Aostatal, Gran Paradiso

Ventoux.

Urbiker
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Bin diese Woche im Aostatal und am Gran Paradiso unterwegs. Hier ein paar Eindrücke, Berichte folgen später.

1. Tour Freitag: Colle Malatra - Col du Serena

Colle Malatra, 2925 M.ü.M.


Col de Serena, 2546 M.ü.M.

War eine brutal harte Tour bei dieser Hitze. Viel geschleppe über 3563 höM. 83 km in 10h05'.
 
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Endlich mal ein aktueller Bericht vom Col Malatra! Kannst du was schreiben ueber den Zustand des Aufstiegs? Bin gespannt auf deine weiteren Berichte und Fotos - war selber auch vor kurzem im Val Aosta unterwegs, hatte aber leider nur 4 Tage Zeit.

Panoramablick vom Rifugio Faller, falls es wen interessiert:

 

Ventoux.

Urbiker
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Der Aufstieg ist eigentlich leichter als ich mir's vorgestellt habe. Die Anfahrt zur letzten Alp ist sehr schön und gemütlich. Dann schiebt und trägt man rund 90 Min. Vor der finalen Wand kann man sogar ein kurzes Stück fahren. Die Traverse zum letzen Aufstieg ist nicht so gefürchig wie es auf einigen Bildern aussieht. Der Aufstieg zur Scharte ist zwar steil aber kurz und die letzten 10 höM auf Eisentritten mit Seil zum festhalten.
Hinten runter steigt man nach den ersten paar höM bereits aufs Bike und es folgt eine flowige schöne Abfahrt bis zur ersten Geländestufe, dann heiss es runterschieben.
Hoffe ich habe bald eine bessere Internetverbindung, damit ich weiter Bilder und Berichte hochladen kann.
Nun geht's ab über den Colle di Entrelor und Colle Rosset.
 
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Hoi Ventoux, denke Du hattest Spass (trotz den über 3000hm...)
Das Wetter hat ja auch gepasst!
Wünsche Dir noch viel Glück auf dem Colle Entrelor und Rosset!
 
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3500 hm:eek:

Solche Tagesetappen werd ich in diesem Leben nicht mehr fahren !

Chapeau !

Schöne Bilder ! vielen Dank und weiterhin viel Vergnügen !!
 

Mr. Svonda

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alle achtung vor dieser tagesleistung Pesche. das bild vom Colle Malatra macht lust auf mehr, freue mich auf weitere bilder :cool:
wünsche dir noch viel spass und schönes (aber nicht mehr ganz so heisses) wetter auf den weiteren touren.
 

Ventoux.

Urbiker
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2. Tour: Col Citrin

Trotz Regen fuhr ich mal los. Zuerst 15 km dieser Suone entlang, dann wollte ich mich über Umkehr oder weiterfahren entscheiden. Fast ein bisschen wie an der Südrampe.


Das Wetter machte dann doch einigermassen mit und ich konnte den Col Citrin überqueren. War leider wie der Serena ein Tal daneben nicht gerade der Burner. Immerhin war die Abfahrt bis zur Waldgrenze auf schönen Trails.
 

Ventoux.

Urbiker
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3. Tour: Col Entrelor - Col Manteau - Colle Rosset
Heute werden die ersten 3000-er geknackt.

Auf dem Col Entrelor die 3000-er Grenze erreicht. Und das schönste ist, nach ein paar Höhenmetern runter beginnen die schönsten Trails.


Über den Col Manteau führt ein wunderschöner Trail hoch über dem Tal zum Colle Nivolet. Hier ein reges Treiben der Italiener in deren Hauptferienzeit August.


Auf dem Colle Rosset nochmals über 3000 M.ü.M.


Ein Traum, in dieser magistralen Bergwelt auf solchen Trails runterzufahren. Da wird man für das lange Hochschleppen fürstlich belohnt.
 

Ventoux.

