Bikepacking. Transcanada westbound

Martina H.

Meine Lernkurve ist ein Downhill
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Früher hatte ich die Bären als grösstes mögliches Problem im Kopf. Die Erfahrung hat gelehrt, dass die Mosquitos gleichrangig sind. Manche Stiche brauchen > 1 Woche um abzuheilen.
...ok, das habe ich hier bei "normalen" Mückenstichen auch ;)

So langsam wird es ja auch mit der Landschaft (am Anfang empfand ich sie schon irgendwie trist).

Ich wünsche Dir weiterhin Wetter und mögen die Viecher einen grossen Bogen um Dich machen,
auf alle Fälle noch gaaaanz viel Spass und auf das Deine Wünsche, Vorstellung und Erwartungen an eine solche (Hammer)Tour erfüllt werden :)

Ich lese gerne weiter mit...
 
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oV5

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2022-07-04 Montag | Bécancour


Heute geht es auf der RV3, am rechten Ufer, dem Sankt-Lorenz-Strom entlang.
Beispiel für die Leuchtkraft dieser hellblinkenden Kirchendächer ...


... Beispiel für die Ausstattung vieler Raststellen in Quebec: öffentliches WiFi, vom Toilettenhäuschen ausgesendet. Beispiel für ...


... Dekonstruktivismus? Ein avantgardistisches Architekturbüro könnte hier geübt haben.


Die Road Deconstruction geht da sehr viel penibler zu Werke. Eine Fahrbahnsanierung, da kommt man als Radfahrer immer irgendwie durch. Hier aber nicht - an der Schlüsselstelle ist es eine Bridge Construction, und das bedeutet ...


... eine Menge Kilometer ins heisse, gegenwindige Hinterland, wegen ein paar Metern fehlender Strasse.


Dann, auf langer kerzengerader Strecke dieses Beispiel von Sekundenschlaf oder 'texting while driving'. Keine halbe Stunde hat die Fahrerin den in Gegenrichtung kommenden cycliste verfehlt.


In Bécancourt wieder mal ein stylischer Fastfoodladen um Kalorien zu tanken, kurz drauf aber ...


... Erschrecken, weil sich die Wetterfront rasend schnell nähert. Das Motel Bécancourt am westlichen Ortsende bietet Unterschlupf. Wie sich später herausstellt ...


... bin ich heute der einzige Gast.


Breakfast included - auf die angenehme und einladende Selbstbedienungsweise. Sogar ...


... ein Waschraum wird bereitgehalten.
 
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tolles Selfie am Motel Bécancourt! Bildgestaltung und Farbkomposition sind einmalig! Also echt schick!

Grüße von Jakobus
 

Sven_Kiel

Bewegungsmensch
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<*)))><
Seit gestern lese ich durchgehend diesen Reisebericht mit sehr viel Vergnügen.
Wirklich schöne Bilder und ein netter Erzählstil.
Ich hab nun Fernweh bekommen und fahr morgen auch spontan los! Danke für die Inspiration...

Freue mich auf mehr...
Gute Fahrt!
 

oV5

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2022-07-05 Dienstag | Nicolet


Dem Stromufer entlang, auf der RV3. Gegenüber Trois-Rivières, wirkt nicht so interessant. Ein paar Kilometer weiter empfängt ...


... Port-Saint-Francois mit Regen. Beidseits der Mole ein Zwillingspaar von Leuchttürmen ...


... in Sonderausführung, bunkerartig.


Die kleine Ortschaft selbst liegt attraktiv an der Wasserkante, aber es ist vollkommen tote Hose dort. Mittagessen an der einzigen geöffneten Cantine (Frittes Fromage) schmeckt gleich wie das Wetter - gar nicht.


Strasse direkt am Ufer, Grundstücke landeinwärts aufgereiht, Anlegestellen gegenüber am St.-Lorenz-Strom.
Mit dem Boot ins Büro...


Vom Regen soll noch mehr kommen, und auf den nächsten 60 km gibt es keine Unterkunft. Da beisse ich in den sauren Apfel und frage im Nobelhotel.


Es gibt ein einzelnes, kleineres Zimmer zu einem reduzierten Preis, das nehme ich. Komme mir in dieser Umgebung allerdings völlig deplatziert vor.


Color Match, schon wieder ... der Vorschlag, dass das Fahrrad mit ins Zimmer soll, kam, wie selbstverständlich, aus dem Mund der Dame an der Rezeption.


