Bewahrt mich vor einem potenziellen Fehlkauf

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Hallo zusammen,

ich hab mich in den letzten Tagen und Wochen sehr intensiv durch die verschiedensten Themen gewühlt und bereits unheimlich viel dazu gelernt. Deshalb möchte ich mich zuallererst dafür bedanken, dass es dieses großartige Forum gibt!

Nun zu mir. Ich bin Anfang 30 und würde mich als halbwegs fit bezeichnen (Details hierzu weiter unten). In den letzten drei Jahren habe ich meinem Übergewicht den Kampf angesagt und zunächst 10 kg fast ausschließlich mit dem Fahrradergometer und schließlich 5 weitere Kilogramm durch kombiniertes Training mit Fahrrad- und Ruderergometer verloren. Anfang diesen Jahres habe ich außerdem wieder intensiver mit dem Laufen begonnen und dabei die Bewegung in der Natur für mich neu entdeckt.

Um noch mehr Zeit an der frischen Luft zu verbringen und außerdem meinen Bewegungsradius zu erweitern, würde ich gerne zukünftig - und solange es das Wetter erlaubt - statt auf dem Ergometer mit einem richtigen Fahrrad durch die Gegend düsen.

In einem ersten Schritt habe ich deshalb kürzlich mein 20 Jahre altes NSU Comfort & Utility (Alu, 14.5 kg, 21 Gang Shimano Acera, gerader Lenker) in der örtlichen Reparaturwerkstatt wiederbeleben lassen (Neue Reifen: Condura Cuyo Eco 40-622, neue Bremsbeläge, Bremse und Schaltung neu eingestellt) und ein paar Runden damit gedreht.

Folgende Wunschliste an das neue Fahrrad ist dabei entstanden:
  • Kräftige, gut dosierbare Bremsen
  • Größere Übersetzungsbandbreite
  • Sportlichere Sitzposition als bisher
  • Reifen mindestens so breit wie bisher
  • Höherer Komfort bei schlechtem Straßenbelag
  • Gute Befestigungsmöglichkeiten für GPS und oder Smartphone
  • Geringeres Gewicht, da ich unweigerlich schieben und tragen werde
Ich möchte mit dem neuen Rad vor allem auf hügeligen Waldautobahnen Dampf machen und bei notfalls stark reduzierter Geschwindigkeit möglichst wenig in der Wahl der Wege beschränkt sein. Wobei der Anteil unbefestigter Wege an der Gesamtstrecke im Mittel bei etwa 50 % liegen dürfte. Trails sind dabei genauso ausgeschlossen wie pures auf der Straße fahren. Loser Schotter mit bis zu 4 cm großen Steinen wird voraussichtlich das höchste der Gefühle sein, was ich dem Rad und mir antun werde.

Hier eine Auswahl an Fahrbahnbeläge, die wohl bei fast jeder Tour dabei sein werden:
Feinschotter​
Betonplatten​
Rasengittersteine​
feinschotter.jpg
betonplatten.jpg
rasengittersteine.jpg
Bildquelle: https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Key:surface#Unpaved

Zur Einordnung meiner Fitness eine Auswertung meiner dritten Radrunde mit dem NSU Comfort & Utility:
bike_tour.png

Den zweiten Hügel mit einer Fahrbahn-Steigung von durchschnittlich 8.3 % habe ich mit einer Fahrgeschwindigkeit von im Schnitt 9.5 km/h überwunden, was - grob überschlagen - einer Leistung von durchschnittlich 240 Watt entsprechen sollte:
kreuzotter.png

Tool: http://www.kreuzotter.de/deutsch/speed.htm

Hier mein Versuch, die jeweiligen Übersetzungen mit dem Ritzelrechner abzubilden:
Grand Canyon 8​
Pathlite 6​
Comfort & Utility​
Grizl CF SL 6​
Grizl CF SL 8​

Hier die Geschwindigkeitsverteilung obiger Radrunde mit den eingeblendeten Fahrgeschwindigkeiten der verschiedenen infrage kommenden Räder bei einer Trittfrequenz von jeweils 60 Umdrehungen pro Minute:
bike_tour-speed_pctl.png

Ursprünglich dachte ich, die Sache würde ganz einfach und mit der Bestellung eines Pathlite 6 erledigt sein, aber dann habe ich mich Hals über Kopf in das Grizl verliebt und bei dem Versuch, mir das Bike auszureden, bin ich dann auf dieses Forum gestoßen, was schlussendlich dazu geführt hat, dass nun auch das Grand Canyon 8 in der engeren Auswahl ist:
Bisherige Radauswahl​
canyon.jpg

Auf den "Anfängermagneten" Canyon bin ich vorerst deshalb eingeschossen, weil mir einerseits das Unternehmen sympathisch ist und andererseits die Idee gefällt, das zumindest ein Teil des Geldes "im Ländle" bleiben würde.