Urbiker
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4. Tour: Col Fenêtre - Col Bassac Déré
Neuer persönlicher Höhenrekord mit dem Bike.


Happiger Start heute, es stehen 1100 Höhenmeter meist mit schieben und tragen bevor zum Col Fenêtre. Diese Wand hatte es in sich.


Wenn man dann aber oben ist und nach ein paar Höhenmeter zu Fuss über solche Trails runterfahren kann, wird man für alles entschädigt.


Vorbei am Rifugio Bezzi zieht sich der Weg lange Richtung Col Bassac.


Biken auf fast 3000 M.ü.M. inmitten von Gletschern und mit einsamen Zuschauern, was will man mehr. Auf dieser Höhe hat es einige fahrbare Abschnitte bis unter die letzte Wand zum Pass.


Auf beiden Touren gestern und heute begegnete ich doch einigen Bikern, die solche Trails lieben und die langen Aufstiege nicht scheuen.


Auf dem Col Bassac Déré war für mich mit 3082 M.ü.M. ein neuer Höhenrekord mit dem Bike. Nach etwa 300 höM unfahrbarem Abstieg begannen wiederum wunderschöne Trails bis runter ins Tal. Bisschen gebremst wurde der Spass nur durch elend hohe senkrecht gestellte Steinplatten als Wasserabweiser.

Leider war der Spass nun vorbei. Der Wetterbericht sagte nichts Gutes und die geplante Tour über den Col Lauson musste ich sausen lassen. Aber der kommt noch dran. Immerhin bin ich in 3,5 Std. dort und das reicht für an einem Wochenende.

Fazit:
Man muss schon ein bisschen Machochist sein, um das Bike jeweils über 1000 Höhenmeter hochzuschleppen. Ist sicher nicht jedermanns Sache, aber mit einem 9 kg-Bike ist das ganze bisschen erträglicher. Aber die Trails und die sensationell einsame Bergwelt sind halt schon einmalig. Aber es sind harte Touren und man kommt nur sehr langsam vorwärts. Grad jedes Jahr würde ich das nicht machen. Kommt auch auf die Pässe an welche man begeht. Der Serena ist komplett zum vergessen, der Citrin ebenfalls nicht das Wahre. Aber das Gebiet am Gran Paradiso bietet noch einige Leckerlis.
Detaillierte Berichte und weitere Bilder folgen demnächst in meinem Blog.
 

scylla

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Schöne Fotos!

Frage: warum hast du den Fenetre nicht andersrum gemacht? Laut Karte hätte man von der anderen Seite aus nur rund 500 Hömes getrage und runter nach Bruil dann halt 1100 Hömes Trail runter. Wäre die Abfahrt vom Fenetre nach Bruil blöd?
 

Ventoux.

Urbiker
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@scylla Ich habe die Tour hier runtergeladen. Da geht sie auch andersrum als ich sie gemacht habe. Das Streckenprofil zeigt den Auf-/Abstieg von Bruil zum Fenêtre als steilste Stelle der ganzen Tour. Da dachte ich mir, dass da wohl mit fahren nicht viel ist. Vom Fenêtre Richtung Bruil runter schiebt man sicher die ersten 500 Höhenmeter, die Wand ist sowas von steil. Weiter unten dann super Trail.
Auf der anderen Seite bin ich vom Fenêtre bis ins Tal runter praktisch alles gefahren. Die beiden Anstiege zum Bassac sind dann etwa gleich lang und mit gleich viel Anteil fahrbar. Darum entschied ich mich, die Runde so rum zu fahren. Andersrum geht aber sicher auch.
 

Ventoux.

