Alpencross 2008 Resume

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27. Oktober 2006
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Ort
Stahnsdorf
(Mountain Bike) hier fasse ich noch einmal unsere Erfahrungen zusammen, um sie an interessierte Tourenfahrer weiter zu geben. Wir werden ab September 2008 ein komplettes Tourenangebot zusammen gestellt haben, dass sich u.a. auf diese eigenen Erfahrungen stützt.

Wenn es über die Alpen geht!

Eine Tour über die Alpen ist ein großartiges Erlebnis und man stellt sich einer Menge Herausforderungen, die man gemeinsam mit guten Freunden oder in einer organisierten Gruppe am besten meistert. Je nach dem wie es angegangen wird erfordert die Vorbereitung mehr oder weniger Zeitaufwand. Worum man auf keinen Fall kommt, ist vorher regelmäßig und gezielt zu trainieren.

folgende Punkte sind zu planen:

- Gruppengröße, Gruppenteilnehmer

- Routenwahl, Unterkünfte

- vorbereitendes Training

- Material Auswahl

Gruppengröße, Gruppenteilnehmer

je kleiner die Gruppe, desto einfacher lässt sich alles organisieren, planen und durchführen. Die Fehlerquote wird minimiert. Der Nachteil ist, wenn einer ausfällt steht das ganze Unternehmen in Frage. Bei einer organisierten Tour braucht man sich darum nicht zu kümmern, da wird immer eine Gruppe von 6-12 Teilnehmern zusammen kommen. Oft wird geschrieben, dass eine gerade Anzahl von Teilnehmern besser wäre. Ich empfinde das nicht so wichtig. Meiner Meinung nach kommt es mehr darauf an, dass das Leistungsvermögen so ähnlich wie möglich ist. Es macht nichts aus, mal drei, vier, fünf Minuten zu warten, aber der schwächste Fahrer fühlt sich schnell unter Druck gesetzt und fährt unter Stress, das kann zu Spannungen führen oder den Spass minimieren.

Gut ist, wenn die Truppe vorher gemeinsam trainiert und auch schon einmal gemeinsam ein langes Wochenende gefahren ist. Da klären sich viele Dinge und man sieht, wo noch etwas nachzuholen ist, oder wer noch etwas Unterstützung braucht. Auch bei unserer Tour musste ein Teilnehmer absagen, weil nicht genügend Zeit zum Trainieren war und er Bedenken hatte die anderen aufzuhalten. Hier sind offene Worte gefragt und ein Alpencross muss keine einmalige Sache bleiben, so dass man sich für das nächste Jahr noch einmal verabreden kann.

Viel Sinn macht es, wenn sich eine geschlossene Gruppe einer organisierten Tour anschließt. Dann nutzt man die Elemente aus beidem, das Know How des Tourenverananstalters und die nette Atmosphähre der bekannten Gruppe.

Route und Unterkünfte

Die Auswahl der Route entscheidet stark über Erfolg oder Misserfolg. Toureneinsteiger oder Mountainbiker mit weniger Erfahrung tuen gut daran keine zu schwere Route zu wählen. 40-60 km und bis 1500 hm lassen sich am Tag gut bewältigen, wenn man genug Zeit hat und der Anspruch an Steigung und Untergrund nicht zu hoch gesteckt ist. Rad- und Forstwege auf den bergauf Abschnitten und Forstwegt und Pfade wenn es bergab geht. Eine durchschnittliche Steigung von ca. 10% ist angenehm. Durchschnittlich 12, 13 oder 14% sind anstrengend und erfordern mehr Kraftausdauer, weil dann auch Passagen mit 17, 18 oder 20% dabei sein können. Je detailierter eine Routenbeschreibung ist, desto genauer kann man sich vorher informieren. Touren mit mehr als 1500 hm und länger als 65 km sind anstrengend und fordern eine etwas flottere Fahrweise und lassen weniger Zeit für Pausen.