In Sachen "Dropper Post" hab ich mich zwar köstlich über folgendes Video (ab 07:54 min) amüsiert:
Ich kann aber nur schwer einschätzen, ob so ein Teil für mich wirklich Sinn machen würde oder nicht. Mein Bauchgefühl sagt, dass ich Abfahrten, bei denen ich davon profitieren würde, wohl tendenziell sowieso meiden werde. Ich würde mich als risikoavers bezeichnen und schiebe das Rad lieber einmal zu viel als zu wenig.

Beim Grizl würde ich vermutlich mittelfristig die Kassette tauschen wollen (ich dachte an 11-36 beim 6er bzw. 11-40 beim 8er). Meint ihr, das wäre mit beschränktem Schrauberkönnen (und hohem Lernwillen) zu schaffen? Und wäre es nicht schlauer, statt der Kassette einfach die beiden Kettenblätter durch Kleinere auszutauschen (quasi, so: Ritzelrechner)? Ginge das? Die Differenz an Zähnen zwischen den beiden Kettenblättern würde dadurch ja kleiner und nicht größer und die Kettenlänge könnte man wohl einfach entsprechend kürzen oder denke ich da zu simpel?

Welches Werkzeug ist in euren Augen unabdingbar, um mit so einem Canyon langfristig spaß zu haben?

Welche Pedale würdet ihr mir für das Grizl empfehlen? Mit Shimano PD-GR500 (+SM-PD64) würde ich vermutlich nichts falsch machen?

Die genauen Details, wie ich plane, die Räder kompatibel mit der StVO zu machen (Stichwort: Reflektoren) möchte ich euch gerne ersparen, aber über Hinweise bezüglich in der Hinsicht zu erwartender Probleme würde ich mich natürlich trotzdem freuen.

Ein gebrauchtes Grizl CF SL 6 mit leichten Gebrauchsspuren für 1899 €, welches am Samstag für ein paar Minuten bestellbar war, habe ich mir leider durch die Lappen gehen lassen, weil ich mir da noch nicht ganz sicher war, welche Einschränkungen das andere Schaltwerk mit sich bringt.

Das Cube Nuroad Pro FE wird ja offenbar auch oft und gerne empfohlen, scheint aber bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ausverkauft zu sein und hat leider auch nicht ganz den Sex-Appeal eines Grizls, wobei der Preis natürlich trotzdem heiß ist.

Vermutlich lautet die vernünftigste Antwort: "Fahr Probe, oder mach wenigstens ein (professionelles) Bikefitting und entscheide dann", aber aktuell bin ich (leider) noch auf dem Trip, es einfach so zu probieren und das Bike zur Not mit geringem Verlust wieder weiterzuverkaufen.

Dennoch würde ich mich über jeden Gedankenanstoß, der mir bei der Entscheidungsfindung weiterhilft, sehr freuen.

PS: Doch länger geworden als geplant. Entschuldigt bitte!
 
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Du hast dir viel Mühe mit deinem Beitrag gegeben – Respekt!
Ich würde das Gravel Bike aus der Liste herausnehmen, wenn du den Komfort suchst, denn da ist eine Federgabel nicht zu unterschätzen. Und wenn es eine Federgabel sein darf, dann lieber mit 120 mm als 75 mm Federweg. Und schon landest du beim Grand Canyon...

"Höherer Komfort bei schlechtem Straßenbelag" + "Reifen mindestens so breit wie bisher"
... ist die Federgabel korrekt eingestellt, schluckt sie die Bodenunebenheiten gut weg. Die 2,35" Reifen kannst du Tubeless und mit recht wenig Druck fahren. So walken sie schön über alles drüber und das Fahrgefühl wird auch am Hinterrad sanfter.

