Bikepacking Lake Tahoe USA

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Es ist also wieder soweit. Am 21.07.2017 brechen wir zu einem neuen Bikepacking-Abenteuer auf. Nach dem supertollen Trip auf dem Arizona Trail im 2014 zieht es uns erneut in die USA, genauer gesagt in die sonnige Highsierra Nordkaliforniens.

Zielgebiet:
Unsere Route führt uns von Auburn, westlich von San Francisco, über
die einsame Hügellandschaft der High Sierra zum Lake Tahoe, den wir auf dem klassischen Tahoe Rim Trail fast ganz umrunden, um dann wieder den Rückweg zum Ausgangspunk Auburn unter die Räder zu nehmen.

Dieses Ziel steht schon eine Weile auf unserer Todo-Liste. Da wir aber bescheidene Zeitgenossen sind, musste der nächste USA Trip etwas warten.

Blau wie ein Topas und umgeben von majestätischen Gipfeln
ist der Lake Tahoe das Juwel der High Sierra -
an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada.
Wo sonst hat man Gelegenheit, die Luft der Engel -
mild und rein - zu atmen.
Mark Twain

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Streckenübersicht:
Wir fahren grösstenteils auf der Strecke des CSTR 2016 (California Sierra Trail Race). Nur eben nicht im Renn- sondern im Bikepackingmodus.

Streckendaten: 688km / 20'000hm

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Fakten:
  • Landschaftlich grandios, viel Panorama, flowige Trails
  • Highlights: Tahoe Rim Trail , Flume Trail, Lake Tahoe
  • Könnte Altschnee haben
  • Könnte einige zugewachsene Trails und Laufpartien haben
  • Teils wenig Wasser vorhanden
Wegbeschaffenheit:
Immer wieder tolle Singletrail Etappen, aber auch mal breitere Gravelroads. Einige schwer zu orientierende Wiesenpfade, ab und an sehr steile Rampen auf Wanderwegen (potentiell fahrbar) und wenige Tragestrecken.

Etappen:
Die Tour verläuft im Uhrzeigersinn von Auburn aus . Unsere Etappenlängen bewegen sich um 75km bei durchschnittlich 2500 hm. Dies wohl bei grosser Hitze bis teilweise 40 °C.

Grob-Plan Etappen:
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Grobprogramm Anreise / Rückreise:
Das Planen ist so eine Sache. Seit dem Arizona Trail wissen wir
"Es kommt oft anders als man denkt!" :)
Trotzdem müssen viele Teile fix gebucht werden...

  • Flug von Zürich nach Atlanta
    Abflug: Fr, 21 Jul 2017 Zürich 10:35
    Ankunft: Fr, 21 Jul 2017 Atlanta 14:53
  • Flug von Atlanta nach San Francisco
    Abflug: Fr, 21 Jul 2017 Atlanta 16:25
    Ankunft: Fr, 21 Jul 2017 San Francisco 18:40
  • Mietwagen von San Francisco nach Auburn
    Abfahrt: Fr, 21 Jul 2017 San Francisco ca. 20:00
    Ankunft: Fr, 21 Jul 2017 Auburn ca. 22:00
  • Übernachtung in Auburn
    Super 8 Auburn
  • Start der Bikepacking Tour ab Auburn (13 Tage)
    Abfahrt : Sa, 22 Jul 2017
    Ankunft in Auburn spätestens: Do, 03 Aug 2017
  • Übernachtung in Auburn
  • Mietwagen von Auburn nach San Francisco
    Abfahrt: Fr, 04 Aug 2017 Auburn 09:00
    Ankunft: Fr, 04 Aug 2017 San Francisco ca. 11:00
  • Flug von San Francisco nach Amsterdam
    Abflug: Fr, 04 Aug 2017 San Francisco 16:45
    Ankunft: Sa, 05 Aug 2017 Amsterdam 12:05
  • Flug von Amsterdam nach Zürich
    Abflug: Sa, 05 Aug 2017 Amsterdam 15:15
    Ankunft: Sa, 05 Aug 2017 Zürich 16:45
Teilnehmer:
Dani
42-gi, aus dem Glarnerland
Ex-Rennfahrer (Rennrad ), Biker, Skitourenläufer
Fährt ein Pivot Mach 429 Trail