Auch hier ist man mit organisierten und begleiteten Touren auf der sicheren Seite. Man hat einen Guide, der sich auskennt, Abkürzungen, Rastplätze etc kennt. Die Veranstalter haben in der Regel genug Erfahrung mit den einzelnen Leistungsstufen und stellen die Gruppen nach entsprechend vorher abgefragten Kriterien zusammen. Wer sich selbst an die Tourenplanung macht, muss sich mit Kartenlesen, GPS Navigation und Tourenplanungsprogrammen auseinander setzten. Das macht viel Spaß, kostet aber auch eine Menge Zeit, die man manchmal sinnvoller zum Training einsetzten sollte. Wer null alpine Erfahrung hat, sollte sich nicht unnötig überfordern und sich einer organisierten Gruppe anschließen. Die Alpen sind auch im nächsten Jahr noch da und beim zweiten oder dritten Alpencross ist man selbst auch schon viel sicherer.

Ist diese Entscheidung getroffen, geht es darum wie man wohnen möchte. Unten im Tal in Pensionen oder Hotels oder oben auf dem Berg in Hütten. Beides hat seinen Reiz und seine Vorteile.

im Tal wohnen heißt, dass man in der Regel vernünftige Doppel- oder Einzelzimmer buchen kann. Je nach Anspruch wählt man die Zimmerkategorie. Ausserdem hat man im Dorf schnell noch etwas eingekauft. Die Tour startet dann in der Regel mit einem längeren Aufstieg und zur Mittagspause hat man in der Regel die größten Steigungen hinter sich gebracht. Zumindest kann es so geplant werden. Bei hinreichend genauer Planung kann man damit auch das Wetterrisiko minimieren. Wer bei drohendem Gewitter ins Tal abfahren kann und dort ggfs auf einem Flachstück zum Etappenziel rollt, kann dem Gewitter ausweichen. Wer zwingend seine Hütte oben auf dem Berg erreichen muss, geht hier ein größeres Risiko ein. Gute Hütten sind schnell ausgebucht und die Planung muss frühzeitig stehen, damit man seine Zimmer reserviert bekommt. Teilweise kann nur in Mehrbettzimmern übernachtet werden. Leichtschläfer müssen Ohropax mitnehmen um genügend Schlaf zu bekommen.

Das Übernachten in der Hütte erschließt aber auch andere Dimensionen. Wer auf 1800 oder 2000 Meter Höhe übernachtet, kann am nächsten Tag einen hohen Gipfel in Angriff nehmen. Ausserdem ist man mehr alleine unterwegs, trifft weniger Leute und die Natur ist eindrucksvoller. Bestimmte Touren lassen sich auch nur realisieren, wenn man auf Hütten übernachtet. Und die Abendstimmung vor der Berghütte ist sowieso durch nichts zu toppen.

Auch hier gilt. Erfahrene Tourenfahrer werden eher auch mal eine Hütte ansteuern. Tourenanfänger sind mit den Talunterkünften meist besser bedient. Bei organisierten Touren hat man einen Gepäck Service, d.h. Koffer werden von Haus zu Haus transportiert, das funktioniert in der Regel nur mit Talunterkünften oder zumindest mit dem Auto erreichbaren Häusern. Ansonsten gilt der Minimalismus und man reduziert sich auf das Wesentliche was man dann selbst im Rucksack transportiert.

Immer richtig ist, dass ein gutes Bett und gutes Essen von Vorteil sind. Klar lassen sich ein paar Euro sparen, wenn man eine preiswerte Unterkunft bucht, aber wenn man dann unterm Dach bei brütender Hitze nicht schlafen kann, ist man am nächsten Tag nicht gut drauf und hat weniger Spaß. Wenn Häuser aus eigener Erfahrung bekannt sind, lässt sich die Entscheidung oft besser treffen. Deshalb versuchen wir in jedem Haus einmal selbst geschlafen zu haben, um die richtige Empfehlung zu geben.

vorbereitendes Training

der wichtigste Punkt wenn man mit Spaß Tourenbiken möchte, keine Frage.