"Kräftige, gut dosierbare Bremsen"
Die MT400 sind die hydraulischen "Einsteiger MTB Bremsen" und mit 160 / 180 mm Bremsscheiben sollten die dich gut zum Stehen bringen. Ich kann zu denen nichts sagen, denn ich bin bislang nur SLX und XT gefahren.

"Größere Übersetzungsbandbreite"
Die 10-51 Kassette deckt schon das Maximum bei Shimano ab. Die 30 Zähne beim Kettenblatt könntest du, wenn sie wegen Verschleiß gewechselt werden müssen und deine Fitness gestiegen ist, gegen ein 32er Blatt tauschen. Andererseits kommst du mit der Übersetzung (und der richtigen Fahrtechnik) so ziemlich überall hoch.

"Sportlichere Sitzposition als bisher"
Die Sitzposition hängt von recht vielen Faktoren ab. Wichtig sollte dir sein, dass du das Rad richtig auf dich einstellst damit du von Anfang an Spaß am Rad hast und auch längere Strecken mit Freude fährst. Die versenkbare Sattelstütze wirst du schnell schätzen lernen, wenn du den ersten Flowtrail abrollst.
Zu den Pedalen kann ich leider nichts sagen.

"Gute Befestigungsmöglichkeiten für GPS und oder Smartphone"
Am Lenker ist doch mehr als genug Platz für Halterungen jeglicher Art. Vergiss die Flaschenhalter nicht!

Was Werkzeug anbelangt ist das Forum voller Tipps. Ich würde für den Anfang nur holen, was auf Tour nötig sein könnte: Ersatzschlauch, 2 Reifenheber, Multitool (bspw. das Topeak PT30), Kettenschloss, ggf. Minipumpe und den Rest bei Bedarf holen. Wenn du sie nicht irgendwo leihen kannst, ist eine Dämpferpumpe sicher nicht verkehrt, um den Sag der Federgabel auf dein Gewicht einzustellen.

Höre dich nach einer guten / fähigen Werkstatt in deiner Nähe um, die auch Versandräder annehmen. Es gibt anfangs Reparaturen an denen man als Anfänger leicht verzweifeln kann und da ist es gut, wenn man das Rad in gute Hände geben kann.
 
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Erstmal Kudos für deinen Beitrag, du hast dich ja echt reingekniet! 👍

Die gezeigten Fahrbahnbeläge kannst du mit jedem Rad von Rennrad bis Fatbike fahren. Technische Herausforderungen erkenne ich da allerdings nicht und um eine Federgabel zu bekommen, die das komplett glattbügelt, musst du wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen.
Sprich: Federgabel bringt dir wenig-nichts, außer zusätzlichem Gewicht und Wartungsaufwand.

Was auf den gezeigten Belägen Komfort bringt, ist Reifenbreite, insbesondere auf den Rasengittersteinen. Angesichts des angepeilten Asphaltanteils von 50% würde ich aber nicht übertreiben, irgendwo zwischen 42-50mm düfte der beste Kompromiss liegen.

An den serienmäßigen Übersetzungen würde ich erstmal überhaupt nichts ändern. Du fährst mit den neuen "Condura Cuyo Eco 40-622" (musste erstmal googlen... Drahtreifen, 22TPI, extra Pannenschutz) die Berge hoch, da wirst du mit einigermaßen vernünftigen Reifen (die an allen gezeigten Rädern Serie sind) die selben Strecken nur so hoch fliegen 😀

Zum Thema Pathlite bin ich auf das hier gestoßen: https://www.radforum.de/threads/3148777-kaufberatung-zu-canyon-pathlite-6-oder-7

Bzgl des Hügels auf deinem Diagramm: sind die 8% auf Asphalt oder Offroad?

Offroad würde ganz klar für das Grand Canyon sprechen, es wird auch bald Herbst/Winter, da ist man für jeden Fitzel Traktion auf nassen Blättern und tiefen Böden dankbar, ebenso wie für die Untersetzung.
Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber auf Asphalt kurbel ich mir mit meinem 14kg-Hardtail an längeren Steigungen einen Wolf, da würde ich eindeutig das Grizl mit Rennlenker bevorzugen.

