Bikebergsteigen, Bikepark, Trails, Jumplines. Alles mit einem Rad möglich?

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Hallo,

ich oute mich mal als kompletter MTB Noob, besonders was das Thema Material angeht. Fahren geht schon irgendwie.

Ich hab seit ein paar Monaten ein XC HT und bin davor jahrelang intensiv Rennrad gefahren (mach ich auch immer noch), finde aber mehr und mehr Spaß am MTB. In der Jugend bin ich Freestyle BMX gefahren, ein wenig Fahrtechnik ist also noch in Ansätzen vorhanden.

Zu Hause fahr ich lokale Trails und kleinere Jumps und das geht soweit noch mit dem HT, auch wenn man schon öfter merkt, dass das Rad und ich am Limit sind.

Jetzt war ich eine Woche in Südtirol und bin zum ersten mal in den "richtigen" Bergen mit dem MTB unterwegs gewesen. Grobe, lose, steile Schotterwege bergauf und zum Teil schwierige, steinige und lange Trails bergab. Und im Endeffekt war mein Rad permanent am oder über dem Limit. Selbst wenn es technisch nicht zu anspruchsvoll war, macht einen das dauerhafte Gerüttel einfach fertig.

Nur für zu Haue würd ich mir jetzt kein neues Rad kaufen und ich will mein relativ leichtes HT nicht missen, selbst wenn ich mit einem Trailbike sicher teilweise mehr Spaß hätte. Aber ich verbringe im Jahr 1-2 Monate in Südtirol, im Winter Skitouren gehen, im Sommer Rennradfahren und Bergsteigen. Diese Aktivitäten würde ich gerne auch mit dem MTB machen, also auch mal mit dem Rad auf einen Berg steigen und runter fahren. Und natürlich dort einfach Touren und Trails fahren. Daher denke ich, dass der Kauf eines passenden Rades durchaus Sinn machen würde.

Ich denke bei dem Anforderungsprofil wäre ein Enduro am sinnvollsten, auch wenn ich wie gesagt keine Ahnung vom Material habe.
Es wäre halt super, wenn ich mit einem Rad so gut wie alles abdecken könnte, aber im schwierigen Gelände keine Kompromisse eingehen muss. Toll wäre halt, wenn das Rad zu Hause nicht nur rumsteht, sondern auch dort zum Einsatz kommen könnte, in schwierigeren Trails und zum Springen.
Ist das sinnvoll möglich, oder bräuchte man dafür schon wieder 2 Räder, ein Enduro und ein Trailbike?

Außerdem ist mir die Herangehensweise an die Auswahl und den Kauf absolut unklar, also wie ich das richtige Rad für mich finden kann. Im Rennradbereich weiß ich was mir passt und welches Material für was geeignet ist, da baue ich auch alle Räder selbst auf und stelle alles selbst ein und repariere alles selbst.

Aber im MTB Bereich fehlt mir sowohl die Kenntnis über das Material als auch die schrauberische Erfahrung.
Ich stelle vermutlich die typische Anfängerfrage nach der eierlegenden Wollmilchsau, die man wohl nur mit einem entschlossenen "nein" beantworten kann :D

Vielen Dank schonmal
 
Hilfreichster Beitrag geschrieben von ExcelBiker

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Du wirst vermutlich weder mit Trailbike, noch mit Enduro etwas falsch machen, mit beidem lässt sich grundsätzlich alles fahren. Auf verblocktem Gelände ist ein Enduro aber schneller, weniger kräftezehrend und es bietet mehr Reserven wenn ein Sprung mal nicht ganz klappt.
Der Nachteil ist, dass der viele Federweg das Bike auf weniger anspruchsvollen Trails träger macht und sich das Trailbike spritziger fährt, wodurch es da mehr spaß machen kann. Beides brauchst du nicht, für Zuhause reicht dir ja meistens das Hardtail.

Außerdem ist mir die Herangehensweise an die Auswahl und den Kauf absolut unklar, also wie ich das richtige Rad für mich finden kann. Im Rennradbereich weiß ich was mir passt und welches Material für was geeignet ist, da baue ich auch alle Räder selbst auf und stelle alles selbst ein und repariere alles selbst.

