Die Zukunft des bikens im Pfälzer Wald

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Das Argument finde ich immer ein wenig unüberlegt. Erst kauft man sich ein Rad und dann überlegt man sich, dass man dafür geeignete Strecken vor der Haustür benötigt?
Wenn das so läuft, lasse ich mir vom Decathlon eine Golfausrüstung kommen, erkläre die Wiese im Stadtpark zur Driving Range und den Sandkasten auf dem angrenzenden Spielplatz zum Bunker.
Schließlich ist der Golfplatz zu weit weg und die Platzgebühren und Mitgliedschaften eh zu teuer.
Du hast natürlich nicht ganz unrecht, aber wenn ich Deiner Logik folge, kommt erst die Sportanlange und dann die Sportler. Vermutlich gäbe es dann in ganz D bisher keinen einzigen Skatepark, denn welche Gemeinde oder Stadt kommt denn auf die Idee, ein Angebot für etwas ohne Nachfrage zu schaffen.
Beim Beispiel Skateboader war es doch so: Jugendliche haben mit ihren Boards an Orten Sport betrieben, an denen man sie nicht haben wollte (weil zu laut, Handgeländer zerkratzt und Marmorkanten abgesplittert). Dazu gab es in Städten wie Münster beispielsweise noch jede Menge nicht genehmigter Beton- und Holzrampen auf irgendwelchen Industriebrachen.
Jetzt, fast 30 oder 40 Jahre später hat jede mittelgroße Gemeinde eine relativ vernünftige Anlage zum Skaten. Nur die 30 bis 40 Jahre, die es gedauert hat bringen den Generationen von damals nicht mehr so viel...

Es gibt auch legale Angebote zum Ballern... Nennt sich Bikepark...
Warum sprichst du eigentlich die ganze Zeit von "Ballern"? Und wer "ballert" überhaupt durch den Wald?
Kann man bergauf auch "ballern", wenn man seine persönliche Bestzeit bis zum Gipfel unterbieten möchte und dafür Fußgängern keinen Platz macht?
Du tust so, als könntest du dich mit dem Begriff von anderen Radfahrern abgrenzen, aber dafür taugt "Ballern" nicht.

Tja, was soll ich sagen, mir liegt die Natur nunmal am Herzen und ich halte nichts von relativierungen. Muss ja nicht jedem so gehen. Übrigens: Naturschutz ist nicht gleich Umweltschutz.

Mir auch. Ich will deine Argumente auch nicht von der Hand weisen.
Ich finde den Begriff NaturSCHUTZ allerdings nicht ganz treffend, das hat sowas verklärtes "die Natur einfach Natur sein lassen". Natur ist aber kein starres Gebilde, sondern wandelt sich im Zuge der natürlichen Sukzession sehr stark. Nehmen wir das Beispiel Ebenberg in Landau, der Schutzstatus ergibt sich aus der vorherrschenden Vegetation, die als Trockenmagerrasen einzuordnen ist. Wenn wir jetzt sagen, wir lassen die Natur da einfach mal machen, dann ist das in 20 Jahren alles mit Schwarzdorn verbuscht und hat den Schutzstatus verloren. Noch mal 20 Jahre später ist da dann ein junger Wald.
Also muss man das Gelände bearbeiten. Das sieht dann so aus, dass alle paar Jahre jemand mit einem riesen Schlepper inkl. Mulcher kommt und alles bis auf die Grasnarbe runterraspelt.
Wenn der genannte Ziegenmelker in lichten Kiefernwäldern vorkommt, dann braucht es auch ein gewisses Management um die Lebensräume zu erhalten.

Dein geschildertes Szenario, dass die UNB oder ein Gutachter sich das Gelände anschaut und bewertet spielt sich im offiziellen Rahmen einer Genehmigung ab, davon sind wir aber doch noch meilenweit entfernt.
Die inoffiziellen Wege, die in den letzten Jahren entstanden sind, haben in meinen Augen nicht das Potenzial, das ökologische Gleichgewicht nachhaltig zu stören. Und da LANIS nun vielen ein Begriff ist, entsteht wahrscheinlich auch kein Weg mehr in einer Kernzone.
 