Tipp aus der Praxis: fang erstmal an zu fahren. Mit zunehmenden Kilometern werden sich deine Präferenzen und Ansprüche konkretisieren/verschieben, da ist es gut, wenn noch genug Reserve für zukünftige Anpassungen im Sparstrumpf liegt.
 
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Ich würde das Gravel Bike aus der Liste herausnehmen, wenn du den Komfort suchst, denn da ist eine Federgabel nicht zu unterschätzen.
Ich hatte bislang die Hoffnung, dass die Kombination aus breiteren Reifen mit geringerem Luftdruck und der Carbonsattelstütze mit Blattfederkonzept bereits ein deutliches Plus an Fahrkomfort bedeuten würde. Denn mit meinem alten Rad habe ich mich schon bei obiger Minitour mehrfach dabei ertappt, leicht aus dem Sattel zu gehen, um meinem verwöhnten Hinterteil eine Auszeit von den Schlaglöchern zu gönnen.
Und wenn es eine Federgabel sein darf, dann lieber mit 120 mm als 75 mm Federweg.
Mich tiefer in das Thema Federgabel einzulesen steht noch aus, aber mein naiver Gedanke war, dass der optimale Federweg von der zu erwartenden Unebenheit des Untergrunds abhängt? Sobald es ruppiger als Rasengitterstein, Schotter bis zu einer Korngröße von 4 cm oder Feldwege mit moderaten Schlaglöchern wird, plane ich eh das Bike zu schieben, zu tragen oder gleich einen anderen Weg zu nehmen.
Andererseits kommst du mit der Übersetzung (und der richtigen Fahrtechnik) so ziemlich überall hoch.
Ja, und das ist gleichzeitig Hauptgrund, warum das Grand Canyon in der engeren Auswahl gelandet ist.
Am Lenker ist doch mehr als genug Platz für Halterungen jeglicher Art.
Ja, wobei der Lenker des Pathlite ja nach außen hin dünner wird und ich ein wenig Bedenken habe, dort GPS, Smartphone, Licht und Klingel so anbringen zu können, dass es auch auf ruppigem Gelände gut hält. Beim Grizl würde ich das Smartphone wohl einfach in einer (möglichst kleinen) Oberrohrtasche verschwinden lassen.
Was auf den gezeigten Belägen Komfort bringt, ist Reifenbreite
Wenn ich nichts übersehen habe, wären beim Pathlite maximal 45 mm breite Reifen möglich und die verbauten Alexrims Laufräder sind sogar "tubeless ready"?
da wirst du mit einigermaßen vernünftigen Reifen (die an allen gezeigten Rädern Serie sind) die selben Strecken nur so hoch fliegen 😀
Da hätte ich natürlich nichts dagegen, aber auch wenn ich bisher kein Powermeter am Rad habe, würde es mich doch sehr wundern, wenn ich mit einem neuen Rad am Berg mehr als 10 % schneller als bisher wäre, denn rein rechnerisch entfallen in obigem Beispiel allein 215 W darauf, das Gesamtgewicht von 100 kg in den gut fünfeinhalb Minuten die rund 70 Höhenmeter hoch zu schaffen und auf dem Ergometer ist bei mir aller spätestens bei 250 Watt das Ende der Fahnenstange dessen, was ich wenigstens ein paar Minuten lang durchhalte, erreicht.
Danke!
Bzgl des Hügels auf deinem Diagramm: sind die 8% auf Asphalt oder Offroad?
Die 8 % waren auf Asphalt, aber gegen Ende des ersten Hügels (Kilometer 3.25 bis 3.50) war ein Abschnitt mit 5.8 % Steigung und grobem Schotter auf befestigtem Untergrund dabei, den ich ebenfalls mit 9.5 km/h hochgefahren bin. Da hätte ich mir durchaus breitere Reifen und etwas weniger Luftdruck gewünscht und war dankbar für den breiten Lenker.
es wird auch bald Herbst/Winter, da ist man für jeden Fitzel Traktion auf nassen Blättern und tiefen Böden dankbar, ebenso wie für die Untersetzung.
Was die Traktion anbelangt, sollten eigentlich alle oben genannten Räder für das, was ich damit vor habe, ausreichen, aber beim Grizl dürfte es - zumindest wenn ich gleich zu Beginn die härtesten Schotterpisten mit 14.5 % Steigung fahren wollen würde, was aber nicht unbedingt sein muss - mit der Untersetzung eng werden. Denn um da hochzukommen, müsste ich dann schon 1 - 2 Minuten lang im Wiegetritt um die 300 Watt bei einer 60er Kadenz durchhalten. Bei Nässe halte ich mich sowieso schwer zurück.
 