Das 'kleinere Zimmer' bietet dann gerade so ausreichend Platz. Draussen regnet es kräftig.
Abends hab ich noch ein Frühstück ($16,-) dazugebucht - die Lage des Hotels ist weit weg von Einkaufsmöglichkeiten. Am fortgeschrittenen nächsten Tag entdecke ich auf der Rechnung, dass sie mir das geschenkt haben ...
 

vorwaerts

...wohin auch sonst?
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Schöner Bericht mit tollen Bildern, einem Auge für Details und einer Schreibe, die einen gebannt auf die nächste Folge warten lässt :daumen:

Interessant wäre vielleicht noch etwas über die Motivation für diese Reise, die Vorbereitung(en) und die Ausrüstung zu lesen. Also wenn es mal langweilig und einsam sein sollte, wären das ein paar Themenvorschläge :)
 

lucie

der Schrecken der Straße
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leider vor, hinter und neben den Bergen
Ich sitze schon seit geraumer Zeit völlig paralysiert vor meinem Tablet und traue mich nicht mich wegzubewegen, damit ich die Weiterreise ja nicht verpasse.

Richtig tolle Bilder, gemacht mit einem Auge für Details, den passenden Moment und immer mit dem Blick auf's Wesentliche.

Das Ganze garniert mit einem Schreibstil, der einen trotz der prägnanten Art fesselt und nicht wieder loslässt.

Ich hoffe, die Reise dauert noch lange an... :)

Gute Weiterfahrt und ich fahre, wenn Du gestattest einfach im Windachatten weiter mit. Danke für diesen wunderschönen Reisebericht, für mich einer der schönsten Liveberichte hier in diesem Forum.
 

oV5

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2022-07-07 Mittwoch | Sorel-Tracy


Nachdem das Wetter wieder ok ist, wird die folgende Überlandstrecke zu einem guten, flachen Erlebnis - mit Windunterstützung, meist von seitlich hinten.
Kein Wasserkontakt, nur kleine Orte ohne Versorgung.


Namen, die auf der Karte nicht vorkommen, völlig verkehrsfreie Strässchen die allesamt gleich wichtig wirken - ohne GPS wäre die Orientierung wahnsinnig schwierig.


Sorel-Tracy Stadteinfahrt: als erstes das mobile data Kontingent für den nächsten Monat gekauft. Nach einem Irrweg von einem nur halbwegs tauglichen Ratschlag zum nächsten. Die 'Lucky'-Verkaufsstellen sind kurzlebig und flüchtig. Schliesslich endet die Suche bei Poste Canada, integriert im Drogeriemarkt 'Jean Coutu' ...


... die verkaufen das nämlich auch! Davon gibt es überall Filialen. Der Lucky-Storefinder erwähnt sie vorsichtshalber gar nicht. Poste Canada verlangt allerdings cash statt Kreditkarte. Die nun angesteuerten bikelanes ...


... laufen auf einen Uferpark mit Ökologie-Ausstellung zu. In der Kuppel dröhnt eine Vorführung ...


... zu den Inseln in der Flussmitte. Diese Inseln ...


... sind in den Aussenanlagen begehbar nachgebildet. Leider nicht lagegerecht, sondern quer zu ihrer Lage im Strom. Und aus Plastik. Im beginnenden Verfallsstadium. Letzteres ist der hier am eingängigsten vermittelte Sachverhalt.


Statt dem verknoteten Verlauf der RV3 zu folgen, wähle ich eine Uferstrecke mit - laut Karte - beidseitigen Radwegen. Erst über eine Brücke - von dort sieht man gewissermassen die Rückseite der Eco-Ausstellung. Die spannenden Türme bzw. Kräne hinten rechts im Bild sind leider nicht zugänglich. Aber jetzt gibt es ...


... mindestens genauso spannende Industrieanlagen ...


... kilometerweit ziehen sich düstere Materialberge ...


... gespenstische Baulichkeiten ...


... und rohe, kraftvolle Kompositionen aus Rost ...


... an der Strasse entlang. Hier Rio Tinto, weiter südlich dasselbe nocheinmal in Gestalt von Alcan Mittal. Stahl und Titan wird hier hergestellt. Das Rohmaterial kommt per Schiff auf dem St.-Lorenz-Strom, erfahre ich von einem wachsamen Werksangehörigen im Pickup. Es wird ...