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Mat
42-gi, usem Bärnbiet
Ex-Rennfahrer (Bike), Biker, Skitourenläufer
Fährt ein Intense Primer SL

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wissefux

der trail ist nicht genug
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klingt super :daumen:
auch wenn die "konkurrenz" in sachen livebericht auch wieder aktiv ist, bitte nicht dadurch entmutigen lassen und schön berichten.
ist ja immerhin ordentlich zeitversatz, so dass wir hier bald rund um die uhr live-berichte verfolgen können :hüpf::daumen:
 

lupus_bhg

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Lake Tahoe klingt schonmal sehr interessant.
Habe gerade zufällig einen Chevy Tahoe auf dem Weg zur Arbeit gesehen :D
 
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Gute Reise! Ich würde mich freuen, auch was zu Ausrüstung zu lesen. Kauft ihr vor Ort?


- Schnell getippt mit Tapatalk -
 
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Wir sind ziemlich kaputt um 23.45 Uhr Ortszeit in userem Hotel in Auburn angekommen. Hier soll morgen unser Bikepackingtrip starten.
Die Anreise über Atlanta war lang und mühsam, aber auch sehr reibungslos.
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In San Francisco konnten wir sogar bereits einen Blick auf die Skyline bei Abendstimmung geniessen. Wow, so schön!
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Jetzt aber erstmal schlafen, dann Morgenessen, die Bikes zusammenbauen und den Mietwagen abgeben. Dann kann es losgehen...

Offensichtlich sind die Trails nach dem sehr strengen Winter mit Rekordschneehöhen teils in sehr schlechtem Zustand.

Wir werden sehen was uns erwartet. Bis dahin Guet Nacht allerseits!
 
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Ein neuer Wechsel für den Glutofen!

Nachdem der Flug gestern ziemlich reibungslos vonstatten gegangen war, freuten wir uns heute auf einen abwechslungsreichen Tag mit grösserem Erlebniswert.
Wir wurden nicht enttäuscht. Schon frühmorgens beim Zusammenbau unserer Bikes erlebten wir die erste Überraschung. Dazu aber später...
Jedenfalls etwas weniger glücklich stimmte uns nun die Tatsache, dass wir schon vor dem Start zwei Stunden Verspätung hatten und nun bei 40 Grad auf den kalifornischen Trails geröstet wurden. Zuvor gab es aber noch ein Abschiedsselfie mit der freundlichen Mitarbeiterin im Hotel, welche während unserer Abwesenheit auf die Bikekisten aufpasst.

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Die ersten 15km führten über einen typisch amerikanischen Flowtrail bergauf.

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Leider wurde die so gewonnene Höhe schon kurz darauf wieder vernichtet. Ein Strässchen führte rund 400hm bergab in ein Tal, in dem vermutlich Mr. President einen riesigen Heissluftfön zur Abwehr von ausländischen Bikern hatte installieren lassen.

Make the Bergsträssli great again!

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Zum Glück fanden wir schon bald einen kleinen Bach, in dem wir unsere überhitzten Motoren abkühlen und die Tanks wieder füllen könnten.

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Weiter gings zum Sugar Pine Reservoir- wir staunten nicht schlecht, der Stausee präsentierte sich als idealer Badesee - erneut waren unsere Motoren heiß gelaufen. Ein Bad schaffte da perfekt Abhilfe und zusammen mit vielen Mitbadern genossen wir das kühle Nass.

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Danach schwangen wir uns wieder deutlich leichter auf die schwer beladenen und staubigen Bikes.

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Bedingt durch den sandigen Boden war es jedoch nochmals ein hartes Stück Arbeit bis zu unserem Tagesziel, der Christmas Tree Lodge.

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Irgendwann war auch diese erreicht und wir liessen den Tag mit unseren Kochkünsten, in der Küche der Lodge, streng bewacht mit Manndeckung von einem dreibeinigen Dackel, ausklingen.