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ich fahre selbst ein Canyon Gravel mit Carbonfedersattelstütze und ebensolchen Lenker und 40mm Reifen mit wenig Luftdruck. Ja , das ist allemal komfortabler als ein Renner.
Aber es ist auch noch lange kein Hardtail mit 65mm Reifen und Federgabel!
Wenn es Dir nicht auf den Speed ankommt bist Du mit dem Grand Canyon einfach viel komfortabler unterwegs!
 
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Erstmal Kudos für deinen Beitrag, du hast dich ja echt reingekniet! 👍

...

Tipp aus der Praxis: fang erstmal an zu fahren. Mit zunehmenden Kilometern werden sich deine Präferenzen und Ansprüche konkretisieren/verschieben, da ist es gut, wenn noch genug Reserve für zukünftige Anpassungen im Sparstrumpf liegt.
Den kann ich mich nur anschließen :) !

Jedes der genannten Fahrräder wird eine deutliche Verbesserung darstellen - welche Richtung Dir letztlich zusagt, weißt Du (noch) nicht ... und "wir" auch nicht ;).

Ein Gravelrad mit Dropbar/Rennlenker kann auf den von Dir genannten Belägen schnell(er) gefahren werden, mit Reifen von 40mm (oder mehr) Breite gibt es auch etwas Komfort.
(Noch) mehr Komfort gibt es natürlich auf einem Hardtail mit Federgabel und noch breiteren Reifen - und Modelle wie der RaceKing von Conti haben einen sehr geringen Rollwiderstand :).
Mit Dropbar ist man wegen der Sitzposition trotzem schneller ...
Du wirst Dich entscheiden müssen :D, wo (jetzt) Deine Vorlieben liegen :cool: .
 
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Ich würde bei Ebay Kleinanzeigen nach gebrauchten Grand Canyon Rädern Ausschau halten. Da bekommst Du mit etwas Geduld für so 850 - 1000 Euro ein super Rad in Abholnähe.
Es gibt sehr viele wenig gefahrene Räder, die wegen Ebike rausfliegen.
Die Größe vorher auf der Canyon Seite feststellen. Dort wird die Rahmengröße in Abhängigkeit von Deiner Körperlänge angegeben, z.B. 184 - 192 = L (nur ein Beispiel, bitte dort schauen). Wenn Du da 'mittendrin' bist, stimmt das. Wenn Du an der Grenze bist, z.B. 191 hast Du das Problem L oder XL.
 
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Komfort hat auf den von Dir genannten Strassenbelägen mehr mit der Rahmengeometrie und Lenkerform zu tun. Ein Rennradlenker ist durch die vielen verschiedenen Griffpositionen auf langen Strecken für viele Radler bequemer.

Nun fährt man ja nicht in der Freizeit Rad um Komfort zu erleben, sondern um z.B. in der Natur zu sein oder sich sportlich zu betätigen oder Nervenkitzel zu erleben, oder...
Das Grizl ist gut für längere Touren auf guten Wegen. Das MTB erschließt dir Weg und Erlebnisse, die Du Dir wahrscheinlich noch gar nicht vorstellen kannst.
Wofür das dritte Rad gut ist, erschließt sich mir nicht so ganz.
 
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ich fahre selbst ein Canyon Gravel mit Carbonfedersattelstütze und ebensolchen Lenker und 40mm Reifen mit wenig Luftdruck. Ja , das ist allemal komfortabler als ein Renner.
Aber es ist auch noch lange kein Hardtail mit 65mm Reifen und Federgabel!
Wenn es Dir nicht auf den Speed ankommt bist Du mit dem Grand Canyon einfach viel komfortabler unterwegs!
Ja, aber... nach 2, 3, 4 Stunden bzw. ab 40, 50, ... km wendet sich das Blatt zugunsten des Gravels. Dann kommen der Lenker mit den zahlreichen Griffpositionen, die vorgeneigte Haltung und der flottere Antritt zum tragen.