... in verschiedenen Anlagen aufbereitet, auf Transportbändern hin- und herbewegt und landet schliesslich, in Sauerstoff angereicherter Kugelform ...


... in einem Ofen, der bei über 1700°C das formbare Metall rauszaubert.


Spontaner Check-in bei einem Motel auf Ufergrundstück, Einkauf bei Metro und Abendessen in einem Uferpark. Das ...


... Motel Le Charentais entpuppt sich als absolute Bruchbude; jeder dort gezahlte Dollar ist einer zu viel. Da kann ...


... auch ein solcher Sonnenuntergang nicht recht trösten. Augen zu und durch.
 

oV5

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2022-07-07 Donnerstag | Longueuil


Die Nachbargrundstücke des Motels können sich wirklich sehen lassen; altehrwürdige Anwesen ...


... da fällt diese Nutzung schon stark aus dem Rahmen. Schade, auf welches Niveau das abgewirtschaftet ist.
Auf dem Wasser gleiten ...

... Frachtschiffe mit erheblicher Tonnage vorbei - dieses hier ist schnell und dabei fast lautlos. Weiter in die Gegenrichtung, nach ...


... Contrecoeur, auf der Suche nach einem Frühstück. Kurzer Besuch am kleinen, feinen Strandpark mit Marina, wo aber sonst nichts geboten ist.


Ein Eintrag in der OSM-Karte führt ganz ins Abseits dieser touristisch unterentwickelten Ortschaft zu 'Lily Gourmand', wo es vorzüglich schmeckt, aber alles andere als fotogen ist. Unter ..


... Auslassung weiterer attraktiver Strände am Fleuve Saint Laurent geht es ca. 40 weitere Kilometer nach Süden. In ...


... Verchères, um die Mittagszeit, einer Gruppe radelnder Kinder nachgeguckt und die Eisdiele 'Chez Armand Bar Laitier' entdeckt. Es ist wohl Schuschluss und gut Betrieb. Ein ...


... innovativer Eisbecherhalter an einem Miele-Fahrzeug fällt ins Auge. Je näher Montréal rückt, ...


... desto aufwendiger wird, aufgrund der Platzknappheit, die Radwegführung. Hier als Overfly oberhalb von irgendwelchen anderen Sachen schwebend. Das Fahrradaufkommen steigert sich sehr deutlich. Ein Intermezzo ...


... mit dieser desorientierten Schildkröte. Immer wieder quert sie (erstaunlich schnell) hin und her über die Fahrradstrasse. Man muss sie nachdrücklich abseits ins Grüne versenken, damit das aufhört.
Am gegenüberliegenden Ufer ...


... das Olympia-Stadion mit einer Baugeschichte, gegen die der Berliner Flughafen oder der Stuttgarter Hauptbahnhof noch richtig glanzvoll dastehen. Das Dach z.B. ist erst 14 Jahre nach den Spielen von 1976 fertiggeworden.


Auf den Ratschlag eines örtlichen Radfahrers hin suche ich gegenüber in Longueuil statt auf der Innenstadtseite nach einer Unterkunft. Doch egal wo, alles ist dicht. Zu viele Besucher mit der gleichen Strategie (und absolut abschreckende Preise auf der anderen Flusseite). Strategiewechsel und ...


... quer durch Baustellenchaos, Parkkplatzflächen, unter gigantisch hohen Brücken durch senkrecht weg vom Saint Laurent ...


... wo nach 7 km, nicht weit vom Flughafen, eher versteckt aber prima tauglich, das Motel R-100 mit Zeppelin-Logo liegt. Format wie die letzte Unterkunft, nur länger: 54 Räume in einer Stange. Vielleicht war das Luftschiff ähnlich gross. Geäudetiefe 6,5 m; die vorgelagerte Asphaltfläche ist knapp 14 m tief.
So ineffizient wie mein halber, mit Quartierssuche verbratener, Reisetag.
 
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Den bereits gegebenen lobenden Kommentaren kann ich mich nur anschließen :) : tolle Reise, schöne Bilder und prägnante Beschreibungen :daumen:- gefällt mir außerordentlich gut !
 

talybont

Rheinländer im Exil
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Uff - endlich bis hierhin geschafft! Was für ein toller Livebericht!!! War vor über 22 Jahren mal für 8 Tage in Kanada (Alberta), im Winter zum Skilaufen, und bekomme gerade richtig Lust zum Spinnen!
 

oV5

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2022-07-08 Freitag
| Montréal | Laval |


Das R-100 liegt in einer Zone mit ausserordentlich guter Nahversorgung ...