Aber im MTB Bereich fehlt mir sowohl die Kenntnis über das Material als auch die schrauberische Erfahrung.
Die Technik unterscheidet sich eigentlich nicht großartig vom Rennrad, wenn du dir Rennräder selbst aufbaust, gehen auch MTBs problemlos.
Die Komponenten aber schon. Wie hoch ist dein Budget? Wie beim Rennrad gilt aber hier auch, dass Selbstaufbauen teurer wird als ein Komplettrad.

Aber im MTB Bereich fehlt mir sowohl die Kenntnis über das Material als auch die schrauberische Erfahrung.
Ich stelle vermutlich die typische Anfängerfrage nach der eierlegenden Wollmilchsau, die man wohl nur mit einem entschlossenen "nein" beantworten kann :D
Ne, ist keine Typische Anfängerfrage, du suchst auch keine eierlegenden Wollmilchsau. Bei solchen Fragen antworte ich normalerweise mit lieber etwas zu wenig Bike als zu viel und dass das Gewicht ziemlich Egal ist.

Bei dir würde ich dagegen sagen ein möglichst leichtes Enduro oder Trail bike am oberen Ende.
Wenn du das Bike den Berg hoch trägst macht das Gewicht schon etwas mehr aus.
 
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Danke für deine Antwort!

Übers Budget hab ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht, ebenso ob Neurad, Gebrauchtrad oder Selbstaufbau. Ich bin mir aber bewusst, dass es nicht billig werden wird und die momentane Situation auf dem Bikemarkt nicht gerade schnäppchenträchtig ist.
Grundsätzlich möchte ich aber schon etwas Ordentliches und nicht nach ein paar Fahrten das Gefühl haben, dass ich doch hätte etwas weiter oben ins Regal greifen sollen...
Ich hab mir gerade mal das Liteville 301 MK15 auf deren HP angesehen. Geiler Bock, aber geht halt auch gleich richtig ins Geld.

Ich bin gerade erst aus dem Urlaub zurück mit dem Aha Moment im Gepäck, dass ich ein neues Bike brauche und am Anfang der Findungsphase was es denn genau werden soll.
Ich werde mich auch mal bei Bekannten umhören und mir vielleicht mal ein Enduro- und ein Trailbike leihen um zu sehen, was sich genau wie anfühlt.
 

mw.dd

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Mit so einer überbordenden Resonanz hab ich allerdings nicht gerechnet 🙈
Nun ja, der Titel Deines Threads klingt ein bisschen nach Einsteiger, der keine Ahnung hat, aber alles gleichzeitig will. Die gibt es schon ein paarmal, meist ohne Ergebnis. Es wäre besser gewesen, da konkreter zu werden und sich vorher hier ein wenig zu informieren, damit man die Begrifflichkeiten passend setzt.

Die Antwort auf die Titelfrage wäre jedenfalls "jein". ;)

Mit "Südtirol" und "Trails" und "Allround" bist Du aus meiner Sicht jedenfalls schon recht klar an irgendwas mit 140-160mm Federweg. 301 kann man nehmen; für mich wäre es aber bei ausreichend Budget und Eigenaufbau entweder das Last Glen oder - wenn es Carbon sein soll - der hier:
 

polo

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was sind das für trails daheim und in südtirol? welche % fahrverteilung erwartest du? bist du eher bereit daheim oder im urlaub kompromisse einzugehen? hast du mal - gerade in den alpen - andere mtbs getestet?
 
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was sind das für trails daheim und in südtirol? welche % fahrverteilung erwartest du? bist du eher bereit daheim oder im urlaub kompromisse einzugehen? hast du mal - gerade in den alpen - andere mtbs getestet?

Ich bin u.a. die Sella Ronda MTB im Uhrzeigersinn bei z.T. miesem Wetter (erst feuchter Untergrund, dann Regen) mit dem HT und XC Bereifung gefahren.
Am Tag vorher hatte ich mir überlegt, evtl ein Enduro zu leihen, um mal reinzuschmecken, hab es aber dann leider wieder vergessen.


Ich werde demnächst die Möglichkeit haben ein Specialized Enduro, ein Stumpi Evo, ein Propail Tyee und ein Canyon Torque zu fahren, ich denke dann weiß ich mehr in welche Richtung es gehen soll.

Das LV 301 mk15 kam mir in den Sinn, weil ich auch einfach gerne bergauf fahre, bzw. das ist was ich auf dem RR am besten kann. Ich bin einfach eine Bergziege. Und was ich so gelesen habe, ist das für ein waschechtes Enduro ein sehr guter Allrounder, der auch bergauf noch Spaß macht.

