. Bis zur Onstmettinger Schanze wurden die Schmerzen immerhin nicht mehr. Dort ließ ich es ruhig angehen, denn die Sprintwertung ging mit Sicherheit eh nicht an mich. Dafür galt es, kurz nach der Schanze einem entlaufenen Schaf auszuweichen,das neben seiner Koppel auf dem Weg lief. Ich habe es jedenfalls nicht erwischt und ich hoffe, es fand den Weg zurück.
Zwischen Schanze und Tailfingen-Lichtenbol wurde man dann auf vielfältige Weise von den Zuschauern motiviert: Mit angebotenem Bier, Abklatschen von Kindern im Vorbei fahren oder diversen Schildern. Auf einem stand so was wie: "Nur noch lächerliche 42km!" Ich hab daraufhin zum betagten Schildermaler gesagt: "Wenn das so ist, tauschen wir doch einfach!" Wollte er dann aber irgendwie auch nicht.
Auf dem Weg nach Pfeffingen blieb es relativ unspektakulär, aber ich merkte schon, dass wir schon um die 40km gefahren waren. Das Steilstück Richtung Burgfelden erwies sich dann als Wendepunkt zum Schlechteren. Ich konnte zwar alles fahren, obwohl es da wirklich sausteil ist, habe dabei jedoch ordentlich Körner gelassen. Mein Puls ging extrem hoch und oben war ich ganz schön aus der Puste. Bei der Verpflegung langte ich dann nochmal beim Kuchen und Apfelschorle zu. Die Apfelschorle wanderte in die Flasche. Die steile Abfahrt nach der Verpflegungsstation war auch nicht ohne. Glücklicherweise fuhr ich sie quasi alleine und konnte so unten einen Beinahe-Sturz auf dem losen Schotter noch relativ einfach verhindern. Weiter bis nach Laufen war auch alles scheinbar ok. Dann aber kamen die steilen Anstiege. Ich konnte da nicht mehr mithalten und musste mich der Fraktion der Schiebenden anschließen. Die Streckenänderung im Vergleich zur letzten Ausgabe in 2019 hatte auch in Lautlingen noch ein zweites richtig steiles Stück zur Folge, sodass auch da nochmal Schieben angesagt war. Die Zuschauer störte das allerdings nicht und sie machten weiter richtig Stimmung.
An der letzten Verpflegung in Margrethausen brachte ich den Kuchen kaum mehr runter und musste schließlich den Rachen mit Waser spülen, damit da nichts in die falsche Röhre geht. Zum Glück war es nicht mehr so steil wie davor und ich konnte trotz eines wehklagenden Gesäßes wieder alles fahren. Es zieht sich troztdem noch ganz gut hin und irgendwann hing mein Auge nur noch auf dem Display, wo mir die verbleibenden Höhenmeter angezeigt wurden. So eine Uhr ist ja Fluch und Segen zugleich: Einerseits hilft sie ganz gut bei der Renneinteilung, andererseits kann sie einem auch gnadenlos zeigen, dass man immer langsamer wird. Hatten wir in Lautlingen wieder kurzzeitig einen 16er-Schnitt, ging es danach mit Schieben und langsam bergauf fahren mit dem Schnitt kontinuierlich runter. Das hat mir dann im Schlussanstieg mental einen kleinem Dämpfer versetzt. Auf der anderen Seite war das Ziel greifbar nahe und daher gab ich in der letzten Abfahrt und auf dem Flachstück aus der Ebinger Innenstadt bis zum Mazmann nochmal soviel Gas, wie halt mit leerem Tank noch ging. Die Zuschauer waren dabei bis zum Schluss eine große Hilfe. Im Ziel war ich dann wirklich völlig leer und konnte mich nicht recht freuen. Das lag primär daran, dass mir etwas schlecht war und ich auch fror, aber noch aus eigener Kraft nach Truchtelfingen zur Unterkunft bei den Verwandten musste. Irgendwie hab ich das dann doch noch geschafft und erstmal das Bett aufgesucht. Erst um 20Uhr konnte ich wieder was essen.

Fazit:
Albstadt ist schon hart, wenn man nicht genügend (und nicht regelmäßig) trainiert hat. Das schreckt den Gelegenheits-Biker vielleicht inzwischen doch ab?!? Ob ich nächstes Jahr wieder starte, hängt wohl von der Qualität der Vorbereitung ab.
Lust hätte ich schon, denn technisch gesehen ist die Strecke zwar wenig kreativ (dafür teils der Schotter gut rutschig), aber die Stimmung ist schon der Wahnsinn. Überall sitzen oder stehen die Leute und erzeugen eine tolle Atmosphäre mit allen möglichen Utensilien von der Rassel bis zur Musik aus der Partybox. Das ist nach so vielen Jahren immer noch der Hammer. In jedem Fall gilt mein Dank den zahlreichen Helfern, die so ein Event nach zwei Jahren Zwangspause wieder möglich gemacht haben! Schon alleine deswegen müsste ich eigentlich wieder an eine Anmeldung denken...
 
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