Bericht Kombination Albrecht/Joe-Route

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18. Dezember 2003
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Ort
Karlsruhe
So, ich habe meinen Alpencross gerade beendet. Vielen Dank nochmals an diejenigen, die im Vorfeld auf meine diversen Fragen geantwortet haben. Nachfolgend ein kurzer Erfahrungsbericht:


1. Tag:
Oberstdorf – Schroffenpass – Arlbergpass - St. Anton - Konstanzer Hütte
(61 km / 1843 hm / 4:44 h reine Fahrzeit zuzüglich Pausen)

Eindrucksvoller Einstieg am Schroffenpass. Weniger die Passage mit der Leiter, als vielmehr die Abschnitte, bei denen man mit einer Hand am Seil balanciert und in der anderen das Bike trägt. Asphaltpassage über Flexen- und Arlbergpass wenig reizvoll. Konstanzer Hütte gute Übernachtungsmöglichkeit (3-Bett-Lager alleine für mich), gutes Essen.


2. Tag:
Konstanzer Hütte - Heilbronner Hütte - Ischgl - Bodenalpe - Heidelberger Hütte - Fimberpass -Vna
(61 km / 1954 hm / 6:37 h)

Am Fimberpass ist Schieben sowohl bergauf als auch bergab angesagt (zumindest für Otto-Normalbiker wie mich). Angenehme Übernachtung in Vna in kleiner Pension.

3. Tag:
Vna - SurEn Val D'Unia - Sesvennahütte - St. Maria
(46 km / 1647 hm / 4:33 h)

Eindrucksvolle Etappe durch die Uinaschlucht. Es ist günstig, wenn man sich hier etwas mehr Zeit zum Schauen und Fotografieren nehmen kann! Sturz zwischen Uinaschlucht und Sesvennahütte, dabei Trinkflasche verloren. Kaum zu glauben, aber wahr: Am Abend stand die Flasche im Hotel Stevio auf der Terasse. Nochmals vielen Dank an den freundlichen Biker, der sie bis dahin (warum auch immer) mitgenommen hat.


4. Tag:
St.Maria - Döss Radond -Passo Val Mora - Passo di Fraele - Bormio- Capina - Le Prese - Fumero - Rif.La Baita
(73 km / 1922 hm / 5:54 h)

Eindrucksvolle Etappe durch das Val Mora. Am Abend zuvor von einem Bär gelesen, der aus Italien nach hier eingewandert sein soll. Daraufhin während der Fahrt jeden "Haufen" kritisch auf seine Abstammung hin gemustert. Zwischenzeitlich soll der Bär nach Zeitungsberichten angeblich ein Yak gerissen zu haben, in der Gegend scheint das "Bärenfieber" ausgebrochen zu sein (Sensationslustige). (Transfer-)Fahrt über Bormio bis Le Prese auf Asphalt. Schwerer Aufstieg zu Ri. La Baita (zunächst steile Teerstraße, anschließend nur sehr schwer fahrbar über großformatige Steine). Schönes Hochtal. Rif. La Baita ist wirklich allererste Sahne (tolles kleines Zimmer, eigenes Bad inkl. Dusche und Bidet, tolles Essen ...) und das ganze für 35 €.


5. Tag:
Rif.La Baita - Passo dell'Alpe - Gavia-Pass - Pezzo - Rif. Montozzo A. Bozzi - Montozzo - Pian Palu - Pejo Fonti- Dimaro
(69 km / 1977 hm / 6:53 h)

Strecke zwischen Rif. La Baita bis Straße Gavia-Pass für mich kaum fahrbar (steil bzw. viele einzelne Steine auf Trail). Eindrucksvolle Abfahrt den Gavia-Pass hinunter (hier ist man schneller als alle Autos und die meisten Motorräder). Auf dem Weg zur Montozzoscharte für mich ebenfalls hauptsächlich Schieben angesagt (steil, Steine). Ab Montozzoscharte hinunter nach Pian Palu wieder hauptsächlich schieben (schwieriger Trail in Verbindung mit intensivem Regen). Fahrt bis Dimaro zügig auf Asphalt (Hauptsache schnell ins Hotel). Übernachtung im Hotel Serena (gut und mit 45 € für HP relativ günstig.


6. Tag:
Dimaro - Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Val d'Algone - Stenico - Ponte Arche - Lomaso - Passo del Ballino - Riva
(79 km / 2057 hm / 6:00 h) (+ 20 km Riva-Rovereto)

Schöne Strecke über Madonna di Campiglio zum Passo Bregn de L'Ors. Bis auf Passo Bregn de l'Ors selbst alles fahrbar. Schwierige Abfahrt ins Val d'Alogne (Schieben). Anschließend weitestgehend Straße (bloß bald ankommen;selbst der Passo del Ballino (normalerweise etwas fürs große Kettenblatt) erscheint nach 6 Tagen schwierig).

Pizza und Radler am Hafen von Riva. Baden im Gardasee. Fahrt nach Rovereto. Kurz vor 20 Uhr im letzten Supermarkt mit Wasser, Bier und Keksen eingedeckt. Von 20 bis 24 Uhr in Eiscafe diverse Weizenbier, Toast und Eis konsumiert, dabei das "Nachtleben" von Rovereto beobachtet. Von 0 bis 3:45 Uhr den Bahnhof von Rovereto zusammen mit zwei weiteren Bikern und diversen weiteren Übernachtungsgästen genossen. Mit Urlaubsexpress von Rovereto nach München (fährt planmässig Dienstag, Freitag und Sonntag um 3:14 Uhr), mit EC weiter nach Karlsruhe. Ankunft 12 Uhr.

Sonstiges:
Antizyklische Fahrzeit (Start nicht am Wochenende, sondern mittwochs), deshalb wenig andere Biker und keine Probleme bei Quartiersuche. Quartiere bis auf Vna und Dimaro vorgebucht. Mit Ausnahme eines Nachmittages strahlender Sonnenschein und sehr warm.

Insgesamt schöne Strecke (mit Ausnahme einiger Asphaltpassagen). Für mich als Normalbiker teilweise sehr schwer (Schiebepassagen, wo man nach Achim Zahn oder Stanciu fahren können soll). Rucksack mit knapp 9 kg auch diesmal trotz Optimierungsbestrebungen bei weitem noch zu schwer.

Bike:
RedBull NPL 500 (vollgefedert). Magura Marta (runde Scheiben) bei ca. 100 kg Gesamtgewicht völlig problemlos. Null Defekte. Kurz vor dem Start Lenkergriffe Ergon WP1 vom Bike meiner Frau "entwendet". In Verbindung mit Hörnchen montiert. Keinerlei Probleme mit Verspannungen oder eingeschlafenen Händen etc.

Vorbereitung: ca. 2500 (Rennrad-)Kilometer; ca. 30000 hm; diverse (Rennrad-)Marathons.

So, das wars erst einmal. Vielleicht kann der eine oder andere etwas von meinen Ausführungen für die eigene AC-Planug nutzen.

Gruß

Andreas
 
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