Nun noch zum Grund unserer Verzögerung. Danis Bike hatte den gestrigen Flug leider nicht unbeschadet überstanden. Der Wechsel war gebrochen, der Rahmen zerkratzt und die Lenkergriffe beschädigt. An einen Start war vorerst nicht zu denken. Glücklicherweise fanden wir aber schnell einen Bikeshop, der uns das benötigte Material mit einem satten Touristenzuschlag von 100% verkaufte. Hatte Bundesrat Schneider-Ammann letzte Woche mit Ivanka Trump eine Sondersteuer für Schweizer Einkaufstouristen in den USA ausgehandelt? Wie dem auch sei, mit den Farbschäden am Rahmen muss der gute Dani allerdings vorerst leben.

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Morgen wird sicherlich nicht minder erlebnisreich. Es soll noch heisser werden, munkeln die Traktorfahrer!

Bis gly und happy trails wünschen mat&dani
 
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Guete Morge,

Viel Spass euch beiden!
Danke für die Fotos und Berichte von eurer Tour. 40 Grad?
Hoffentlich habt ihr den rekordwarmen Juni hier in der Schweiz genutzt, um euch ans Klima anzupassen.
Viel Spass, schöne Erlebnisse und allzeit Bidon mit Wasser wünsche ich euch.
 

lupus_bhg

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Da muss ja ordentlich was passiert sein, damit das Schaltwerk so kaputtgeht :eek: Nach so einem Bad im See würde es mir seeehr schwer fallen, wieder aufs Rad zu steigen ;)
 
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Pulver gut auf dem Moskitotrail!

Da uns der Traktorfahrer mit dem blauen Helm gestern vor erneut großer Hitze gewarnt hatte, setzten wir uns heute schon beim ersten Güggelschrei auf unsere zweirädrigen Packesel.







Auf Strässchen mit verschiedensten Beschaffenheiten kamen wir doch recht zügig voran. Auch ein kleines Päuschen mit toller Aussicht durfte ab und an sein.



Ebenfalls ermutigend war, dass wir immer wieder kleine und größere Bäche überqueren mussten und somit Gewissheit hatten, dass wir heute nicht verdursten würden.



Aus diesem Grunde beschlossen wir auch, nach 50km am North Fork American River unser Mittagessen einzunehmen und die Wasservorräte aufzufüllen. Da erschien aus dem Nichts ein junger Mann, der uns erklärte, dass es sich hier um Private Property handle, das wir nicht betreten dürften. Schon bald allerdings besann er sich eines besseren und begann mit uns zu plaudern, während wir in seinem verbotenen Königreich gemütlich unsere Cinnamon Muffins verzehrten.

Der Herrensitz seines besagten Reichs befand sich übrigenns unter einer Brücke...



Es folgte ein Anstieg zum Serene Lake. Anscheinend das größte Langlaufgebiet Nordamerikas. Natürlich ließen wir uns da unser tägliches Bad nicht nehmen.

Auch auf 2100 Meter haben die Seen hier Wellness-Temperatur.



Sogar einen Kiosk hatte der "Ice Lake" zu bieten... Nachos, Rootbeer, Hotdog, Icecream - wie immer auf unseren Trips passen wir auch unsere Ernährung den lokalen Gepflogenheiten an.

Obwohl wir da eigentlich an unserem Tagesziel angelangt waren, beschlossen wir, noch ein wenig weiter zu fahren.





Erst überfielen wir aber noch einen Lebensmittelladen und kauften so viel ein, dass uns der Kassier vor Freude noch gleich zwei Twix-Riegel gratis in die Papiertasche legte. Als alles verstaut oder gegessen war, platzen die Rucksäcke fast und wir hatten wieder arg Ballast zu schleppen.



Sogleich stieg der Trail unfahrbar über Geröll und Steilstufen an, was uns darin bestätigte, dass unsere Entscheidung FALSCH gewesen war.



Nichts desto trotz gings weiter - eine Entscheidung, welche wiederum absolut RICHTIG war.



Der Trail entpuppte sich als bisheriges Highlight.



Tolle Landschaft, die Wege auch bergauf fahrbar, genau darum waren wir hierher gekommen.