Anders formuliert: mit dem MTB reichen mir die halbe Zeit und die halben km, um abends genauso platt vom Rad zu steigen, wie vom Rennrad... :D
 

cjbffm

26 Zoll lebt!
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Punkfurt^^ Preuße aus~
Denn mit meinem alten Rad habe ich mich schon bei obiger Minitour mehrfach dabei ertappt, leicht aus dem Sattel zu gehen, um meinem verwöhnten Hinterteil eine Auszeit von den Schlaglöchern zu gönnen.
Das hast Du völlig richtig gemacht, denn dadurch entlastest Du nicht nur deine Gelenke und Bandscheiben von den Stößen, sondern Du entlastest damit genausogut auch dein Rad (die Laufräder, den Rahmen und die Lager).

Ich gehe schon immer bei Schlaglöchern, vor Kanten und beim Überfahren von Schienen aus dem Sattel und mir ist es höchst rätselhaft, warum das die meisten anderen nicht tun.

Zum Thema: Ich würde mir etwas mit Federgabel zulegen, denn damit ist man aus meiner Sicht für alles gerüstet.
Wenn Du allerdings wirklich rauhe Oberflächen meidest und auch den Wartungs- und Pflegeaufwand gering halten möchtest, nimm besser etwas ohne Federgabel. - Daß Du ein Gravelbike nehmen sollst, habe ich damit allerdings noch lange nicht gesagt... :D (Man beachte auch den völlig überzogenen Preis! :spinner:- Oder besteht der Rahmen aus einer Goldlegierung?)
 
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(Man beachte auch den völlig überzogenen Preis! :spinner:- Oder besteht der Rahmen aus einer Goldlegierung?)
Äpfel vs. Birnen
...bzw. - je nachdem, welche Modelle man miteinander vergleicht - Carbon+Rennradgruppe vs. Alu+MTB-Gruppe, DT-Swiss Laufräder vs. Alexrims+Shimano-Nabe, Vollcarbongabel vs. Suntour Low-End-Federgabel, Ultegra Bremsen vs. MT200/400 ... usw.

Und ja: die Neuradpreise explodieren seit Corona. Das Grizl hätte es 2019 wahrscheinlich für 2200€ gegeben.
 
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Carbonsattelstütze mit Blattfederkonzept bereits ein deutliches Plus an Fahrkomfort bedeuten würde.
Anmerkung: Die funktionieren nicht gut, sobald dein fahrfertiges Gewicht die 100kg reißen. Dann hat dass eher was von Wippe ;)
Bei deinen 86kg, wenn der Wert aus dem Rechner korrekt ist, funktionieren sie aber afaik gut.
 
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Bei mir (knapp die 100kg ohne Rucksack) funktioniert die prima!?
Canyon et al. gibt ja auch eine Belastungsgrenze von 120kg (inkl. Bike) an, d.h. etwa 110kg Fahrergewicht.
Ältere Modelle hatten weniger.
Das ist auch etwa die Grenze.
Wenn du keine Probleme hast, freut mich das. Gibt genügend die mit dem Wippverhalten in der Gewichtsklasse nicht zurecht kommen.
 
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15. März 2021
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Für die Variante MTB will ich mal noch das Orbea Alma in den Ring werfen;) Das Rad habe ich mir nach Empfehlung hier im Forum letztes Jahr gekauft und bin damit sehr glücklich. Sportlich-straff abgestimmt für ein MTB und dadurch auch etwas fürs "Strecke machen". Nebenbei ist der Rahmen auch optisch sehr ansprechend. In der Carbon-Version z.B. hier: https://www.mammothbikes.com/de/orb...3XQHPfdIb_eeY3rczZQ-uWemBHoRPEcxoCdkAQAvD_BwE

Ich habe das Rad mit dem Orbea Dropper Post genommen und finde den für den Trailgebrauch auch super. Für Schotterwege würde ich aber keinen Dropper nehmen, eigentlich nur wenn es etwas technisch und/oder steil wird.