Kompromisse möchste ich am ehesten zu Hause eingehen, denn wenn es zu leicht wird kann ich immer noch zum HT greifen, auch wenn ich dann evtl wieder underdressed bin.

..oder - wenn es Carbon sein soll - der hier:
Das sieht schon nicht uninteressant aus. Ich hab mir u.a. aus einem FM-008 ein Bergrad aufgebaut und fahr das seit 4 Jahren begeistert. Ich habe also keine Scheu vor "Chinarahmen".
Könnte mir auch vorstellen, dass man durch entsprechende Angebote für Komponenten (Dämpfer & Gabel von RCZ z.B.) billiger wegkommt, als mit einem Komplettrad.

Meine Rennräder sind alle selbst aufgebaut deutlich günstiger geworden als entsprechende Kompletträder.
 
Zuletzt bearbeitet:

mw.dd

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Könnte mir auch vorstellen, dass man durch entsprechende Angebote für Komponenten (Dämpfer & Gabrl von RCZ z.B.) billiger wegkommt, als mit einem Komplettrad.
Billiger als komplett geht nur mit Schnäppchenjagd auf dem Gebrauchtmarkt, aber Du hast ja Zeit. Bikemarkt, ebay ka etc... Wobei: Wenn ich die ganzen Newsletter, die ich so aus den diversen Shops bekomme richtig interpretiere müssen die Lager gerade geleert werden ;)
 
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Billiger als komplett geht nur mit Schnäppchenjagd auf dem Gebrauchtmarkt, aber Du hast ja Zeit. Bikemarkt, ebay ka etc... Wobei: Wenn ich die ganzen Newsletter, die ich so aus den diversen Shops bekomme richtig interpretiere müssen die Lager gerade geleert werden ;)
Das Problem dabei ist halt wieder, dass ich wenig Ahnung von den MTB Komponenten, gerade Gabeln und Dämpfern habe. Und es vermutlich wie bei Innenlagern für Rennräder zig Standards gibt, die das ganze zusätzlich erschweren.

Achja, da ich das Rad wohl auch mal den Berg hochtragen muss, wären mir 13kg lieber als 17. Macht das Ganze wohl nicht leichter (pun intended)...
 

polo

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Ich bin u.a. die Sella Ronda MTB im Uhrzeigersinn bei z.T. miesem Wetter (erst feuchter Untergrund, dann Regen) mit dem HT und XC Bereifung gefahren.
die tour kenne ich nicht. dem i-net zu folge wärst du da aber mit enduro deutlich overbiked. schau', dass du die leihräder in richtung des passenden terrains testest. auch damit du einen eindruck bekommst, was du wirklich fahren willst.
 

shibboleth

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Da du kein Budget genannt hast, hier mal was ich mir bei unbegrenztem Budget und deinem Anforderungsprofil aufbauen würde:

Rahmen: Last Cinto
Fahrwerk: Rockshox Lyrik vorne, Rockshox Superdeluxe hinten (oder evtl. DVO Diamond/Topaz; mag Fox nicht, zu teuer)
Laufräder: PI Rope RL One A.30
Antrieb: SRAM GX Schaltwerk (tut nicht weh wenns kaputtgeht), X01 Trigger (mag den verstellbaren Hebel), XX1 Kassette+Kette (weils ewig hält), billiges SRAM NX Stahl-Kettenblatt (weils ewig hält)
Kurbel: Cane Creek eeWings (oder Intend Rocksteady wenn's nicht ganz so sinnlos teuer sein soll, dann geht halt nur mein Lieblingskettenblatt nicht weil falsche Aufnahme) und halt passendes BSA-Tretlager
Bremsen: Shimano XT 4-Kolben, mit den größtmöglichen Scheiben (aber das ist ja auch sehr Geschmackssache, und wirklich schlechte Bremsen gibts eigentlich nicht wenn man nicht gerade ins günstige Einsteiger-Regal greift...)
Cockpit: Newmen Evo SL 318.4 Vorbau 40mm, Newmen Alu-Lenker (weil ich keinen Carbonlenker will)
Dropper: ICH würde nen Fox Transfer nehmen weil keine Gewichtsbeschränkung, das Forum würde ne Bikeyoke nehmen