Nicht hierher gekommen waren wir wegen der zahlreichen Altschneefelder.

Vielleicht hatte unser Freund Donald T. aus W. ja doch Recht, als er behauptete, die Klimaerwärmung sei eine chinesische Erfindung.



Der Trail kletterte immer höher und höher und gleichzeitig die Sonne immer tiefer. Bald darauf erreichten wir den höchsten Punkt, ein Grat auf fast 2500m.







Langsam wäre es an der Zeit gewesen, unser Zelt aufzuschlagen.

Leider hates es nebst der tollen Aussicht auch Milliarden von Moskitos, die zuverlässig verhindern, dass ausländische Biker an den wunderschönen Plätzen genau dies tun können. Mückenspray ist bestellt für morgen...



Nichts desto trotz haben wir ein Zeltplätzchen gefunden - angezogen wie Imker sitzen wir mit Moskito-Vollschutz neben unserem Campfire und haben soeben noch einen Skitourer begrüsst, der hier den Trail runter kam.

Pulver gut, Ende Juli.



Während wir noch mit einem Trailbauer aus Colorado ein Schwätzchen hielten, brach bereits die Dunkelheit herein. Nun schreibe ich diese Zeilen fertig und Zeltmaster Dani stellt bereits unsere Nachtbehausung auf. Danach gibts was zu Mampfen und dann ab in die Heia.

Nun denn, bis morn und happy Trails wünschen Mat&Dani
 
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War das ein übler Moskito-Berg gestern! Und wer geglaubt hatte, die Viecher würden uns heute wenigstens beim Aufstehen in Ruhe lassen, lag falsch.


Wasser filtern am Bach brauchte mehr Energie als 1000hm bergauf zu pedalen. Folglich hieß es für uns: nix wie weg hier, den letzten beißen die Moskitos.


Wir kletterten einen technisch anspruchsvollen Trail rauf, an Pausen oder gemütliches Fahren war nicht zu denken.





Der Trail - oder besser gesagt alle heutigen Trails - verdienten das Prädikat "Weltklasse"!





Wohnen im Grünen soll ja total hip sein, haben uns die Moskitos gesummt.











Hätten wir auch nur einen einzigen solchen Trail in der Schweiz, er würde bestimmt eine ISO-Zertifizierung erhalten und als "X-Epic-Swiss-Panorama-Flow-Trail" beworben werden...




Item. Am Mittag kamen wir schon ziemlich angeknockt und total staubig in Truckee an. Und hatten gerade mal die Hälfte unseres geplanten Tagessolls geschafft. Ab in die erste Imbissbude...

Der gute Mann hinter der Bar schaute In Danis schwarzes Gesicht und wollte schon die Hände hochreissen und die Kasse öffnen. Erst dann merkte es, dass wir bloss etwas zu Essen bestellen möchten!


4 Liter Süssgetränke und 2 Turkey Wraps später machten wir uns auf den Weg Richtung Lake Tahoe.

Und wieder hieß es: "Staub fressen." Hier in der Gegend sind die Böden so unglaublich sandig, trocken und staubig, dass der hintere Fahrer nach zwei Minuten aussieht, als hätte er zwei Wochen in einer Kohlemine geschuftet. Und heute war der zweite Fahrer meist... siehe Titel.

Zu meiner Verteidigung darf ich jedoch anmerken, dass die Navigation halt nun mal auf meinem Lenkerhalter stattfindet. Zudem liess ich dem armen Dani am Nachmittag auch ab und zu den Vortritt, um den Staublevel anzugleichen.





Andererseits hatten wir BEIDE wirklich großen Spaß an diesen Trails - genau darum waren wir ja hierher gekommen.


Auch die letzten zwei Berge vor dem Lake Tahoe bildeten da keine Ausnahme.




Mit einem Bad im glasklaren Lake Tahoe beschlossen wir diesen wunderschönen, aber ziemlich anstrengenden Tag.

Glasklar? Naja, zumindest VOR unserem Reinigungsbad war er das...