Ich habe zusätzlich vor kurzem aber auch bei einem Rennrad bzw. Allroad-Bike zugeschlagen, weil ich für sportlichere Trainingsfahrten auf der Straße einfach Lust auf ein entsprechendes Rad hatte. Und dafür macht mir persönlich das Rad ohne Federgabel, mit Drop Bars und dünneren Reifen doch deutlich mehr Spaß.

Ich finde das Grizl auch cool, das ist ja die Kategorie zwischen Rennrad und MTB. Wenn du wirklich gar keine Trails fahren willst, würde ich mich wahrscheinlich eher für das Gravelbike entscheiden. Aber mir gefällt generell auch die sportlichere Sitzposition/Abstimmung. Das MTB ist auf jeden Fall vielseitiger, wenn du doch eher auch sehr groben Schotter und Waldwege mit ordentlichen Wurzeln/Steinen fahren willst. In dem Terrain gibt es mehr Sicherheit/Kontrolle/Komfort und natürlich hat es auch 1-2 leichtere Gänge für harte Steigungen.
 
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Ich klinke mich mal unverschämterweise ein. Ich kann dem nur zustimmen. Ich bin das Alma in unmittelbarem Vergleich mit dem Orbea Terra gefahren. Die Entscheidung war sehr knapp zugunsten des Terra, das Alma ist ein sehr schönes Rad mit dem man echt Gas geben kann. Wenn es passt ist das eine ernsthafte Option.
 
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Da hätte ich natürlich nichts dagegen, aber auch wenn ich bisher kein Powermeter am Rad habe, würde es mich doch sehr wundern, wenn ich mit einem neuen Rad am Berg mehr als 10 % schneller als bisher wäre, denn rein rechnerisch entfallen in obigem Beispiel allein 215 W darauf, das Gesamtgewicht von 100 kg in den gut fünfeinhalb Minuten die rund 70 Höhenmeter hoch zu schaffen und auf dem Ergometer ist bei mir aller spätestens bei 250 Watt das Ende der Fahnenstange dessen, was ich wenigstens ein paar Minuten lang durchhalte, erreicht.

Danke!

Die 8 % waren auf Asphalt, aber gegen Ende des ersten Hügels (Kilometer 3.25 bis 3.50) war ein Abschnitt mit 5.8 % Steigung und grobem Schotter auf befestigtem Untergrund dabei, den ich ebenfalls mit 9.5 km/h hochgefahren bin. Da hätte ich mir durchaus breitere Reifen und etwas weniger Luftdruck gewünscht und war dankbar für den breiten Lenker.

Was die Traktion anbelangt, sollten eigentlich alle oben genannten Räder für das, was ich damit vor habe, ausreichen, aber beim Grizl dürfte es - zumindest wenn ich gleich zu Beginn die härtesten Schotterpisten mit 14.5 % Steigung fahren wollen würde, was aber nicht unbedingt sein muss - mit der Untersetzung eng werden. Denn um da hochzukommen, müsste ich dann schon 1 - 2 Minuten lang im Wiegetritt um die 300 Watt bei einer 60er Kadenz durchhalten. Bei Nässe halte ich mich sowieso schwer zurück.
Blöde Frage: Wie lang sind deine Runden eigentlich, mit wieviel Sattelzeit oder Km pro Woche rechnest du? Du legst da einen Grad an Professionalisierung hin, dass mir schwindelig wird.... ;)
 

mw.dd

Betretungsrechtsextremist
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Ich möchte mit dem neuen Rad vor allem auf hügeligen Waldautobahnen Dampf machen und bei notfalls stark reduzierter Geschwindigkeit möglichst wenig in der Wahl der Wege beschränkt sein. Wobei der Anteil unbefestigter Wege an der Gesamtstrecke im Mittel bei etwa 50 % liegen dürfte. Trails sind dabei genauso ausgeschlossen wie pures auf der Straße fahren. Loser Schotter mit bis zu 4 cm großen Steinen wird voraussichtlich das höchste der Gefühle sein, was ich dem Rad und mir antun werde.
Ich bin für ein Rad in der Art des Grand Canyon, allerdings nicht unbedingt für den Hersteller Canyon; Alternativen wurden hier ja schon genannt.
Ein MTB-HT ist (je nach Reifenwahl) nur auf Asphalt gegenüber dem Gravel im (leichten) Nachteil; alle andere Untergründe kann es entweder genauso gut oder besser. Dazu kommt beim Gravel der Lenker, der insbesondere für wenig Geübte auf schlechten Wegen für zusätzliche Unannehmlichkeiten auf Grund schlechterer Kontrollierbarkeit sorgt.
Wegen des geringen Mehrgewichtes würde ich mir wenig Gedanken machen; so oft wird das mit dem "Schieben/Tragen" bei den Wegen, die Du zu fahren beabsichtigst hoffentlich nicht vorkommen.
 