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Ich versteh dich nicht was das soll delphi.
Wer spricht denn von ballern? Das ist Erregung öffentlichen Ärgernisses und wenn jemand eine nette Zeit im Wald verbringen will, kann das auch machen.
Jedenfalls lass ich mir nicht vorschreiben, wo ich mit meiner Frau und/oder meiner Freundin ballere. Schon gar nicht im Bikepark. Das is mir dann doch etwas zu gewagt.
Du hast schon kapiert was gemeint ist... Meiner wegen schreddern oder welches synonym du auch einsetzten willst...
 

Karolus

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Ich finde den Begriff NaturSCHUTZ allerdings nicht ganz treffend, das hat sowas verklärtes "die Natur einfach Natur sein lassen". Natur ist aber kein starres Gebilde, sondern wandelt sich im Zuge der natürlichen Sukzession sehr stark. Nehmen wir das Beispiel Ebenberg in Landau, der Schutzstatus ergibt sich aus der vorherrschenden Vegetation, die als Trockenmagerrasen einzuordnen ist. Wenn wir jetzt sagen, wir lassen die Natur da einfach mal machen, dann ist das in 20 Jahren alles mit Schwarzdorn verbuscht und hat den Schutzstatus verloren. Noch mal 20 Jahre später ist da dann ein junger Wald.
Gebe ich dir absolut Recht. Deshalb schrieb ich ja auch, dass nicht nur "unberührte Natur" schützenswert oder sagen wir erhaltenswert ist. Für den Erhalt ist in vielen Fällen Pflege notwendig.
Das sieht dann so aus, dass alle paar Jahre jemand mit einem riesen Schlepper inkl. Mulcher kommt und alles bis auf die Grasnarbe runterraspelt.
Extensive Beweidung ist eine weitere Möglichkeit.
Dein geschildertes Szenario, dass die UNB oder ein Gutachter sich das Gelände anschaut und bewertet spielt sich im offiziellen Rahmen einer Genehmigung ab, davon sind wir aber doch noch meilenweit entfernt.
Genau, das meine ich ja. Wenns nach mir geht, können wir hier gerne ein zweites kleines Finale aufbauen. Aber eben bitte gesteuert und mit Genehmigung.
So weit sind wir davon doch gar nicht weg. Im aktuellen Protokoll zur Mitgliederhauptversammlung der Pfalzbiker steht etwas von "Vogelschutzgutachten" für den Trail an der Kalmit inkl. der ungefähren Kosten. Offenbar ist das also in Planung. Wie schon zuvor geschrieben, glaube ich, dass wenn es schon früher einen Verein wie die Pfalzbiker mit entsprechender Mitgliederzahl gegeben hätte, wären wir da schon viel weiter. Aber zu erwarten, dass die Behörden einem auf Zuruf mal schnell einen Trail genehmigen ist einfach naiv. Das ist bei anderen Hobbys ja auch nicht anders, wie dein Beispiel Skaten zeigt.
Die inoffiziellen Wege, die in den letzten Jahren entstanden sind, haben in meinen Augen nicht das Potenzial, das ökologische Gleichgewicht nachhaltig zu stören.
Ja, die Trails und deren Befahrung stehen sicher ziemlich am Ende der Liste der Dinge das ökologische Gleichgewicht (übrigens auch ein umstrittener Begriff) stören. Ich versuche hier ja auch nur dafür zu sensibilisieren, dass es eben trotzdem zu Problemen insb. mit dem Artenschutz kommen kann und wir durch verantwortliches Handeln unseren kleinen Teil beitragen können. Daher Genehmigung, wie bei allen anderen Bauvorhaben im Außenbereich auch. Nicht mehr und nicht weniger.
 