Je besser man auf die Aufgaben vorbereitet ist, desto besser werden sie bewältigt und der Spaßfaktor steigt. D.h., dass auch weniger trainierte Biker viel Spaß haben können, wenn sie sich die Touren danach aussuchen und bei Länge und Höhenmeter zurückhaltend sind. Anders herum können gut trainierte Biker sich den Spaß verderben, wenn sie zu anspruchsvolle Touren fahren, die z.B. nicht nur steile Anstiege, sondern auch Tragepassage bergauf und bergab beinhalten, oder wenn in Gelände gefahren wird, dass technisch zu anspruchsvoll ist. Oder wenn bei falschem Wetter gefahren wird, weil man eine lange Anreise auf sich genommen hat und den Berg unbedingt knacken will.

Ich bin kein Trainingswissenschaftler und kann keine exakten Trainingspläne erstellen, vielmehr will hier nur meine Erfahrungen weiter geben, die dem ein oder anderen helfen können, Spaß am Biken zu finden. Es geht hier auch nicht um Rennsport, sondern explizit um Tourenbiker, die logischer Weise eine andere Ausprägung beim Training brauchen als Crosscountry oder Marathon Fahrer.

Meine Erfahrung zeigt, dass 3 Punkte ganz wichtig sind:

1. systematisch trainieren

2. systematisch trainieren

3. Leistungssprünge einbauen

Zum Ausdauersportler wird man nicht in 12 Monaten. Egal in welchem Alter man einsteigt, es ist ein Prozess, der Zeit braucht und durch den Alltag nicht immer geradlinig verläuft. Wer seine Zeit frei einteilen kann, kommt am flottesten voran, allen anderen sei empfohlen nach dem Motto: "der Weg ist das Ziel" zu trainieren. Durch Beruf, Familie und andere Interessen sind die meisten nicht in der Lage einen strengen Trainingsplan einzuhalten. Aber mit etwas Disziplin und vor allem mit einem langen Atem kommt man erstaunlich weit. Dabei wird einem aber auch nichts geschenkt, wer sich nur einmal in der Woche aufs Bike setzten kann, darf keine Wunderdinge erwarten. Um mittlere bis anspruchsvolle Touren fahren zu können muss man regelmäßig 6-10 Std Training pro Woche investieren. Weil das nicht wenig ist, kommt die Systematik ins Spiel. Die Zeit des sinnlosen dahinbolzen sind damit erst einmal vorbei. Aber machen wir erst noch einmal einen Schritt zurück.

Wer die Möglichkeit hat, mit einer Leistungsdiagnostik sein persönliches Leistungsstand und sein eigenes Leistungspotential bestimmen zu lassen und sich darauf hin einen Trainingsplan zusammen stellen lässt, der ist fein raus. Besser geht es nicht. Wer weniger Geld inverstieren möchte, dem empfiehlt sich die Literatur zum Ausdauersport und speziell zum Bikesport. Hier entwickelt sich das Wissen rasant und man sollte neben den Standardwerken auch die neuesten Erkenntnisse zu Rate ziehen. Für den Einstieg helfen auch die Artikel der Fachmagazine, die die grundlegenden Trainingsweisheiten immer recht kompakt und gut verständlich zusammen fassen. Besonders erwähnt sei hier das "Pyramidensystem" mit mgl breiter Basis der Grundlagenausdauer und darauf aufbauend die Kraftausdauer und Maximalkraft sowie das "zyklische Training" mit 2 oder 3 Belastungstagen am Stück, dazwischen ein Tag Pause, oder auf die Wochen umgelegt, 3 Wochen Belastung, eine Woche reduzierte oder keine Belastung, bzw. auf die Monate umgelegt 3 Monate starke Belastung, ein Monat reuzierte Belastung. Das ganze mit ansteigender Tendenz, also am 1. Tag die leichteste Belastung und dann steigern, entsprechen bei den Wochenzyklen.

Also noch mal zum systematischen Trainieren. Egal auf welchem Level sich das eigene Leistungsvermögen befindet, lassen sie es sachte angehen, es geht nicht darum in mgl kurzer Zeit so kaputt wie mgl zu sein, sondern eher darum über eine lange Zeit eine gleichmäßge Belastungen durchzuführen.