Die Kiste wäre für das was sie kann ziemlich leicht, und deckt eigentlich alles ab was du so tun willst. Ob du jetzt 170 oder 160mm vorne hast sollte wurscht sein (sonst wäre das Last Tarvo auch hübsch und wenn dir 160 vorne zu viel erscheint nimmste halt das Asco), und wenn du es zuhause knackiger willst und kein all zu schluckfreudiges Fahrwerk brauchst, stimmste es härter ab und go. Das funktioniert selbst bei meinem 18kg-Schlachtschiff Nicolai G1 super, einfach bei Gabel und Dämpfer bissel Low Speed Compression rein für mehr Gegenhalt, zweiter LRS mit Trailreifen und schon geht die Kiste lächerlich flott nach vorne.

Ich selbst würde mir das niemals so aufbauen weil ich viel zu schwer dafür bin :D aber so sähe das aus, wenn ich das vor hätte was du vorhast.
 
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Ich wiege zwischen 62 und 65kg, je nach Jahreszeit. Gewichtsbeschränkung gibts nur beim Rad, nicht bei mir :D

Das hat bergauf Vorteile, bergab werd ich halt extra hart durchgerüttelt. Daher auch der Impuls zum Enduro statt zum Trailbíke. Beim Ötztaler qualifizier ich mich regelmäßig für den ersten Startblock, bergauf bin ich wohl auch mit einem nicht ganz leichten Rad noch schneller als der durchschnittliche Bikeparknutzer.
 
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Hm, bin etwas verwundert, daß es hier immer nur um Trail-Bike oder Enduro geht. Die passende Kategorie wäre doch All-Mountain?!
Ich bin selbst knapp 4 Jahre ein Trail-Bike gefahren und habe nun auf ein All-Mountain gewechselt, damit ich meinen Sohn im Bike-Park auch besser mitkomme. 😝
Dabei habe ich darauf geachtet, daß das neue Bike sowohl gut klettern kann, als auch im Downhill gut funktioniert und schöne 150 mm Federweg hat.
 

shibboleth

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Meine Frau wiegt 65kg und war mit einem 2019er Santa Cruz Hightower LT in Finale Ligure und am Reschenpass unterwegs. Keine Probleme. Das war 2019 ein Enduro, würde heute mit 150 v+h eher als Allmountain oder bei manchen Herstellern sogar schon als Trailbike durchgehen. ;)
Ich denke dass du mit sowas gut bedient wärst. Wenn du mit 150 v/h durchgerüttelt wirst liegt das nicht an deinem Gewicht, sondern an schlechter Fahrwerksabstimmung. Ob du da vorne jetzt 150, 160 oder 170 hast ist echt nicht so erheblich. Ich find 160 vorne und 140-150 hinten als AM-Bike eigentlich echt super. Ich wiege doppelt so viel wie du und es gab vor zwei Jahren einfach nix, was sich in der Richtung schön aufbauen und abstimmen lässt und wo mir der Rahmenhersteller sagt "mach mal, das hält", deswegen hab ich ein fettes, schweres Enduro (passt zu mir). Wenn ich in deiner Gewichtsklasse unterwegs wäre, würd ich mir genau die Kiste von oben aufbauen.
 
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Na ich würde schon noch ein bisschen mehr spezifizieren, was du genau machen willst. Bike-Bergsteigen ist tatsächlich mehr Bike hochtragen und teils sehr technische (sprich verblockt, steil und mit engen Kehren) Wege wieder runter fahren. Das meist recht langsam, da Terrain auch mal ausgesetzt und eben steil. Geht in Richtung Trial. Diejenigen, die sich tatsächlich darauf verlegen, fahren gerne mal Hardtail, weil leichter (-> viel Tragen) und man beim sogenannten Stolperbiken hinten eh nicht unbedingt viel Federung braucht. (Vorne dann übrigens auch eher weniger Federweg, weil sonst im sehr steilen Gelände die Gabel zu stark wegtaucht.)