... und Longueuil betreibt viel Aufwand mit Trennung der Verkehrsarten. Das ist komplex und macht langsam. Einheimische, die schnell vorwärtskommen möchten, ignorieren zu grossen Teilen die Radwegführung und halten sich an die KFZ-Fahrbahnen. Das ist etwa doppelt so schnell, wie ich durch Hinterherfahren erkenne. Leider gibt es für mich ...


... immer wieder Stops wegen der teils wahrlich komplexen Anschlusspunkte, so dass mir diese Taktik ...


... keine echten Vorteile verschafft. Auf der ersten erreichten Flussinsel ...


... macht die Fahrradautobahn solche Erwägungen dann überflüssig. Joelle, Rennradfahrerin, ist extra aus Quebec City hergekommen um hier, in der Stadt, Fahrrad zu fahren. Sie erklärt mir Details ...


... zur Skyline (Habitat, Expo 67 hab ich selbst erkannt) und anderes - zum Beispiel die natürliche stehende Welle ...


... am Gegenufer, eine von mehreren, die dort das Surfen erlaubt.
Eisbach München, aber grösser.


Der USA-Pavillon der Expo 67, Geschenk der Vereinigten Staaten an die Stadt Montréal, kommt in Sicht. Eine weitere Brücke ...


... bringt mich näher. Die Kugel ...


... spielt mit dem Licht und dem Himmel. Vom Eingang ausgehend ...


... schlängelt sich eine Ausstellung von Naturaufnahmen der Fotografin Hua Jin über die Freifläche. So fesselnd sind die Bilder ...


... dass eine Innenbesichtigung des Buckminster-Fuller-Bauwerks ...


... nicht mehr drin ist.


Über den langgestreckten Platz ...


... zum Aussichtspunkt, ein kurzes Gespräch mit Christine, die ebenfalls ihr Fahhrad ans Auto gehangen hat um hierherzufahren um dann radzufahren und sie weiss auch nicht, wie man denn auf die grosse Brücke kommt - - - dann weiter Richtung Innenstadt.


Montreal-Durchquerung von Ost (Motel R-100) nach West (Blattrand + ca. 15 km).
Erlebnisspeicher wegen Überfüllung geschlossen.

tbc
 

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2022-07-08 Freitag
| Montréal | Laval | - - Teil 2


Über eine komplizierte Strecke, zum Schluss eine lange Rampe, gelangt man auf die Höhe, in der die grossen Brücken die Rivière Saint Laurent überspannen. Rechts ginge es zurück nach Longueuil ...
Fuss- und Radweg entlang der südlichen Brückenkante.


... links wird man ...


... über einen Tigergang geleitet und in hohem Bogen ...


... in Downtown ausgespuckt.








Kaffeduft in einer Strasse mit weniger hoher Bebauung - der Stoff kommt zur rechten Zeit, denn jetzt geht es auf den Mont Royal. Vor dem Anstieg durch den Wald ...


... ein spätes, hawaianisches Takeaway-Mittagessen. Die Strecke zieht sich gehörig, die Steigung bleibt durchweg auf Eisenbahntrassen-Niveau.


Bestes Spätnachmittagslicht beim Blick von der Plattform ...

... und Panorama satt.


Es ist schwierig, das Gewimmel zu sortieren. Natürlich gibt es ...


... auch hier Construction. Quebec boomt, hat eine Arbeitslosenrate von 4%; in allen Bereichen fehlt es an Personal, ...


... man sucht im Ausland, plakatiert "Nous embouchons" ...


... und hier oben über der Plattform kreisen spähend die Adler.


Unterkunft heute wieder so weit weg von der teuren Mitte wie machar, in der Nachbarschaft einer im Ableben begriffenen Mall. Das Zwei-Sterne-Motel erweist sich als sehr sehr ok. Besser getroffen diesmal.
 