Gänzliche Neueinsteiger machen genug, wenn sie anfangs 30 Minuten im Sattel sitzen und auf Radwegen dahinrollen. Gewöhnen sie sich an die Bewegung und erklären sie ihrem Körper, dass er in Zukunft mehr gefordert wird. Fahren sie nicht zu schnell, sondern lieber etwas länger. Wenn sie denken sie könnten in 30 Minuten 13 km fahren, dann versuchen sie nicht diese Strecke in einer geringeren Zeit zu fahren, sondern streben sie danach 45 Minuten unterwegs zu sein. Arbeiten sie sich so stetig voran. Versuchen sie auf Strecken zu kommen, bei denen sie 2 Std oder mehr unterwegs sind. Dazu muss dann schon eine Getränkeflasche am Rad sein.

Wer schon Erfahrung mit Ausdauersport hat und seinem Körper schon beigebracht hat, dass er seine Kraft nicht nur aus den Kohlehydratreserven, sondern vor allem aus den Fettreservern ziehen muss, der sollte sich an die bikespezifische Belastung gewöhnen. Dazu kann man ebenfalls auf Radwegen anfangen und mit halbwegs flottem Tempo versuchen 1 bis 1 1/2 Stunden zu fahren, mgl flach, ohne groß Berge zu fahren. Funktioniert das, versucht man zum einen die Dauer zu verlängern, zum anderen beginnt man die 1 bis 1 1/2 Stunden in hügeligen Gelände zu fahren. Bitte legen sie nicht zu großen Wert auf das Tempo. Es geht darum den Körper auf die Ausdauer- und Bikebelastung hin zu trainieren, Rekorde werden später gebrochen. Fangen sie an mit Rucksack zu fahren. Gewöhnen sie sich an die Klickpedale und setzten sie sich mit ihrem Bike auseinander, Luftdruck, Federgabel, Sattelhöhe usw.

Nach drei Wochen spürt man schon, dass man einen großen Schritt getan hat und fühlt sich fit, hat sich an das Bike gewöhnt und ist bereit für neue Aufgaben. Gönnen sie sich aber erste einmal eine Woche Pause oder reduzierte Belastung. Ihr Körper muss die neue Anforderung erst einmal verarbeiten. Und nun kommt der nächste entscheidende Schritt. Heben sie sich auf das nächste Level. Nehmen sie sich ein Strecke und Distanz vor, die sie bisher noch nie gefahren sind und die ihre bisherigen Erfahrungen übersteigt. Das heißt, wenn sie bisher hauptsächlich flach und max 2 Std gefahren sind, dann suchen sie sich eine Tour die 300-400 hm umfasst und 3 Std dauert. Nehmen sie sich Zeit, aber fahren sie die Tour. Danach stellen sie ihr Training auf diesem neuen Level neu ein. Heben sie den jeweiligen Anspruch an und trainieren sie täglich etwas längere Strecken, mit mehr Höhenmetern.

Wer schon mehr Erfahrung hat und auch schon einmal 3 Std am Stück gefahren ist, der sucht sich eine Strecke die 5 Std dauert und je nach Erfahrung entsprechend viele Höhenmeter aufweist. Planen sie 500 hm an einem Stück zu fahren, (nicht ohne Pausen, aber ohne zwischendurch abzufahren). Wenn sie das schon kennen, fahren sie 1000 hm am Stück. Z.B. im Vischgau von Kastelbell nach St. Martin. Nehmen sie sich ruhig eine ganz fremde Tour vor, die ihnen von Freunden empfohlen wurde, die sie auf unserer www.bike-sportreisen.de finden oder suchen sie Bekanntschaft bei einem Biketreff wo entsprechende Strecken gefahren wird. Informieren sie sich bei den Fahrradverbänden oder bei Vereinen. Es gibt viele Möglichkeiten interessante Touren zu finden.

Wenn sie es schaffen, diese "Highlight" ans Ende der 3. Trainingswoche zu platzieren haben sie einen großen Schritt nach vorne gemacht und spüren, dass sie in eine neue Liga aufgestiegen sind. Ich bin der festen Überzeugung, dass man durch das Erreichen einer bisher nie bewältigten Aufgabe, die man leistungsmäßig aber schaffen kann, auf ein neues Level steigt von dem aus man sich neue Ziele setzten kann. Die bisherige Trainingsrunde wird einem in Zukunft zu kurz vorkommen. Das bisher gefahrene Gelände ist einem zu wenig anspruchsvoll. Der bisher längste Hügel "schrumpft" und lässt sich leichter fahren als bisher. Passen sie ihren Trainingsumfang der neuen Liga, dem neuen Level an.