Sella Ronda kann man ganz unterschiedlich fahren, geht aber insgesamt eher in Richtung Bike Park. Da ist die Bandbreite recht groß von eher recht glattgebügelten Strecken (gerne als Flow Trail bezeichnet), das teils mit hohem Anteil an Sprüngen, bis hin zu eher ruppigen, natürlicheren Strecken, die man aber recht schnell fahren kann (wenn man es kann), weil eben angelegt als Bike Strecke und man daher nicht unbedingt mit bösen Überraschungen rechnen muss. Für diesen Bereich empfiehlt sich ein Enduro, also Federweg so 160/170 mm, sonst wird das für Körper und Material schnell anstrengend. Für Enduro nutzt man gerne auch mal Lifte als Aufstiegshilfe, da kommen dann schnell viele Tiefenmeter zusammen. (Selbst wenn du gerne selbst hoch trittst, wird es dich schnell nerven, wenn du dann auf den Trails immer mit Massen unterwegs bist, die alle mit der Bahn hochgefahren sind. Es sei denn, du gehst gerne Skitouren in Skigebieten, dann bist du anders 🙂)

Dazwischen gibt es dann noch die klassischen Trail/All Mountain Fahrer, die eigentlich alles selbst hochtreten (aber eben bevorzugt fahren und nicht tragen) und dann bevorzugt Wanderwege wieder runter fahren, die jetzt nicht ganz so technisch wie manche Stolperbike-Trails sind, die man aber auch nicht so schnell wie fürs Biken angelegte Strecken fahren kann, allein schon weil man immer mit Wanderern rechnen muss und ganz allgemein nicht weiß, was kommt. Da bist du mit einem Trailbike mit 130-140 mm gut beraten.

Das Trailbike ist, je nachdem wie man die Geo und Komponenten auswählt, wahrscheinlich das Bike mit der größten Vielseitigkeit, sprich du kannst damit auch Bike Bergsteigen oder Park Shredden, wenn auch immer mit ein paar Einschränkungen. Ob man ein ausgewachsenes Trail-duro, das zwangsweise etwas schwerer ist, lange hochschleppen will, muss man wissen, und wenn man ein auf leicht getrimmtes Trailbike ausgiebig durch den Park prügelt, wird es vielleicht nicht so lange halten. Machen kann man aber beides.

Für Südtirol und mit deinem Hintergrund würde ich dich entweder Richtung Trailbike oder tatsächlich Bike-Bergsteigen stecken. Enduro ist halt eher Skigebiet als Skitouren. 🙂

Wenn es dir Spaß macht zu schrauben, würde ich selbst aufbauen, dann weißt du auch gleich über dein Rad Bescheid, und so viel anders als Rennrad ist das auch nicht. Empfehlenswert ist ein Tretlager zum Schrauben, da gibt es einen einheitlichen Standard (BSA). Sonst ist das eigentlich ziemlich straight forward. Wenn du dann nicht auf absoluten Leichtbau aus bist, kannst du das preislich auch ganz gut hinbekommen. Mittlerweile bekommt man auch wieder die meisten Komponenten, das war im letzten Jahr teils ein sehr limitierender Faktor für Selbstaufbau-Projekte.

Wenn es ein leichter, bezahlbarer Trail-Rahmen zum selbst aufbauen sein soll, fällt mir vor allem das Propain Hugene ein. Der ist Carbon und nicht übertrieben teuer, und von allem was man hört ein echt gutes Bike sowohl bergauf als auch bergab, was Kinematik und Geometrie betrifft. Ansonsten gibt es eine recht große Anzahl von interessanten Alu-Rahmen zB von Ibis, Banshee, Last, Nicolai, MDE, Raaw, … Die sind allerdings auch nicht wirklich günstiger (manche sogar teurer) und teils deutlich schwerer.
 
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Hm, bin etwas verwundert, daß es hier immer nur um Trail-Bike oder Enduro geht. Die passende Kategorie wäre doch All-Mountain?!
Ich bin selbst knapp 4 Jahre ein Trail-Bike gefahren und habe nun auf ein All-Mountain gewechselt, damit ich meinen Sohn im Bike-Park auch besser mitkomme. 😝
Dabei habe ich darauf geachtet, daß das neue Bike sowohl gut klettern kann, als auch im Downhill gut funktioniert und schöne 150 mm Federweg hat.
All Mountain ist doch schon seit Jahren tot ;)
Laut MTB-News ist alles von 125 - 150mm am Heck ein Trailbike
Darüber Enduro und Darunter Down Country.
 