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Du hast schon kapiert was gemeint ist... Meiner wegen schreddern oder welches synonym du auch einsetzten willst...
Nein, das verstehe ich nicht. Weil "ballern" ein unbestimmer Begriff ist, der viel Spielraum für Interpretationen gibt.
Bin ich ein Raser, wenn ich mit 50km/h im Auto in der Stadt fahre wo es zulässig ist? Nein, ich bin kein Raser würde ich meinen.
Bin ich ein Raser, wenn ich mit 50km/h im Auto in der Stadt fahre wo es zulässig ist, aber die Strasse gefroren ist? Da würde man eindeutig "Ja" sagen.
Was ist eigentlich, wenn ein Wanderer ein illegal anglegtes Trail bewandert und mich mit meiner Frau und Freundin beim Ballern erwischt... ein Verkehrssünder?
 

mw.dd

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Du hast natürlich nicht ganz unrecht, aber wenn ich Deiner Logik folge, kommt erst die Sportanlange und dann die Sportler. Vermutlich gäbe es dann in ganz D bisher keinen einzigen Skatepark, denn welche Gemeinde oder Stadt kommt denn auf die Idee, ein Angebot für etwas ohne Nachfrage zu schaffen.
Da ist schon auch was dran. Ich habe auch Verständnis für gewisse "Partisanenmethoden", um der Umsetzung eines sinnvollen Projektes näher zu kommen.
Was mich stört, ist
1. diese Anspruchshaltung: Ich will das jetzt dort und dort machen, also müsst ihr mich auch machen lassen
2. Der Anspruch auf Exklusivität. Das ist Wald und da gibt es ein Betretungsrecht - für Alle!
3. Selbstdarstellung wie in dem hier schon gezeigten Beispiel mit der Bewerbung als Baumeister und den Artikel in einem Online-Magazin.
Im aktuellen Protokoll zur Mitgliederhauptversammlung der Pfalzbiker steht etwas von "Vogelschutzgutachten" für den Trail an der Kalmit inkl. der ungefähren Kosten.
Bei sowas werde ich dann fuchsig und nehme den Spaten: Würde nach einem solchen Gutachten auch gefragt, wenn dort ein "Barfuß-Pfad" entstehen sollte? Das riecht doch schon wieder nach einem Abwehrversuch; sowas dauert ein Jahr und kostet fünfstellig.
 
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Bei sowas werde ich dann fuchsig und nehme den Spaten: Würde nach einem solchen Gutachten auch gefragt, wenn dort ein "Barfuß-Pfad" entstehen sollte? Das riecht doch schon wieder nach einem Abwehrversuch; sowas dauert ein Jahr und kostet fünfstellig.

Vermutlich ja, da der Bereich Vogelschutzgebiet ist...

Tante Edit: und mittlerweile Genehmigungspflichtig jegliche Anlage von Wegen im Biosphärenreservat
 
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Nur mal als Argumentationshilfe: In der Rheinpfalzausgabe mit der Meldung von der Drahtspannung am Dr. Sprater-Pfad war weiter hinter auch ein Artikel über einen Förster, der sich dem Waldschutz verschrieben hat. Überraschenderweise hält er die Schäden durch illegal angelegte Downhillstrecken für ein künstlich aufgebauschtes Scheinproblem, um von der eigentlichen Problematik abzulenken.
 

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Karolus

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Bei sowas werde ich dann fuchsig und nehme den Spaten: Würde nach einem solchen Gutachten auch gefragt, wenn dort ein "Barfuß-Pfad" entstehen sollte? Das riecht doch schon wieder nach einem Abwehrversuch; sowas dauert ein Jahr und kostet fünfstellig.
Warum wirst du da fuchsig? Die zur Genehmigung erforderlichen Gutachten werden entsprechend der landschaftlichen Gegebenheiten und der vorhandenen Schutzgebiete von der Genehmigungsbehörde eingefordert. Je nach UNB und Sachbearbeiter mag es vorkommen, dass das auch mal instrumentalisiert wird. Nach dem Motto: Wir wollen das nicht also machen wir es teuer für die. Aber grundsätzlich ist das gängige fachliche Praxis und an klare Vorgaben gebunden. Wie soll die Behörde denn sonst entscheiden, ob dem Vorhaben naturschutzfachliche oder artenschutzrechtliche Gründe entgegen stehen? Einfach frei nach Schnauze? Dann hätten wir Biker wohl nie eine Chance auf einen gebauten Trail. Kommt das Gutachten aber zum Ergebnis, dass dem Vorhaben keine wesentlichen Gründe entgegen stehen oder bestehende Konflikte durch geeignete Maßnahmen kompensiert werden können, kann die Behörde nicht mehr einfach "Nö" sagen.
VSGs gehören zum europäischen Natura 2000-Schutzgebietsnetz. Da kann sich die UNB nicht einfach drüber hinwegsetzen, selbst wenn sie es wollten.
Weiß jemand welche Gutachten für den Kalmit-Trail konkret gefordert wurden?
 