Auch der Loundromat wurde bis zum Äussersten belastet um unsere Kleider wieder anschaulich hinzukriegen.
Morgen geht es im Uhrzeigersinn um den Lake Tahoe weiter.
Es wartet der legendäre Flumetrail, sofern es die Gewitter, die für morgen angesagt sind, zulassen.
Bis bald und Tschüss! Mat&Dani
 
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Super Bilder, tolle Gegend und geile Trails.
Danke fürs Mitnehmen.
In solchen Gegenden finde ich das Thema Bären immer wieder spannend :)
Gibt's schon was zum berichten ?

Gruss und viel Spass
 
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Der Spielverderber

Vier Tage lang hatte er sich nicht gezeigt. Vielleicht beim Hinflug mal kurz Präsenz markiert, sich dann aber sofort kleinlaut wieder verdrückt. Bis heute.

Nun aber alles der Reihe nach:

Heute ließen wir für einmal den Güggel in Ruhe krähen und widmeten uns einem ausgiebigen Frühstück im Rosie's Café in Tahoe. Nach den Strapazen der letzten Tage wollten wir es etwas langsamer angehen lassen. Gesagt, getan. Bis nach 200m der Trail von der Straße weg und direkt ruppig, steil und technisch schwierig bergauf führte.

Wir fühlten uns wie zu Hause und jagten mit Maximalpuls, brennenden Oberschenkeln und vollem Magen die ersten Kilometer hoch.


Immerhin, schon bald wurde der Trail gemäßigter und im Gegenzug die Aussicht grandios.








Naja, gewisse Aussichten boten eher zum Schmunzeln als zum Staunen Anlass.



Der stahlblaue Lake Tahoe mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund bildeten eine imposante Kulisse und motivierte uns für die nächsten Kilometer.



Außerdem sahen wir heute tatsächlich auch ein paar Biker und Wanderer.

Auf einem wunderbar flüssigen Trail schraubten wir uns in stetigem Auf- und Ab in die Höhe.


Bis ER kam. Der Spielverderber.



Aus dem Nichts schlug er zu. Packte Danis Lenker und entschleunigte unseren Tag in Sekundenbruchteilen.


Ein Glück, dass wir zu Zweit und somit stärker waren. Gut, Danis Bike wurde etwas in Mitleidenschaft gezogen, und aus Respekt zu seinem geschundenen Bike trägt der Pilot nun einen kleinen Verband am Arm.


Aber den Spielverderber haben wir nun endgültig in die Flucht geschlagen.



Via Watson Lake ging unsere Bikepacking-Mission weiter auf dem Tahoe Rim Trail.



Zeit für eine kleine Abkühlung oder Balsam für einen Brummschädel?







Entgegen unserer ursprünglich geplanten Route suchten wir uns schließlich einen Trail, der offensichtlich auch von den Freunden der motorisierten Zweiräder fleißig genutzt wird.



Auch auf diesem Abzweiger hinunter ins Tal zeigte sich der Lake Tahoe von seiner besten Seite, fast als wolle er sich entschuldigen...



Nach unzähligen Sprüngen, Anliegerkurven und Steinfeldern kamen wir wie gewohnt gut eingestaubt wieder zum Lake Tahoe runter.




Aus Angst, dass er seine tiefblaue Farbe definitiv verlieren könnte ließen wir heute das Schwimmen bleiben und widmeten uns den Gaumenfreuden am Strand.

XXL-Slurpees (flüssiges Glacé im Litergefäss).




Übrigens befinden wir uns nun in Nevada, dem Bundesstaat des Glücksspiels. Schlechte Nachrichten für den Spielverderber.

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Definitiv kein Spielverderber ist das Wetter.

Jeden Tag Sonne und warm. Das passt!

So, Zeit zum schlafen gehen. gute Nacht wünschen Mat&Dani
 
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Die Paparazzi vom Flume-Trail

Heute stand mit dem Flume Trail der berühmteste und wohl aussichtsreichste aller Trails in der Tahoe-Region auf dem Programm. Doch bevor wir zu unserem nächsten Abenteuer starten konnten, standen wir vor einer schwierigen Aufgabe: Wir brauchten Brot für den Mittagslunch.