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Na ich würde schon noch ein bisschen mehr spezifizieren, was du genau machen willst. Bike-Bergsteigen ist tatsächlich mehr Bike hochtragen und teils sehr technische (sprich verblockt, steil und mit engen Kehren) Wege wieder runter fahren. Das meist recht langsam, da Terrain auch mal ausgesetzt und eben steil. Geht in Richtung Trial. Diejenigen, die sich tatsächlich darauf verlegen, fahren gerne mal Hardtail, weil leichter (-> viel Tragen) und man beim sogenannten Stolperbiken hinten eh nicht unbedingt viel Federung braucht. (Vorne dann übrigens auch eher weniger Federweg, weil sonst im sehr steilen Gelände die Gabel zu stark wegtaucht.)

Sella Ronda kann man ganz unterschiedlich fahren, geht aber insgesamt eher in Richtung Bike Park. Da ist die Bandbreite recht groß von eher recht glattgebügelten Strecken (gerne als Flow Trail bezeichnet), das teils mit hohem Anteil an Sprüngen, bis hin zu eher ruppigen, natürlicheren Strecken, die man aber recht schnell fahren kann (wenn man es kann), weil eben angelegt als Bike Strecke und man daher nicht unbedingt mit bösen Überraschungen rechnen muss. Für diesen Bereich empfiehlt sich ein Enduro, also Federweg so 160/170 mm, sonst wird das für Körper und Material schnell anstrengend. Für Enduro nutzt man gerne auch mal Lifte als Aufstiegshilfe, da kommen dann schnell viele Tiefenmeter zusammen. (Selbst wenn du gerne selbst hoch trittst, wird es dich schnell nerven, wenn du dann auf den Trails immer mit Massen unterwegs bist, die alle mit der Bahn hochgefahren sind. Es sei denn, du gehst gerne Skitouren in Skigebieten, dann bist du anders 🙂)

Dazwischen gibt es dann noch die klassischen Trail/All Mountain Fahrer, die eigentlich alles selbst hochtreten (aber eben bevorzugt fahren und nicht tragen) und dann bevorzugt Wanderwege wieder runter fahren, die jetzt nicht ganz so technisch wie manche Stolperbike-Trails sind, die man aber auch nicht so schnell wie fürs Biken angelegte Strecken fahren kann, allein schon weil man immer mit Wanderern rechnen muss und ganz allgemein nicht weiß, was kommt. Da bist du mit einem Trailbike mit 130-140 mm gut beraten.

Das Trailbike ist, je nachdem wie man die Geo und Komponenten auswählt, wahrscheinlich das Bike mit der größten Vielseitigkeit, sprich du kannst damit auch Bike Bergsteigen oder Park Shredden, wenn auch immer mit ein paar Einschränkungen. Ob man ein ausgewachsenes Trail-duro, das zwangsweise etwas schwerer ist, lange hochschleppen will, muss man wissen, und wenn man ein auf leicht getrimmtes Trailbike ausgiebig durch den Park prügelt, wird es vielleicht nicht so lange halten. Machen kann man aber beides.

Für Südtirol und mit deinem Hintergrund würde ich dich entweder Richtung Trailbike oder tatsächlich Bike-Bergsteigen stecken. Enduro ist halt eher Skigebiet als Skitouren. 🙂

Wenn es dir Spaß macht zu schrauben, würde ich selbst aufbauen, dann weißt du auch gleich über dein Rad Bescheid, und so viel anders als Rennrad ist das auch nicht. Empfehlenswert ist ein Tretlager zum Schrauben, da gibt es einen einheitlichen Standard (BSA). Sonst ist das eigentlich ziemlich straight forward. Wenn du dann nicht auf absoluten Leichtbau aus bist, kannst du das preislich auch ganz gut hinbekommen. Mittlerweile bekommt man auch wieder die meisten Komponenten, das war im letzten Jahr teils ein sehr limitierender Faktor für Selbstaufbau-Projekte.