Urbiker
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So, die Tourenberichte sind fertig und auf meinem Blog aufgeschaltet.
Hier eine Zusammenfassung:

In meinen Bikeferien zog es mich in den nahen Süden, nämlich ins Aostatal. Fast jede Transalp in den Westalpen führt irgendwo hier durch. Und da ich die Westalpen sowieso genial finde, wollte ich mir einen für mich noch unbekannten Teil erfahren.
Ich recherchierte meine Touren in verschiedenen Foren und stützte mich auf Erfahrungsberichte von eingefleischten Westalpencracks hier im Forum.

Wunderbare einsame Bergwelt. Bereits die Anreise über den Grossen Sankt Bernhard weckte die Vorfreude auf die grandiose Bergwelt.

Die einzelnen Touren sind hier beschrieben:

Tour 1: Colle Malatra - Pas entre deux Sauts - Col de Sereina

Tour 2: Col Citrin

Tour 3: Col Entrelor - Col Manteau - Colle Rosset

Tour 4: Col Fenêtre - Col Bassac Déré


Das Gebiet bietet wenig bis keine Infrastruktur, das heisst keine Bahnunterstützung, die Pässe mussten alle erkämpft werden.


Ich logierte mit dem Camper auf verschiedenen Campingplätzen in den Tälern, immer so dass ich die nächsten Touren gut erreichen konnte.


Das Essen ist einfach super gut und zu Preisen, da will man gar nicht mehr selber kochen. Als Beispiel dieses Dessert, das ich an einem Dorffest erstand, eine Suppenkelle warme Himbeeren auf Mascarpone für 3 Euro.

Ich kann @stuntzi nur zustimmen:
Apropos Westalpen... die sind halt einfach anders. Keine meiner bisherigen Touren (und das waren einige) hatte einen derartig hohen Trailanteil wie diese kleine Seealpenwestalpensüdnordwestostung. Ich komm grob geschätzt wohl auf über neunzig Prozent Singletrackabfahrtsquote, sowas ist in den Ossis einfach nicht dauerhaft drin. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, aber zu hoch hinauf ziehen sich dort die Almen, zu früh beginnen Forstspisten, Teerstraßen und Zivilisation. Hier in den Wessis und auch zuvor in den Seealpen holpert es grundsätzlich und generell immer bis ganz runter auf den Talboden. Gefällt mir!
Gefällt mir auch sehr!
 

Ventoux.

Urbiker
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So, auf der Rückfahrt aus den Herbstferien in Südfrankreich machten wir nochmals einen Abstecher ins Aostatal. Ich hatte da noch eine kleinere Tour gefunden, welche in den höchsten Tönen gelobt wurde, nämlich über den Passo Invergneux.

Herrliche Aussicht auf dem Passo auf 2'902 M.ü.M.

Was dann folgte war einfach nur noch sensationell. Ich bin ja schon einige Biketouren gefahren, aber dieser Trail war etwas vom schönsten was ich bisher erlebt habe. Bereits Klemens Bont beschrieb den Trail als einer der besten in den Alpen und auch Stuntzi rühmt den Trail in den höchsten Tönen.

Der ganze Bericht ist hier zu finden.
 
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welche in den höchsten Tönen gelobt wurde, nämlich über den Passo Invergneux.
Die Tour wurde inzwischen in der Tat vielfach "gehypt", aber ich muss dir zustimmen - nachdem ich (leider im Regen) diesen Sommer auch das Vergnügen hatte, muss man dem Passo Invergneux wirklich den Titel "Flowkönig" verleihen. Gibt wenige Wege, die in so einer Höhe so viel Fahrfluss bieten - und unten raus auch noch kurze technische Passagen.
 

Fubbes

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@Ventoux Wie schätzt du die umgekehrte Richtung beim Colle Rosset ein, als Alternative zum Entrelor? Wenn ich mir die Karten so ansehe, kann man über den Talschluss bis fast 2300 m fahren und dann zum eigentlichen Aufstieg isohypsig rüber queren. Das sieht aus der Ferne also einfacher aus als Entrelor, wenn man einfach nur von West nach Ost will und keine Rundtour macht.