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oV5

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2022-07-09 Samstag | Hawkesbury, Ontario


Der Fahrtag, schön sonnig, Wind zurückhaltend, beschert nach etlichen Kilometern eine kreuzunglückliche Baustelle. Man sieht ca. 50 Meter erdigen Untergrund, auf dem man das Ganze prima passieren könnte - aber die Baustelle ist - auch übers Wochenende - abgedichtet wie ein Hochsicherheitstrakt. Keine Chance ...


... auch nicht für etliche andere Radfahrer, die nach und nach dort eintrudeln. Umleitung 15 - 20 km, um den grosszügigen Golfplatz rum.
Neutrassierung Strasse und Bahn - hier mal gemeinsam.


Nach der Durchquerung verschiedener Ortschaften, allesamt Ferienhaussiedlungen, beginnt die allein den Nichtmotorisierten vorbehaltene Strecke, auf einem Damm durch sumpfigen Wald, ...


... mit vielen Ausflüglern. Die Strecke steigert sich ...


... im 'Parc national d'Oka', wo sie in welligem Gelände durch hochgewachsene ...


... blühende Wiesen verläuft. Die Pflanzen (Wilde Möhre) verströmen einen süsslichen Geruch.


Danach wird es waldig. Nichts Böses ahnend passiert man dieses Hinweisschild mit der Bitte, die ansässige Community zu respektieren. Es zeigt sich, ...


... dass es dieser im Wesentlichen um den Verkauf vonn Betäubungsmitteln geht.
So bekommt die 'Route Verte' eine ganz eigene Interpretation.
Leider ist das alles sehr sehr aufdringlich gemacht, viele unterschiedliche Begriffe für den immergleichen Stoff. Höhepunkt dann ...


... am Ende des First Nations Gebiets: hinten links der Drive-thru, wo man sich am Lenkrad sitzend seine Dosis holen kann.
Des Radfahrers Glück: mit der Sorte 'TNT' frisch vollgedröhnte Kraftfahrer.


Eine kurze, verwinkelte Passage auf Asphalt, durch Urwald. Hier haben einst Schweizer Siedler gelebt, ...


... ein Herr Von Allmen war der Gründer eines bäuerlichen Dorfes.


Die RV1 verläuft am Ufer des Ottawa River ...


... durch angenehm flaches Bauernland.


Der Fluss bildet hier, bis zu seiner Mündung in den Sankt-Lorenz-Strom in ca. 50 km, die Grenze zwischen Quebec und Ontario.

Stephanie's Motel, Hawkesbury, Ontario - mit überlastetem WiFi aber zum Ausgleich in einem Funkloch - ist Schlusspunkt der Etappe.
 
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2022-07-10 Sonntag | Prescott-Russel-Trail


Heute geht es, zunächst dem Ottawa River folgend, weiter nach Osten, gen Ottawa. Zunächst durch eine Zone mit Anwesen direkt am Fluss; die sind teilweise dermassen geordnet, dass sogar der Himmel das Rasenmuster übernimmt ...


... bald wird es aber schlichter und landwirtschaftlicher ...


... es gibt sogar freilaufende Rinder. In Quebec hat man die Kühe nie zu Gesicht bekommen. Solaranlagen ...


... tauchen auf. Hier bieten sie, wie Bäume, Schattenbereiche in denen sicn die Tiere sammeln.


Die gewählte Strecke ist nicht die effizienteste; sie orientert sich einfach am Fluss. Am Ufer gegenüber verläuft die RV1 - einheimische Radfahrer haben von der Benutzung entschieden abgeraten: viel zu viel KFZ-Verkehr ('they will kill you').


Also weiter umwegig durch hübsches Bauernland. In Plantagenet ...


... gibt es ein (wieder mal überraschend grossses) Eis und eine Wasserfüllung für den Tank am Fahrrad, bevor dann ...


... die ehemalige Eisenbahnlinie, Prescott-Russel-Trail genannt, durchs Landesinnere ...


... schlicht aber charakteristisch, und angenehm zu fahren, Richtung Hauptstadt zielt. Unterwegs ...


... immer wieder mal Infos zu den alten Bahnstationen ...


... und sehr reduzierte Versorgungseinrichtungen. Wasser, Essen, usw. gibt es keines. Der Tag endet irgendwo entlang der Strecke ...


... im Zelt, das wegen der Mosquitos im Wind stehen, aber ansonsten unauffällig platziert sein soll. Nur wenige Stiche während des Aubauens.
Dann aber dort eingeschlossen bis zum nächsten Morgen.
 