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Nur mal als Argumentationshilfe: In der Rheinpfalzausgabe mit der Meldung von der Drahtspannung am Dr. Sprater-Pfad war weiter hinter auch ein Artikel über einen Förster, der sich dem Waldschutz verschrieben hat. Überraschenderweise hält er die Schäden durch illegal angelegte Downhillstrecken für ein künstlich aufgebauschtes Scheinproblem, um von der eigentlichen Problematik abzulenken.
Weiss man wer das gesagt hat mit dem Aufbauschen. Dem Mann muss ich Blumen schicken.
 

schweigi

schweigi
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Nein, das verstehe ich nicht. Weil "ballern" ein unbestimmer Begriff ist, der viel Spielraum für Interpretationen gibt.
Bin ich ein Raser, wenn ich mit 50km/h im Auto in der Stadt fahre wo es zulässig ist? Nein, ich bin kein Raser würde ich meinen.
Bin ich ein Raser, wenn ich mit 50km/h im Auto in der Stadt fahre wo es zulässig ist, aber die Strasse gefroren ist? Da würde man eindeutig "Ja" sagen.
Was ist eigentlich, wenn ein Wanderer ein illegal anglegtes Trail bewandert und mich mit meiner Frau und Freundin beim Ballern erwischt... ein Verkehrssünder?
Du bist mit Frau und Freundin unterwegs?! ;)
 
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Da ist schon auch was dran. Ich habe auch Verständnis für gewisse "Partisanenmethoden", um der Umsetzung eines sinnvollen Projektes näher zu kommen.
Was mich stört, ist
1. diese Anspruchshaltung: Ich will das jetzt dort und dort machen, also müsst ihr mich auch machen lassen
2. Der Anspruch auf Exklusivität. Das ist Wald und da gibt es ein Betretungsrecht - für Alle!
3. Selbstdarstellung wie in dem hier schon gezeigten Beispiel mit der Bewerbung als Baumeister und den Artikel in einem Online-Magazin.
Zu 1.: Nach dem Prinzip entstehen eigentlich keine neuen (inoffiziellen) Wege, würde ich jetzt behaupten. Oft macht man erst mal und schaut dann, was passiert. Wie schnell wirds entdeckt, wird was unternommen? Oft passiert erst mal ein paar Jahre nichts (weiter oben genannte Hotspots mal ausgenommen) und man kann die Wege entspannt fahren. Da wundert man sich sogar, zwischendurch war dort eine Treibjagd, ohne Folgen für den Weg. Dann wird Holz gemacht, Weg existiert trotzdem weiterhin. Und wenn dann doch irgendwann mal ein paar Stöckchen in den Weg gelegt wurden, räumt man die eben wieder weg. Und auch an den Hotspots haben Wege teilweise Jahrelang existiert (man könnte teilweise sogar von geduldet sprechen), bevor sie dann zum Problem erklärt wurden. Natürlich werden die dann nicht einfach aufgegeben.

Zu 2.: Wer beansprucht Exklusivität? Sobald du von einem neuen Weg weißt hindert dich doch niemand daran, diesen zu begehen oder zu befahren. Oder hat dich mal ein anderer Radfahrer angesprochen und gesagt, dass du auf einer von Mountainbikern angelegten Strecke nicht fahren darfst?
Kann sein, dass ein EBiker mal einen halb spaßigen, halb ernsten Spruch gedrückt bekommt ("Das hier sind aber alles no-Ebike-Trails") aber auch den kann doch niemand davon abhalten, zu fahren wo er mag.

Zu 3.: Welcome to Social-Media. Daran kannst du dich stören und ich kann's nachvollziehen.
 
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Waren heute unterwegs und alle Wanderer haben nett Platz gemacht und gegrüsst. Kann mir nicht vorstellen wo man da DH oder eine Endurostrecke baut. Da willst du ja mehrfach hoch und runter. Da wäre besser eine Gegend die nicht überlaufen ist. Damals waren wir halt früh morgens vor den Wanderen fahren oder im Bikepark.
 
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