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Ich würde bei Ebay Kleinanzeigen nach gebrauchten Grand Canyon Rädern Ausschau halten. Da bekommst Du mit etwas Geduld für so 850 - 1000 Euro ein super Rad in Abholnähe.
Die Kleinanzeigen werde ich im Blick behalten, aber aktuell ist der Markt hier in der Gegend leider bis auf ein paar Fullys ziemlich leer gefegt. Dafür habe ich im Canyon Outlet gerade ein Grand Canyon AL SL 9.0 entdeckt.
Wenn Du allerdings wirklich rauhe Oberflächen meidest und auch den Wartungs- und Pflegeaufwand gering halten möchtest, nimm besser etwas ohne Federgabel.
Wenn ich einen Querschnitt aus dem Wie ernst nehmt Ihr die Wartungsintervalle (Dämpfer + Gabel)? Thread bilde, dann sollte ich wohl bei meinem geplanten Nutzungsszenario mit einem "kleinen Service" pro Saison einige Jahre durchkommen.
Wie lang sind deine Runden eigentlich, mit wieviel Sattelzeit oder Km pro Woche rechnest du?
Für den Anfang rechne ich mit einer Sattelzeit von etwa drei Stunden pro Woche, in der Regel verteilt auf zwei Wochentage, also allerhöchstens 75 km pro Woche und auch nie mehr als das an einem Stück.
Du legst da einen Grad an Professionalisierung hin, dass mir schwindelig wird...
Vermutlich übertreibe ich in der Hinsicht ein wenig, aber das macht für mich einen Teil des Spaßes aus.
allerdings nicht unbedingt für den Hersteller Canyon
Aufgrund etwaiger Probleme mit der Qualitätssicherung, von denen hier häufiger berichtet wird?
Ein MTB-HT ist (je nach Reifenwahl) nur auf Asphalt gegenüber dem Gravel im (leichten) Nachteil; alle andere Untergründe kann es entweder genauso gut oder besser.
Ja, das sehe ich mittlerweile genauso und eure Anregungen haben mich noch nachdenklicher gestimmt, ob ich mein Glück statt mit einem Gravel nicht doch lieber zuerst mit einem MTB-HT versuchen sollte. Aber wenn ich mir den Gravel Bike vs. XC-Hardtail im Test: Das Duell der Disziplinen Thread ansehe, dann bin ich mit dem "Problem" offenbar in bester Gesellschaft.
Dazu kommt beim Gravel der Lenker ...
Ja, wobei der Rennradlenker gleichzeitig einer der Hauptgründe ist, warum mich das Gravel fasziniert.
so oft wird das mit dem "Schieben/Tragen" bei den Wegen, die Du zu fahren beabsichtigst hoffentlich nicht vorkommen.
Auf einer meiner Lieblingsstrecken liegt so eine Treppe, da würde ich das Rad auf die Schulter nehmen:
treppe.jpg
 
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Man beachte auch den völlig überzogenen Preis!
Wobei das Grand Canyon 9 und das Grizl 7 preislich gleichauf liegen und zumindest meinem laienhaften Verständnis nach beide in Sachen Preisleistung durchaus konkurrenzfähig sind.
Nach dem Bild: MTB
Ja, wobei die Treppe zwei gut gepflegte Waldautobahnen miteinander verbindet und es denke ich schon einen großen Unterschied macht, ob ein Bike 9 kg wiegt und man es aufgrund der Rahmengeometrie schön über die Schulter legen kann oder ob es 14 kg wiegt und man zwei Hände braucht, um es zu tragen.
 
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31. August 2021
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Treppe runter brauchst Du mit dem MTB nicht absteigen. Vielleicht findet sich auch in der Nähe ein Trampelpfad, dann musst Du gar nicht tragen.
Und statt tragen geht auch schieben.
 
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