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2022-07-11 Montag | Ottawa |


Gerade so wie gehabt geht es anderntags weiter; nur wenige schwache Knicke im Streckenverlauf ...


... und etwas mühsame Suche nach Nahrung. Hier in einem kleinen Örtchen an der Strecke, weit weg vom Prescott-Russel-Trail.


Dann eine Störung im Verlauf. Die Karte zeigt mehrere wilde Zacken nach rechts. Die Trasse vor Ort verläuft aber gerade aus, ins Landkarten-Niemandsland. Das wird ausprobiert ...


... und entpuppt sich als Passage durch ein Naturschutzgebiet, in dem sogar die alten Gleise konserviert werden. Vorwärtskommen ist ...


... sehr mühsam, und langsam, und schweisstreibend. Schliesslich ...


... geht es wieder ins Freie, aber nochmal einen Kilometer auf Bahndamm-Schotter-durch-Sumpfgebiet. Und endet in einem Bauhof, aus dem mich ein unsichtbarer Beobachter entkommen lässt, indem er die hohe, komplett undurchgängliche Schranke aktiviert.


Jetzt gibt es, aus einer Mall mit 'Metro'-Lebensmittelmarkt, erst mal Saft und was zu essen. Cina kommt morgen zur Generalinspektion in die Werkstatt.


Die Ankunft in Ottawa aus Osten ist erst geprägt von durcheinander wimmelnden, vielspurigen Strassentrassen, dann von diesem Ghostbike.


Erst am Rideau River wird es friedlich.
Ich habe ein Treffen mit Frithjof, dem Sohn eines Freundes, ausgemacht. Es gibt einen neuen Wassertank, und Ersatz für die verschlissene Hose mit dem Fuchs-Logo.
Frithjof hat einen Werkstatt-Termin erwirkt, der (wg. Überlastung) eigentlich gar nicht möglich gewesen wäre.
Wassertank: 'Volvic 1,5 l' mit Gewinde, auf das der Swayer-Wasserfilter passt. Das seit Jahrzehnten gewohnte Hosenmodell ist nur in der EU erhältlich.


Meine Unterkunft liegt an der Westseite der Stadt; das ergibt fast automatisch eine Sightseeing-Tour ...


... mitten durch die Stadt. Der Rideau-Kanal, von Süden kommend, mit begleitenden Fuss- und Radwegen, schlängelt sich am Stadtkern vorbei, auch am Regierungssitz.
Immer noch sind Poller und extra Absperrungen von den Trucker-Protestaktionen gegen Covid-Restriktionen aufgebaut.
Tendenziell scheint alles Wichtige in Fake-Mittelalter-Burggebäude gepackt.


Der Rideau-Kanal endet als Schleusentreppe im Ottawa River ...


... wo der Amphibienbus und andere eigentümliche Geräte auf Passagierfang gehen. Ausserdem wartet dort, ganz ganz unten, eine nirgends angekündigte, üble Umleitung für Radfahrer: rückwärts, wieder ganz hoch zu den ...


... Regierungnspalästen. Als Spiegelung wirken diese jetzt aber geradezu freundlich karikiert ...


... sehr nett! Wenn schon Disney-Schloss, dann so!


Rückblick auf die Innenstadt. Der Ottawa River ist hier ein naturbelassenes Paradies, Rad- und Fusswege entlang des Ufers.
Meine Unterkunft hat eine grossherzige, weltoffene Bekanntschaft vom Flug nach Montréal besorgt, 85 jährig und aussergewöhnlich fit*. Es ist eins der Gästezimmer in der Wohnanlage, in der sie lebt.
Sie richtet sogar noch ein gemeinsames Abendessen her; wir führen sehr angenehme Gespräche.
* z.B. Schwimmen im Ottawa River
 
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Berlin
Auch von meiner Seite ein Dankeschön für die schönen Bilder und netter Unterhaltung. So lernte ich, dass
nicht nur in Montreal Französisch gesprochen wird,
die Mohikaner das Kriegsbeil gegen die Haschpfeife eingetauscht haben,
Europa so schön ist, weil es schnucklige Städtchen gibt, selbst wenn die Landschaft drumrum nix dolles bietet.
Aber jedem das Seine, ein Kollege ist grad nach Kanada ausgewandert, wo es im April noch -30°C hat. Dies für die, denen es grad zu heiß ist.
 
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