Anlass der Frage ist die Überlegung, eine Mehrtagestour in Richtung Lauson + Invergneux am Nivolet zu starten, dieser von Süden mit Verkehrsmitteln aber sehr schlecht zu erreichen ist.
 

stuntzi

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@VentouxAnlass der Frage ist die Überlegung, eine Mehrtagestour in Richtung Lauson + Invergneux am Nivolet zu starten, dieser von Süden mit Verkehrsmitteln aber sehr schlecht zu erreichen ist.
Auf den Nivolet fährt aus der Poebene einmal pro Tag ein Bus bis zur Passhöhe. Nach Cerosole Reale auch mehrmals. Für eilige gibt's auch Privatshuttles vom Flughafen Turin für ca. 120E, bis zu sechs Leute. Bei Hinflug am Vormittag bist du rechtzeitig am Pass um noch einen schönen langen Downhill ins Valsaverenche zu fahren, Lauson dann direkt am nächsten Tag.

So schlecht find ich den Nivolet gar nicht zu erreichen... geht quasi genauso flink wie im Auto an den Gardasee.
 

Fubbes

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Das mit dem Bus-Shuttle hört sich vernünftig an. Ich erinnere mich nur an deinen Bericht, wo du den Goodwill des Busfahrers erwähnt hast.
Was meinst du mit Poebene? Direkt aus Turin, oder am Taleingang?
Ich würde dann eine Übernachtung in Cerosole Reale einlegen, damit noch ein paar Meter Pass aus eigener Kraft bleiben.
 

stuntzi

alpenzorro
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Ich glaube mich zu erinnern, dass der Nivolet-Bus von Rivarolo Canavese los fährt... und dort hin gibts eine Art S-Bahn vom Flughafen Turin... oder so ähnlich. Wir haben's diesen Sommer aber mit nem Privat-Shuttle gemacht, wenn die Zeit knapp ist bringts das. Weiss gar nicht ob ich da was drüber geschrieben hatte... aber der Miniparadisix sah in etwa so aus:

Tag 1:
Flug MUC-Turin mit Air Dolomiti (bikes umsonst)
Shuttle auf den Passo Nivolet (dauert ca. 2h)
Abfahrt über Traumtrail Colle Manteau, 2800m
Übernachtung Eaux Rousse im Valsaverenche

Tag 2:
Col Lauson
Cogne

Tag 3:
Vormittags Bikepark Pila
Col Tsa Setse
Cogne

Tag 4:
Passo Invergneux
Cogne
Rifugio Sognio di Berze

Tag 5:
Colle Pontonet
Hone Bard
Zug nach Turin
Zum Flughafen radeln
Abends heimfliegen
 

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Ventoux.

Urbiker
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Agglo Bern
Um doch noch auf die Frage von @Fubbes zurückzukommen: Ich fuhr vom Colle Rosset bei Gran Vaudala direkt runter nach Thumel. Aber wenn ich so die Karte anschaue dürfte der Trail vom Rifugio Benevolo machbar und noch ganz hübsch sein. Die 700 höms bleiben natürlich, aber sowas schreckt uns doch nicht :daumen: Dann die Abfahrt zum Rifugio Savoia und der weitere Verlauf ins Valsaverenche, wie in @stuntzi hier gemacht hat.
Viel Spass bei der weiteren Planung.
 
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ciao Ventoux
bin auch gerade an der Planung meines Bikeurlaubs ins Aostatal und dabei auf deinen Bericht gestossen.
dickes Kompliment für deinen Bericht und auch deine Bilder !
hast mir sehr geholfen
Gruss aus der Ostschweiz
 

Ventoux.

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Hi bikespammer
Freut mich immer wenn so ein Bericht jemandem weiterhilft, danke.
Wann hast du deinen Urlaub geplant? Wenn alles klappt bin ich in KW 33 wieder unten und habe einige herrliche Touren auf dem Programm.
Gruss Pesche
 
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