Keine Muffins, keine Energieriegel, keine Zimtschnecken mit Zuckerguss. Einfach Brot halt...

Nachdem wir drei verschiedene "Food-Markets" vergeblich durchforstet und bei Nachfrage nur auf "what-are-you-meaning-with-not-sweet-Gesichter" gestoßen waren, fanden wir dann schließlich dieses Sandwich.


Ob das wohl versehentlich vom FBI-Labor zum Lake Tahoe geschickt worden war?

Item, wer unseren GPS Standort aufmerksam verfolgt, hat es vielleicht bemerkt:

Bis zum heutigen Abend sind wir gegenüber gestern mickrige elf Kilometer weiter gekommen auf unserer Route!

Der Grund dafür ist nicht, dass wir in Nevada das Glücksspiel entdeckt hätten oder Incline Village besonders anziehend auf uns wirkt. Vielmehr, dass uns ein Local den Flume Trail als Rundtour empfohlen hat.

Empfohlen ist noch gelinde ausgedrückt!

Wir fühlten wir uns leicht dazu gedrängt, seinem Rat folge zu leisten. Der Tip war aber goldrichtig!

Der Spielverderber, welcher uns gestern in Form eines hervorstehenden und gut getarnten Astes auf Lenkerhöhe heimgesucht hatte, musste heute wohl auch wichtigeres sabotieren als uns. Zum Glück!

Auch konnten wir uns ausnahmsweise mal auf einer welligen Teerstrasse einrollen.





Mittels immer der gleichen, recht gut frequentierten Bundesstraße schraubten wir uns auf die Höhe eines Skigebiets, wo auch schon der "Incline Flume Trail" begann. Auf sandigem Boden schlängelte sich dieser Trail dem Hang entlang, und immer wieder blinzelte der stahlblaue See zwischen den Bäumen hindurch.







Ich wollte bereits in den Paparazzo-Modus schalten, doch Mat versicherte mir, es werde noch viiiiiiel besser und schöner.

Der Flume Trail wurde im 19. Jahrhundert erbaut, um Holz zu transportieren, das infolge des Silberbooms gerodet worden war. Er führt während rund 8km stets etwa 450hm über dem See spektakulär dem Hang entlang und kann in beide Richtungen befahren werden.


Wir fuhren ihn aufwärts - wenn wir nicht gerade für ein tolles Foto in die andere Richtung unterwegs waren.










Um die Mittagszeit kamen wir beim Marlette Lake an.







Zeit, zum Verdrücken der oben erwähnten Sandwiches!

Falls der Genuss von Carrageenan oder Propionic Acid irgendwelche Spätfolgen zeitigt, werden wir euch darüber informieren, falls wir noch können...

So gestärkt (?) nahmen wir den Chimney Beach Trail in Angriff. Auch dieser war uns von oben genannten Local empfohlen worden. Offensichtlich hatte er im Internet unseren Livetracker verfolgt und bemerkt, dass wir eigentlich grad im gleichen Restaurant sitzen müssten wie er...

Der als "very steep, technical and gnarly" bezeichnete und mit Warntafeln versehene Weg entpuppte sich aber als gewohnt spassiger Staubtrail. Andere Länder, andere Sitten.






Wie schon gestern ließen wir den Tag mit einem Glacé im US-Format am Sandstrand ausklingen.




Wie es aussieht, ist nun aber fertig mit Flowtrails, Beach und Zivilisation. Morgen gehts ins einsame, schneereiche Hochgebirge. Drückt uns die Daumen, dass wir nicht mit dem falschen Sportgerät unterwegs sind.

Wir freuen uns über eure Kommentare und wünschen allerseits eine gute Nacht!
 
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Bern
Top Service (-> Bericht).

Zusatzstoff im "Sandwiche": Unter Anderem Sodium Lactate. Wasser in den Rhein tragen? :)

Gute Zeit weiterhin.
 
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ZuHause im Süden
Waaaaahnsinn, die Bilder waren doch schon zu Beginn klasse! Unglaublich - sie werden jeden Tag noch besser ...

Aller Neid ist mit Euch :winken:

Have fun, enjoy, Thnx for sharing!
 
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