Wenn sie bei dieser Systematik bleiben und sich immer wieder neue und realistische Ziele stecken, dann sind sie recht bald soweit, dass sie am Wochenende ein Tour in den Bergen planen und das erste Mal 500 - 1000 hm machen oder eine Tour planen bei der sie zwei Tage am Stück zum Biken gehen, am Samstag 35 km und 800 hm und am Sonntag 45 km und 1000 hm. Wenn sie wollen, greifen sie auf unsere Erfahrung zurück. Unsere MB Guides sind mit dem Thema bestens vertraut und geben ihnen ausserdem noch zusätzliche Tipps.

Leveln sie sich hoch und haben sie bei jedem Level Spaß, weil es fast kontinuirlich voran geht. Ihr Körper hat sich längst auf die neue Belastung umgestellt, sie werden etwas bewusster essen, ihr Gewicht hat sich reduziert, sie schlafen besser usw usw. die ganzen tollen Effekte, die der Sport mit sich bringt stellen sich ein. Und je nach dem wie sehr sie vom MB Virus gepackt sind, werden sie sich mehr mit dem Sport auseinander setzten. Sie suchen sich eine Trainingsgruppe oder einen Trainingspartner, sie planen einen MB Urlaub oder ein langes MB Wochenende über Pfingsten oder den 1. Mai. Das alles kommt dann von alleine, weil sie merken, wie viel der Sport ihnen geben kann. Und damit sind wir schon beim nächsten Punkt.

Materialausstattung und Klamotten (Einsteigertipps)

für den Anfang reicht ein funktionstüchtiges Mountainbike und eine Grundausstattung von Bikeklamotten. Das wären eine Radhose mit Sitzpolster, ein Funktionsshirt aus Kunstfaser was auch bei anderen Sportarten Verwendung findet und eine winddichte Jacke, die atmungsaktiv ist. Wer es schon kennt kauft sich Schuhe mit Klickmechanismus, dazu muss das Bike mit den passenden Pedalen ausgestattet sein. Ein Helm muss sein, Handschuhe sind angenehm. Dann kann es auch schon losgehen. Wenn Sie merken, dass es Ihnen Spaß macht kümmern Sie sich um ein gutes Bike. Hardtail oder Fully, eine wichtige Entscheidung die so oder so getroffen werden kann. Hier die drei, vier wichtigsten Argumente für die jeweilige Version. Ein Hardtail ist preiswerter oder hat bei identischem Preis die bessere Ausstattung, in der Regel ist es leichter, weil der Dämpfer nicht dabei ist und der Hinterbau einfacher gestaltet ist. Das Hardtail ist wartungfreundlicher, weil es weniger bewegliche Teile hat. Ein Fully ist komfortabler, es federt mehr Schläge ab. Das Fully ist einfacher zu fahren, sie bleiben länger im Sattel, die Mechanik nimmt Ihnen Arbeit ab und hat trotzdem eine gute Straßenlage. Das Fully bietet mehr Traktion, durch die Dänpferfunktion hat das Fully länger Kontakt zum Boden, das hilft bergauf und bergab, beide Reifen geben Gripp sie fahren sicherer und die Reifen drehen weniger durch.

Je mehr sie sich mit dem MB beschäftigen desto schneller kommen sie mit den Fachausdrücken zurecht. Lesen sie Fachmagazine wie z.B. Mountainbike, bestellen sie sich ein Miniabo und lesen sie sich ein. Nach ein paar Ausgaben wissen sie, was mit XT, Federweg, Multitool usw gemeint ist.