Wenn es ein leichter, bezahlbarer Trail-Rahmen zum selbst aufbauen sein soll, fällt mir vor allem das Propain Hugene ein. Der ist Carbon und nicht übertrieben teuer, und von allem was man hört ein echt gutes Bike sowohl bergauf als auch bergab, was Kinematik und Geometrie betrifft. Ansonsten gibt es eine recht große Anzahl von interessanten Alu-Rahmen zB von Ibis, Banshee, Last, Nicolai, MDE, Raaw, … Die sind allerdings auch nicht wirklich günstiger (manche sogar teurer) und teils deutlich schwerer.
Danke für den ausführlichen Beitrag. Das lässt mich dann doch wieder an ein Trailbike am oberen Ende des Spektrums denken. Dass man fürs Bikebergsteigen ein eher leichtes Bike will war mir klar, dass man allerdings nicht zuviel Federweg möchte war mir allerdings nicht bewusst.
Wobei ich nicht drauf gekommen wäre, dass mein XC Carbon HT mit 100mm RS SID Select+ Gabel bikebergsteiggeeignet wäre.

Zum Skitourengehen, meine bevorzugte Skitour folgt dem 1/3 Prinzip. 1/3 Aufstieg, 1/3 Abfahrt, 1/3 Einsatz von Pickel und Steigeisen. Wobei die erstgenannten 2/3 gerne technisch anspruchsvoll sein können/sollen. Klar, Genusstour ist schon auch mal schön, aber eigentlich mag ichs lieber alpinistisch angehaucht. Skitouren klingt oft so weichgespült, Skibergsteigen trifft es eher.

Von daher bin ich wohl auch eher der Hochfahrer als der Liftnutzer, auch wenn es die Sella Ronda mit Gondeln schon richtig gebockt hat. Sowas werd ich sicher wieder machen. An Tagen mit schweren Beinen ein perfekter Augleich.
Bin dort wo möglich Trails statt diese ziehwegartigen Sachen gefahren. Beispielsweise der Infinity Trail ist zwar nur S2, fand ich im nassen mit dem XC HT aber nicht geschenkt. Gab aber noch schwerere Abschnitte, da kenn ich aber die Namen der Trails nicht. Es ging schon mit dem HT, aber da hätte ich mir schon ein anderes Rad gewünscht.
 
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Billiger als komplett geht nur mit Schnäppchenjagd auf dem Gebrauchtmarkt, aber Du hast ja Zeit. Bikemarkt, ebay ka etc... Wobei: Wenn ich die ganzen Newsletter, die ich so aus den diversen Shops bekomme richtig interpretiere müssen die Lager gerade geleert werden ;)

Ich habe mein Carbonda FM936 auf diesen Weg aufgebaut und kam doch ganz gut weg. Ich habe dazu viele einfachere Teile verbaut die andere von ihren Neurädern mit einfacherer Ausstattung geschmissen haben. Noch günstiger wäre ich gekommen wenn auch der LRS auf diesem Weg gekauft worden wäre, aber da habe ich etwas vom Laufradbauer bauen lassen.

So landete ich am Ende bei 2400 € mit SLX Schaltung, Deore Bremsen, gebrauchte Pike Gabel und Laufradsatz mit Aivee Naben und Duke Felgen.

Habe das spaßeshalber (und weil ich damit für die Zukunft liebäugle) mal für ein FM1001/FM1002 überschlagen und komme da Richtung 3k, wobei da der Anteil an Neuteilen auch noch in der Kalkulation höher ist.
 
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Nun ja, der Titel Deines Threads klingt ein bisschen nach Einsteiger, der keine Ahnung hat, aber alles gleichzeitig will. Die gibt es schon ein paarmal, meist ohne Ergebnis. Es wäre besser gewesen, da konkreter zu werden und sich vorher hier ein wenig zu informieren, damit man die Begrifflichkeiten passend setzt.

Die Antwort auf die Titelfrage wäre jedenfalls "jein". ;)

Mit "Südtirol" und "Trails" und "Allround" bist Du aus meiner Sicht jedenfalls schon recht klar an irgendwas mit 140-160mm Federweg. 301 kann man nehmen; für mich wäre es aber bei ausreichend Budget und Eigenaufbau entweder das Last Glen oder - wenn es Carbon sein soll - der hier:
Der Carbonrahmen sieht von der Geo her schon sehr gut aus und dass die in China Carbon grundsätzlich können, ist eh klar, aber ich hätte da zwei Fragen:
1) Wo kriegt man vernünftige Info zur erwartbaren Produktqualität her und wie läuft im Falle die Abwicklung eines Anspruchs?
2) Wie bekommt man Info zur Kinematik? Selbst in Linkage stecken (lassen) oder hier dann vermessen lassen? Ohne zumindest etwas Info zur Leverage Curve wird es schwer, da einen passenden Dämpfer zu suchen. Und ob das Ding halbwegs neutral bergauf pedaliert oder dich bergab von den Pedalen wirft, weiß man halt auch nicht…
 
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Welche Gabel/Dämpfer würdet ihr für das FM1002 empfehlen?