Kümmern sie sich um funktionelle Bekleidung. Eine gute Radhose ist Gold wert. Ebenso das Bikeshirt, die Weste und die Jacke. Armlinge und Beinlinge sind eine geniale Erfindung und machen aus einem kurzarm Shirt ein langarm Shirt. Genau so bei den Beinlinen. MB Schuhe sind gänzlich anders gestaltet als Rennradschuhe und haben ein anderes System wie es mit dem Pedal verbunden wird. Ein Rucksack wird über kurz oder lang zur Ausstattung gehören müssen, sinnvoller Weise mit Trinksystem, Handschuhe mit kurzen oder langen Fingern, eine Sportbrille und natürlich ein Helm. Bitte fahren sie nie ohne Helm. Grundsätzlich kann bei der Ausrüstung gesagt werden, dass man auf niedrigem Niveau mit einer einfachen und günstigen Ausstattung zurecht kommt. Werden die Touren länger und anspruchsvoller merkt man sehr schnell, dass qualitativ hochwertige Sachen deutliche Vorteile bringen und auch zur Sicherheit beitragen. Eine Mehrtagestour oder ein Alpencross der u.U, auch bei schlechtem Wetter gefahren wird oder bei Höhen jenseits von 2000 Meter stattfindet erfordert eine hochwertige Ausrüstung, die vorher auch erprobt sein muss. Eine Jacke für 19,90 ist da dann nicht mehr das richtige. Grundsätzlich gilt, dass sie von hochwertigen Teilen insgesamt weniger brauchen. Ein perfektes Unterhemd ist besser als drei billige, eine vernünftige Jacke ist wertvoller als zwei, drei von minderer Qualität. Überdenken sie die Investitionen, lesen sie in Fachmagazinen über die neuesten Entwicklungen und tauschen sie sich mit anderen Bikern aus. Fragen sie einen Bikeguide, oder lassen sie sich in einem Fachgeschäft beraten und kaufen sie dann nur einmal, dann aber richtig.

Materialausstattung und Klamotten (für erfahrene Biker)

Für unseren Alpencross waren wir mit Ghost Carbon Fullys unterwegs. Typenbezeichnung AMR Lector 9300 und 7700. Die haben perfekt funktioniert. Kein Schaden, keine Panne (bis auf einen Platten) absolut zuverlässig. Dazu sind sie flott zu fahren und klettern wunderbar, bergab kann man sich 100% auf das Bike verlassen und wir mit unserem Fahrkönnen haben das Bike nicht einmal an seine Grenze gebracht. Großes Lob an die "Geister Ingineure".

Wir sind einmal tubeless und einmal mit Schlauch gefahren. Am Ende haben beide Systeme gut funktioniert. Überraschender Weise hatte der Tubeless Reifen den Platten, die Milch war schon nach ca 2 Monaten ausgehärtet und konnte den Dornenstich nicht mehr abdichten. Luftdruck war zwischen 2,1 und 2,3 bar.

Federweg, wir haben uns auf die neue Philosophie von Ghost eingelassen, wonach man mit einem Federweg alle Herausforderungen meistern soll. Sowohl bergauf, als auch bergab sollen 120 mm Federweg perfekt sein, wenn die Bikegeometrie darauf abgestimmt ist. Die neuen Geister sind tatsächlich tiefer gelegt als bisher, haben dadurch von Hause aus einen niedrigeren Schwerpunkt und klettern so auch ohne absenkbare Gabel tadellos, mit offener Dämpfung, Plattform und Lockout läßt sich jede Fahrsituation perfekt einstellen. Das einzige was ich abweichend von der Herstellerangabe gemacht habe ist, dass ich wegen 90 kg Gewicht die FOX RLC Gabel härter aufgepumt habe als angegeben, am Ende waren es 7.0 bar und das hat mir sehr gut gefallen. Den Fox Float RP 23 Dämpfer habe ich mit deutlich mehr Druck gefahren. Am Ende waren es 11,5 bar und trotzdem spricht er prima an und hat keine spürbare Tendenz zum Wippen. Ich glaube hier muss man viel probieren oder man tauscht sich mit richtig erfahrenen Mechanikern oder Testern aus, die viele Fahreindrücke unterscheiden können.

Bremsen, von Hause aus sind die Bikes mit 180iger Scheiben ausgestattet. Das passt soweit ganz gut, wobei ich mit 90 kg die vordere Scheibe gegen eine 200er tauschen werde. Ich war mit der 180iger oft im Grenzbereich und um einfach noch etwas Reserve zu haben, werde ich umbauen. Wichtig, immer Bremsbeläge dabei haben, der Wechsel geht pfeilschnell und die letzten mm Bremsbelag sind schneller weg als man denkt!

Im vergangenen Jahr bin ich noch mit einem 13,5 kg Bike durch die Alpen geradelt, diese Jahr wiegt das Bike 11,5 kg. Das ist schon wirklich klasse. Gewicht ist definitiv ein Thema, wobei 200-300 Gramm für Tourenbiker nicht den Ausschlag geben. Aber es hilft, auch für den Kopf.

Schaltung, wir hatten einmal XT shadow und einmal Sram X0/X9. Die Sram ist große Klasse, ich war ja XT Fan und muss sagen, dass das X0 Schaltwerk so soft, schnell und präzise ist, super. Die XT hat ebenfalls perfekt funktioniert, war etwas lauter beim Schalten aber zuverlässig wie man sich eine Schaltung wünscht.

Geändert haben wir das Ritzelpaket und ein 34iger Kletterritzel aufgezogen. Das hilft und es hilft dem Kopf. Beim Fahren haben wir es dann nur selten einsetzen müssen, aber wenn, dann war es prima. Von vorne herein hatten wir die Ketten mit Sram Kettenschlössern versehen, aber da es eh nie Probleme gab, mussten wir sie nicht nutzen. Ich würde aber immer empfehlen diesen Umbau vorzunehmen und dann ein paar Kettenglieder und ein zweites Kettenschloss im Rucksack zu haben. Als Ersatzteile hatten wir ansonsten je einen Ersatzschlauch, ein Ersatzschaltauge, Ersatzschnellspanner und div Kleinzeugs, wie Gummiringe, Kabelbinder und Flickzeug dabei.

Klamotten und Zubehör war alles ausgetestet, wir hatten nix neues dabei, somit haben wir auch keine Überraschungen erlebt. Bewährt haben sich die klassischen Sachen von Deuter, Gore, Nalini und Vaude. Beim packen des Rucksacks haben wir wieder einmal auf unsere beliebten Gefrierbeutel mit Zipper gesetzt. Zum einen kann in Sinneinheiten gepackt werden und zum anderen kann man die Luft aus dem Beutel drücken und dann den Zipper schließen, dadurch reduziert sich das Packmaß erheblich!

Alles in allem kann man sagen, dass wir mit gutem Zubehör und guter Ausrüstung unterwegs waren und uns nicht eine Sekunde um das Material Sorgen machen mussten, wir hatten dabei, was man dabei haben muss und kamen nie in die Situation dass es wegen der Ausstattung kritisch war. Während der Tour merkt man das dann nicht mehr, weil alles reibungslos funktioniert, aber im Nachhinein kann man sagen, dass das zum Erfolg der Tour beigetragen hat.
 
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dubbel

Guest
wenn sich eine geschlossene Gruppe einer organisierten Tour anschließt, muss sich mit Kartenlesen. Gute Hütten sind schnell ausgebucht und die Planung muss frühzeitig stehen. dass ein gutes Bett und gutes Essen von Vorteil sind. ist man am nächsten Tag nicht gut drauf und hat weniger Spaß.
Meine Erfahrung zeigt. Um mittlere bis anspruchsvolle Touren fahren zu können muss man regelmäßig 6-10 Std Training pro Woche investieren.
Wer schon mehr Erfahrung hat und auch schon einmal 3 Std am Stück gefahren ist. Ein Helm muss sein. Das Fully ist einfacher zu fahren. beide Reifen geben Gripp.
Federweg. Eine gute Radhose ist Gold wert. Bitte fahren sie nie ohne Helm. Werden die Touren länger und anspruchsvoller merkt man sehr schnell.
Am Ende haben beide Systeme gut funktioniert.
 

cleiende

Der alte Mann und das Rad
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27. November 2003
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Taunidien
Glückwunsche Kollege!
Wer nicht bereit ist für die Werbung auf Websites zu zahlen diskreditiert sich doch als Anbieter selber.
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