Geht das noch als Trailbike durch? 😅
Würde sagen ist ein Allmountain, also zwischen trail und Enduro

Du kannst bei Carbonda, wenn du per mail nach nem angebot fragst direkt die Kinematik Daten anfragen.
Haben sie mir, als ich mich fürs FM 1001 interessiert habe, ohne probleme gesendet.

Das FM1001 war quasi Linear was den hinterbau angeht. Ich würde deshalb auf ein Rockshox fahrwerk mit option auf Megneg setzten.
Also Lyrik 2022 oder 2023 und Superdeluxe Air dämpfer. Sind die neuen dämpfer eigentlich weiter megneg kompatibel?
 
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Was Service/Kulanz angeht, müssen sich "namhafte" Chinabuden wie Farsports, Carbonada, HongFu erfahrungsgemäß nicht hinter den großen Herstellern verstecken.
 
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Danke für den ausführlichen Beitrag. Das lässt mich dann doch wieder an ein Trailbike am oberen Ende des Spektrums denken. Dass man fürs Bikebergsteigen ein eher leichtes Bike will war mir klar, dass man allerdings nicht zuviel Federweg möchte war mir allerdings nicht bewusst.
Wobei ich nicht drauf gekommen wäre, dass mein XC Cabon HT mit 100mm RS SID Select+ Gabel bikebergsteiggeeignet wäre.
Naja, Federweg ist halt nur ein Aspekt. Beim Bike-Bergsteigen/Stolperbiken ist vor allem auch die Geo sehr wichtig. Du willst einen recht flachen Lenkwinkel und genug Reach, damit du im Steilen immer noch halbwegs zentral über dem Rad stehen kannst und nicht mit dem Hintern hinter dem Hinterrad hängen musst 😂 damit du nicht OTB (over the bars) gehst. Das dürfte so mit deinem XC Bike nicht unbedingt gegeben sein.

Zum Skitourengehen, meine bevorzugte Skitour folgt dem 1/3 Prinzip. 1/3 Aufstieg, 1/3 Abfahrt, 1/3 Einsatz von Pickel und Steigeisen. Wobei die erstgenannten 2/3 gerne technisch anspruchsvoll sein können/sollen. Klar, Genusstour ist schon auch mal schön, aber eigentlich mag ichs lieber alpinistisch angehaucht. Skitouren klingt oft so weichgespült, Skibergsteigen trifft es eher.
Dann schau mal hier, da dürfte ein wenig Inspiration für geeignete Biketouren dabei sein.

Von daher bin ich wohl auch eher der Hochfahrer als der Liftnutzer, auch wenn es die Sella Ronda mit Gondeln schon richtig gebockt hat. Sowas werd ich sicher wieder machen. An Tagen mit schweren Beinen ein perfekter Augleich.
Bin dort wo möglich Trails statt diese ziehwegartigen Sachen gefahren. Beispielsweise der Infinity Trail ist zwar nur S2, fand ich im nassen mit dem XC HT aber nicht geschenkt. Gab aber noch schwerere Abschnitte, da kenn ich aber die Namen der Trails nicht. Es ging schon mit dem HT, aber da hätte ich mir schon ein anderes Rad gewünscht.
Sieh es so:
Geo ist eher für das Terrain zuständig (eher flach, steil, …), der Federweg für die Geschwindigkeit. Im Prinzip kann man mit dem richtigen Hardtail alles fahren, nur nicht so schnell. Wobei alles im Prinzip vor allem eine Frage der Fahrtechnik ist. Schaust du hier, geht alles:
Problem ist nur, wenn du das falsche Bike hast, macht es das nicht solange mit, selbst wenn du selbst mit Trail & Tempo kein Problem hast. 🤣
 
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Das Video kenn ich natürlich und hab es hart abgefeiert, obwohl ich da noch kein MTB hatte.
Etwas irgendwie fahren können und beim Fahren möglichst viel Spaß haben sind aber oft 2 Paar Stiefel 😅

Danke für den Tourenlink, coole Seite!
 
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